Reisebericht Mongolei

von Carolin Müller

Am 16. Juli 2001 beginnt unser grosses Abenteuer in der Mongolei. Wir stehen 6 Uhr auf und sind noch hundemüde. Vati fährt uns nach Saalfeld, von dort geht der ICE nach Berlin. Linda, unser Hund, bleibt im Auto. Sie wird uns nicht so sehr vermissen, aber wir sie.

Gegen 13.20 Uhr sind wir auf dem Flughafen Berlin Tegel. Nachdem wir uns durch die vielen Mongolen endlich zur Gepäckaufgabe durchgekämpft haben, atmen wir auf und starten 15.50 Uhr Richtung Moskau. Nach 2,5 Stunden landen wir in Moskau. Wir erhalten eine Transitkarte und dürfen uns eine Stunde auf dem Flughafen Scheremetjewo die Beine vertreten.

17. Juli 2001, 8.30 Uhr Ortszeit – wir landen in Ulaan Baatar. Am Flughafen erwartet uns Ninje, unsere Reiseleiterin und das Abenteuer beginnt.

Wir checken im Hotel GENEX ein und ruhen uns ein bisschen aus vom langen Flug. Gegen 13 Uhr gibt es Mittagessen, alles ist noch sehr europäisch.

Dann gehts ersteinmal ins Naturhistorische Museum. Dort bestaunen wir vor allem die Saurierskelette. Im Museum wird streng gewacht, dass die Touristen ja nicht unerlaubt fotografieren.

Es ist sehr warm. Wir laufen zum Suchbaatar Platz und trinken in der Nähe eine Cola.

Dann bummeln wir durch einen Vergnügungspark. Er ist schon etwas heruntergekommen. Ninje erzählt uns, dass er in den 70iger Jahren mal ganz schön, besonders für Kinder, gewesen sein soll.

18 Uhr – wir besuchen noch eine Folklore – und Tanzvorstellung mit Obertongesang und Schlangenakrobatik. Es ist beeindruckend, aber wir sind kaputt.

19.30 Uhr – Abendessen im Hotel. 21.45 Uhr - wir fallen todmüde ins Bett.

18. Juli 2001

Mitten in der Nacht – 2 Uhr – werden wir wach, der Jetleg und der Lärm von der Strasse lassen uns nicht schlafen, wir sehen fern.

Gegen 9 Uhr machen wir uns auf den Weg ins Ganden Kloster zur Gebetsstunde. Wir beobachten die Mönche beim Vorlesen ihrer „Sotres". Auf dem Klostergelände besichtigen wir alle Tempel, auch die 26 m hohe vergoldete Buddhastatue.

11.45 Uhr – Abfahrt zum Schildkrötenfelsen, Richtung Nordwesten. Unterwegs machen wir Rast und es gibt einen Imbiss. Am Felsen machen wir Fotostopp und klettern einwenig herum. Wir sehen zum erstenmal mongolische Ziegen und Schafe.

Weiter gehts zu einer in der Nähe stehenden Jurte. Eine junge Frau mit einem Baby ist da. Sie macht Milchtee für uns. Aber mit einer nicht gerade freundlichen Mine. Nach dem Tee gibt es noch Milchschnaps. Die Frau zeigt uns, wie dieser gemacht wird. Mir erscheint dies ziemlich kompliziert und aufwendig. Aus ca. 10 Liter Milch gewinnt man 1 Liter Schnaps.

Wir warten bis die Jungen mit der Ziegen– und Schafherde kommen. Die Tiere werden in den Pferch getrieben und gemolken. Ich probiere es auch. Es ist gar nicht so einfach. Man muss vor allem mit den Fingerspitzen melken.

Zum Abschied verteilen wir die Geschenke – Süssigkeiten und Lippenstift. Die Gesichter hellen sich auf und unsere Gastgeber werden freundlicher.

Der erste Tag in der Steppe geht mit vielen Eindrücken und Begegnungen für uns zu Ende.

19. Juli 2001

Gegen 8 Uhr sind wir auf dem Flughafen. Wir wollen nach Oelgi fliegen, in den Nordwesten. Alles verzögert sich etwas, gegen 9 Uhr geht`s los. In der alten Tupolewmaschine ist es eng und alle Plätze sind belegt. Ca. 11 Uhr – Zwischenlandung in Tosontsengel, die Maschine wird vollgetankt. Mir ist etwas mulmig. Auf dem Rollfeld Pause für alle Passagiere. Ich lege mich etwas hin und bewundere die vielen Grashüpfer.

13 Uhr – Ankunft in Oelgi auf gut 1710 m über dem Meer. Wir werden von unserem Fahrer abgeholt, brauchen uns um nichts zu kümmern. Erst einmal Mittagessen – besser gesagt Picknick – im Büro vom Fahrer. Er ist Beamter und zuständig für den Brückenbau in der Mongolei. So gegen 14 Uhr Abfahrt ins Altai Gebirge. Die Strasse wird schnell zur Piste und wir werden kräftig durchgeschüttelt. Es geht die Berge hoch und runter. Gegen 18.30 Uhr besuchen wir eine kasachische Nomadenfamilie. Wir werden herzlich und etwas scheu empfangen. Die Frau bereitet sofort frischen Milchtee und es gibt die traditionellen Milchspeisen. In der Jurte sind viele Kinder und Männer. Die Mädchen und Frauen sind gerade beim Melken der Ziegen, Schafe und Stuten.

Und ehe ich mich versehe, sitze ich auf einer Stute. Wir dürfen das Melken und die grosse Familie fotografieren. Oft machen sie ernste Minen, wenn die ganze Familie beisammen ist. Zum Abschluss verteilen wir ein paar Geschenke, alle sind erfreut und wir bekommen zum Dank wilde selbstgesammelte Zwiebeln geschenkt.

An einem See auf ca. 2800 m bauen wir unsere Zelte auf. Ich bin total kaputt und schlafe kurz ein, habe Kopfschmerzen. Beim Zeltaufbau helfen uns die Männer und Jungs von einer benachbarten Jurte. Sie laden uns zu einem Besuch ein. Aber ersteinmal kocht Ninje Suppe und wir löffeln die warme Mahlzeit.

Danach besuchen wir die Familie. Es ist schon fast dunkel. Wir werden viel gefragt und erfahren vom Familienoberhaupt viel vom Leben der Kasachen. Unsere Unterhaltung dauert immer einige Zeit, da Ninje es erst ins Mongolische und unser Fahrer es dann ins Kasachische übersetzen muss. Als wir so gegen 23 Uhr die Jurte verlassen, ist es kalt und der Himmel sternenklar.

Nun sitzen wir noch beim Fahrer im Zelt und trinken Wodka. Er heisst Khundag und erzählt ein bisschen über sich und die Kasachen.

Halb eins – endlich können wir in die Schlafsäcke kriechen.

20. Juli 2001

Es war eine kalte Nacht und ich habe besonders an die Füsse gefroren. Nach dem Frühstück fängt es an zu regnen. Wir fahren über einen Berg und kommen zu der Familie, welche zwei Adler hat. Die beiden grossen Vögel sitzen an einer Kette angebunden am Boden. Aber zuerst einmal gibt es Milchtee und Milchprodukte sowie in Öl gebackene Teigtaschen. Die Leute sind ungezwungen und freundlich. Roland soll den Adler halten. Er will nicht und so darf ich es zuerst probieren. Der Vogel bekommt eine Lederkappe aufgesetzt. Ich ziehe den Handschuh an und nehme den Adler. Er ist riesengross und ich schätze mindestens 10 kg schwer. Er schnauft, ihm ist die Sache wohl auch nicht ganz geheuer. Roland darf ihn dann auch mal halten, ich mache Fotos. Alle wollen sich brüsten mit dem stolzen Vogel. Zu guter Letzt muss noch ein Pferd her, es dauert ein paar Minuten bis der Adlerbesitzer mit dem Adler auf dem Arm aufsteigen kann. Das Pferd hat Angst. Schliesslich pariert das Pferd und wir fotografieren.

Die Jagd mit dem Adler wird hauptsächlich in den Wintermonaten betrieben. Der Adler wird so abgerichtet, dass er genau weiss, welches Tier er erbeuten soll und wo er zupacken muss. Gejagt werden vor allem Wölfe und Füchse. Die Felle werden in China verkauft, die Grenze ist ca. 10 km entfernt.

Die Adler werden mit ca. 13 bis 15 Jahren wieder freigelassen.

Unser Gastgeber ist besonders stolz auf seinen Vogel, verhalf er ihm doch zum 2. Platz beim Wettbewerb im letzten Winter.

Uns wird auch ein Wolfsfell zum Verkauf angeboten, aber wir lehnen ab.

Es kommen immer mehr Familienmitglieder und zum Schluss ist fast die ganze Sippe beisammen. Wir hocken auf einem Teppich vor der Jurte und verkosten Airag, aus einer grossen Blechschüssel. Das älteste Familienmitglied ist ca. 90 Jahre alt und macht auf uns einen jungen und kecken Eindruck. Als wir fragen, wie das mit dem Heiraten ist, meint er nur, die Frauen kämen schon, wenn sie die Männer bräuchten.

 

Wir fahren zurück zu der Familie, wo wir unsere Zelte aufgebaut hatten. Sie möchten sich auch fotografieren lassen und den Wunsch erfüllen wir gerne.

So gegen 14.30 Uhr sind wir am Dayan Nuur See. Die Sonne scheint und es ziehen kleine Cumuluswolken vorüber. Der Wind ist etwas frisch. Am Waldrand unter grossen Lärchen bauen wir unsere Zelte auf. Aufmerksam werden wir beobachtet. Die Hütejungen, von einer im Tal gelegenen Jurtensiedlung, sind anfangs etwas scheu, später führen sie uns in den Wald und zeigen uns Blumen und Beeren. Viele Pflanzen sind uns bekannt. Die Flora ähnelt den Alpen.

Zuvor kam der Vater der Jungs angeritten und lud uns zum Hammelessen am Abend ein.

Bevor wir zum Hammelmahl die Jurte betreten, müssen erst noch die Hunde zurückgerufen werden. Sie sind sehr misstrauisch gegenüber Fremden und geben sofort an.

Wir sitzen als Ehrengäste auf kleinen Schemeln an einem Tisch im hinteren Teil der Jurte. Die Frauen und Kinder sitzen auf der linken Seite von uns aus gesehen am Boden.

Das Familienoberhaupt wünscht uns eine gute Reise. Wir wünschen allen Gesundheit, der jungen Familie viele Kinder und einen guten Sommer. Roland darf den Beckenknochen mit einer Art Dolch zerteilen und das Festmahl ist eröffnet. Gegessen wird mit den Fingern von grossen Platten, dazu gibt es Fleischbrühe und Milchtee. Wodka macht die Runde, bis die kleine Flasche leer ist. Das Mahl besteht aus gekochtem Schaffleisch, Leber, Rotwurst und selbstgemachten Nudeln. Im Nu ist alles verdrückt, was wir nicht essen können, bekommen die Kinder und Frauen. Mit uns am Tisch sitzen das Familienoberhaupt und seine beiden Söhne, sowie Ninje und Khundag.

Zum Schluss gibt es noch vergorene Stutenmilch – Airag.

Die Männer gehen raus zum Rauchen und ich sitze alleine in der Jurte. Ich weiss nicht so recht, was ich machen soll, keiner versteht mich, wenn ich etwas sagen wollte.

Die Männer und Frauen machen sich hübsch. Sie kämmen ihre Haare und ziehen ihre besten Jacken an. Wir machen Fotos in der Jurte und draussen.

Zum Schluss bedanken wir uns und verteilen unsere kleinen Mitbringsel – vor allem Bonbons und eine Tafel Schokolade, sowie Feuerzeuge und Kosmetik.

Gegen 21.30 Uhr verlassen wir die Familie und machen noch ein kleines Feuer auf einem grossen Stein. Zusammen mit unserem Fahrer und der Reiseleiterin trinken wir noch etwas Wodka und lassen einen ereignisreichen Tag ausklingen.

21. Juli 2001

Heute ist der vorletzte Tag unserer ersten Reiseetappe. Wir stehen zeitig auf und werden noch einmal in der Jurte des Familienoberhauptes mit heissem Milchtee, Teigtaschen und Käse versorgt. Die Kinder bekommen von uns Marmelade und Nutella. Es scheint ihnen zu schmecken. Die Fahrt geht los und von einem Hügel geniessen wir noch einmal einen Blick auf das Tal und den See. Dann geht es auf holpriger Piste ca. 120 Km bis kurz vor die Stadt Oelgi. Unterwegs machen wir immermal wieder Fotostopp und Mittagsrast. Wir sehen viele Kamele, Yaks und vor allem Murmeltiere. Gegen fünf sind wir an einem Fluss, wo wir übernachten werden. Wir bauen die Zelte auf und Ninje kümmert sich ums Essen. Der Benzinkocher streikt und so fahren Ninje und Khundag in die Stadt, um einen neuen zu besorgen. Sie kommen gegen 21 Uhr zurück und wir essen im Zelt, da ein Gewitter aufgezogen ist. Bei russischen Wein und Bier erzählen wir noch lange.

22. Juli 2001

Heute fliegen wir zurück nach Ulaan Baatar. Das Flugzeug startet 12.30 Uhr. Uns ist etwas wehmütig zumute, Khundag unser Fahrer kommt nicht mit. Er wird noch ein paar Brücken besichtigen und später zurück fliegen.

In Tosontsengel haben wir dieses Mal einen längeren Aufenthalt, irgendetwas mit dem Rad des Flugzeugs stimmt nicht. Wir verspeisen ersteinmal die Teigtaschen mit Fleischfüllung und Gemüse, die Khundag uns mitgegeben hat.

So gegen halb sieben sind wir im Hotel und es erwarten uns vier Schweizer. Wir essen mit ihnen zu Abend, na ja sie sind uns nicht so symphatisch.

23. Juli 2001

Gegen halb zehn wollten wir uns mit Ninje treffen. Wir warten in der Hotelhalle. Eine halbe Stunde später ruft sie an und sagt, dass sie nicht kommt.

Wir suchen ersteinmal die Post, kaufen Postkarten und Briefmarken und schlendern durch die Stadt.

Nach dem Mittagessen fahren wir zur Klosterruine Mandschir, aber das Tor ist geschlossen und so müssen wir wieder umkehren. Ich frage Ninje, ob es einen Aussichtspunkt gibt, wo wir die Hauptstadt – Ulaan Baatar – überblicken können und so fahren wir zum Soldatendenkmal, welches aus Sozialismuszeiten stammt und noch rege besucht wird. Von dort hat man einen guten Blick über die Stadt, man sieht sie in ihrer ganzen Breite.

Wir wollen ins grösste Kaufhaus, aber leider ist es immer noch geschlossen. So kaufen wir in einem kleinen Laden russische Bonbons für die nächste Reiseetappe.

24. Juli 2001

Heute fahren wir nach Möngönmortsum, ein kleines Dorf von welchem unsere Reitetappe startet. Wir sind schon sehr gespannt, wie es wohl sein wird auf den mongolischen Pferden.

Gegen 10 Uhr kommt der Bus und in ihm sitzen schon zwei Männer und ein Mädchen. Dem Mädchen ist schlecht und so müssen wir ab und zu anhalten. Es geht in Richtung Nordosten durch die Stadt Bagan Nuur. Dort wird Steinkohle abgebaut, welche dann per Bahn in die Hauptstadt gebracht wird.

So gegen 16.30 Uhr kommen wir im Camp an. Es wird gerade die Einweihung der Wanderhütte gefeiert und wir bekommen noch Schaf aus der Milchkanne und dazu natürlich Wodka. Es sind viele Leute beisammen und wir wissen nicht so recht, was wir machen sollen.

Ein Mann bietet uns an den Fluss hinunter zu fahren mit einer Art zweiarmigen Schlauchboot mit vier Plätzen. Wir nehmen das Angebot an und treiben eine Stunde auf dem Fluss Cherlen abwärts. Es ist schön und wir können die Stille geniessen. Lediglich die Sitze sind etwas unbequem. Wir legen in der Nähe von zwei Jurten an und wärmen uns auf. Es scheint eine nicht so reiche Familie zu sein, die Frau wirkt abgearbeitet. Von Ninje erfahren wir, dass ihr Jurte abgebrannt ist und sie jetzt in einen kleineren leben müssen.

Dort können wir das erstmal uns die Pferde näher besehen. Sie sind angebunden. Sie haben eingerissene Mäuler und machen einen aphatischen und ausgemerkelten Eindruck auf uns. Wir hoffen, dass wir nicht solche Tiere zum Reiten bekommen. Ich will kein so schlecht behandeltes Pferd reiten.

In der ersten Nacht schlafen wir in der Gästejurte, da die Wanderhütte voll belegt ist mit Gästen der Einweihungsfeier. Uns ist es recht, haben wir doch unsere Ruhe.

25. Juli 2001

Es wird warm in der Jurte und so stehen wir auf. Noch weht kein Wind und wir versuchen es mit einem Frühstück im Freien, aber bald bläst der Steppenwind und macht dies unmöglich.

Heute wollen wir mal probieren, wie es geht mit den Pferden. Der Pferdeguide will gegen 14 Uhr mit den Pferden kommen.

Vorher machen wir noch einen Erkundungsspaziergang auf den nächstgelegenen Hügel. Wir sehen das Dörfchen von oben und versuchen Murmeltiere zu entdecken. Es weht ein kühler Wind.

So gegen eins sind wir zurück und es gibt einen Imbiss. Der Pferdeguide kommt nicht, er sucht die Pferde. Reiten werden wir auf Wallachen. Stuten werden selten geritten. Sie werden gemolken, um aus der Pferdemilch Airag herzustellen.

Ninje ärgert sich und beschwert sich bei der Wanderhüttenbesitzerin – unserer Gastgeberin und Organisatorin dieser Reiseetappe. Sie ist die Tante vom Chef der Reiseagentur in der Mongolei, welche uns bei der Umsetzung unserer Reisepläne behilflich ist.

Der Pferdeguide kommt erst halb sechs am Abend und wir machen ab, dass wir nach dem Z`nacht noch Reiten werden. Doch daraus wird nichts, da seine Frau eifersüchtig auf Ninje unsere Reiseleiterin ist und ihrem Mann dem Pferdeguide verbietet, dass er mit uns reiten geht.

Zu guter Letzt zieht noch ein Gewitter auf und der Strom ist weg. Von all dem Ärger bekommen wir nur wenig mit, da wir die Sprache nicht verstehen. Jedoch die Stimmung ist schlecht. Ich gehe halb elf ins Bett. Roland und Ninje erzählen noch. Wir schlafen jetzt in der neuen Wanderhütte.

26. Juli 2001

Heute ist nun der grosse Tag. Wir werden das erstemal auf einem mongolischen Pferd sitzen. Gegen 12 Uhr sind die Pferde gesattelt und es geht los. Die Pferde waren bis gestern noch frei und so sind sie etwas ungestüm. Als wir an eine Jurte vorbeireiten, kommen zwei Hunde und verfolgen uns. Die Pferde galoppieren davon – für uns der erste Galopp überhaupt und wir sind froh, dass wir sitzen bleiben.

Rast machen wir an einem Fluss. Die Pferde sind angebunden. Es ist heiss und die Fliegen und Bremsen plagen sie. Wir machen ungefähr eine Stunde Rast. Ich gebe den Tieren etwas Grass, sie können sich ja nicht sehr bewegen.

Der Rückweg fällt uns schwer. Die Sonne brennt und die Pferde traben und traben, d.h. für uns stehen. Die Mongolen stehen mehr im Sattel als das sie sitzen. Kurz vor dem Dorf würde ich am liebsten absteigen und laufen, alles tut mir weh. Die Pferde überqueren den Fluss Cherlen, sie kennen den Weg.

Bei der Wanderhütte angekommen, zittern mir die Beine.

So gegen halb acht gehen wir baden und uns waschen im Fluss. Die Kühle tut gut. Wir sind gute 30 Km geritten und waren ca. 6 Stunden unterwegs.

Zum Glück haben wir schon ein paar Reitstunden zu Hause genommen, sonst hätten wir die Pferde wohl nicht im Griff gehabt. Mongolische Pferde muss man eher bremsen als anspornen.

Es geht ein schöner, aber auch sehr anstrengender Tag zu Ende.

27. Juli 2001

Aufbruch zur 3tägigen Reittour. Ehe die Pferde gesattelt und das „Grosse Pferd" bepackt ist wird es Mittag. Zum Glück, denn ich habe Durchfall und mir geht es gar nicht so gut. Ich nehme Tabletten und bekomme bewährte mongolische Hausmittel.

1 Uhr – es geht los, mit dem Segen der Götter und einem Abschiedsritual werden wir los geschickt. Zuerst müssen wir den Fluss durchqueren und reiten auf die Berge zu. Gegen 16 Uhr eine kleine Rast – alle Glieder tun uns weh, dass sind noch die Auswirkungen von gestern. Es war wohl doch nicht so gut, eine so lange Strecke als Anfänger am Stück zu reiten. Rolands Sattel ist zu klein. Er scheuert ihm am Hintern. Endlich sind wir beim ersten Etappenziel, in der Nähe einer dem Pferdeguide bekannten Familie, angekommen. Wir bauen die Zelte auf und ich helfe dem Pferdeguide beim Anlegen der Fussfesseln für die Pferde. Der Koch bereitet eine Suppe. Etwas Warmes tut gut. Aber ich bin so geschafft, dass ich schon gegen neun ins Zelt krieche und froh bin, dass ich liegen kann.

Die anderen machen noch ein grosses Feuer und bekommen Besuch von der Nomandenfamilie.

Das Wetter war schön und sehr heiss.

28. Juli 2001

Heute Aufbruch zum „Blauen See". Hoch zu Ross, sieht die Welt ganz anders aus. Besonders in dieser Landschaft – der Steppe – wo kein Baum, kein Haus die Sicht verstellt.

Anfangs reiten wir etwas im Trab. Die Pferde wollen laufen. Wir überqueren einen Pass und ich umrunde mit dem Pferd 3x den Owoo – einen heiligen Steinhaufen. Weiter geht es im Schritt durch Wiesen, Wälder, Bäche, an verkohlten Berghängen vorbei bis zum See. Die Pferde tragen uns über alle Unebenheiten des Geländes. Gegen vier Uhr sind wir am See. Er ist gar nicht blau der See, sondern klein und grün, aber trotzdem schön.

Wir bauen die Zelte auf und die Pferde werden mit den Fussfesseln gefesselt.

Plötzlich zieht von den Bergen her ein Gewitter auf. Wir flüchten alle in die Zelte und warten ab, bis es vorbei ist. Es regnet heftig – riesige Tropfen.

Danach versuchen wir mit vereinten Kräften, das Feuer wieder in Gang zu bekommen. Unsere Reiseleiterin schläft und so verständigen wir uns mit Händen und Füssen. Der Koch kocht eine Suppe. Als wir fast fertig sind, kommen noch mehr Leute zum See. Wie sich herausstellt, ist es der Somondirektor und seine Familie, sowie ein Freund von ihm und dessen Familie. Sie laden uns ein an die „grüne Bar" - an ihren Lagerplatz. Die jungen Leute spielen Ball und die alten Herrschaften kochen Hammelsuppe auf einem Gaskocher bei Wodka. Sie stellen uns viele Fragen und möchten uns gerne ein Gebiet verpachten. Wir lehnen ab. Dann bekommen wir noch etwas von der Hammelsuppe und wir geben als Nachttisch Schweizer Schokolade.

So gegen 23 Uhr können wir endlich ins Zelt mit voll gefüllten Bäuchen.

29. Juli 2001

Gegen 8 Uhr werden wir wach. Die Sonne scheint und es verspricht ein schöner Tag zu werden.

Ninje informiert uns, dass zwei Pferde weg sind. Sie haben sich losgerissen und sind auf und davon. Ich gehe erstmal baden im See. Es ist nicht so einfach eine gute Stelle zu finden, wächst doch fast überall Schilf und es liegen viele Glasscherben herum. Das Wasser kühlt mein Gemüt etwas ab. Wir warten bis Mittag. Dann habe ich die Nase voll und schlage vor, dass wir bis zur Zwischenstation laufen, d.h. das Packpferd trägt das Gepäck, zwei Personen können reiten, die anderen beiden laufen nebenher. So könnten wir uns abwechseln.

Ninje meint wir sollten warten, der Pferdeguide käme bis 2 Uhr. Roland versucht zu schlichten. Ich renne wütend in den Wald und schimpfe auf die Mongolen. In meiner Wut stürme ich auf den gegenüberliegenden Felsen, so habe ich das Lager im Blick.

Tatsächlich kommt der Guide gegen 2 Uhr mit zwei neuen Pferden.

Kurz vor dem Aufbruch kriege ich noch einen Hufschlag aufs Knie ab - selber Schuld – mongolischen Pferden sollte man sich nur von links nähern, niemals von der rechten Seite. Endlich geht es weiter. Wir reiten einen anderen Weg zurück. Kurz nach der Passhöhe bemerke ich, dass Roland seine gute Gorotexjacke verloren hat. Sie war am Sattel festgebunden. Also reiten wir ein Stück zurück und suchen. Die Pferde wollen aber nicht mehr zurück. Von der Passhöhe aus laufe ich zu Fuss und finde die Jacke am Wegrand ca. 3 km entfernt.

Gegen 19.30 Uhr sind wir am Lagerplatz. Der Koch und der Pferdeguide haben schon die Zelte aufgebaut. Nun wird gekocht. Unsere Reiseleiterin ist angeschlagen. Sie hat sich das Bein verknackst und muss vom Pferd gehoben werden. Wir verarzten sie aus unserer Notfallapotheke. Sie bekommt einen Verband und ein Schmerzmittel. Jetzt muss ich mich ersteinmal um mich selbst kümmern. Mein Knie tut weh vom Huftritt und der Oberschenkel ist blau vom Pferdebiss.

Gegen 9 Uhr kommt der Mann von der Jurte und bringt ein Murmeltier mit. Am Feuer werden dem Tier die Haare abgesenkt und der Festschmaus beginnt. Mittlerweile ist auch die Frau und die beiden Kinder da. Zuerst gibt es für jeden etwas Suppe und dann das Murmeltier. Das Fleisch schmeckt, aber es knirschelt zwischen den Zähne, da es mit heissen Steinen von innen gegart wurde. Die Mahlzeit ist etwas dürftig. Einen Topf Suppe und ein Murmeltier für neun Personen. Aber besser wie nichts gegessen.

 

Wir machen noch ein grosses Feuer, dazu gibt es Milchschnaps, den die Frau gerade frisch gemacht hat.

So gegen 23 Uhr fallen wir in die Schlafsäcke und ich schlafe sofort ein.

Das Wetter war wieder schön und heiss.

30. Juli 2001

Zum Frühstück gehen wir in die Jurte. Die Frau hat uns Milchtee und Milchreis gemacht. Ihr Mann liegt am Boden und muss sich fast übergeben. Er hat in der Nacht mit seinem Freund und dem Koch den ganzen Milchschnaps getrunken und jetzt ist ihm schlecht. Kurz darauf schläft er ein. Ich denke, wenn das mein Mann wäre, hätte er etwas zu hören bekommen. Die Frau hat dann in der „Gerätejurte" geschlafen, da die „Saufbrüder" so laut waren.

12 Uhr - wir brechen auf zur letzten Reitetappe. Durch die Steppe geht es zurück zum Dorf. Die Pferde wollen traben, wegen der Fliegen. Unterwegs machen wir noch kurze Rast in einer Jurte und warten den Regenschauer ab.

Heute gefällt es mir zu reiten. Ich reite etwas abseits. Kein Mensch weit und breit. Ich geniesse die Freiheit. Roland geht es nicht so gut. Er hat einen schlechten Sattel und sich den Hintern wundgescheuert. Ausserdem tut ihm alles weh.

Gegen 4 Uhr sind wir wieder bei der Wanderhütte. Zur Begrüssung gibt es eingemachte Johannisbeeren und Joghurt. Die Frau vom Pferdeguide beschwert sich, warum wir schon da sind und nicht mit ihrem Mann geritten sind. Er hat noch das Packpferd und kann nicht traben. Es gibt mal wieder schlechte Stimmung zwischen unserer Reiseleiterin und ihr. Uns geht das ziemlich auf den Wecker.

Wir gehen baden und waschen im Fluss. Sogar Roland geht heute ins Wasser. So ein kühles Flussbad tut gut.

Am Abend gibt es keinen Strom in der Hütte, da wiedereinmal der Blitz eingeschlagen hat. Ninje bereitet das Abendessen auf dem Feuer in der Nachbarhütte.

Das Pferd, welches nun schon sechs Stunden am Pfahl angebunden ist, reisst sich endlich los, springt über den Zaun und weg ist es. Wir denken nur, es hat recht.

Unsere Eindrücke nach 2 Wochen Mongolei:

Wir sind schon etwas reisemüde, vielleicht haben wir zuviel erlebt in zwei Wochen.

Hier herrscht eine Männerwelt. Ich möchte nicht als Frau in der Mongolei leben. Die Männer reden, trinken, kümmern sich um die Reitpferde alles andere ist Frauensache: Kinder kriegen und versorgen, das Vieh melken, Milchprodukte herstellen, etc - den ganzen Tag viel Arbeit.

Was uns noch auffällt, überall lassen die Mongolen ihren Müll liegen bzw. werfen sie ihn weg. Es gibt kein Umweltbewusstsein. Das geschieht nicht aus bösem Willen, wie wir später erfahren, sondern einfach, weil sie es nicht anders kennen. Aber Plastik und Metall verrottet nun mal nicht.

31. Juli 2001

Heute feiern wir das Abschiedsfest. Dafür wird ein Schaf geschlachtet. Wir sind die Gastgeber und kaufen es von der alten Frau für 18 Dollar. Das Fleisch wird in der Milchkanne mit heissen Steinen gekocht. Gewürzt wird es mit Salz, wenig Pfeffer und ein paar Lorbeerblättern. Dann gart das Ganze eine dreiviertel Stunde auf dem Ofen. Vorher werden die Innereien gekocht und mit der Brühe wird Nudelsuppe gemacht. Das Fest beginnt ca. 21.30 Uhr. Wir bedanken uns bei allen für die gelungene Reittour. Roland teilt Wodka aus und ich die Geschenke. Dann beginnt das Essen. Zuerst gibt es Suppe, dann das Fleisch. Die Mongolen essen sehr schnell und im Nu sind sie fertig. Die Tische und Stühle werden beiseite gestellt und der Tanz wird eröffnet. Es ertönt mongolische Volksmusik, aber auch Diskomusik aus der Konserve.

 

Ich probiere es auch mal mit Tanzen, aber hier tanzt man 1-2 und nicht 1-2-3. Das klappt nicht so recht. Bei der Diskomusik kann ich gut mithalten und allen versuchen es mir nach zu machen. Draussen wird ein Feuer gemacht und wir tanzen um das Feuer herum. Ich spiele noch mit den Kindern. Sie sind begeistert. Gegen 1 Uhr beendet sich das Fest, alle gehen nach Hause. Es war ein guter Abend.

1. August 2001

Heute nehmen wir Abschied von Möngönmortsum. Wir fahren zurück nach Ulaan Baatar. Unterwegs halten wir an einer Heilquelle und trinken etwas Wasser. Um die Quelle herum liegt Müll – wie immer an solchen Orten in der Mongolei.

Gegen 16 Uhr sind wir im Hotel und bekommen dieses Mal ein Luxuszimmer. Es ist kein einfaches Zimmer mehr frei. Wir ruhen uns aus und duschen.

So gegen 18 Uhr fahren wir in ein Wohnquartier in Ulaan Baatar und besuchen eine Schamanin. Vorher müssen wir aber noch eine Flasche Wodka kaufen. Nach der Begrüssung und Information über uns durch unsere Reiseleiterin beginnt die Zeremonie. Zuerst umkreisen wir unseren Körper 3x mit Rauch. Dann gehen wir hinaus und jeder muss eine Schale mit Wodka wegwerfen. Danach folgt das Auspeitschen auf Schulter, Rücken und Beine, so wird alles Schlechte von uns vertrieben. Die Schamanin hat ihr Gewand an und beginnt mit dem Tanz. Sie schlägt dazu die Trommel. Sie ist das Medium und die guten und bösen Geister streiten nun miteinander. Der Tanz ist kurz, ungefähr eine viertel Stunde. Sie sagt, dass wir im Moment nicht so viele Sorgen haben, dass wir immer zusammen bleiben und einen Jungen bekommen werden, der uns viel Freude macht. Wir gehen und sind hin- und hergerissen, ob wir das alles glauben können oder nicht. Zum Abschluss sagte sie noch, dass wir jederzeit in Gedanken mit ihr Kontakt aufnehmen können und sie uns dann helfen wird.

Voller Eindrücke geniessen wir das Abendessen im Hotel, endlich mal kein Schaffleisch sondern Huhn.

2. August 2001

Die Fahrt nach Karakorum startet 10 Uhr. Es geht vorwärts auf Teerstrassen mit grossen Dellen und Schlaglöchern. Gegen 18 Uhr sind wir in Karakorum. Für heute ist es zu spät, das Kloster Erdene Zuu zu besichtigen. Wir schlagen unsere Zelte an einem Fluss auf. Ninje kocht Suppe auf dem Gaskocher. Plötzlich ein Knall, wir flüchten. Der Gaskocher ist explodiert und völlig demoliert. Die Suppe fressen die Hunde. Zum Glück ist niemand verletzt und wir kommen mit dem Schrecken davon.

Ninje und der Fahrer fahren in die Stadt, um etwas Warmes zum Essen zu besorgen. Die Zeltnachbaren leihen uns ihren Gaskocher. Wir blicken skeptisch auf das Ding.

Dann gibt es noch so ein Art Piroggen, sie sind sehr fettig. Wir trinken Wodka und erzählen bis Mitternacht.

Die Nacht wird warm und es beginnt zu regnen.

3. August 2001

So gegen 10 Uhr sind wir bei der Klosteranlage. Ninje hält Ausschau nach einer Führerin, die uns alles genau erklären kann. Wir werden durch die vielen Tempel unterschiedlichster Architektur und Bauzeit geführt. Sie sind alle sehr farbenfroh und prächtig ausgestattet mit Buddastatuen, Butterfiguren, Gebetsbänder etc. Doch wir sind schon reisemüde und können den Erklärungen nur am Anfang genau folgen. Wir laufen noch zu der jüngsten Ausgrabungsstätte. Dort feilschen wir mit den HändlerInnen und ich kaufe mir „Sotres" für Kinder.

 

Weiter geht es zum Orchon Wasserfall. Wir nehmen einen Mann mit, dessen Tochter im Krankenhaus ist und ein Kind erwartet. Er will die nötigen Dokumente bringen, sie hat sie vergessen. Für uns etwas unverständlich - aber eben typisch mongolisch.

Unterwegs rasten wir 2x bei Nomadenfamilien.

So gegen 18 Uhr sind wir am Wasserfall und es regnet und regnet.

Wir bauen die Zelte auf und sitzen im Auto. Ein Feuer zu machen lohnt nicht bei dem Regen und so fahren Ninje und der Fahrer zu einer benachbarten Familie, um dort zu kochen. Wir haben Zeit und so machen wir einen einstündigen Erkundungsrundgang um den Wasserfall – sehen Ziegen und Erdhörnchen.

In der Nacht haben wir Besuch. Eine Maus ist durch den offenen Zeltspalt geschlüpft.

4. August 2001

Heute scheint die Sonne und so sehen wir die Berge ringsum. Wir gehen alle zum Wasserfall, der nun wesentlich mehr Wasser führt als gestern. Am Wasserfall wie immer das obligatorische Erinnerungsfoto, welches die Mongolen so lieben.

Dann fahren wir zurück und kehren bei dem Mann, welchen wir gestern mitgenommen haben, ein. Es gibt Murmeltier aus der Milchkanne. Es schmeckt uns sehr gut und wir hauen rein.

Weiter geht es durch Steppe, bunte Wiesen. Wir fahren in Richtung Berge. Ich denke, wir überqueren jetzt doch den Pass, von dem unser Fahrer und Ninje reden. Aber wir fahren solange einen Waldweg entlang bis der Jeep sich nicht mehr durch den Schlamm wühlen kann. Jetzt heisst es ganz schnell laufen, warum wissen wir nicht. Nach ca. 2 km kommen wir an einen Felsen.

Dort hat Sansbar in tiefer Meditation das mongolische Staatswappen kreiert. Für die Mongolen ist es ein heiliger Berg. Im Fels befindet sich so eine Art winzige Höhle – die Gebärmutter – wenn man sich in ihr dreht, kommt man wie neugeboren heraus, so der Glaube.

Für uns ist das etwas zuviel und so warten wir bis Ninje sich hingezwängt und linksherum und der Fahrer sich rechtsherum gedreht hat. Männer dürfen den ganzen Berg erkunden.

Für Frauen ist der linke Teil tabu. Wir umrunden den Felsen im Uhrzeigersinn und einen heiligen Baum, dessen Anfassen der Rinde jedermann vor Unheil bewahren soll. Wir helfen zwei uralten Männern, die sich den Berg und Felsen hinaufgeschleppt haben. Es ist für uns erstaunlich, dass sie solche Strapazen auf sich nehmen. Der Felsen ist ein wahrer Pilgerort.

Nach der Umrundung ist die Stimmung bei unserem Fahrer - einem sehr religiösen Mann - und Ninje bestens.

Weiter geht es Richtung Ulaan Baatar. Die Landschaft unterwegs ist herrlich. Die Steppe leuchtet in grünen und gelben Farben.

Wieder Teer unter den Rädern kommen wir an einem Unfall vorbei. Ein Motorrad mit zwei Personen ist in einen Tanklastzug gerast. Die beiden Toten liegen auf der Strasse, der Fahrer des Tanklastzuges hat einen Schock. Ich gehe, um zu helfen. Aber wir können nichts mehr tun. Wir benachrichtigen an der nächsten Tankstelle die Verwandten. Sie machen sich sofort auf den Weg zur Unfallstelle. Wir erfahren, dass die beiden auf dem Motorrad getrunken haben, aber vielleicht hat sie auch die untergehende Sonne geblendet.

So gegen 22 Uhr bauen wir die Zelte nicht weit von der Strasse bei einer Jurte auf. Wir essen noch etwas und trinken Wodka.

Das Wetter war schön, zwischendurch mal ein Gewitter.

5. August 2001

Heute geht es zurück nach Ulaan Baatar. Wir fahren 10.45 Uhr los und sind gegen 17.30 Uhr in der Hauptstadt.

Wir duschen und machen uns fertig für das Abschiedsessen in „Markus Restaurant".

Alle haben schöne Kleider an, nur wir kommen in ausgewaschen Jeans und T-Shirts.

Anfangs ist die Atmosphäre etwas steif, aber nach einem Bier werden alle gesprächiger. Frau Ogi, die Reiseagenturchefin, unsere Reiseleiterin Ninje und die beiden Fahrer feiern bei einem guten Essen mit uns den Abschied unserer erlebnissreichen Reise. Wir bedanken uns herzlich bei allen und verteilen Geschenke. Vom kasachischen Fahrer bekommen wir zwei Kasachenkäppi geschenkt.

Anschliessend gehen wir mit Frau Ogi und Ninje noch in eine Bar. Dort trinken wir Bier von Khanbräu, einer deutsch-mongolischen Brauerei.

Wir sind gegen Mitternacht im Hotel und packen unsere Sachen für den Abflug.

Diese Nacht schlafen wir schlecht. Wir haben Blähungen vom Bier. Der Magen streikt nach 3 Wochen Wodka und Milchtee.

6. August Abreise

7 Uhr Abfahrt zum Flughafen. Wir kommen heil an, obwohl wir mit einem „Crazy Driver" gefahren sind, der bei Rot über die Ampel und ztw. mit 100 Sachen durch die Stadt raste. Wir verabschieden uns von Frau Ogi und Ninje. Die letzten Tugrik geben wir für drei Tassen Kaffe und Zigaretten aus.

Der Flug dauert für mich diesmal ewig lange. Ich mag nichts essen.

13.25 Uhr – Landung in Berlin Tegel. Wir sind recht kaputt. Gegen vier fährt unser Zug und wir sind 21.30 Uhr in Saalfeld. Mutti, Vati und Linda warten schon. Sie freuen sich, dass wir wieder da sind.

Nach 22 Stunden sind wir todmüde und fallen ins Bett.

So geht unser Mongolei-Abenteuer zu Ende. Wir haben viel erlebt, gesehen und erfahren über das Nomadenleben. Die Gastfreundschaft der Mongolen ist überwältigend. Die Landschaft einmalig. Oft wünschten wir uns, mehr Zeit gehabt zu haben, um an einigen Orten länger hätten bleiben zu können. Vielleicht kommen wir mal wieder.


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Last Update: 10. Januar 2016