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Ideen für ergänzendes Einkommen für die ländliche Bevölkerung in der West-Mongolei

von Brit Beneke
Fotos: briti bay fotodesign

Welche Möglichkeiten für ein zusätzliches Einkommen bestehen bei der ländlichen Bevölkerung in der West-Mongolei? Dieser Frage ging ein Projektteam des Seminars für Ländliche Entwicklung (SLE) während seines dreimonatigen Auslandsprojekts in den Aimags Uvs und Khovd im Sommer dieses Jahres in der Mongolei nach. Partner des Projekts waren die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), das mongolische Ministerium für Umwelt und Tourismus und die National Development Agency (NDA) der Mongolei.

Die Forscher/innen untersuchten Potenziale ergänzender Einkommen durch Gemüseanbau und Natur-Tourismus für Viehzüchter/innen. Dabei ging es um die Anpassung der ländlichen Lebensgrundlagen an strukturelle und klimatische Veränderungen in der Westmongolei.

Am 20. November 2019 stellten die Teilnehmer/innen des Postgraduiertenstudiums „Internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung“ die Ergebnisse ihrer Studie im Festsaal der Humboldt Graduate School in Berlin vor. Das interdisziplinäre Team unter der Leitung von Camilo Vargas Koch empfiehlt den Viehzüchterfamilien ihren Lebensunterhalt nicht nur aus der Viehhaltung zu beziehen, sondern mit Tourismus und Gartenbau zu erweitern. Dabei sollten die touristischen Angebote erweitert werden und Eintrittsgelder für bisher kostenfrei zugängliche Sehenswürdigkeiten wie z.B. Petroglyphen erhoben werden. So könnten sich die Familien mit Zeltgebühren an ihren Gers etwas hinzuverdienen, ebenso mit der Produktion und dem Verkauf von Souvenirs.

Für den Obst- und Gemüseanbau sehen die Forscher/innen, dass viel Land zur Verfügung steht. Die Begrenzung der Potenziale durch die kurze Vegetationsperiode ist ihnen bewusst. Genauso wie die Unmöglichkeit unter den gegebenen Bedingungen die Anbauprodukte im frostreichen Winter schadlos zu lagern. Dafür müssten Lösungen entwickelt werden. Für den Gartenbau kommt erschwerend hinzu, dass die Wasserressourcen möglicherweise nicht ausreichen, weil diese zunächst zur Viehtränke benötigt werden.

Kritische Fragen kamen aus dem Publikum. Wie wird das Konfliktpotenzial zwischen Viehhaltung und Gartenbau gesehen? Lassen sich die beiden Bereiche überhaupt vereinbaren? Was sollen die Leute im Winter tun?

Die Studie des Teams hat sicher einige Schwächen, da sie nicht alle Seiten der komplexen Strukturen und Verflechtungen, in denen sich mongolische Viehzüchter/innen befinden, mit in die Untersuchung aufgenommen hat. Sie bietet jedoch einen neuen Blickwinkel, mit dem Ideen und Entwicklungen betrachtet werden können.

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Projektteam des SLE: v.l.n.r.: Camilo Vargas Koch(Teamleiter), Mengina Gilli, Jana Zotschew, Lukas Schreiner, Wiebke Beushausen, Simon Schöning


   

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Last Update: 15. Dezember 2019