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Wirtschaftstag Mongolei zum Thema KMU

von Brit Beneke
Fotos: briti bay fotodesign


v.l.n.r.: Ts. Bolor, P. Gankhuu, Uwe Beckmeyer


Ein Vertreter der Deutschen Bank AG

Das mittlerweile fünfjährige Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Mongolei über die Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich wurde im letzten Jahr um die Bereiche erneuerbare Energien, Regionale Förderung und Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMUs) erweitert. Am 12. Dezember 2016 fand die 6. Sitzung des Deutsch-Mongolischen Wirtschaftsausschusses (DMWA) in Berlin statt. Im Vorfeld luden der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsch-Mongolische Unternehmensverband (DMUV) zum Wirtschaftstag Mongolei in das Atrium der Deutschen Bank in Berlin ein. Der thematische Schwerpunkt lag hierbei auf den KMUs. Ein Vertreter der Deutschen Bank AG sagte in seiner Begrüßungsrede: „KMU kann als Beispiel in der Mongolei Schule machen.“


Uwe Beckmeyer

Eröffnet wurde der Wirtschaftstag von Uwe Beckmeyer, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und von Purevjav Gankhuu, dem Minister im Ministerium für Energie der Mongolei. Beckmeyer äußerte den Wunsch, die guten Beziehungen auch mit der neuen Regierung nach den diesjährigen Wahlen in der Mongolei fortsetzen zu wollen. Er verwies auf ein erfolgreiches Programm des BMWI, das Managerfortbildungsprogramm, in dem seit 2009 259 Führungskräfte auf die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern vorbereitet wurden. Als wichtige Ressource sah er die Kompetenzen der Menschen an. Die Mongolei habe eine sehr junge Bevölkerung mit hohen Erwartungen. Wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung seien stabile Rahmenbedingungen. Die Mongolei sei schon vor Jahren der Transparenzinitiative EITI beigetreten. Der EITI-Standard ist der internationale Standard für Transparenz und Rechenschaftspflicht rund um die Öl-, Gas- und Mineralressourcen eines Landes.


Minister Purevjav Gankhuu

Minister Purevjav Gankhuu bekräftigte, dass seine neue Regierung für Stabilität sorge. Eines ihrer Ziele sei es, die Zusammenarbeit der KMUs zu fördern. Die Regierung möchte, Gesetze für Klein- und Mittelständische Unternehmen novellieren. Wichtig für den internationalen Erfolg mongolischer KMUs sei es, dass sie Produkte mit Eurostandards produzierten.


Ts. Ganbat (GBT Trading LLC)

Anschließend stellten sich verschiedene Klein- und Mittelständische Firmen vor, die sich in der Mongolei mit frischen Ideen behaupten. Tseepel Ganbat von der GBT Trading LLC erläuterte wie sein 1999 gegründetes Unternehmen sich mit Artischockenanbau und den daraus gewonnenen Produkten auf dem Markt etablierte. Mittlerweile arbeiteten 130 MitarbeiterInnen für die Firma. Für Erheiterung im Publikum sorgte der Bericht, dass eine nicht repräsentative Studie belege, dass das Artischockengetränk der GBT Trading LLC zu einem Abbau der Blutalkoholkonzentration um 30 bis 50 Prozent innerhalb von einer Stunde führe.


Axel Wähling (NIG Nahrungs-Ingenieurtechnik GmbH)

Axel Wähling von der NIG Nahrungs-Ingenieurtechnik GmbH berichtete von den Erfahrungen seines Unternehmens in der Mongolei, die er bei der Errichtung einer sanddornverarbeitenden Fabrik sammelte. Neben den Schwierigkeiten wie fehlendes Fachpersonal auf der Facharbeiterebene oder der nicht kontinuierlichen Verfügbarkeit von Betriebsmitteln (Trinkwasser, Elektroenergie) hob er besonders die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den mongolischen PartnerInnen hervor. Hier habe er nur positive Erfahrungen gemacht und könne nur alle deutschen Unternehmen ermuntern, sich in der Mongolei zu engagieren.


Florian Schmied (Tucher und Schmied Family Office)

Die deutsche Firma Tucher & Schmied Family Office baue das erste Solarkraftwerk in der Mongolei mit einer Leistung von 30 MW, verkündete Florian Schmied. Die Baumaßnahmen hätten bereits begonnen. Eine spätere Erweiterung auf 100 MW sei angedacht.


Produkte verschiedener mongolischer Hersteller

Weitere Beispiele von KMU waren die erste Kaffeerösterei in Ulaanbaatar und eine mongolische Wurstfabrik, die mit ihrem Konzept, nach deutschen Standards zu produzieren, äußerst erfolgreich ist und bereits Auszeichnungen beim internationalen Qualitätswettbewerb des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) errungen hat.


Dr. Stefan Hanselmann (GIZ)

Auf die geo-politischen Entwicklungen in Zentralasien ging Dr. Stefan Hanselmann von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein. Von ihm kam der Hinweis, die Mongolei nicht nur als einzelnen, kleinen Markt zu betrachten, sondern sie als Teil einer ganzen Region zu sehen. Die Mongolei ist Vertragspartner in mehreren Abkommen, welche die Staaten entlang der alten Seidenstraße bzw. die Nachbarstaaten abgeschlossen haben, um die Region zu entwickeln. Dies biete große Potenziale. Ginge es dabei doch um Bahn- und Straßenbauprojekte, um den Ausbau der IT-Infrastruktur, um Pipelines – und das alles in einem riesigen Korridor von China über Zentralasien und Russland.


v.l.n.r.: Oliver Schnorr und Florian Schönberger

 

Dr. Oliver Schnorr (Ferrostaal) und Florian Schönberger (Vispiron EPC GmbH) stellten ein Projekt im Bereich der Erneuerbaren Energien vor. Das besondere an den geplanten Photovoltaik-Anlagen ist, dass sie als mobile Anlagen gemietet werden könnten. So passe sich die Technologie an die Gegebenheiten vor Ort an und erfordere keine ausgebaute Infrastruktur, um betrieben werden zu können. Die mobilen Anlagen könnten nach Ende der Nutzung ohne großen Aufwand abgebaut werden und andernorts zum Einsatz kommen. Sie böten eine schnelle Lösung für kurzfristige Bedarfe mit einer Leistung unter 30 MW, da sie nicht die aufwendigen Genehmigungsverfahren, wie es für stationäre Anlagen vorgesehen ist, benötigten.

Unter dem Eindruck all dieser Beispiele verschiedenster Unternehmungen in der Mongolei gingen viele der Teilnehmenden des Wirtschaftstags in die anschließenden Verhandlungen des Deutsch-Mongolischen Wirtschaftsausschusses.


   

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Last Update: 22. September 2017