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Khishigdulam Krause

Feier zum zehnjährigen Bestehen des Maidar e.V.

von Brit Beneke
Fotos: briti bay fotodesign


Mitglieder des Maidar e.V. beim gemeinsamen Lied

 

Seit zehn Jahren engagieren sich Ehrenamtliche im Maidar e.V. Anlässlich des Jubiläums des Vereinsbestehens lud der gemeinnützige Verein zu einem Festabend am 6. Oktober 2018 in Berlin ein. Umrahmt von einem Kulturprogramm ging es vor allem darum, Rückschau zu halten und Danke zu sagen.

 

Am Anfang, im Jahr 2008, gab es vier Aktive, die sich engagierten. Heute hat der Maidar Verein 33 Mitglieder. Ein Zweck der Vereinsarbeit ist die Organisation humanitärer Hilfsaktionen zugunsten Bedürftiger in der Mongolei. Von Beginn an, wurden Sachspenden nach Ulanbaatar gebracht und einem Kindergarten gespendet. Mittlerweile hat Maidar verschiedene Hilfsprojekte in der Mongolei. So wurden beispielsweise medizinische Notfalltaschen an Sportvereine ausgegeben.

 


Tanzaufführung der Schülerinnen

 

 
Aufführung der Tanzlehrerin Shinee 

 

Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Pflege der mongolischen Sprache und Kultur bei in Deutschland lebenden Kindern von Eltern, die aus der Mongolei stammen. Ehrenamtliche Muttersprachlerinnen unterrichten wöchentlich in ihrer Freizeit am Sonntag zwei Stunden Mongolisch. Neben Lesen und Schreiben vermitteln sie Wissen über Traditionen und Kultur. Dazu organisieren die Frauen Veranstaltungen mit Wissenschaftler/innen und Künstler/innen. Die Tänzerin Shinee unterrichtet in der Schule traditionellen mongolischen Tanz und kombiniert ihn mit moderner Musik. Die Kinder haben dabei sehr viel Spaß. Das zeigten einige von ihnen, in dem sie Tänze auf der Feier aufführten. Auch Shinee gab eine Vorführung ihrer beeindruckenden Kunst.

 


Lucia Muriel von moveGLOBAL

 

Vereinsmitglied Khishigdulam Krause berichtete aus der Arbeit. Der Verein sei aktiv, habe sich entwickelt und auch immer wieder neu erfunden. Denn das Engagement im Verein sei auch anstrengend und kräftezehrend. „Wir alle haben gelernt: Netzwerken, Projektanträge stellen, Fördergelder beantragen“, beschrieb sie die Entwicklung. Geholfen hätte dabei die Kooperation im Dachverband moveGLOBAL, ein Berliner Verband für migrantisch-diasporische Organisationen.Dessen Geschäftsführerin Lucia Muriel gratulierte zum Jubiläum und lobte den „unschätzbaren Beitrag“ der Maidar-Lehrerinnen, die dafür sorgten, dass die in Berlin aufwachsenden Kinder ihre mongolische Heimat nicht vergäßen.

 


Enkhtuya Sandan mit der Medaille vom mongolischen Frauenverband

 

Khishigdulam Krause dankte allen Maidar-Mitgliedern und deren Familien, welche Verständnis für die Arbeit aufbrächten. Sie sagte: „Unsere Mitglieder agieren normalerweise im Hintergrund, wenn sie Veranstaltungen organisieren. Heute sollen sie im Mittelpunkt stehen“. Alle Mitglieder traten daraufhin auf die Bühne und sangen gemeinsam ein Lied. Im Anschluss wurden viele Gäste nacheinander auf die Bühne gebeten. Der Maidar Verein bedankte sich bei Ihnen für die Zusammenarbeit und bisher geleistete Unterstützung mit kleinen Geschenken. Daraufhin gratulierten die Gäste und überreichten ihrerseits Geschenke oder sogar Medaillen an die Maidar-Aktiven. Enkhtuya Sandan, selbst Maidar-Mitglied, übermittelte eine Grußbotschaft vom mongolischen Frauenverband aus Ulaanbaatar und übergab eine große Medaille. 

 


Übergabe des Stammhalter-Pokals vom Gründungsmitglied Nergui Bärmann (rechts) an Alimaa Amgalan (links)

 

Eine der Gründerinnen des Maidar e.V., Nergui Bärmann, reichte den Stammhalter-Pokal an Alimaa Amgalan weiter. Alimaa Amgalan setzt sich seit Jahren unermüdlich für den Verein und die mongolische Schule ein. Sie organisiert nicht nur, sondern unterrichtet auch selbst die Kinder.

 


die Lehrerinnen der mongolischen Schule: Saran Russ, Munkhtsetseg Plath, Alimaa Amgalan, Densmaa Baatar (v.l.n.r.)

 


eine Torte für den Maidar-Verein

 

Die Eltern der Schüler/innen bedankten sich bei den vier Lehrerinnen, die jeden Sonntag der ehrenamtlichen Arbeit opferten, und schenkten den Frauen jeweils einen Wellness-Gutschein, damit sie sich erholen könnten.

Auch die Schüler/innen überreichten ein Geschenk: eine große, selbstgebackene Torte zum zehnjährigen Jubiläum. 

 


Modenschau

 


Modenschau

 

Ein Highlight des Festabends war die Modenschau. Vereinsmitglied Oyunaa Choirog entwirft und näht in ihrer Freizeit Kleider und Kostüme für die Schüler/innen der mongolischen Schule zu verschiedenen Anlässen. Alle diese Stücke wurden an dem Abend von Schüler/innen präsentiert und erhielten begeisterten Beifall vom Publikum.

 


Zeichnungen und Gedichte der Schüler/innen

 


Shaigai (Knöchelspiel)

 

Die Arbeit von Maidar wurde auf Schautafeln mit Fotos und Berichten aus dem Vereinsleben, mit Zeichnungen und Gedichten der Schüler/innen als auch mit Filzprodukten an einem Stand dargestellt. Daneben gab es auch einen Tisch mit Schafsknöchelchen, an dem Shagai – das mongolische Knöchelspiel – ausprobiert werden konnte. Auch das bringen die Vereinsmitglieder den Kindern bei.

 


Ausstellung traditioneller mongolischer Kleidung und Bilder aus der Serie "Metamorphose" der Nomad Citizens

 

An den Wänden des Festsaals waren die Werke der Ausstellung „Metamorphose“ zu sehen, die in einem gemeinsamen Projekt mit den „Nomad Citizens“ entstanden waren. Mongolische Kunststudierende hatten sich in Workshops mit Fragen der Verantwortung in der Gesellschaft auseinandergesetzt.

 


Tanz

 

Am Ende dieses Festabends sollte gefeiert werden. Der Tanz für alle wurde mit einem „mongolischen Walzer“ eröffnet und ging danach mit Diskoklängen weiter. 

 

Nach diesem Fest setzen sich die täglichen Mühen der Ehrenamtlichen wieder fort. Sie leisten damit einen Beitrag für den schwierigen Balanceakt von Identität und Integration für Kinder mit mongolischen Eltern in Berlin.

 


   

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Last Update: 14. Oktober 2018