DER SPIEGEL

Ulaanbaatar im Vergleich

von Brit Beneke
Fotos: briti bay fotodesign


v.l.: Otgonbayar Ershuu, (Kuenstler und Galerist), Frank Standke (Fotograf), Klaus Michel (Fotodokumentarist)

Solche Bilder gibt es sonst nur von Dubai zu sehen: In den 60er Jahren ein kleine Ansiedlung in der Wüste ist heute eine moderne Stadt mit Wolkenkratzern.

In der Ausstellung, die am 15.4.11 in der Berliner ZURAG Galerie eröffnet wurde,
können die BesucherInnen einen ähnlichen Effekt erleben.

Zwei Panoramafotos, von einem Hügel am Stadtrand aufgenommen, zeigen den Blick über Ulaanbaatar im Jahr 1969 und 2009. Die Bilder sind an der Wand untereinander angeordnet und bieten im Vergleich einen Eindruck von der gewaltigen Veränderung, die die mongolische Hauptstadt in den letzten Jahren durchgemacht hat. 2009 ist ein Häusermeer mit vielen Hochhäusern und moderner Architektur zu sehen, die Siedlungen ragen weit die Berghänge hinauf. Dagegen konzentriert sich 1969 die Stadt im Tal, weist keine markanten Hochhäuser auf. Ringsherum unbebaute Gebirgshänge, die Steppe umschließt die Stadt.

Klaus Michel hat während seines Aufenthalts von 1968 bis 1971 in der Mongolei auf Diafilm fotografiert. Dadurch sind die gezeigten Dokumentaraufnahmen aus jener Zeit in Farbe, was einen gewissen Seltenheitswert hat.

In Tableaus sind sie kombiniert mit den aktuellen Farbaufnahmen von Frank Standke. Die Zusammenstellung der Bildgruppen erfolgte eher nach Themen, weniger nach direkten Vergleichen vom selben Standpunkt aus. Dadurch vergibt die Ausstellung einen Aha-Effekt, der durch prägnante Vorher/Nachher-Bilder erzielt hätte können. Manchmal wirkt die Auswahl etwas beliebig.

Für Menschen, die Ulaanbaatar nicht kennen oder es lange Zeit nicht besucht haben, fällt die Zuordnung des Abgebildeten von 2009 im Verhältnis zu den frühen Aufnahmen nicht leicht.

Doch die Ausstellung war zunächst für das Goethe-Institut in Ulaanbaatar konzipiert, wo sie auch erfolgreich gezeigt wurde. Dort vor Ort war sicher der Vergleich mit alten Bildern höchst interessant.

Die Stadt hatte 1969 weniger als ein Viertel der heutigen Einwohnerzahl.

Die rasante Entwicklung nach 1990 zog einen enormen, wildwuchsartigen Bauboom nach sich. Die Fluktuation der Bevölkerung vom Land in die Hauptstadt, ließ die Stadt wachsen, aber auch die sozialen und infrastrukturellen Probleme.

Besonders mit dem Blick auf die historischen Fotos von 1969 wird deutlich, welch große Umwälzung diese Stadt zu meistern hat.


Hans Schanderl spielt auf der persischen Santur

Zur Vernissage waren die beiden Fotografen anwesend. Der Komponist Hans Schanderl gab mit einem Stück auf der persischen Santur eine Einstimmung, auf das Konzert, was in den Räumen am 17.4.11 stattfindet.

 Die Ausstellung ist bis 14. Mai 2011 zu besichtigen.


   

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Last Update: 10. Januar 2016