Ausbildung für Mongolen auf europäischem Standard
Brandenburger Unternehmen und GTZ schlossen Partnerschaft

Von Hugo Kröpelin / Ulaanbaatar

Der erste Lehrgang für mongolische Heizungs-, Sanitär- und Isoliertechniker nach europäischem Standard hat Ende November in Ulaanbaatar begonnen. Die Aus- und Weiterbildung für diese Berufsgruppe basiert auf einer Vereinbarung zwischen der Stahlbau Vietzke GmbH in Stechau (Landkreis Elbe-Elster) und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn (Hessen).

Binnen zwei Jahren sollen über 100 Mongolen in drei- bis achtwöchigen Lehrgängen zu Leit- und Kundendienstmonteuren für Ölheizungen fit gemacht werden, geht aus der Vereinbarung über die public-private partnership zwischen der GTZ und dem brandenburgischen Unternehmen hervor. Ölheizungen halten seit etwa fünf Jahren verstärkt im mongolischen Eigenheimbau Einzug. Neben der Stahlbau Vietzke GmbH, die seit zwei Jahren das Joint venture ViBo mit der MonMos GmbH Bold in Ulaanbaatar unterhält, verkaufen Firmen aus Korea, China und Russland in der Mongolei ebenfalls Ölheizungen, ohne jedoch irgendwelchen Service anzubieten.

Ausbildungsstätte ist eine Anfang November fertiggestellte 120 Quadratmeter große Werkstatt. Ausgestattet ist sie unter anderem mit Anlagen für E- und A-Schweißen, Geräten für die Elektroausbildung und Maschinen für die Metallbearbeitung. "Der Vorzug dieser Werkstatt besteht auch darin, dass in der Halle eine Heizung installiert ist, die bei Außentemperaturen von minus 35 Grad den Lehrbetrieb unabhängig von der unzuverlässigen Fernwärmeversorgung der mongolischen Hauptstadt garantiert", betonte Projektmanager Klaus Bormann. Für die Ausbildung habe er bereits die ersten Senior- und Kurzzeitexperten aus Deutschland gewinnen können.

Wie Bormann weiter hervorhob, ist angesichts der weiter wachsenden Zahl von individuellen Heizungen vorgesehen, Kursteilnehmer aus anderen größeren Städten wie Darkhan, Erdenet und Tschoibalsan heranzuziehen. Auch könne er sich vorstellen, dass nach der Qualifizierung für den Bereich Heizungen auch Wartungs- und Reparaturpersonal aus der hauptstädtischen Fernwärmeversorgung in der ViBo-Werkstatt geschult wird. Für die Akquise der Kursteilnehmer hat der Projektmanager das mongolische "Infrastructure Training Institute" (ITI) gewonnen, das Kontakte zu über 100 mittelständischen Baufirmen unterhält. Nach den Worten Bormanns hat es das ITI auch übernommen, dafür zu sorgen, dass nach Ablauf des Projekts eigene mongolische Ausbilder die Lehrgänge übernehmen können.

Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Hugo Kröpelin, News Stories Photos aus Berlin und Brandenburg
(November 2000)


   

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Last Update: 10. September 2006