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Stadt Bonn ermöglicht Einsatz einer UN-Freiwilligen in der Mongolei

Junge Mongolin fungiert als Bindeglied zwischen der armen Bevölkerung und den Behörden – Ziel: Verbesserung der Lebensumstände – Weiterer Baustein der Zusammenarbeit zwischen beiden Städten

Entwicklungszusammenarbeit ganz praktisch: In Ulan Bator besucht eine junge Frau arme Familien in ihren Jurten, um herauszufinden, wie ihre Lebenssituation zu verbessern wäre, und gibt ihre Erkenntnisse an die lokalen Behörden weiter. Ihr Auftraggeber ist UNV, das in Bonn ansässige Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen. Ihre Aufwandsentschädigung kommt von der Stadt Bonn. Davaadorj Gantsetseg heißt die junge Frau, die selbst aus der mongolischen Hauptstadt stammt. Ihr Einsatz ist das erste gemeinsame Projekt der Stadt mit UNV. Der Einsatz von Frau Gantsetseg im Jurtendistrikt ergänzt ein bereits seit Ende 2000 laufendes Projekt der Städte Bonn und Ulan Bator im Bereich Stadtentwicklung, welches mit Fördermitteln des Tacis City Twinning Programmes der Europäischen Union finanziert wird. 100.000 Euro bekommt Bonn hierfür von der EU. 

Ad de Raad, Vize-Chef von UNV, verschaffte sich kürzlich selbst einen Eindruck von dem "vielversprechenden" Einsatz. UNV setzte bei der Auswahl des Freiwilligen auf lokale Kräfte, weil sie einen leichteren Zugang zur Bevölkerung haben. Auch Davaadorj Gantsetseg findet offenbar schnell Kontakt zu den Bewohnern der sogenannten Ger-Distrikte, in denen die Ärmsten der Armen leben. Weil sie sowohl bei ihnen als auch bei den Behörden Glaubwürdigkeit und Respekt findet, kann sie als Bindeglied fungieren. "Wir werden diese Initiative sehr aufmerksam beobachten, weil sie die Möglichkeit zu weiterer und intensiverer Zusammenarbeit in sich trägt", lautete die Bilanz de Raads. 

Der Einsatz einer Freiwilligen in Ulan Bator ist nur eines der Projekte, die Bonn in und mit der mongolischen Hauptstadt realisiert. Im vergangenen Jahr reiste Bonns Planungsamtsleiter Michael Isselmann nach Asien, um im Rahmen des EU-geförderten Stadtentwicklungsprojekts konkrete Unterstützung bei der Stadtplanung zu geben, und Mitarbeiter der Verwaltung von Ulan Bator kamen zu mehrwöchigen Praktika an den Rhein. Auch ein Kulturaustausch hat inzwischen stattgefunden, und die Zusammenarbeit von Jugendfachkräften beider Städte ist längst fest etabliert.


   

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Last Update: 10. September 2006