Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Erste Euros in die Mongolei eingeflogen

Renate Bormann, Ulaanbaatar

Wenige Tage später als in Europa, aber noch rechtzeitig vor dem "Tsagaan Sar", dem mongolischen Neujahrsfest, das die Mongolen in diesem Jahr am 13. Februar feiern, beginnt auch in der Mongolei das Zeitalter des Euro. Am Montag, wenn der Airbus A-310 aus Berlin in Ulaanbaatar landet, treffen auch die ersten Euro-Scheine in der Mongolei ein. Tausende werden es sein, druckfrisch, aus deutschen Geldautomaten oder von Bank- und Sparkassenschaltern. Noch kennt hier niemand das neue Geld.

Tumurbaatar, Devisenhändler auf dem Schwarzmarkt unweit des größten Klosters der mongolischen Hauptstadt, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, als er mit dem Ansinnen konfrontiert wird, Euro zu tauschen: "Nein, Euro nehme ich nicht. Ich weiß doch gar nicht, wie die aussehen." Sein Kollege Bataa sieht die Sache gelassener: "Irgendwo muß das Brandenburger Tor drauf sein". Gesehen hat er das allerdings noch nie, muss er zugeben. Dann meint er nachdenklich: "Natürlich fällt uns der Abschied von der D-Mark schwer. Bei uns in der Mongolei war sie nach dem US-Dollar die Währung Nr. 2 und die Geldscheine waren uns vertraut. Wie der Euro aussieht, weiß hier auf dem Markt keiner. Aber ich denke, wir werden uns schnell daran gewöhnen und den Euro wird es ja wohl eine lange Zeit geben?" Dabei denkt er an D-Mark und Dollar, die ja auch erst vor gut zehn Jahren offiziell in der Mongolei ihren Einzug gehalten haben. In der Hand hält Bataa Bündel mit Hunderten von Tugrik-Scheinen, der mongolischen Währung. Er blickt ein wenig abfällig zu seinem skeptischen Kollegen Tumurbaatar, der sich gerade fester in seinen Schal einwickelt, immerhin sind es minus 20 Grad, zudem pfeift ein eisiger Wind, und fährt sinnend fort: "Ich glaube, es wird bei uns in der Mongolei einen Wettlauf zwischen Euro und Dollar geben. Nach der D-Mark werden noch mehr Leute Euro in unsere Währung tauschen und umgekehrt. Es fliegen doch viele Mongolen nach Europa und viele Touristen von dort kommen zu uns. Ich bin gespannt auf das neue Geld." Aber letztendlich lehnt auch er, verschmitzt lächelnd, einen Eurotausch in Dollar oder Tugrik ab. Noch.


Handels- und Entwicklungsbank. UB im August 2001

Tatsächlich wird es in Kürze nur noch zwei wesentliche ausländische Währungen in der Mongolei geben - Euro und US-Dollar. Zehntausende von Mongolen leben in Europa, davon mit Abstand die meisten in Deutschland. Handelsgeschäfte können nun mit den Teilnahmeländern in Euro abgewickelt werden, der bisher oft notwendige Zwischentausch in den Dollar entfällt und darüber ist niemand böse. "Natürlich tausche ich noch D-Mark", räumt Tumurbaatar ein, "aber bringen Sie nur viele Euro aus Deutschland mit und tauschen Sie diese unbedingt bei mir".


   

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Last Update: 10. September 2006