Nach Follow up und ITB wieder Höhepunkte im Juni und September

Von Hugo Kröpelin / Berlin


Der public man vom Bundeswirtschaftsministerium Dr. Lutz Werner (r.) 
und der private man Dr.Bormann, der in Ulaanbaatar die Deutsche Mongolei Agentur betreibt, 
hatten auch während der ITB reichlich Gesprächsstoff.

Follow up’s sind dazu da, Zwischenbilanzen zu ziehen nach Höhepunkten. Ein solcher waren die Wirtschaftstage, zu denen Anfang September vorigen Jahres 40 Firmen nach Ulaanbaatar gereist waren. Zu den Ergebnissen in diesem Zeitraum gehört ohne Zweifel die Realisierung eines Weiterbildungsprojekts durch Dr. Klaus-Dieter Bormann im Heizungsbau-Joint Venture VIBO. Seit Ende November werden auf dem Firmengelände in einer speziell errichteten Werkstatthalle Elektriker, Schweißer, Installateure, Sanitärtechniker und Kundendienstmonteure nach europäischen Normen geschult. Hierbei handelt es sich um das erste Projekt mit der Mongolei, das in public-private partnership (ppp) abgewickelt wird. Partner sind die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und der deutsche Partner im Joint venture, die Stahlbau Vietzke GmbH aus dem Landkreis Elbe-Elster. Nach dem Bericht von Dr. Bormann, der auch die deutsche Hilfe im mongolischen Katastrophenwinter koordiniert, kündigte übrigens der Vertreter der GTZ an, dass demnächst ein weiteres ppp-Projekt für die Weiterbildung im mongolischen Hotel- und Gaststätten-wesen in Angriff genommen wird.

Doch alle Möglichkeiten deutsch-mongolischer Kooperation werden noch nicht ausgeschöpft. Anfang Dezember weilten sechs Abgeordnete des Staatshurals auf Einladung des Bundestags in mehreren ostdeutschen Ländern. Ein Programmpunkt dieser Reise sollte ein Treffen mit Unternehmensberatern sein, die mit den Politikern über ein privates Krankenhausprojekt in der Mongolei beraten wollten. Die Deutschen, zum Teil aus Hamburg angereist, waren nach Aussage des Unternehmensberaters Ringo Skibbe „ziemlich sauer", dass die Delegation diesen Programm- punkt offensichtlich aus ganz privaten Interessen einfach ausfallen ließ. „Das war wie ein Tritt ins Kreuz", sagte Skibbe beim follow up. „So holt man keine Investitionen ins Land", ließen sich andere Teilnehmer dieser Veranstaltung vernehmen. Aber bald ist wieder Gelegenheit für intensivere Kontakte: Für den 14. Juni werden hochrangige mongolische Regierungsbeamte und Wirtschaftsbosse zu einer Info-Börse bei der BAO Berlin erwartet.

Auf der Internationalen TourismusBörse verzeichnete die Mongolei mit 21 Firmen einen Teilnahmerekord. Während in der Heimat noch bitterer Winter herrschte, in dem bisher 1,5 Millionen Tiere umgekommen sind, wehte aus der Jurte auf dem Messestand und aus der herrlichen Waldsteppenlandschaft im Hintergrund wieder das einmalige Fluidum sommerlicher Naturschönheiten herüber. Allerdings hat wohl nach dem Erfolg auf der CTM in Stuttgart, wo die Mongolei eines der fünf Hauptländer war, die Kondition für Berlin nicht ganz gereicht. Der höchste Tourismus-Beamte der Regierung war jedenfalls nicht zur Stelle, und Wilhelm Linden, der sich seit Jahren redlich bemüht, die Mongolei und ihre Reiseunternehmen ins rechte Licht zu rücken, hatte erheblich mit mongolischer Säumigkeit zu kämpfen. Als es ihm schließlich gelungen war, die Interessenten zu einigen und auf die „Theodor Plaza" für den Mongolei-Montag-Abend zu einigen, waren alle PR-Messen gesungen und die ITB-Veranstaltungskalender gedruckt. So ist das „zunehmende Interesse", das Botschafter Bayarsaikhan immer wieder beschwört, kaum zu befriedigen.

Wachsendes Interesse am Einstieg in die mongolische Wirtschaft haben auch Geschäftsleute von Bayern und Baden-Württemberg bekundet, die nach Aussage von Dr. Bormann in diesem Jahr mit eigenen Delegationen in das zentralasiatische Land reisen wollen. Weitere Schritte auf dem Wege zu noch engeren ökonomischen und Handelsbeziehungen beider Länder sind für September zu erwarten, wenn wieder eine Berliner Delegation nach Ulaanbaatar fliegt und wenn im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen (APW) der Wirtschaftstag der Mongolei stattfindet.

Damit die Staaten aus dem asiatisch-pazifischen Raum in den Wochen vom 17. bis 30. September noch größere Resonanz finden, ist in diesem Jahr erstmalig das Asien-Pazifik-Forum Berlin e.V. wirksam. Nach dem „heißen Start", der Ende Februar vom Regierender Bürgermeister vollzogen wurde, hat die Arbeitsgruppe Mongolei die ersten Vorschläge für den Wirtschaftstag sowie für die Märkte der asiatischen Kulturen und der asiatischen Küchen diskutiert. Darüber wird noch zu berichten sein.

Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Hugo Kröpelin, News Stories Photos aus Berlin und Brandenburg
(April 2001)


   

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Last Update: 10. September 2006