Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

GTZ hilft Zud-Betroffenen

von Renate Bormann, Berlin/Ulaanbaatar

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland hat zur Linderung der Zud-Folgen des vergangenen Winters in der Mongolei zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt, von denen ein Teil dafür verwendet wird, den Betroffenen auch medizinisch zu helfen. Auftragnehmer ist die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die in der Mongolei ein Büro unterhält und mit 13 Projekten vertreten ist.

Am 18. Juli begaben sich der Arzt Dr. Wagner und drei seiner mongolischen Mitarbeiter, die Ärztin Tsevelmaa, der Arzt Khaltar und die Ökonomin Khulan, auf die Reise in ausgewählte Sums (Landkreise) der Aimaks Arkhangai, Zavkhan und Uvs. Begleitet wurde das Team von Bayarmaa, Mitarbeiterin im mongolischen Gesundheitsministerium.

Die Viehzüchter mussten in diesem Frühjahr und Sommer öfter und weiter wandern und waren so für das örtliche medizinische Personal schwer zu erreichen, zumal der chronische Geld- und Kraftstoffmangel die Mobilität auf dem Lande auch in guten Zeiten einschränkt. Zugenommen haben Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Lungen- und Blinddarmentzündungen, Nieren- und Blasenentzündungen. Eine fast überall unzureichende Müllentsorgung führt vermehrt zu Infektionskrankheiten. Stress-Symptome bei Erwachsenen und Kindern haben ebenfalls eine erhebliche Steigerungsrate zu verzeichnen.

In den Gesundheitseinrichtungen fehlt es an allem, das größte Problem ist jedoch die Versorgung mit Wasser und Strom. Die finanziellen Vorstellungen der Anbieter überfordern das Budget der Krankenhäuser und Feldscherstationen bei weitem.

Verzagtheit kommt beim bestens aufeinander eingestellten Team um Dr. Wagner trotzdem nicht auf. Sorgfältig werden die Wünsche und Klagen der Ortskräfte notiert und dann geht es in die Jurten der ärmsten Familien, von denen einige kein einziges Stück Vieh mehr besitzen und mehr oder weniger von der Unterstützung durch Verwandte oder den Staat leben.

Lediglich Sozialhilfe zu leisten, ist nicht das Ziel der Ärzte aus der Hauptstadt. Man will den Ernährungszustand der Kinder feststellen, um dann gezielt Maßnahmen ergreifen zu können, die auf Dauer eine Besserung der Situation ermöglichen. In drei bis vier Monaten werden sich Khulan, Tsevelmaa, Khaltar und Dr. Wagner erneut in die Jeeps setzen, die Familien aufsuchen, um eventuelle Veränderungen bei Gewicht und Größe der Kinder feststellen zu können.


   

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Last Update: 10. September 2006