DER SPIEGEL

Kurze Ausstellung über Innere Mongolei

von Brit Beneke
Fotos: briti bay fotodesign


zwei Bilder einer Familie

„Innere Mongolei – Menschen zwischen Tradition und Moderne Eine fotografische Reise“ nennt sich eine Ausstellung, die am 16. Mai 2011 in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin eröffnet wurde und nun schon fast wieder vorbei ist. Denn die komplette Ausstellung ist nur bis zum 23. Mai zu sehen. Ein Teil davon bleibt noch bis zum 3. Juni in der Beletage des Hauses hängen.

Der Fotograf A Yin stammt aus einer mongolischen Familie und wuchs in einer Stadt des autonomen Gebiets Innere Mongolei in China auf. Als fliegender Händler bereiste er die Region und lernte dabei mongolische Familien kennen, die traditionelle Viehzucht als Nomaden betreiben. 1989 begann er auf seinen Touren zu fotografieren und hat dadurch den Wandel, den diese Menschen und diese Region vollziehen, dokumentiert.


Fotograf A Yin

 

Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Themenblöcke. Beim Thema „Bildung und Schule“ stellt der Fotograf zwei Bilder jeweils einer Familie nebeneinander, die er in einem Abstand von mehreren Jahren aufgenommen hat. Zusammen mit den Texterläuterungen zeigen die Fotos die persönlichen Geschichten der Menschen in den Zeiten ökologischen und strukturellen Wandels. Die schulische Ausbildung der Kinder wurde in den letzten Jahren verbessert, weil die Grundschulen zentral in Städten gebündelt wurden. Die Möglichkeit besserer Qualifizierung brachte für die Betroffenen aber auch die Schwierigkeiten, den ländlichen Alltag der Familie mit dem städtischen des Kindes zu organisieren.

Die Fotos von A Yin zeigen keine einheitliche Entwicklung der mongolischen Bevölkerung, sondern unterschiedliche Wege in Einzelschicksalen – ausgelöst, durch äußere Faktoren wie Zuweisung von Weideland als Privateigentum, Ansiedlung in Häusern, Naturkatastrophen, Dürren.

Interessant ist dabei der Blick des Fotografen, der zugleich einer von Innen und von Außen ist. Von Innen, weil A Yin mongolische Wurzeln hat und sich als Angehöriger der mongolischen Ethnie den gleichen Veränderungen unterworfen sieht. Von Außen, weil er selber nicht nomadisch, sondern als Sesshafter in einer Stadt aufwuchs und das mobile Viehzüchterleben erst bei seinen Reisen kennen gelernt hat.

Einen kleinen Einblick in die Ausstellung vermittelt dieser Flyer:
http://event.boell-net.de/OrgClient/Downloads/9835.pdf

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin"


Blick in die Ausstellung


   

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Last Update: 10. Januar 2016