Auf einem hohen Ross

Das Ende des sozialistischen Systems hat den Mongolen Demokratie und Marktwirtschaft gebracht, aber auch Arbeitslosigkeit und Armut. Die Bürde der neuen Ordnung wiegt für alle schwer, doch die grösste Last tragen die Frauen.

Von Rita Baldegger, Ulan Bator

Ulan Bator ist ehrlich. Es gibt nicht viel, und es sieht auch so aus. Die Stadt duckt sich in der Hochebene unter diesem unverschämt blauen Himmel. Die Ränder sind ausgefranst von Jurten und Holzhäuschen hinter hohen Bretterzäunen, blickdichten. Die Wege dazwischen sind Windkanäle, die den Staub durch das Labyrinth der Siedlungen ins Zentrum zu Sukhbaatar treiben.

Vor achtzig Jahren ist er mit bolschewistischen Truppen in die Mongolei einmarschiert, weswegen er noch heute eisern auf dem Platz, der seinen Namen trägt, reitet und von den Mongolen als Revolutionsheld verehrt wird. Um ihn herum sind die wuchtigsten Gebäude von Ulan Bator entstanden, der dominante Klotzbau der Regierung oder das säulengefasste Opernhaus. Noch eindrücklicher sind nur die Kraftwerke der Stadt.

Wenn Sukhbaatar den Kopf nach Süden drehen könnte, sähe er auf der Strasse des Friedens die koreanischen und japanischen Autos, deren Abgase den würzigen Grasgeruch aus der Luft vertrieben haben. Doch weil der Held lieber in die Ferne schaut, sieht er die Strasse nicht und auch nicht das graue flache Haus, in dessen Fenstern er sich spiegeln könnte, wenn er nicht auf einem so hohen Ross sitzen würde. In einem Hinterzimmer ist das Gender Center for Sustainable Development eingemietet, eine von sechzig Nichtregierungsorganisationen für Frauen. Insgesamt gibt es in der Mongolei 2000 NGO's für die 2,4 Millionen Einwohner, von denen die Hälfte Frauen sind.

Oidov Oyuntsetseg wird von allen nur Oyuna genannt. Sie ist eine zierliche Person Anfang vierzig, mit scharfem Blick, perfektem Englisch und viel Persönlichkeit. Sie ist eine Autorität für Frauenfragen in der Mongolei: Vor sechs Jahren hat sie das Gender Center mitbegründet und ist mittlerweile zur Leiterin des United Nations Development Fund for Women (UNIFEM) berufen worden.

Oyuna spricht nicht gerne über sich, nicht von ihren Studien in Moskau, England und Schweden, ihrer früheren Arbeit in den Medien und der Wissenschaft, nicht von ihren zwei Söhnen und auch nicht von ihrem Mann. Sie überreicht ein Interview, das im Mongol Messenger erschienen ist. Das muss genügen. Die Zeit ist knapp und ihre Mission ist wichtig: den Frauen ihren gerechten Anteil an der Gesellschaft zu sichern.

Die Weltläufte haben die Welt Oyunas und aller mongolischen Frauen in zwei Teile zerschnitten, vor 1990 und nachher. Vorher gab es die kommunistische Volksrepublik mit einer seligmachenden Ideologie und der allmächtigen Revolutionären Volkspartei. Vorher gab es die Hilfe der Sowjetunion und den ganzen Ostblock als garantierten Wirtschaftsraum für den Kupfer und das Kaschmir. Das Nomadenland wurde industrialisiert und der Viehbestand kollektiviert. Für Arbeit, Erziehung und Gesundheit war gesorgt, und zwischen Mann und Frau herrschte verordnete Gleichheit. Die Kehrseite der Medaille war die Unterdrückung der buddhistischen Volksreligion und politischer Zwang.

Dann verschwand die Sowjetunion und mit ihr die Unterstützung, die 30 Prozent des mongolischen Bruttoinlandproduktes ausmachte. Die Mongolei machte auf der Stelle ideologisch rechtsumkehrt, erfand sich neu als parlamentarische Demokratie und stürzte sich in die freie Marktwirtschaft. Doch ohne die Exportmärkte und ohne Expertise, Kapital und Rohstoffe aus der Sowjetunion schrumpfte die Wirtschaft. Das Land wurde de-industrialisiert. Das Ausweichen auf den Abbau der reichlich vorhandenen Bodenschätze, die traditionelle Viehzucht und den privaten Sektor konnte nicht verhindern, dass der Lebensstandard der Mongolen drastisch sank. Trotz Geldern von internationalen Organisationen und Geberländern liegt das Bruttoinlandprodukt heute unter dem Stand von 1990.

Den Frauen drohte, dass die Gleichberechtigung im Strudel der Veränderung unterging. Und das will Oyuna verhindern, mit Studien, die zeigen, was den Frauen im letzten Jahrzehnt genommen wurde, mit Fakten und Zahlen, welche sie der Regierung vorhält, um sie zum Handeln zu bewegen.

Die Überzeugungsarbeit ist schwer, denn in der Regierung sitzen fast nur Männer. Das sozialistische Regime gewährte den Frauen 1924 das Stimm- und Wahlrecht und führte im Parlament eine Frauenquote von 25 Prozent ein. Oyunas Brillengläser blitzen: "50 Prozent wären gerecht gewesen! Wir Frauen wurden als schützenswerte Wesen wahrgenommen, aber nicht als treibende Kräfte für die politische Entwicklung!" Trotz der Halbherzigkeit der Massnahme war den Frauen zumindest eine ständige Vertretung in der Regierung gesichert.

Nach der Auflösung des alten Systems verschwanden die Frauen fast vollständig aus der Politik: 1992 sassen noch 3,9 Prozent Frauen im Parlament. Bei den Wahlen 1996 und 2000 sicherten sich die Frauen je wieder 10,5 Prozent der Sitze. Allerdings stieg auch die Anzahl der Kandidatinnen im Vergleich zu 1992 um fast das Dreifache, das heisst, dass sich die Wahlchancen der Frauen verringerten.

Baldan Shatar schreitet majestätisch durch das Sitzungszimmer im Parlament, in dem strenge Bekleidungsvorschriften herrschen. Die kräftige Mittfünfzigerin trägt ein schwarzes Nadelstreifenkostüm, eine strenge Brille und dezente Perlenohrstecker. Sie ist als Vorsitzende des Nationalen Rates für die Gleichheit der Geschlechter eine wichtige Ansprechpartnerin für Oyuna.

Shatar ist eine Politikveteranin mit 26 Jahren Erfahrung. Hochgearbeitet hat sich die Anwältin als Leiterin von lokalen Organisationen der Revolutionären Volkspartei. Diese machte ihre Niederlage von 1996 gegen die Demokraten bei den Wahlen im letzten Jahr mehr als wett und kann nun praktisch im Alleingang regieren: 72 der 76 Parlamentssitze gehören der Revolutionären Volkspartei; sie stellt den Präsidenten (der in diesem Jahr für eine zweite Amtsperiode gewählt wurde), sie stellt den Ministerpräsidenten und die Gouverneure aller Provinzen. Die Demokraten hatten sich mit Korruptionsskandalen die Gunst der Wähler verscherzt.

Die Mongolen, zermürbt von zehn Jahren im marktwirtschaftlichen Freiflug, hoffen auf die Revolutionäre Volkspartei, die sich nicht mehr als kommunistisch, sondern als mitte-links bezeichnet. Und die Frauen hoffen, dass die Partei das "Nationale Frauenförderungs-programm" in die Tat umsetzen wird. Shatar ist zuversichtlich: "Die neue Regierung misst der Gleichberechtigung mehr Gewicht bei." Aber eine Ministerin, zum Beispiel, gibt es nicht.

Shatar gibt zu, dass es nicht einfach sei, den Männern das Prinzip der Geschlechtergleichheit zu erklären. Siebzig Jahre sozialistisch verordnete Gleichberechtigung haben nicht genügt, das traditionelle Konzept der Frau als Mutter und Dienerin des Mannes zu untergraben. Was hilft, ist der Einbezug der Männer: "In der ersten Phase des Frauenförderungsprogrammes von 1995 bis 2000 haben wir festgestellt, dass wir nicht ohne die Männer vorwärtsgehen können."

Denn nicht in allen Gebieten haben die Frauen den Kürzeren gezogen. Vor allem in der Erziehung schwingen sie obenauf. Zum einen stellen sie 75 Prozent aller Lehrkräfte (wobei die Schulleiter in der Regel Männer sind), zum anderen sind mehr Mädchen als Knaben in den Schulen eingeschrieben. 1999 besuchten über 90 Prozent aller Mädchen im Alter von 12-15 Jahren die Schule, bei den Knaben waren es nur 80 Prozent. An den Hochschulen sind 70 Prozent der Studierenden weiblich.

Nach dem Zerfall des alten Systems wichen viele Mongolen auf die Viehzucht aus, und dafür werden die Knaben nun beigezogen. Sie finanzieren mit ihrer Arbeit die Erziehung der Mädchen. Die Ansicht herrscht vor, dass Mädchen nur mit einer guten Ausbildung bestehen können, während den Knaben ihre Körperkraft – mit der Aussicht, Vorsteher eines Viehzuchthaushalts zu werden – genügen sollte. Diese Denkweise – und die wirtschaftliche Notwendigkeit – untergräbt jedoch den hohen, flächendeckenden Ausbildungsstand, der unter dem sozialistischen Regime erreicht wurde. Die Alphabetisierungsrate betrug 98 Prozent bei den Männern und 95 Prozent bei den Frauen. Heute ist sie allgemein auf geschätzte 87 Prozent gesunken. Geht die Entwicklung ungehindert weiter, werden ausgebildete Männer in der Mongolei ebenso zu einer Rarität werden wie jetzt die Frauen in der Politik.

Die Sorge um die Zukunft der mongolischen Knaben hat die Distanz der Männer zur Geschlechterfrage erheblich verkürzt. Im 15-köpfigen Nationalen Rat für die Gleichheit der Geschlechter engagieren sich neben Politikern und Nichtregierungsorganisationen auch Vertreter der Privatwirtschaft, welche die Massnahmen des Rates finanziell unterstützen können. Frauen stehen kaum an der Spitze eines grossen Unternehmens; in Ulan Bator sind es nur eine Handvoll.

Sukhee ist eine von ihnen. Die Fünfzigjährige wäre eine ideale Kandidatin für den Nationalen Rat für die Gleichheit der Geschlechter, doch sie will Politik und Wirtschaft nicht miteinander vermischen. Vor acht Jahren hat sie ihre Firma, die nach ihrem Sohn Tuscheg benannt ist, mit Bankkrediten gestartet. Damals betrug die monatliche Zinsrate 20 Prozent; heute ist Sukhee schuldenfrei. Mittlerweile arbeiten für sie über 800 Angestellte in der Kleiderproduktion, im Handel, in den Supermärkten, den Parfümerien und im Bauwesen. Sukhee wurde zur Geschäftsfrau des Jahres 2000 erkoren.

Ihr Büro im Stadtzentrum, in einem modernen, mehrstöckigen Haus ohne Eigenschaften, ist ein Ballsaal mit offenem Kamin, einer schweren Ledergarnitur auf der einen Seite und einem ausladenden Schreibtisch auf der anderen. Sukhee passt nicht zu dieser stilisierten Umgebung in Weiss. Sie ist mollig, leger gekleidet in Dreiviertelhose und einem karierten Hemd, die personifizierte Mütterlichkeit und Herzlichkeit. Und eine unerschütterliche Optimistin: "Ich habe immer hart gearbeitet und mein Bestes gegeben, früher als Präsidentin des Staatlichen Kaufhauses und heute in meiner Firma. Die Menschen, inklusive meines Mannes, haben mich immer unterstützt!"

Erfolg ist für sie eine Frage des Einsatzes und nicht des Geschlechts: 90 Prozent ihrer Angestellten sind Frauen. "Viele Leute hier sind nicht fleissig genug! Die Mongolen sind ein romantisches Volk, mit schönen Träumen für die Zukunft, aber wenig Taten in der Gegenwart." Es sei schwierig, gute Kräfte zu finden. Ihren neuen Supermarkt baut sie mit Ingenieuren aus China.

Erst während des Abendessens, nach einer paar Gläsern importierten Weins aus ihrem Supermarkt, erinnert sie sich an Steine, die man ihr als Frau in den Weg legte, auch im Sozialismus. Nach ihrem Wirtschaftsstudium wurde sie, obwohl Klassenbeste, einer Stelle in einer unwirtlichen Provinz zugeteilt. Sie lehnte aus familiären Gründen ab und musste als kleine Verkäuferin in Ulan Bator ganz unten anfangen.

Nachteile auf dem Arbeitsmarkt aufgrund des Geschlechts gehören für die heutigen Mongolinnen zum Alltag. Die neue Wirtschaftsordnung hat die ganze Gesellschaft durchgeschüttelt, aber die Frauen zahlen einen höheren Preis. "Die Frauen waren die ersten, die bei der Umstrukturierung im Erziehungs- und Gesundheitswesen, in der verarbeitenden Industrie und im Handel entlassen wurden. Das alles sind Bereiche, in denen die Frauen dominierten", sagt Oyuna. 1998 betrug die offizielle Arbeitslosenrate 6,4 Prozent bei den Frauen und 5,2 Prozent bei den Männern. Diese Zahlen erfassen jedoch die Dimension des Problems nicht, da sich Männer wie Frauen aufgrund der geringen Unterstützung oft gar nicht beim Arbeitsamt melden. Die Arbeitslosenrate wird heute insgesamt auf 40-50 Prozent geschätzt.

Der sozialistische Staat hatte die Geburtenfreudigkeit der Frauen gefördert. Im neuen System wurde ihnen die Fähigkeit zum Gebären zum Stolperstein. Staatliche Einrichtungen für die Betreuung der Kinder wurden drastisch gekürzt oder privatisiert. Das Rentenrecht von 1990 besagt, dass Frauen zwischen 35 und 55 mit vier und mehr Kindern pensioniert werden können. Diese Regelung, als Mutterschutz gedacht, bietet im veränderten Klima einen praktischen Vorwand für eine Entlassung. Für Stellen im privaten Sektor, der heute 70 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmacht, müssen Frauen oft auf soziale Ansprüche wie das Wochengeld verzichten. In der Regel besetzen die Frauen untere und mittlere Positionen mit den damit verbundenen niedrigeren Einkommen, im staatlichen wie im privaten Bereich.

Eine Stelle allein schützt weder Frauen noch Männer vor dem Abgleiten in die Armut. Bei einem monatlichen Durchschnittseinkommen von zirka 80 USD reicht den Familien ein Gehalt zum Leben nicht. Nur finden sich Frauen zunehmend alleine an der Spitze eines Haushaltes: Zwischen 1993 und 1998 stieg die Anzahl der Familien mit einem weiblichen Vorstand um 44 Prozent. Mit der Wirtschaft bröckelte auch die Gesellschaft. Die Armut ist in der Mongolei zu einem allgemeinen Phänomen geworden – 1998 lebten 36 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze –, doch von Frauen geleitete Haushalte sind stärker davon betroffen als jene von Männern.

Vor einem Fenster im Erdgeschoss des Mercy Hospitals in Ulan Bator drängen sich die Menschen. Es ist Mittagszeit, Zeit für ein freies Mahl. Täglich gibt das einzige Armenkrankenhaus der Mongolei 300 Essen aus. Oyun steht geduldig mit ihrer kleinen Tochter auf dem Arm in der unordentlichen Reihe. Der Sohn ist 15, der Mann ist gestorben. Die 41-jährige Oyun trägt einen modernen Kurzhaarschnitt, ihr Pullover ist blütenweiss, das Gesicht fast faltenlos. Von Beruf ist sie Buchhalterin. Sie hält sich mit einer kleinen Bäckerei über Wasser, die sie zusammen mit Freundinnen betreibt. Die 80 USD pro Monat reichen nicht – "nicht als alleinerziehende Mutter mit Kindern." Und warum arbeitet sie nicht in ihrem angestammten Beruf? "Ab 35 ist man zu alt."

Das sagt auch Oyunchimeg. Sie ist 39, Mongolischlehrerin und arbeitslos. Zu alt. Und zu krank, um sich wie Oyun selbständig zu machen. Sie und ihre zwei Kinder leben vom Verdienst der jüngsten Tochter. Die ist 13 und füttert in einem Kloster die Vögel. Einen halben Dollar kriegt sie dafür im Tag. Ihr Ex-Mann kümmert sich nicht um die Familie. Und was ist mit dem Staat? "Ich weiss es nicht. Der gibt uns nichts. Deshalb kommen wir hierher zum Mercy Hospital, für eine Mahlzeit, für Kleider und die freie medizinische Versorgung." Das Krankenhaus ihres Distrikts, wo sie in einer geliehenen Jurte ohne Elektrizität wohnt, hatte Oyunchimeg abgelehnt, weil sie nicht versichert ist. Für eine Krankenversicherung müsste sie sich in Ulan Bator anmelden, aber das kann sie sich nicht leisten. Migranten vom Land wie Oyunchimeg haben die Bevölkerung in der Hauptstadt auf inoffizielle 1,1 Millionen anschwellen lassen.

"Wir behandeln alle, die keine Versicherung haben. Das ist die einzige Aufnahmebedingung bei uns." Schwester Marie Martine von der Fraternité Notre Dame hat das Mercy Hospital aufgebaut und leitet es. Und so kommen sie zu ihr, die Strassenkinder mit den Verbrennungen von den Röhren in den Heizungsschächten, die Frauen mit den unterernährten und lungenkranken Kindern und die Männer mit der Leberzhirrose. Fast 20 Prozent der mongolischen Männer sind exzessive Trinker. Wodka können sie sich allemal leisten; mit 2 USD sind sie dabei. Sie flüchten sich vor der Unsicherheit, der Arbeitslosigkeit, der Armut in den Suff.

Der Alkohol lässt sie nicht nur das Elend vergessen, sondern auch die Beherrschung. Und dann schlagen sie zu. Jede dritte Frau in der Mongolei ist das Opfer von Gewalt in der Ehe. Das Thema ist zwar an die Öffentlichkeit gedrungen, aber Massnahmen dagegen kommen nicht über die Papierphase hinaus. Das Recht schützt diese Frauen nicht, und das einzige Frauenhaus wird von der Nichtregierungsorganisation Nationales Zentrum gegen Gewalt in Ulan Bator geführt. Trotz des drohenden Verlusts der materiellen Sicherheit nehmen nicht mehr alle Frauen diese Not als gegeben hin. Die 30-jährige Kindergärtnerin Altanod hat mit ihrer Tochter den schlagenden Ehemann verlassen. Er wurde mit einem Arbeitsunfalll nicht fertig, der bleibende Schäden hinterliess. "Die Schmerzen, deshalb hat er getrunken." Die Erinnerung treibt Altanod die Tränen in die Augen. "Wenn er nüchtern war, verstanden wir uns gut, ja, ich war sogar die Stärkere von uns beiden."

Ihr Schicksal ist das vieler mongolischer Frauen: stark zu sein und dann doch zu den Schwachen zu gehören. Oyuna kämpft dafür, dass die Stärke der Frauen anerkannt wird und sie selber ihre Stärke anerkennen. Dass die Wählerinnen ihre Stimmen den Politikerinnen geben. Dass die Berufsfrauen sich ihre gute Ausbildung mit mehr als einer Handlangerposition vergelten lassen. Dass die Frauen in der Ehe nicht alles dulden. Shatar hat richtig erkannt: Ohne die Männer geht es nicht. Doch die sitzen immer noch, wie Sukhbaatar, auf einem hohen Ross.

Quellenangabe "Der Landbote, Winterthur" u n d dem Einverständnis von Frau Baldegger


   

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Last Update: 10. September 2006