"stern"-Reporter zeigt Fotos – auch aus der Mongolei
Andere Ausstellungen liegen auf Eis

Von Hugo Kröpelin


"Stern" Reporter v.l. Haabe, Schmitt, Krüger, Schüller

"Mit offenen Augen" heißt die neueste Ausstellung in der Kunst-"Galerie EinStein" in 15831 Großziethen im Landkreis Dahme-Spreewald, Schillerstraße 5. Zu den offenen Augen gehören diesmal unbedingt etliche Objektive, mit denen ist Harald Schmitt, Fotoreporter des "stern", seit gut 30 Jahren in Deutschland und der Welt unterwegs. Noch bis in die zweite Märzhälfte zeigt Galeristin Monika Krüger Aufnahmen von seinen Dienstreisen nach Kanada, Spanien, Vietnam, Frankreich, USA, Australien und anderen. Bereist hat der heute 51-Jährige etwa 110 Länder auf allen Kontinenten. Mit seiner Kamera bannte er Politiker, Künstler, Sportler, Politiker, Katastrophenopfer, Kriegsgeschädigte, Menschen in Schicki-Micki-Vierteln und Slums aufs Zelluloid.

1991 führt ihn sein Weg erstmalig in die Mongolei. Dreimal war er inzwischen dort, unter anderem auf Saurierfriedhöfen im Süden sowie mit Przewalskipferden im Gobialtai, die nur in europäischen Tierparks überlebt haben und nun in ihrer angestammten Heimat wieder Populationen bilden sollen. Herauskamen dabei nicht nur Reportageseiten für die Hamburger Illustrierte. "Auf einer Fahrt durchs Land machten wir Halt an einem Viehzüchtercamp. Die Araten veranstalteten ein Pferderennen, da reiten nur Kinder", erzählt der Reporter. "Der Kleinste aller Reiter reichte mit dem Kopf gerade bis zum Steigbügel, und den musste man stark verkürzen, als der Junge oben saß. Das sind auch unvergessliche Erlebnisse."

Dieser Knabe und sowie Mädchen vor ihrem Auftritt bei der Miss Wahl in Ulaanbaatar reihen sich im Hauptraum des "EinStein"-Bungalows ein unter Lothar Matthäus, Harald Juhnke und Jan Ullrich, unter Toreros, Trapper, Tänzer. Dass die meisten Fotos dieser Ausstellung aus der Mongolei stammen, könnte man damit erklären, dass das letzte Stück der Schillerstraße einer mongolischen Steppenpiste gleicht. Hier ist Schritttempo angesagt – nach Dauerregen sind die Schlaglöcher unberechenbar tief. Die DDR hatte im Grenzstreifen zwar in die Sicherheit investiert, nicht aber in Verkehrssicherheit für die Bürger. Nach der Wende hatte die Kommune dafür noch kein Geld. Doch der wahre Grund ist ein anderer:

Großziethen liegt im Amtsbereich Schönefeld. Und dem steht mit Dr.-Udo Haase ein Mann vor, der zu DDR-Zeiten Mongolistik studierte, etliche Jahre in der Mongolei arbeitete und in seinem Urlaub viermal "stern"-Reporter auf ihren Reisen begleitet hat. Seit anderthalb Jahren pflegt Schönefeld eine Partnerschaft mit dem Stadtbezirk Bajangol von Ulaanbaatar. "Bei einer Entfernung von 7000 Kilometer zu den Freunden helfen auch Fotos, sich gegenseitig kennen zu lernen", ist der Amtsdirektor überzeugt. Dazu beigetragen hat bei der Eröffnung am Vorabend des Zagaan Sar auch der mongolische Tenor und Kabarettist Sossorbaram mit seinen "Uurtyn duu". Das sind langgezogene Lieder , die am besten die Weiten der Steppe fühlen lassen.

Für Monika Krüger ist dies nicht der erste Kontakt mit der Mongolei. Vor gut einem Jahr lernte sie Namchaizerengijn Santschir kennen. Dessen Werke und die seines Kollegen Zedendaschijn Dawaachuu waren vergangenen Herbst im "EinStein"-Bungalow zu sehen. Einige der Arbeiten hat die Galeristin noch in ihrem Fundus. Sie sind donnerstags und freitags jeweils von 16 bis 19 Uhr zu sehen, außerhalb dieser Zeiten auch bei rechtzeitiger Anmeldung (Tel. 03379 44 51 73 /Fax 03379 44 51 99). Dies noch bis in die zweite Märzhälfte.

Der große Posten der Santschir-Dawaachuu-Exposition soll erst wieder im Herbst gezeigt werden. Er liegt zur Zeit auf Eis in der Galerie im Hochhaus in Berlin-Hohenschönhausen, Zingster Straße 25 (Telefon 030 / 929 38 21).

Ebenfalls auf Eis und sofort abrufbar liegt die Fotoausstellung von Anna Papoulias, die im Herbst anlässlich der Asia-Pacific-Wochen in der Berliner "Werkstatt der Kulturen" zu sehen war. Die 30-jährige Fotografin und Kulturwissenschaftlerin war 1992 vom Michalkow-Film "Uurga" so begeistert. dass sie drei Jahre später in die Mongolei flog. In den Aimaks Archangai, Chuwsgul, Sawchan und Chowd richtete sie ihre Brennweiten auf Viehzüchter mit ihren Familien und Herden in bezauberten Landschaften. Anna Papoulias ist in 75013 Paris – 24, rue de la glaciere zu Hause und zu erreichen unter Tel. 0031 43 37 21 47 / Fax 0031 43 07 65 77).

Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Hugo Kröpelin, News Stories Photos aus Berlin und Brandenburg
(Februar 2000)


   

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Last Update: 10. September 2006