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Swiss Library in der Mongolei eröffnet

Die Thurgauer Kantonsrätin Anita Fahrni aus Islikon hat in der Mongolei die vierte Swiss Library eröffnet. Die Bücherspenden stammen von Privatpersonen und Gemeinden vor allem aus dem Kanton Zürich und dem Thurgau.
Zum 10. Jahrestag der Filiale Erdenet der staatlichen Universität der Mongolei konnte vor Anita Fahrni vor kurzem eine vollständige Bibliothek aus ca. 8000 Büchern einweihen. Die Romane, Jugendbücher und Kunstbücher in Deutsch, Fach- und Sachbücher sowie Sprachlehrbücher,hat sie unter anderem in den Gemeindebibliotheken Rickenbach, Brütten, Seuzach, Bülach, Schmidrüti und Aadorf gechsnekt bekommen. Von der Buchhandlung Vogel in Winterthur und einigen Verlagen hat sie zusätzlich gratis Lesexemplare erhalten. Deutsch und Russisch sind neben Englisch die beliebtesten Fremdsprachen der jungen Mongolen. Von 2,5 Mio Einwohnern sprechen über 30'000 deutsch. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre hat sich die wirtschaftliche Situation der Mongolei, als Verbundeter, drastisch verschlechtert. Schon bei ihrem ersten Besuch 1998 in der Mongolei realisierte Anita Fahrni, wie gross der Bedarf an Büchern in den Schulen und Universitäten ist. Sie begann Bücher aus ihrem Privatbestand per Post zu verschicken und weitete die Spendenaktion erst auf ihren Bekanntenkreis und dann auf die ganze nähere Umgebung aus. Ihr Anliegen war es von Anfang an auf unbürokratische Weise zu helfen. "Wir haben hier Bücher im Überfluss und haben ein schlechtes Gewissen wenn wir sie wegwerfen", meint Fahrni. Mit Hilfe von Spendengelder für den Versand, konnten im Juli 2002 ein ganzer Container voll Bücher in die Mongolei geschickt werden. Drei Bibliotheken sind bislang eingerichtet worden, je eine an der Otgontenger Universität und an der Management School for Finance and Banking in der Hauptstadt Ulaan Bataar und eine an der International School in Darkhan. Fast 60'000 Bücher aus der Schweiz haben inzwischen einen Platz in einem mongolischen Bibliotheksregal bekommen. Fahrni beschreibt die Mongolen als äusserst lern- und wissbegierig. Die Freude und Dankbarkeit mit denen die Bibliotheken und sie selbst im Land aufgenommen werden, sind ihr eine Entschädigung für tagelanges Bücherpacken und die ständige Suche nach neuen Spendern. Bei der Auswahl der Bücher achtet sie vor allem auf den guten Zustand der Exemplare und darauf, dass der Inhalt noch aktuell ist. Fachliteratur zu Themen wie Wirtschaft, Management, Ökologie und Naturwissenschaften sind derzeit besonders begehrt. Inzwischen liegen ihr zwei weitere Gesuche für Bibliotheken vor, eine im Osten des Landes und eine im Südwesten. Es ist Fahrni wichtig, dass die Bücher nicht nur die Hauptsstadt erreichen, sondern auch in dezentralen Regionen ankommen. Den Interessenten für eine Swiss Library stellt sie drei Bedingungen. Die Bücher müssen allen öffentlich zugänglich sein und zwar umsonst. Zudem dürfen sie nicht nur für den Lesesaal bestimmt sein sondern müssen ausgeliehen werden können, was für mongolische Verhältnisse eher ungewöhnlich ist. Auf ihrer Reise in Oktober in die Mongolei hat sie Kontakt zu einer Entwicklungshilfeorganisation aufgenommen, welche an einem Projekt für Gartenbau arbeitet. So stehen neben Büchern demnächst auch Gartenwerkzeugeauf der Sammelliste von Anita Fahrni.

von Helene Menk, Stein am Rhein, Schweiz


   

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Last Update: 10. September 2006