UNO-Generalsekretär Kofi Annan in der Mongolei

von Renate Bormann, Ulaanbaatar


Kranzniederlegung am 16.10.02

China, die Mongolei, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisien und Tadschikistan heißen die Stationen der ersten Zentralasienreise des UNO-Generalsekretärs Kofi Annan vom 13. bis 23. Oktober. Am 16. und 17. stand die Mongolei auf dem Programm des höchsten Repräsentanten der Weltfriedensorganisation. Hier traf er mit Präsident N. Bagabandi, dem stellvertretenden Parlamentsvorsitzenden J. Byambadorj und Ministerpräsident N. Enkhbayar zusammen.

„Ich will einen persönlichen Eindruck von den Ländern und den Menschen der Region gewinnen". In seiner Rede vor den Abgeordneten des Großen Staatskhurals „Die kleinen Staaten und die Globalisierung" äußerte er sich anerkennend über die Erfolge der Mongolei auf dem Weg hin zu einer marktwirtschaftlichen und demokratischen Gesellschaft, die den Menschen in der Mongolei wie in allen Transformationsländern große Anstrengungen abverlangt hätten und noch abverlangen. Die UNO werde weiterhin die Mongolei technisch und finanziell unterstützen.

Zuvor hatte er in einem Pressegespräch betont, dass nur gemeinsam gegen den gemeinsamen Feind, den internationalen Terrorismus, vorgegangen werden könne. „Der Irak muss die UNO-Resolutionen befolgen und die Weltgemeinschaft wird alle Chancen, den Frieden im Nahen Osten zu erhalten, nutzen." Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Waffeninspektoren freie Hand haben müssten und der Sicherheitsrat mit einer Stimme sprechen müsse.

Enkhbayar lud den hohen Gast ein, im Juni nächsten Jahres an der Konferenz der „neuen Demokratien" in Ulaanbaatar teilzunehmen.


Einweihung der neuen UNO-Residenz

Am Morgen des 17. Oktober hat Kofi Annan an der Einweihungszeremonie für die neue UNO-Residenz im Gebäude der ehemaligen nordkoreanischen Botschaft teilgenommen und das wunderbar zum blauen mongolischen Himmel passende UNO-Emblem enthüllt. Zu den Gästen der Veranstaltung gehörten neben Vertretern des diplomatischen Corps, Ministerpräsident Enkhbayar, Außenminister Erdenechuluun, die Repräsentanten der UNO und der Weltbank in der Mongolei, S. Menon und S. Meynathan.


Das UNO-Emblem auf dem Dach der neuen UNO-Residenz in UB

Kofi Annan und seine Frau Nane waren am Donnerstag Gast bei einer Viehhalterfamilie im Zentralaimag, ehe sie nach Kasachstan weiterreisten

15 Jahre hatte sich die Mongolei vergeblich um eine Aufnahme in die Vereinten Nationen bemüht. Die Volksrepublik China legte regelmäßig ihr Veto ein. Die Abwesenheit des chinesischen Vertreters auf der Tagung des Weltsicherheitsrates am 25. Oktober 1961 erlaubte es dem Gremium, den Aufnahmeantrag der damaligen Mongolischen Volksrepublik den Delegierten der 16. UNO-Vollversammlung vorzulegen. Die UdSSR, Indien, Burma, Indonesien, Kuba und 17 weitere Staaten unterstützten den Antrag. Am 27. Oktober wurde die Mongolei das 101. Mitglied der Vereinten Nationen und arbeitet heute in 48 Spezialorganen und Sonderorganisationen der Weltorganisation mit.

Seit 1961 haben mongolische Partei-, Regierungschefs und Präsidenten an den Gipfeltreffen der UNO teilgenommen. 1967 Yu. Zedenbal, Generalsekretär der MRVP und Vorsitzender des Großen Volkskhurals, 1992 und 1995 Staatspräsident P. Ochirbat, 1996 Ministerpräsident M. Enkhsaikhan.

Nach Kurt Waldheim 1977 und Perez de Cuellar 1987 ist der Besuch Kofi Annans der dritte eines UNO-Generalsekretärs in der Mongolei.

Mit der politischen Wende Anfang der 90-er Jahre dehnte die Mongolei ihre wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Außenbeziehungen aus. Verschiedene Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die neu entstandenen Parteien und Wirtschaftsunternehmen knüpften Kontakte zu Partnern im Westen, zu Japan, Indien und Südkorea.

In den vergangenen 12 Jahren unterstützte die UNO die Mongolei bei der Verbesserung der Infrastruktur und der medizinischen Betreuung, im Kampf gegen Armut und Gewalt in den Familien mit 140 Millionen US-Dollar.


   

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Last Update: 10. September 2006