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Ausstellung „Moderne Malerei aus der Mongolei“ in der Villa Kult in Berlin


Bilder der Künstlerin B. Shatarsaihan neben einem Spiegel an der Wand

von Brit Beneke
Fotos: briti bay fotodesign

Auf mongolischen Facebook-Seiten kursiert ein Video als Mitschnitt einer Fernsehsendung. Darin sind Unfälle auf den Straßen Ulaanbaatars zu sehen. Die Aufzeichnungen der Straßenüberwachungskameras zeigen, wie rücksichtslos sich Autofahrer gegenüber Fußgängern verhalten. Ohne auf die Bremse zu treten, wenn ein Fußgänger die Straße oder sogar den Zebrastreifen betritt, fahren sie auf die Personen zu und nehmen in Kauf, jene zu überfahren, zu verletzen oder zu töten. Die Unfallstatistik Ulaanbaatars ist extrem hoch. Im Jahr 2013 starben 580 Menschen durch Verkehrsunfälle. Die Stiftung „Verkehrssicherheit in Ulaanbaatar“ möchte die Verkehrserziehung der Kinder in der Mongolei entwickeln und generell für das Thema Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr sensibilisieren.

Am 27. November 2014 wurde eine Kunstausstellung in der Villa Kult in Berlin Steglitz eröffnet, deren Erlöse aus dem Verkauf der Kunstwerke der Stiftung „Verkehrssicherheit in Ulaanbaatar“ zugute kommen sollen. Die Botschaft der Mongolei organisierte im Rahmen des Kulturprogramms zur Feier des 40-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Mongolei diese Ausstellung gemeinsam mit der Villa Kult.


Gemälde "Hun" von Otgo

Ein Teil der gezeigten Werke stammt aus der Sammlung der Gattin des mongolischen Botschafter Ts. Bolor, Frau Ch. Oyunchimeg. Es sind Werke zeitgenössischer Künstler, die sich mit Tradition und Moderne der mongolischen Kultur auseinandersetzen. Erweitert wurde diese Auswahl durch Bilder mongolischer Künstler, die in Deutschland leben. Dazu zählen Otgonbayar Ershuu (Otgo) und Gan-Erdene Tsend.


v.l.n.r.: Künstler Gan-Erdene Tsend und der Kulturattaché der mongolischen Botschaft, Batbileg*

Die Vernissage fand zünftig mongolisch statt: gleich an drei Tagen gab es Veranstaltungen im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten. Dazu zählten ein Konzert von Hosoo, eine Tanzaufführung und eine Filmvorführung. Der Botschafter der Mongolei, Ts. Bolor, hielt die Eröffnungsrede. Er wies auf die Wichtigkeit der Kunst in der Völkerverständigung hin. Für die Kuratorin Katja Vedder steht fest: „Es sind nicht nur die Werke an der Wand, denn da steht auch immer ein Mensch dahinter“. Die in Deutschland lebenden Künstler waren zur Vernissage anwesend und konnten zu ihren Bildern befragt werden. Otgo präsentierte sein über sechs Meter langes und zwei Meter hohes Gemälde an einer kompletten Wand der Villa.


Gespräche am Rande der Vernissage

Die ausgestellten Bilder setzen sich zu der wohnlichen Ausstattung der Räume in Spannung und Kontrast. Auf zwei Etagen können Besucher die Werke unterschiedlicher Stile und Ausdrucksweisen entdecken. Im Garten vor dem Haus steht ein Ger. An den Eröffnungstagen gab es dort Milchtee, Archi und Filmvorführungen. Enkhtuul Bock versorgte die Gäste mit mongolischen Speisen aus ihrem Imbisswagen. Für die nächste Zeit sind Märchentage für Berliner Schulen aus der Umgebung der Villa Kult geplant. Die Kinder können dann im runden Ger sitzen und mongolischen Märchen lauschen.


Ger vor der Villa Kult

Wer die Ausstellung bis zur Vernissage am 8. Januar 2015 besuchen möchte, melde sich bitte vorab in der Villa Kult an. (www.villakult.de)


   

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Last Update: 10. Januar 2016