Zusätzliche Informationen zu Motorradreisen in der Mongolei

Text: Willi Breuer

Allgemeines

Auf 1,566 Mio. qkm verteilen sich 2,5 Millionen Einwohner. Zum Vergleich: In der Bundesrepublik Deutschland drängeln 80 Millionen Menschen auf 357.000 qkm.
Im Norden grenzt das Land an Sibirien, im Westen an Kasachstan, China ist der östliche und südliche Nachbar.
Die Mongolei ist ein Hochland mit einer durchschnittlichen Höhe von 1580 Metern. Das Chanjaigebirge im mittleren Westen, das Chentij im Nordosten sowie das Altai im Westen und Südwesten sind die wichtigsten Gebirge.
Gebirgstaiga, Steppe, Gebirgswaldsteppe, Wüstensteppe und Wüste wechseln sich von Norden nach Süden in diesem Land ab.

Klima

Von September bis Mai herrscht ein trockenes Kontinentalklima vor. In der Regenzeit - Juni bis August - fallen 4/5 der Niederschläge, auch Hagelunwetter und Schnee sind in dieser Zeit in den Bergen keine Seltenheit.
Auch in den Sommermonaten muß man sich auf Minusgrade - nachts in den Bergen - einrichten. Temperaturen bis 40° und mehr sind tagsüber in der Gobi üblich.

Ausrüstung und Motorräder

Regenfeste Motorradkleidung das Schuhwerk sollte auch Wasserdurchfahrten abkönnen, sind von Vorteil. Entsprechend der Reiseroute und den Temperaturschwankungen sind sowohl leichte T Shirts als auch Polarfleece Pullover notwendig.
Der Zeltausrüstung sollten Hagelschauern und Sturm nichts ausmachen.

In den meisten Orten gibt es eine Tankstelle. Ob es auch Benzin gibt, hängt von der jeweiligen Versorgungslage ab. Wir haben auf unserer Reise keine Versorgungsprobleme gehabt.
Die Motorräder müssen allerdings mit 76 Oktan auskommen. Unseren beiden XT’s ist das Klingelwasser zumindest im unteren Drehzahlbereich einigermaßen bekommen.
Der MSR Benzinkocher, wenn er denn regelmäßig gereinigt wird, kommt damit gut zurecht.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, daß ein Treibstoffvorrat für 500 km ausreicht. In dem von uns befahrenen Teil der Wüste sind wir mit 10 Liter Trinkwasser je Person für zwei Tage ausgekommen. Danach findet man in aller Regel wieder Wasser.
Obwohl das Wasser der Flüsse, Bäche und Seen im Prinzip trinkbar ist, haben wir es mit Katadynfilter oder Micropur Tabletten aufbereitet.

Ersatz und Verschleißteile für das Motorrad müssen mitgeführt werden. Eine Werkstatt europäischen Standards gibt es auch in den Städten nicht.
Bei der Reifenwahl gilt folgendes. Im Prinzip sind gute Enduroreifen den Anforderungen gewachsen. Wir haben uns für grobstollige Crosspneus entschieden, die - bis auf eine Ausnahme im Schlamm - mit allen Geländevarianten sehr gut zurecht kamen.
Kofferträger sollten, im Hinblick auf Verarbeitung und Schweißnähte, absolut solide sein. Wir haben uns für Marke Eigenbau entschieden.

Traveller mit viel Geländeerfahrung insbesondere in Bezug auf Flußdurchfahrten und Sandpassagen treiben auch sicherlich eine dicke Enduro durch schweres Terain. Mein Freund und ich waren allerdings sehr froh, etwas weniger Gewicht "handeln" zu müssen und sind zu dem Entschluß gekommen, daß eine etwas leichtere Enduro in der Mongolei von Vorteil ist.

Literatur und Reiseinfo

Das Angebot der Reisebücher ist ohnehin sehr begrenzt. Annähernd auf die Bedürfnisse eines Motorradreisenden zugeschnitten sind nachfolgend aufgeführte Publikationen, wobei man anmerken muß, daß einige Angaben in den Büchern nicht mehr zutreffen. Beispielsweise ist, entgegen den Ausführungen in der Literatur, das Telefonieren vom Landesinnern nach Deutschland möglich. Wartezeiten von bis zu zwei Stunden müssen allerdings einkalkuliert werden.

Buchtitel Verlag und Autoren

Reise Know - How
Reisehandbuch für individuelles Reisen und Entdecken
Mongolei
von Barbara Stelling u. Fred Forkert Peter Rump Verlag
Mongolei Richtig Reisen Peter Woeste DUMONT Verlag
Die Wüste Gobi Verlag Bucher

Karten

Englische Pilotenkarten Maßstab 1:500.000, der Satz kostet 260,- DM, leisten gute Dienste bei Standortbestimmungen und GPS Peilung. Nachteil: Die Ortsnamen in der Karte sind zum Teil falsch, und Pisten befinden sich nur selten dort, wo sie in der Karte eingetragen sind.
Eine russische Karte - erhältlich in Ulan Bator - Maßstab 1 . 1.000.000 hat den Vorteil, daß die Ortsangaben in mongolischer Schrift geschrieben sind. Man kann so eher Hilfe von Einheimischen erwarten, indem mit dem Finger auf den Ortsnamen tipt. Die Karte enthält allerdings auch einige Fehler im Koordinatennetz.

Infos im Internet

Infos aus erster Hand
Fred Forkert, eMail kasmon@magicnet.mn

über Land u. Leute
Frank Voßen, eMail Voßen@mongolei.net

Visa und Anreise
Eine Menge allgemeiner Info’s und GPS Daten
Internet http://www.userpage.fu-berlin.de/~corff/im/landeskunde/GPS-Mongolei-2.html

Visa

Auch ohne Hotelbuchung oder persönliche Einladung bekommt man ein Visum für 30 Tage Aufenthalt.

Botschaft der Mongolei
Siebengebirgsblick 4, 53844 Troisdorf
Telefon 02341 402727
Fax 02341 47781

Außenstelle Berlin
Gotlandstraße 12, 104349 Berlin
Telefon 030 4469320
Fax 030 4469321

Anreise

Aeroflot Flugverbindungen gibt es mehrmals pro Woche ab Düsseldorf oder Frankfurt. Die mongolische MIAT fliegt jeden Sonntag ab Berlin Schönefeld, seit Sommer 1998 mit einem Airbus A 310. Die Preise der beiden Fluggesellschaften liegen bei ca. 1600,- für Hin und - Rückflug.

Unsere Motorräder wurden von der Spediton Milizer&Münch GmbH ( Zahn-Nopper-Straße 1, 70435 Stuttgart, Telefon 0711 136880) von und nach der Mongolei transportiert. Die Kosten werden nach Gewicht und Volumen berechnet. Mit ca. 1000,- je Bike für einen Weg kann man rechen.

Infrastruktur

Das "Netz" der Teerstraßen beschränkt sich auf weniger als 500 Km. Fehlende Kanaldeckel in der Hauptstadt gehören zur Normalität. Brücken, wenn es den welche gibt, zeichnen sich oft durch fehlende Planken und herausragende Nägel aus.

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln auf dem Land ist zwar grundsätzlich möglich. Auf Grund des sehr begrenzten Angebotes jedoch nicht immer gesichert.

Entgegen aller Warnungen waren wir auch Gast in den "Straßenraststätten" ( Guants ). Ein paar Abstriche in Richtung Hygieneanspruch und die Vorliebe für Hammelfleisch macht so einen Besuch auf jeden Fall zu einem Erlebnis. Die Speisen sind auch für europäische Ansprüche schmackhaft zubereitet.
Wer allerdings kulinarische Höhepunkte erwartet, oder gar die vegetarische Kost bevorzugt, ist in der Mongolei nicht gut aufgehoben.

Übernachtung

Bis auf wenigen Übernachtungen in der Hauptstadt haben wir auf unserer Reise ausschließlich im Zelt geschlafen, so daß wir von Alternativen aus eigener Erfahrung nicht berichten können.
Ulan Bator bietet, auf alle Bedürfnisse zugeschnitten, eine breite Palette Übernachtungsmöglichkeiten. Allerdings ist der Spaß nicht ganz billig: Zwischen 50 $ und 100 $ pro Nacht für ein Doppelzimmer sollte man einkalkulieren.

Zollbestimmungen

Antiquitäten, Pflanzen und Mineralien dürfen nicht ausgeführt werden. Wegen eines kleinen, roten Steines, den ich in der Gobi gefunden habe, mußte ich am Flughafenzoll meinen Rucksack entleeren. Nach einer längeren Diskussion durfte ich den Stein dennoch mitnehmen. Den beiden freundlichen Beamtinnen sei Dank.


   

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Last Update: 10. September 2006