Mongolische Namen

Mongolische Bürger haben einen Eigennamen, der in ihren Pässen groß geschrieben wird, mit dem sie angeredet werden (auch förmlich), mit dem sie unterschreiben und unter dem sie in den mongolischen Datensystemen (Telefonbuch etc.) geführt werden. In den alten mongolischen Pässen stand darüber in englisch: first name (Vorname), in neueren Pässen steht über dem Namen full name (voller Name). Dieser Name ist in den Pässen groß geschrieben. Polizei, BGS u.a., die mongolischen Bürger registrierende Behörden werten diesen Namen auf Grund der Paßeintragung in der Regel als Familiennamen, die mongolische Botschaft und die mongolischen Bürger jedoch als Vornamen. Mehrere Standesämter haben diesen Namen ebenfalls als Vornamen gewertet, da er dann bei Annahme eines deutschen Familiennamens beibehalten werden kann, und ihren Eigennamen wollen die Mongolen ja unter keinen Umständen aufgeben.

Der zweite, in den Pässen klein geschriebene Name, ist der Vatersname (oder Muttersname), d.h. der Eigenname des Vaters (oder der Mutter, wenn kein Vater vorhanden war) der betreffenden Person. Er wird in der Regel immer dem Eigennamen voran gestellt oder durch den Anfangsbuchstaben abgekürzt. In älteren Pässen stand englisch darüber: surname (Zuname). Da Geschwister den gleichen Vatersnamen haben, kommt dieser Name dem deutschen Familiennamen näher. Mongolische Ehepaare haben fast immer verschiedene Eigen- und Vatersnamen.

Für die Anpassung dieser beiden Namen an das deutsche System Vorname / Familienname gibt es keine einheitliche Norm. In deutschen Registern ist prinzipiell immer unter beiden Namen nachzusehen.

Seit neustem sollen Mongolische Bürger in der Mongolei noch einen Familiennamen (Stammesnamen) angeben. Diese Namen sind in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, nachdem 1925 die mongolischen Kommunisten ein Verbot der Verwendung durchsetzten und viele Familienstammbücher vernichteten. Nun forschen viele Mongolen mühevoll nach diesen Namen. Ab 1999 müssen die Familiennamen wieder in Reisepässen und amtlichen Dokumenten verwendet werden. Wer seinen Familiennamen nicht herausbekommt, so sagt die Regierung, dürfe sich einen aussuchen.


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Last Update: 26. Januar 2014