Mongolei

(amtl. Republik Mongolei), Staat in Zentralasien, im Norden wird die Mongolei von Rußland und im Süden von China umschlossen.

Politisches System: Parlamentarische Republik; Verfassung von 1992. Staatsoberhaupt: für 4 Jahre vom Volk gewählte Präsident (seit 1997 Nazagijn Bagabandi). Parlament: Großer Staatshural mit 76 Abgeordneten, welches alle 4 Jahre vom Volk gewählt wird. Das Parlament bestimmt den Premierminister und die Minister. Parteien: Mongolische Nationaldemokratische Partei, Mongolische Revolutionären Volkspartei, Mongolische Sozialdemokratische Partei und Mongolische vereinigte Traditionelle Partei. Das Staatsgebiet ist in Aimaks gegliedert. Ein Aimak besteht aus mehreren Somonen. Ein Somon setzt sich aus mehreren Bags zusammen.

Wirtschaft, Verkehr: Die Mongolei ist ein Agrarindustriestaat. Das Wirtschaftssystem befindet sich in der Übergangsphase von einer zentral gelenkten Planwirtschaft zu einem marktwirtschaftlichen System. Hauptexportprodukte sind Kaschmir, Fleisch, Häute, Felle, Kupfer- und Kupferkonzentrate, Molybdän, Baumaterial, Gold und Kohle. Die Transsibirische Eisenbahn führt von Irkutsk nach Peking durch die Mongolei. Die Bahn in der Mongolei verfügt nur über wenige Stichstrecken in die Industriezentren. In fast jedem Aimak-Zetrum gibt es einen regional Flugplatz. Internationaler Flugplatz ist Bujant Uchaa ca. 17 km westlich von Ulaanbaatar.

Bevölkerung: 85% der Bevölkerung sind Mongolen, davon der größte Teil Chalcha-Mongolen. Weitere mongolische Volksgruppen sind die Bajat, die Burjat, die Dariganga, die Dsachtschin, die Durwut, die Öölt und die Torgut. Die wichtigsten nicht mongolischen Minderheiten sind mit ca. 7% die Kasachen, die ebenso wie die Urianchaj (ca. 1,3%) zu den Turkvölkern zählen. Die größten Ausländergruppen bilden die Russen und Chinesen. In den letzten Jahren verlassen viele Kassachen die Mongolei und siedeln in die Republik Kassachstan um. Der Anteil der Stadtbevölkerung liegt bei 52 %.Das Bevölkerungswachstum beträgt 1,64 %. Die verbreitetste Religion ist der tibetische Buddhismus. In den letzten Jahren gewannen besonders in den großen Städten auch christliche Missionare an Einfluß. Die Kasachen sind überwiegend Moslems. Fast 52 % der Bevölkerung sind unter 20 Jahren alt. Schulpflicht besteht von 8-18 Jahren.

Landesnatur: Die Mongolei ist ein überwiegend abflußloses Hochland. Es erstreckt sich Norden von dem Nadelwaldgürtel der sibirischen Taiga bis zum asiatischen Wüstengürtel im Süden. Das großräumige Hochland ist im Westen von Gebirgssystemen begrenzt und umschlossen. 85% der Fläche liegen mehr als 1.000 m über dem Meeresspiegel. Auch im Südosten halten Gebirge klimamildernde Einflüsse ab. Die Mongolei hat ein extremes Kontinentalklima mit außerordentlich kalten und trockenen Wintern. Schnee fällt selten. Zwischen Oktober und März verhindert ein langanhaltenes Hochdruckgebiet über der nördlichen Mongolei den Zugang von warmfeuchter Luft. Die mittleren Januartemperaturen liegen in der Regel bei minus 20 Grad Celsius. In manchen tiefer gelegenen Gebieten können Temperaturen bis minus 50 Grad auftreten. Der Boden ist im Winter tief gefroren, da die Niederschläge in Form von Schnee fast ganz fehlen. Der kurze Sommer mit seinen warmen Tagen aber auch kühlen Nächten - die mittlere Julitemperatur beträgt zwischen 18 Grad Celsius im Norden und 26 Grad im Süden - vermag den Boden nur oberflächlich aufzutauen. Nirgendwo sonst in der Welt erstreckt sich der Dauerfrostboden so weit nach Süden wie in der Mongolei, wo er bis südlich von Ulaanbaatar reicht. Ulaanbaatar liegt breitengradmäßig südlicher als München. Der Süden der Mongolei etwa befindet sich auf dem gleichen Breitengrad wie die französische Riviera. Von Norden nach Süden nehmen die Niederschläge und damit auch die Üppigkeit der Vegetation ab. Nur im Norden kann man in bescheidenem Umfang Landwirtschaft betreiben. Die Gebirge haben dort in der Höhe eine alpine Flora. Am Fuße wachsen Nadelwälder mit Fichten-, Tannen und Kiefernarten. Daran schließt sich in südlicher Richtung eine Waldsteppe an, die nach Süden hin erst in eine Steppe, dann in eine Wüstensteppe übergeht, immer karger wird und schließlich ganz in eine Wüste, in die Gobi, endet. Die Abgeschiedenheit und Unzugänglichkeit des Landes bewirkte, daß eine reiche Tierwelt erhalten blieb.


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Last Update: 26. Januar 2014