Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 15. - 21. Januar 2001

von Dr. Renate Bormann, Berlin/Ulaanbaatar

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Trauerfeier

Abschied von den Opfern des Hubschrauberunglücks
In einer bewegenden Trauerfeier für die vier ums Leben gekommenen UNO-Mitarbeiter und die zwei japanischen Korrespondenten nahmen Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen am 18. Januar im Großen Saal des Außenministeriums Abschied von den Toten. Mitglieder des Großen Staatskhurals, der mongolischen Regierung, des diplomatischen Corps, unter ihnen der Geschäftsträger der deutschen Botschaft, Thoralf Pilz, erwiesen den Opfern ebenfalls die letzte Ehre. Die Repräsentantin der UNO in der Mongolei, Sarasvati Menon, ihre Kollegin Carolyn McAskie, der Außenminister der Mongolei, Erdenechuluun, nahe Angehörige und Arbeitskollegen würdigten die Toten und erinnerten an Stationen im Leben ihrer Mutter, Ehefrau, Freunde oder Kinder.
Aus Frankreich war die älteste Tochter von Sabina Metzner-Strack (1952-2001), Sara Strack, angereist, um den Trauerfeierlichkeiten beizuwohnen. Zuvor hat sie mit anderen Angehörigen der Opfer den Unglücksort im Malchin-Sum aufgesucht.
Am Freitag, den 19. Januar, erfolgte die Beisetzung von Shagdaryn Otgonbileg (1952-2001) auf dem Friedhof Altan Ulgii in Ulaanbaatar. Auf Beschluss des Großen Staatskhurals wurden auch der Techniker der Unglücksmaschine, Dashdavaagiin Otgon (1965-2001), und der Fotograf von "Gamma", Tsevegmidiin Batzorig (1966-2001), in Altan Ulgii beigesetzt.
Batchuluuny Bayarmaa (1965-2001) wird am Montag, den 22. Januar, zu Grabe getragen.
Die Beisetzung der ausländischen Opfer, neben S. Metzner-Strack, der Amerikaner Matthew Girvin (1966-2001), der Engländer Gerard Lee Claire (1965-2001) sowie die Japaner Minoru Masaki (1965-2001) und Takahiro Kato (1967-2001), erfolgt in ihren Heimatländern.

Staatstrauer
Auf Beschluss des Großen Staatskhurals wurde vom 18. Januar, 18.00 Uhr, bis zum 19. Januar, 18.00 Uhr, zu Ehren der Opfer des Hubschrauberunglücks Staatstrauer angeordnet. Die Staatsflagge wurde auf Halbmast gesetzt.


Abschied von Sh. Otgonbileg

Ministerpräsident Enkhbayar stoppt seine Dienstreise
Der Ministerpräsident befand sich auf einer Erkundungsreise, die ihn in die Aimaks Arkhangai, Zavkhan, Bayan-Ulgii und Khovd führen sollte, als ihn in Uliastai, der Hauptstadt des Zavkhan-Aimaks, die Nachricht vom Katastrophenflug der MI-8 erreichte.
Ziel seiner Reise war es, sich über die Lage der Viehzüchter in den Zudregionen zu informieren, Hilfeersuchen entgegenzunehmen und entsprechende Maßnahmen vorzubereiten.
Im Arkhangai-Aimak, der ersten Station, herrschten im vergangenen Sommer Trockenheit und Dürre, so dass sich das Vieh nicht fett genug fressen konnte und auch eine ausreichende Heubevorratung nicht möglich war. Jetzt sind 80 Prozent des Aimaks mit einer Schneedecke überzogen. Das Problem liegt aber vor allem darin, dass 206 800 Stück Vieh aus dem Zavkhan und dem Khuvsgul-Aimak in Arkhangai überwintern. Aus der Staatsreserve wurden in den Aimak 50 Tonnen Heu, 20 Tonnen Futtermittel und 60 Tonnen Mehl geliefert.


Ail in der Abenddämmerung

Seminar für Viehzüchter
Auf Initiative des Landwirtschaftsministerium werden im Radio zweimal in der Woche Ratschläge für vom Zud betroffene Viehzüchter gesendet. Wie sollte das knappe Heu verfüttert werden? Wie kann das Vieh vor der Kälte geschützt werden? Wie werden Erfrierungen der Gliedmaßen bei Mensch und Tier behandelt? Die Ratgebersendungen werden gemeinsam von Wissenschaftlern und Lehrern des Forschungsinstitutes für Viehwirtschaft, des veterinärmedizinischen Dienstes sowie der Universität und Hochschulen vorbereitet und durchgeführt.

Goldmedaille für mongolischen Philatelisten
U. Sereeter hat für seine Serie "Geschichte des mongolischen Postwesens" auf der Internationalen Briefmarken-Ausstellung in Peking eine Goldmedaille gewonnen. Mit einer Bronzemedaille wurden G. Lovor und B. Binderya für ihre Serien "Seltene Vögel" bzw. "Haustiere" ausgezeichnet.

Wird der mongolisch-chinesische Grenzübergang Zamyn-Uud geschlossen?
Der chinesische "Tsagaan Sar" wird bereits am 24. Januar dieses Jahres gefeiert. Auf die Frage, ob in diesem Zusammenhang der Grenzübergang vom 24. Januar bis 31 Januar geschlossen würde, antwortete die zuständige Beamtin, Ch. Enkhtuya, dass bisher keine diesbezüglichen Pläne bekannt seien.

Lexikon neu aufgelegt
Das der Mongolischen Staatsuniversität angeschlossene Buddhistische Kultur- und Forschungszentrum hat eine zweite Auflage des zweibändigen "Lexikons der Buddhistischen Kultur" drucken lassen. Die erste Auflage erschien Anfang 1999 und ist bereits vergriffen. Die 300 Stück der Zweitauflage kosten je 10 000 Tugrik.

Ausstellung historischer Fotos
Die Ausstellung "Historische Fotos der Mongolei im 20. Jahrhundert" vom 11.-25. Januar im Kulturpalast zeigt 100 seltene Fotos von Ikh Khuree (heute Ulaanbaatar), historischen Ereignissen und Persönlichkeiten.
Die Fotos stammen teils aus Privatbesitz, aus russischen und französischen Archiven sowie der Fotosammlung der mongolischen Agentur "Fotomon", die mit Unterstützung der Soros-Stiftung die Ausstellung organisiert hat.


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Last Update: 01. Januar 2017