Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 22. - 28. Januar 2001

von Dr. Renate Bormann, Berlin/Ulaanbaatar


Feierabend in Ulaanbaatar

Japanische Ärzte helfen Brandopfern
Auf Bitten von Ministerpräsident Enkhbayar sind zwei Ärzte der Japanischen Medizinischen Hochschule am 21. Januar in Ulaanbaatar eingetroffen, um bei der Behandlung der schwerverletzten Brandopfer des Hubschrauberunglücks vom 14. Januar zu helfen. Die drei am schwersten Verletzten, der Vorsitzende des Malchin-Sums, seine Tochter und ein Mitarbeiter des Amtes für Zivilverteidigung der Mongolei, werden zur weiteren Behandlung nach Japan ausgeflogen.
Außer von ihren japanischen Kollegen, erhielten die mongolischen Ärzte auch von Kollegen aus Singapur Unterstützung.

Ministerpräsident Enkhbayar nimmt an Weltwirtschaftskonferenz in Davos teil
Während der 31. Weltwirtschaftskonferenz in Davos (Schweiz) informierte Enkhbayar die Vertreter des Weltwährungsfonds und der Weltbank über die aktuelle Wirtschaftslage in der Mongolei. In Luxemburg traf er u.a. mit dem Generalsekretär des Europarates H. Solana, dem NATO-Generalsekretär L. D. Robertson und dem Premierminister von Luxemburg Jean-Claude Junker zusammen. Junker sagte den Mongolen 200 000 US-Dollar als Soforthilfe für die Milderung der diesjährigen Zud-Folgen zu. Gleichzeitig berieten beide Seiten über eine langfristige Unterstützung von Seiten Luxemburgs für die Mongolei.
Begleitet wurde Enkbayar auf seiner Reise in die Schweiz und nach Luxemburg vom Mitglied des Großen Staatskhurals, Ts. Sharavdorj, vom stellvertretenden Außenminister, S. Enkhbold, und vom Botschafter der Mongolei in der Europäischen Union, Sh. Altangerel.

Fünffacher Mord im Sukhbaatar-Distrikt von Ulaanbaatar
Am Sonntag, den 21. Januar, wurden in ihrer Wohnung im Sukhbaatar-Distrikt von Ulaanbaatar die Leichen des 61-jährigen G. Batjargal, seiner Ehefrau, seiner Tochter und seiner beiden Enkel entdeckt. Den Opfern wurden teils die Kehlen durchgeschnitten, teils wurden sie erstochen. Der 13-jährige B. Munkh-Orshikh hat offensichtlich vor seinem Tod mit dem oder den Tätern gekämpft.
G. Batjargal war in den achtziger Jahren stellvertretender Minister für Leicht- und Lebensmittelindustrie, danach Direktor des Fleischkombinates von Ulaanbaatar. Ab 1992 leitete er das Unternehmen "Savan Trade", seit dem vergangenen Jahr ist er Rentner. Seine Tochter arbeitete als Abteilungsleiterin im Unternehmen "Makh Impex" (Fleisch-Ex-und Import).

Kohle wird billiger
Das Präsidium der Bürgerversammlung und der Gouverneur vom Dornod-Aimak sowie das Rote Kreuz haben die Bitte geäußert, den Kohlepreis zu senken, da Schulen und Kindergärten in einigen Sums die Heizungskosten nicht mehr aufbringen könnten. Daraufhin kündigte der Direktor des Kohlebergwerks "Aduunchuluu", Ts. Shinebaatar, einen Preisnachlass von 20 Prozent ab dem 15. Januar an. Das Wärmekraftwerk des Aimaks benötigt monatlich 30 000 Tonnen, die privaten Haushalte 2000 Tonnen Kohle. Der Preisnachlass gilt zunächst für einen Monat.

VIII. Internationaler Mongolistenkongress im August 2002
Auf ihrer regulären Sitzung am 24.01. beriet die Regierung u.a. über Fragen der Schuldenrückzahlung und der Besteuerung von Importen. So werden für private Kraftfahrzeuge in Zukunft keine Steuerbefreiungen mehr gewährt.
Der Vorschlag der kasachischen Abgeordneten, Jekei, Nigamet und Sandalkhan, ein "Zentrum zur Unterstützung der Entwicklung der kasachischen Nationalität" zu gründen, fand keine Unterstützung. Zustimmung fand hingegen der Plan, das Zentrum des Uyanga-Sums im Uvurkhangai-Aimak zu verlegen bzw. an anderer Stelle neu aufzubauen. Das jetzige Zentrum erhebt sich über Dauerfrostboden, der tiefe Risse aufweist.
Für den VIII. Internationalen Mongolistenkongress im August 2002 werden aus dem Staatshaushalt entsprechende Mittel bereitgestellt. Das Organisationskomitee wird sich aus Mitarbeitern des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft, der Akademie der Wissenschaften der Mongolei, der Internationalen Mongolisten-Assoziation, der Universitäten und Hochschulen zusammensetzen.

Grenzübergang Zamyn-Uud geschlossen
Entgegen früheren Meldungen haben die chinesischen Grenzschutzbehörden die Schließung des mongolisch-chinesischen Grenzübergangs Zamyn-Uud vom 24. bis zum 31. Januar verfügt. In der Begründung dafür heißt es, dass im Zusammenhang mit dem chinesischen Neujahrsfest die Gefahr von Gesetzesverstößen steige.

Zud 2000/01
Die Staatliche Katastrophenschutzkommission informiert:
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind die Aimaks Zavkhan, Uvs, Khuvsgul, Arkhangai, Tuv, Khentii, Mittelgobi, Gobi-Altai, Khovd und Bayan-Ulgii vom Zud besonders schwer betroffen. Die Aimaks Orkhon, Darkhan-Uul, Selenge und Südgobi blieben bisher verschont. Im Südgobi-Aimak hat dafür der Schneesturm zum Jahreswechsel mit Windgeschwindigkeiten von 24 bis 35 Metern pro Sekunde Schäden in Höhe von 30,2 Millionen Tugrik angerichtet.
Im Ugtaaltsaidam-Sum des Zentralaimaks herrschen seit Anfang Januar Nachttemperaturen bis minus 49 Grad. Die Schneedecke erreicht mittlerweile 35 cm. Von 800 Viehzüchterfamilien haben 300 fast ihr gesamtes Vieh verloren.
Im Shargaljuutad-Sum des Bayankhongor-Aimaks verenden die Rinder, da sie regelrecht am Boden festfrieren, sich nicht mehr erheben können und erfrieren.
Im Khentii-Aimak bekommen immer mehr Tiere die Krätze.
35 Bags in 24 Sums des Zavkhan-Aimaks sind mit Autos nicht mehr zu erreichen.
Für Ende Januar, Anfang Februar sagen die Meteorologen weitere Schneefälle und Stürme voraus.

"Kharanga" spielt in Deutschland
Die mongolische Popband "Kharanga" plant für Anfang Februar mehrere Auftritte in Deutschland. So wollen sie in Berlin in einem Klub mit 1000 Plätzen auftreten. Der Preis für eine Eintrittskarte soll 35,- DM betragen. Wird die Reise ein Erfolg, sind weitere Auftritte in Tschechien und Amerika geplant, bleibt der erhoffte Erfolg aus, wird die Band noch vor Tsagaan Sar (24. Februar) wieder in die Heimat zurückkehren, gab der Bandchef Ts. Enkhmanlai der Tageszeitung "Unuudur" (Heute) zu Protokoll.

588 Bars in Ulaanbaatar
Einem Beschluss der Bürgerversammlung von Ulaanbaatar folgend, wurden Einrichtungen, in denen Alkohol verkauft oder ausgeschenkt wird, hinsichtlich der Einhaltung der Rechtsvorschriften kontrolliert. Insgesamt sind 1249 Lebensmittelgeschäfte, 198 Restaurants, 103 Cafes und 588 Bars registriert. 73,3 Prozent aller Geschäfte und gastronomischen Einrichtungen, die Alkohol führen, wurden kontrolliert. Daraufhin mussten 341 Lebensmittelgeschäfte, 37 Restaurants, 58 Cafes und 103 Bars schließen, weil sie die Auflagen nicht eingehalten haben. Zum Beispiel dürfen Bars nicht im ersten oder einem höheren Stockwerk von Wohnhäusern und nicht in Studentenwohnheimen betrieben werden.

 


Mungun, Zeitungsverkäuferin am Sukhbaatar-Platz

276 Kinder leben auf der Straße
Laut Erhebungen des Ministeriums für Justiz und Innere Angelegenheiten leben in Ulaanbaatar 252 Erwachsene und 276 Kinder "auf der Straße". Auf dem Lande sind es 302 Kinder, die von ihren Eltern nicht betreut werden.

Statistik 2000
Ende 2000 waren in der Mongolei offiziell 38 600 Arbeitslose gemeldet, das sind 1 200 weniger als 1999. 53,8 Prozent oder 20 700 der Arbeitslosen sind Frauen.
Die Einnahmen für den Staatshaushalt beliefen sich, einschließlich der internationalen Hilfe, auf 350,2 Milliarden Tugrik, ausgegeben wurden 412,9 Milliarden Tugrik.
Die offiziellen Zahlen für 2000 zeigen einen Gesamtviehbestand von 30,1 Millionen Stück an, davon 322 300 Kamele, 2,6 Millionen Pferde 3,1 Millionen Rinder, 13,8 Millionen und 10,2 Millionen Ziegen. Das sind 3,5 Millionen Stück Vieh weniger als im vergangenen Jahr.
Von den neugeborenen Tieren überlebten 8,3 Millionen, das entspricht 82,6 Prozent.
Angaben aus: "Unen" vom 24.01.
Inoffiziell wird von einer Gesamtviehzahl von fast 40 Millionen ausgegangen.


   

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Last Update: 01. Januar 2017