Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 19.-25. November 2001

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar


Neugestaltete Fahrbahnbegrenzungen im Zentrum Ulaanbaatars

„Amerika wird uns auf allen Gebieten unterstützen"
Am 21. November ist Ministerpräsident Enkhbayar mit dem MIAT-Airbus 310 aus Peking kommend, um 18.15 Uhr, wieder wohlbehalten in Ulaanbaatar gelandet. Seine Dienstreise, die ihn in verschiedene Städte der Vereinigten Staaten von Amerika führte, schätzte er als äußerst erfolgreich ein. Jährlich hätten die USA die Mongolei mit 12 Millionen US-Dollar unterstützt. Diese Summe könnte jetzt noch steigen, diktierte er den wartenden Journalisten noch auf dem Flugplatz in die Blöcke.
Die amerikanische Firma „AES" werde der Mongolei bei Fragen der Stromversorgung zur Seite stehen. Überhaupt werde uns Amerika auf allen Gebieten unterstützen, sagte der Ministerpräsident, ehe er in Richtung der wartenden Limousine enteilte.

37-Millionen-Kredit für Modernisierung der Kommunikationssysteme
Der Große Staatskhural bestätigte den Kreditvertrag für den Ausbau der Kommunikationssysteme in und zwischen den Aimags (Provinzen) der Mongolei.
Die deutsche Regierung gewährt für das Projekt „Kommunikation und Information 2" in den westlichen und nördlichen Aimags 20 Millionen und für das Projekt „Kommunikation und Information 3" in den östlichen und südlichen Aimags 17 Millionen DM an günstigen Krediten. Außerdem zahlt Deutschland 1,7 Millionen DM an Zuschüssen für die Projekte.

Khaanbräudirektor kauft APU
Otgonbaatar, der mongolische Direktor von „Khaanbräu", hat für 4,5 Milliarden Tugrik (rund 4,1 Millionen US-Dollar) 51 Prozent des Aktienkapitals des bedeutendsten mongolischen Getränkeherstellers „APU" erworben.
Die Summe liegt eine Milliarde über der Forderung des Komitees für Staatseigentum.
An der Auktion beteiligten sich insgesamt fünf Konkurrenten, darunter der „Noch-Direktor" von APU.

MIAT plant Kauf einer Boing 737
Wie Infrastrukturminister Jigjid mitteilte, plant die nationale mongolische Fluggesellschaft „MIAT" im nächsten Jahr den Kauf einer Boing 737-800.
Zurzeit fliegen für die „MIAT"zwei Maschinen des Typs Boing, von denen eine 2002 außer Dienst gestellt werden muss. Das „beste Pferd auf der Weide", der Airbus 310, könnte sowieso Gesellschaft gebrauchen.
Weiter führte der Minister aus, dass die MIAT-Vertretungen im Ausland angehalten würden, gleichzeitig als Tourismusvertreter für die Mongolei tätig zu werden.

S. Demberel bleibt Präsident der Industrie- und Handelskammer der Mongolei
Am 23. November fanden auf der XVI. Tagung der IHK im Kinderpalast von Ulaanbaatar die Wahlen für das Präsidentenamt statt.
S. Demberel, der Amtsinhaber, wurde für weitere vier Jahre gewählt, nachdem sein einziger ernsthafter Konkurrent, B. Batbayar, kurzfristig seine Kandidatur zurückgezogen hatte.


Junge Billardspieler im ehemaligen Leninmuseum

Frauenarbeitslosigkeit besonders hoch
„60 Prozent der Arbeitslosen haben keinen Beruf erlernt", sagte der Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit, Sh. Batbayar, in seiner Rede vor den Parlamentsabgeordneten. Von den 27.100 neu arbeitlos Gemeldeten in den ersten zehn Monaten dieses Jahres seien 54,1 Prozent Frauen.
20.700 Menschen konnte in den vergangenen Monaten ein neuer Arbeitsplatz vermittelt werden.
9.300 Jugendliche, von insgesamt 70.000, hätten nach dem Abschluss der zehnten bzw. der achten Klasse keine Beschäftigung gefunden.
Batbayar weiter:" Im Jahre 2001 haben 3.415 ausländische Bürger aus 44 Ländern eine Arbeitserlaubnis für die Mongolei bekommen. Die meisten von ihnen stammen aus China, Russland und der Ukraine." In Korea (Südkorea-R.B.) arbeiten offiziell 719 Mongolen, in Japan 200."
Auf die Frage nach der Beschäftigungssituation für Behinderte antwortete der stellvertretende Arbeitsminister, Chinzorig, dass von 20.000 arbeitsfähigen Behinderten 2.000 in Ulaanbaatar und 800 in den Aimags über einen Arbeitsplatz verfügten.
Eine gemeinsame Erhebung von UNDP und dem mongolischen Arbeitsministerium kommt zu dem Schluss, in der Mongolei seien 15 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung ohne regelmäßige bezahlte Tätigkeit. Ein Problem sei die Schattenwirtschaft. Hier seien ca.130.000 Menschen beschäftigt.

Offener Brief an den Präsidenten
Die Mutter von Ch. Enkhtaivan, der seit mehr als drei Wochen im Gefängnis sitzt, hat einen Offenen Brief, adressiert an Präsident Bagabandi, den Vorsitzenden des Staatskhurals S. Tumur-Ochir, an den Ministerpräsidenten Enkhbayar und an den Generalstaatsanwalt M. Altankhuyag gerichtet. Darin beklagt sie die Verfassungswidrigkeit der Behandlung ihres Sohnes, der unter „schwersten Bedingungen" in Gants Khudag eingesperrt sei. Zeitungsberichte, wonach in seinem Auto ein Gewehr gefunden und beschlagnahmt worden sei oder gar sein Tod gemeldet wurde, entbehrten jeder Grundlage.
Im Zusammenhang mit den Vorfällen um die Prügelei am „Tsentrpoint" spekulieren einige Medien, z.B. „Unuudur", über eine Verbindung zur geplanten Privatisierung von „APU" am 21.11. Sicher ist, dass sich die Direktoren von „Burkhan Khaldun" (dazu gehört u.a. „Terguun Trade"), N. Munkhdash und „XL-TA", B. Batbold, an der Auktion beteiligen wollten.
Munkhdashs Anwalt Zoljargal äußerte, sein Mandant hätte die Absicht gehabt, in die Bundesrepublik zu fliegen, um mit Geschäftspartnern die APU-Privatisierung zu besprechen.
Die Firmengruppe Munkhdashs ist Träger des Titels: „Bester Steuerzahler des Chingeltei-Duuregs" (Stadtbezirk von Ulaanbaatar).

Goldhandel freigegeben
Auf ihrer Sitzung am 15. November beschlossen die Abgeordneten des Großen Staatskhurals mehrheitlich die Aufhebung des staatlichen Monopols am Goldhandel.
Damit entsprachen sie einer Forderung des Weltwährungsfonds genauso wie den Richtlinien der Geldpolitik der mongolischen Regierung für 2002.
Gegen die Aufgabe des staatlichen Goldhandelsmonopols votierten der ehemalige Premier P. Jasrai und der Minister für Justiz und Innere Angelegenheiten Ts. Nyamdorj. Sie befürchten überproportionale Produktionssteigerungen bzw. die Zunahme des Goldschmuggels.

Neuer Flugplatz im Dornod-Aimag
Am 20. November wurde in Choibalsan, der Hauptstadt des Dornod (Ost)- Aimags, ein neuer internationaler Flughafen seiner Bestimmung übergeben.
Der Flugplatz wurde mit Hilfe eines Kredits der Asiatischen Entwicklungsbank von 1,1 Milliarden Tugrik errichtet. Die Bauausführungen erledigte die Firma „Ulaanbaatar-Bau", die eng mit Firmen der Ostregion zusammenarbeitete und die Ausschreibung für dieses Riesenprojekt gewinnen konnte.
Für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region wird der Flughafen von unschätzbarer Bedeutung sein.
Schon jetzt wurde in Choibalsan z. B. ein Schulungszentrum im Rahmen des UNO-Projekts „Reproduktive Gesundheit" eröffnet.
Auf dem Gelände des Unternehmens „Onon", geleitet vom Bürgermeister Choibalsans und Vorsitzenden des Kherlen-Sums, Nasandelger, wurden ein Viehhandelszentrum und ein Schlachthof eingerichtet.

Wer bestimmt den Kupferpreis?
Das mongolische Bergbauunternehmen „Erdenet" produziert ein Prozent des Weltkupferaufkommens.
Die Abgeordneten des Großen Staatskhurals planten für das Jahr 2002 1.700 US-Dollar für eine Tonne Kupfer und dementsprechend legten sie den Steuerertrag fest.
Leider ist der Kupferpreis laut Londoner Metallbörse von 1.769 Dollar im Januar 2001 auf
1.336 Dollar im November gefallen.
Offensichtlich bestimmen nicht mongolische Parlamentarier, sondern die Londoner Metallbörsianer den Weltmarktpreis für Kupfer.

Kampf gegen Alkoholmissbrauch
Die Studie eines Ärzteteams unter Leitung von Dr. L. Erdenebayar hat 1.000 Männer zu ihren Trinkgewohnheiten befragt. 85 Prozent von ihnen haben schon mindestens einmal am Arbeitsplatz Alkohol zu sich genommen.
58 Prozent der regelmäßig Alkohol Konsumierenden sind wohlhabend, 25 Prozent arm und 17 Prozent müssen als alkoholkrank bezeichnet werden.
60,1 Prozent aller Verbrechen werden von Betrunkenen verübt, 49 Prozent aller Familienstreitigkeiten werden durch Alkoholgenuss verursacht.
Bisher sind jedoch alle Kampagnen, den Verkauf von Alkohol zu beschränken und den Alkoholkonsum am Arbeitsplatz zu verbieten, gescheitert.
Die Produzenten alkoholischer Getränke gehören zu den größten Steuerzahlern des Landes.

Mongolischer Polizeipräsident auf Dienstreise in die Bundesrepublik
Polizeigeneral D. Sandag-Ochir wird am 25. November zu einer offiziellen Dienstreise nach Berlin reisen. In seiner Begleitung befinden sich der Polizeichef des Uvs-Aimags sowie vier weitere Delegationsmitglieder.


Gundalai (1.v.l.) eröffnet Fotoausstellung. 3 v.l. F. Wellek

Eine Chance für den Gobibären
In der Galerie des Mongolischen Künstlerverbandes wurde am 19.11. eine Fotoausstellung mit Landschafts- und Porträtaufnahmen von Franz Wellek eröffnet. Ergänzt wurde die Schau durch einen Videofilm, der dem staunenden Publikum einmalige Aufnahmen des Gobibären – Mazaalai – zeigte.
Der Naturschutzverein „Große Gobi" sowie der Deutsch-Mongolische Kulturverein e. V. haben die Veranstaltung organisiert, die von dem Abgeordneten des Großen Staatskhurals, Gundalai, finanziell unterstützt wurde.

„D. Natsagdorj und die Gegenwart"
Aus Anlass des 95. Geburtstages von D. Natsagdorj, der als Begründer der modernen mongolischen Literatur gilt, fand an der Hochschule „Ikh Mongol" ein Symposium statt, auf dem der Direktor der Hochschule und der Exekutivdirektor des Mongolischen Schriftstellerverbandes Ansprachen hielten. „Natsagdorj"-Preisträger S. Lochin las aus der Biografie des Nationaldichters, der Dichter Ts. Buyanzaya hielt ein Referat zum Thema: „Natsagdorj und die mongolische Literatur im 20. Jahrhundert". S. Oyuntugs, ein Nachkomme Natsagdorjs, rezitierte aus eigenen Gedichten.

Gebete auf Mongolisch
Die Initiatoren für die Gründung eines lamaistischen Klosters, in dem die Gebete auf Mongolisch gelesen werden sollen, haben kürzlich die offizielle Genehmigung für ihr Vorhaben erhalten.
Der Lama N. Sukhbat rechnet damit, dass das Kloster zum „Tsagaan Sar", am 13. Februar 2002, eröffnet werden kann. Eine Entscheidung darüber, wieviel das Lesenlassen der gewünschten Gebete und Segenssprüche die Gläubigen kosten wird, sei noch nicht gefallen, so Sukhbat.
In der Mongolei werden bisher sämtliche Texte in den Klöstern auf Tibetisch vorgetragen.


   

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Last Update: 01. Januar 2017