Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 28. Januar - 3. Februar 2002

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar


Für Uranchimeg hat am dritten Februar der Frühling begonnen

Bagabandi wird vierter Ehrendoktor der Technologischen Universität
Nach Sh. Otgonbileg, Expräsident P. Ochirbat und Akademiemitglied N. Sodnom ist Präsident N. Bagabandi zum vierten Ehrendoktor der Technologischen Universität ernannt worden. An der Zeremonie am ersten Februar nahmen der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur A. Tsanjid sowie namhafte mongolische Wissenschaftler teil.

Parlamentsvorsitzender besucht Krankenhäuser in Ulaanbaatar
In der vergangenen Woche hat sich der Vorsitzende des Großen Staatskhurals, S. Tumur-Ochir, in Unternehmen verschiedener Wirtschaftszweige sowie in Dienstleistungseinrichtungen mit den Arbeitsbedingungen, den Sorgen und Nöten von Belegschaften und Management vertraut gemacht.
Der Direktor des Kraftwerks Nr. 4 von Ulaanbaatar, das 70 Prozent der landesweit benötigten Energie produziert, versicherte, dass eine Erhöhung der Strompreise nicht geplant sei.
Ein Vorhaben der Abgeordneten für die kommenden Frühjahrssitzungen des Großen Staatskhurals wird die Verabschiedung eines Krankenversicherungsgesetzes sein.
Aus diesem Grunde informierte sich Tumur-Ochir, der u.a. vom Gesundheitsminister P. Nyamdavaa begleitet wurde, in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen über die Fortschritte und Mängel bezüglich der Ausstattung mit medizinischem Gerät, mit Medikamenten, Hygiene- und Pflegeartikeln sowie über die Finanzierung der Krankenhäuser, einschließlich der Personalkosten.
Neben der Unfallklinik, die in letzter Zeit mit französischer Hilfe ihre Ausstattung verbessern konnte, besuchte der Parlamentschef das Vereinigte Krankenhaus im Sukhbaatar-Duureg (Stadtbezirk), die ehemalige Kinderklinik Nr. 2. Die 400 Mitarbeiter, davon 49 Ärzte, sind für die einwohnerstarken Stadtbezirke Chingeltei und Sukhbaatar zuständig.
In der Entbindungsklinik Nr. 1 hatten die Besucher Gelegenheit, die Inbetriebnahme eines Notruftelefons für die Beratung bei Schwangerschaftskomplikationen auf dem Lande zu erleben: Sechs Ärzte unter Leitung von Prof. Dr. Jav sind für das Funktionieren des 24-Stunden-Dienstes, der mit Hilfe der GTZ aufgebaut wurde, zuständig. Ziel ist es, Risikosituationen bei Schwangerschaften und Entbindungen zu minimieren, dem Gesundheitspersonal in entfernten Gegenden Entscheidungshilfen zu geben und damit einen Beitrag zur Senkung der Müttersterblichkeit in der Mongolei zu leisten.


3.v.l. Nyamdavaa, 4.v.l. Tumur-Ochir

Privatisierung 2002
Drei ausländische Unternehmen haben ihr Interesse bekundet, die Handels- und Entwicklungsbank zu erwerben.
Eine Reduzierung des Kaufpreises hatte die Regierung, die 76 Prozent der Bankanteile hält, kürzlich definitiv abgelehnt. Der Mindestpreis beträgt 12,266 Millionen US-Dollar.
Auch der Verkauf des Kaschmirbetriebes „Gobi" wurde verschoben. Ein neuer Ausschreibungstermin steht noch nicht fest.
Der im Auftrag der mongolischen Regierung vor einem Jahr mit der Leitung der Landwirtschaftsbank (KHAAN-Bank) betraute Peter Morrow ist „Bester Manager" des Jahres 2001 geworden.
Im vergangenen Jahr eröffnete die Bank 67 neue Filialen, schuf 360 neue Arbeitsplätze und betreut gegenwärtig 42 000 Kunden.
Die Bank steht auf der Regierungsliste für die im Jahr 2002 zu privatisierenden Unternehmen.

Russland – Haupthandelspartner der Mongolei
In der Mongolei arbeiten 170 Firmen mit russischer Beteiligung.
Obwohl der Handel zwischen beiden Ländern von 1991 bis heute stetig zurückging, ist Russland der Haupthandelspartner der Mongolei.
Die Preise für Strom aus Burjatien in den Westen der Mongolei wurden um 25 bis 30 Prozent gesenkt. Bis zum vergangenen Jahr beglich die Mongolei Schulden an die Russische Föderation in Höhe von 18,3 Millionen US-Dollar durch Warenlieferungen. Von den in diesem Jahr fällig werdenden 5,7 Millionen US-Dollar kann die Mongolei, angesichts ihrer schwierigen Haushaltslage, 4,7 Millionen ebenfalls durch Warenlieferungen begleichen.

Mongolische Juristen zum Erfahrungsaustausch nach Deutschland
Eine Arbeitsgruppe des im mongolischen Justizministerium angesiedelten GTZ-Projektes „Rechtsberatung mit Schwerpunkt Zivil- und Wirtschaftsrecht" wird 14 Tage auf einer Studienreise durch Deutschland Erfahrungen und Kenntnisse über Zivilrecht, Prozessordnung und Gerichtsorganisation sowie die Zwangsvollstreckung sammeln.
Die Professorin D. Naranchimeg, Rektorin der privaten Universität „Otgontenger", wird an der Universität in Bremen einen Vortrag zum Thema: „Die Mongolei und das neue Zivilgesetzbuch" halten.

Umweltministerium verweigert der Eisenbahn Holzbestellung
Die Verantwortlichen der Eisenbahnhauptverwaltung Ulaanbaatar müssen sich für die Unterfütterung der Schienengleise etwas anderes einfallen lassen. Mit der Begründung, überall auf der Welt werde Holz für Schienenschwellen nicht mehr verwendet, verbot das Ministerium für Natur und Umwelt die Bestellung von 65 000 Kubikmetern Holz in Zuunkharaa.

Treffen politischer Parteien
Auf Initiative der Bürgermutpartei (Irgenii Zorig Nam) wird am 07. Februar das zweite Treffen der mongolischen politischen Parteien stattfinden. Das erste Treffen fand im Dezember 2001 statt und wurde von der Demokratischen Partei organisiert.
Thema in diesem Jahr: „Die Mongolei und die Auslandskredite".
Außer den im Parlament vertretenen Parteien (MRVP, Bürgermutpartei und Neue Sozialisten) sind Einladungen an 12 weitere Parteien ergangen, teilte S. Oyun, Vorsitzende der Bürgermutpartei, jetzt: Bürgermut – Republikanische Partei, mit.

Grenzschützer zu Fuß unterwegs
Die truppeneigenen Kamele und Pferde sind so schlecht genährt, dass sie als Reittiere nicht zur Verfügung stehen.
Viehdiebstähle an der mongolisch-chinesischen Grenze nehmen von beiden Seiten immer mehr zu. Die Angehörigen der Grenztruppen in den Aimags Süd- und Ostgobi, in Sukhbaatar und Dornod haben alle Hände voll zu tun, die beiderseitigen Grenzverletzungen zu ahnden. Der illegale „Grenzübertritt" von 106 Rindern, 125 Kamelen und 20 Pferden von der Mongolei nach China konnte verhindert werden. Laut Regierungsbeschluss von 1993 sollen die Grenzschützer, in deren Bereich Herdentiere aufgebracht werden, diese ein Jahr hüten, meldet sich auch dann der Besitzer nicht, gehen die Tiere in das Eigentum der entsprechenden Einheit über. Zurzeit hüten die Grenzsoldaten 248 Pferde, die von 405 übriggeblieben sind. Die anderen sind wegen Futtermangels eingegangen.


Diese Pferde werden den Winter überstehen

Dokumente über 34 Hilfsprojekte verschwunden
Zwischen 1991 und 2001 wurden im Ministerium für Natur- und Umwelt 58 Projekte mit ausländischer finanzieller und materieller Unterstützung verwirklicht. Eine Finanzkontrolle, von Minister Barsbold in Auftrag gegeben, ergab das Fehlen jeglicher Unterlagen über 34 dieser Projekte: keine Rechnung, kein Überweisungsbeleg, keine Berichte, nichts. Der Direktor der beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, J. Yadmaa, antwortete auf die Frage nach dem Verbleib der Papiere, dass bei allen in Frage kommenden Institutionen, den Repräsentanzen der Asiatischen Entwicklungsbank, der UNO, von „TACIC", des WWF in der Mongolei, der Handels- und Entwicklungsbank, dem Rechen- und Informationszentrum, beim Zoll, insgesamt 20 Einrichtungen, angefragt wurde. Das Ergebnis: Über die 34 internationalen Projekte gibt es kein einziges Dokument.
Außerdem sind von 12 Autos, die zwischen 1997 und 2000 von Projektmitteln gekauft wurden, nur fünf in den Büchern verzeichnet. Zwei der Fahrzeuge sind inzwischen aufgetaucht, von den übrigen fünf fehlt jede Spur.
Minister Barsbold: „Da ich einen Verdacht über Unregelmäßigkeiten im Ministerium hatte, habe ich die Überprüfung veranlasst. Unmittelbar nach Bekanntwerden der anstehenden Kontrolle ist der Abteilungsleiter für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit zurückgetreten. Wir haben den Fall den Strafverfolgungsbehörden übergeben."
Im Verantwortungsbereich des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Handel sind ebenfalls Dokumente über Auslandskredite in Höhe von 173 Millionen US-Dollar verschwunden.

FIFTA als „Auslandsinvestitionsförderin" ausgezeichnet
B. Ganzorig, Leiter der Regierungsagentur für Auslandsinvestitionen und Außenhandel (FIFTA), nahm vom 22.-25. Januar an der Jahreskonferenz des Weltverbandes der Agenturen zur Investitionsförderung (WAIPA) in Genf teil. Im Mittelpunkt der Beratungen standen Probleme der Globalisierung und Zukunftstrends.
Die FIFTA erhielt eine Auszeichnung als „Beste Agentur zur Investitionsförderung 2001".
B. Ganzorig wurde erneut in den WAIPA-Vorstand gewählt.

Masterplan für Ulaanbaatar bis 2020
Gegenwärtig leben in Ulaanbaatar 760 000 Menschen in sechs Stadt- und drei Außenbezirken (Nalaikh, Baganuur, Bagakhangai), das entspricht einem Drittel der Gesamtbevölkerung der Mongolei. Der Zuzug vom Land hält unvermindert an, die meisten Unternehmen, Kultur- und Gesundheitseinrichtungen befinden sich in der Hauptstadt.
Der dritte Plan zur Entwicklung Ulaanbaatars nach 1954 und 1984 wurde vom Institut für Urbanisierung, Forschung und Planung erstellt und ist Teil des von der Weltbank finanzierten Rahmenplans „Strategie zur Stadtentwicklung".
Der Plan sieht eine Einteilung der Stadt in drei Entwicklungszonen vor (urbane Zone, Erholung und Sanatorien, Landwirtschaft).
Die Luftverschmutzung liegt das Zwei- bis Dreifache über dem Normwert, beim Wasser ist die Schadstoffbelastung sogar um das Dreißigfache erhöht.
Bis 2020 soll durch moderne Heizungs- und Wasseraufbereitungstechnologien die Belastung für Mensch und Umwelt entscheidend reduziert werden.

7 132 Menschen wurden 50 000 Tugrik Einwanderungsgebühr erlassen
Von den 17 187 Landbewohnern, die sich illegal in Ulaanbaatar angesiedelt haben, wurde jetzt auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 7.132 kostenlos die Einbürgerung für die Hauptstadt zugesichert.
Dabei handelt es ich um 416 Alte, 1 592 Kinder und 5 054 sehr Arme.

Kinderarbeit
In den sechs Goldgruben im Selenge-Aimag verrichten 86 Kinder (bis 16 Jahre) schwere Arbeiten: Sie schleppen Erde oder waschen Gold aus. In zwei Ziegeleien sind 51 Kinder beschäftigt.

Diplomat bei Einreise in die Tschechei des Zigarettenschmuggels überführt
Tschechische Grenzsoldaten entdeckten bei einem mongolischen Diplomaten 3 200 Stangen Zigaretten. Der Mann wollte die 28 000 US-Dollar Zollgebühren nicht zahlen.

Airbus-Chefpilot in Korea festgenommen
Am 30. Januar wurde zunächst die gesamte mongolische Flugzeugbesatzung des Airbusses A - 310 von Ulaanbaatar nach Seoul festgenommen. Der koreanische Zoll beschlagnahmte sieben Kilogramm Gold. Die Beschlagnahme des Flugzeuges konnte durch die Intervention des MIAT-Vertreters in Seoul gerade so abgewendet werden.
Während die übrigen Besatzungsmitglieder bald freigelassen wurden und bereits wieder in der Heimat eingetroffen sind, bleibt B. Ganbaatar, der Chefpilot, weiter in Haft.

Diebesbande ausgehoben
Acht Mitglieder einer Diebesbande, die in Ulaanbaatar 22 Betriebe und 43 Menschen beraubt haben und dabei mit äußerster Brutalität vorgingen, konnten kürzlich von der Polizei im Stadtbezirk Bayanzurkh festgenommen werden.
Sie stammen aus dem Argalant-Sum im Tuv (Zentral)-Aimag.

Mongole in Israel ermordet
Die Ermordung eines Mongolen durch einen Landsmann in Jerusalem, veranlasste die Polizei des Wohngebietes, in dem der Mord passierte, zehn mongolische Bewohner umgehend aus Israel auszuweisen. Am gleichen Tag schickten die israelischen Grenzbehörden 30 Mongolen, die auf dem Flughafen in Jerusalem gelandet waren, in ihre Heimat zurück.

Bekannter Strafverteidiger auf der Straße erschlagen
In letzter Zeit häuften sich Anschläge gegen Mitarbeiter des Justizwesens. Nicht nur Richter und Vertreter der Staatsanwaltschaft, sondern zunehmend auch Strafverteidiger werden Opfer von Gewalttätern.
Der Mord an dem namhaften Anwalt und Strafverteidiger, B. Nyanaabaatar - er wurde auf dem Weg nach Hause zusammengeschlagen und erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen – veranlasste die Präsidentin der Anwaltsvereinigung, S. Narangerel, die Persönlichkeitsrechte der Juristen, aber auch das Recht jedes Verbrechers auf juristischen Beistand zu betonen. Es könne nicht sein, dass ein Verteidiger mit dem Verbrechen seines Klienten, und sei es noch so verabscheuungswürdig, identifiziert würde und er um Gesundheit und Leben fürchten müsse.

Mongolische Olympiamannschaft fast komplett
Die mongolische Olympiamannschaft für Salt Lake City besteht aus acht Personen. Delegationsleiter ist der Präsident des mongolischen Skiläuferverbandes, R. Raash. Der Skilangläufer, Meister des Sports J. Erdenetulkhuur, wird über 10 km, die Meisterin des Sports, D. Enkhee, über 5 km im Freien Stil an den Start gehen.
Die endgültige Entscheidung des Internationalen Schlittschuhläuferverbandes über die Einladung eines mongolisches Sportlers steht noch aus.

14. Dalai-Lama erkrankt
Der 14. Dalai-Lama Danzanjamts wurde am vergangenen Sonntag mit Verdacht auf eine Mageninfektion in das Lilavati-Krankenhaus von Bombay eingeliefert. Während eines Gottesdienstes hatte das Oberhaupt der lamaistischen Kirche einen Schwächeanfall erlitten und musste die Zeremonie abbrechen.

Treffen mit Sterndeutern
Am 31. Januar fand im Gewerkschaftspalast von Ulaanbaatar die jährliche Zusammenkunft mongolischer Astrologen mit interessierten Bürgern statt.
Der Oberlama der Astrologenschule „Ich Khuree", Z. Sangidorj, und der Astrologe Tsevegmid informierten ausführlich über das kommende Wasserpferdejahr und beantworteten anschließend Fragen der Teilnehmer.


   

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Last Update: 01. Januar 2017