Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 11. - 21. Februar 2002

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar

 

Winter 2001/02
Die Viehverluste sind in diesem Jahr nicht so hoch wie in den beiden Vorjahren, aber trotzdem beträchtlich: Im Bayanhkongor-Aimag verendeten rd. 850 000 Stück Vieh, im Gobialtai-Aimag 345 000 Stück Vieh.
Über 10 000 Pferde sind aus dem Uvurkhangai-Aimag verschwunden und befinden sich jetzt -getrieben durch starken Wind - im Dund(Mittel)gobi-Aimag.
Im Bayanhongor-Aimak haben 317 Viehzüchter ihr gesamtes Vieh verloren. Über 50% der Fläche dieses Aimags sind noch immer von hohem Schnee (über 20cm) bedeckt.
Insgesamt sind in diesem Winter bisher 1,8 Millionen Stück Vieh verendet.

"Orkhon Mandal" erreicht höchste Hektarerträge
Der Landwirtschaftsbetrieb "Orhon Mandal" aus dem Bulgan-Aimag wurde "erntebeste Firma".
Sie hat auf 950 ha Fläche Weizen angebaut und je Hektar einen Ertrag von 20 Zentnern erzielt.

Günstigere Handytarife
Ab 1. März können Handybesitzer, die einen Vertrag mit der mongolischen Firma "Mobicom" haben, unter der Vorwahl 002... billiger ins Ausland telefonieren. Nach Deutschland kostet dann eine Minute 444 Tugrik (0,46 Euro).

Studentin bei Tankstellenüberfall tödlich verletzt
Bereits in der Nacht zum 07.02. wurde die Tankstelle "Oyun Undra" überfallen.
Eine Studentin, die dort aushilfsweise arbeitete, verletzten die Täter so schwer, dass sie wenig später im Krankenhaus verstarb. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Wem gehört "APU"?
Streit gibt es um die neuen Besitzverhältnisse in der Firma "APU" (Hauptproduzent von Spirituosen und einer der Spitzenverdiener in der Mongolei). Auf einer außerplanmäßigen Vorstandssitzung wurde Vorstandstandschef S. Jamjansuren abgewählt. Zum neuen Vorsitzenden wählten die Delegierten Otgonbaatar, den Chef von Khanbräu.
Jamjansuren war mit seiner Abwahl nicht einverstanden und wandte sich an das Gericht. Bis zu einer Entscheidung will er seine Geschäfte weiterführen.
In seinem Auftrag hinderten 30 bewaffnete Bodygards den neuen Chef Otgonbaatar daran, die Firma zu betreten.

Arabische Hilfe für Mongolei
Kuweit unterstützt die Mongolei mit einem Sieben-Millionen-Dollar-Kredit. Das Geld soll für den Bau einer 54 km langen Straße zwischen Erdenet und dem Bulgan-Aimag verwendet werden.

Statistik für Januar 2002:
Offiziell registrierte
Arbeitslose: 40 800.
Es wurden 3 622 Kinder geboren.
1 800 Personen verübten Straftaten, bei denen 583 Menschen zu Schaden kamen. 169 Personen starben bei Überfällen.

1 300 Autounfälle
Im Januar gab es in Ulaanbaatar 1 300 Autounfälle, bei denen 355 Menschen verletzt und 13 getötet wurden. Die Verkehrspolizei stellte 425 betrunkene Fahrer. 20 Fahrer begingen Unfallflucht.

Goldschmuggel
Ein chinesischer Mitarbeiter der Chinesischen Eisenbahngesellschaft wurde an der mongolisch-chinesischen Grenze in Zamyn Ud gefasst, als er illegal 7,5 kg Gold aus der Mongolei ausführen wollte.  Nach dem mongolischen Airbuspiloten, der mittlerweile in Ulaanbaatar in Untersuchungshaft sitzt, ist das der zweite Fall in kurzer Zeit.

Schwäne wollen Mongolei nicht verlassen
Am Fluß Eg im Khuvsgul-Aimag überwintern vier Schwäne, die nicht im Herbst mit den anderen zusammen in wärmere Gebiete gezogen sind. Naturschützer haben ihnen eine Holzunterkunft gebaut, in der sie - so hofft man - den verbleibenden Teil des Winters überstehen werden.

Das Beste aus dem weißen Schlangenjahr 2001
(laut "Mongol Messenger"):

327 Japaner leben ständig in der Mongolei
Von den 327, ständig in der Mongolei lebenden Japanern, sind 13 mit Mongolen verheiratet.

Und noch einmal Olympia 2002
"Ja, wo läuft sie denn?", diese Frage hätte mongolische Olympiareporter, so welche in Salt Lake City gesichtet worden wären, umgetrieben. D. Enkhee, die gemeinsam mit der türkischen Starterin im Verfolgungsrennen hinter der letzten und besten Gruppe der Skilangläuferinnen starten musste, wurde 70. Während der Zieleinlauf der Türkin lange nach der Siegerehrung noch von den Fernsehkameras festgehalten wurde, war den mongolischen Fans vor den Bildschirmen in aller Welt ein Blick auf ihre Landsfrau leider nicht gegönnt.
Enchee zeigte sich hocherfreut, dass sie nicht Letzte (von 73) geworden ist.

Chinggis-Restaurant in Berlin
Die Chinggis-Restaurants, Bars und Clubs in Ulaanbaatar sind kaum noch zu zählen.
Seit dem 03. Februar gibt es endlich auch in Berlin ein mongolisches Restaurant und auch dieses Restaurant bekam den originellen Namen "Chinggis-Khaan". Tegshbayar und Batnasan, zwei Ärzte aus Halle hatten die Idee. Zwei in Berlin arbeitslos gemeldete mongolische Köchinnen, verheiratet mit Berlinern und mongolische Studenten halten den Betrieb aufrecht. Neben mongolischen Spezialitäten werden auch Bier, Wein u.a. angeboten.
Das "Chinggis" befindet sich an der Ecke Bornholmer/Gotlandstraße in Pankow.
Angeboten werden Buuze (gefüllte Teigtäschchen), Guriltai Shul (Nudelsuppe), Suutei Tsai (Milchtee) und andere mongolische Leckereien. Leider ist der Chinggis-Wodka schon ausverkauft.

Berichtigung
Im Beitrag zum Tsagaan Sar vom 10. Februar wird "Uvchuu" unkorrekt als Rinderrücken bezeichnet, der wäre den Mongolen sowieso zu trocken. Uvchuu ist die Rinderbrust, saftiger und schmackhafter, jedenfalls für mongolische Gaumen.


   

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