Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:
von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar
Sonntäglicher Einkaufsbummel in Ulaanbaatar. 13.01.02
Erste Auslandsdienstreise erfolgreich beendet
Die erste Auslandsdienstreise im neuen Jahr
führte Ministerpräsident Enkhbayar vom 07.-12. Januar in die Volksrepublik
China. Damit folgte er einer Einladung des chinesischen Ministerpräsidenten Zhu
Rongji.
Während seines Aufenthaltes in Peking traf Enkhbayar ebenfalls mit
Staatspräsident Jiang Zemin und dem Vorsitzenden des Nationalen Volkskongresses
Li Peng zusammen.
Zur Begleitung des mongolischen Regierungschefs gehörten neben den Ministern
für Auswärtige Angelegenheiten, L. Erdenechuluun und Infrastruktur, B. Jigjid,
die Parlamentsabgeordneten L. Odonchimed und Sh. Gungaadorj sowie 30
Unternehmensvertreter.
Unmittelbar nach seiner Rückkehr in die Heimat informierte Enkhbayar in- und
ausländische Journalisten über Ergebnisse der Reise.
Mehrere Verträge über die Gewinnung von Bodenschätzen und die Stromerzeugung
in der Mongolei sowie die Einbeziehung Chinas beim Bau der Jahrtausendstraße
– Bau einer Brücke über den Numrug im Osten – wurden unterzeichnet. Beide
Seiten verhandelten darüber hinaus über eine Eisenbahnverbindung zwischen der
Stadt Choibalsan und dem chinesischen Ort Rashaant.
China gewährt der Mongolei einen nichtrückzahlbaren Kredit in Höhe von 50
Millionen Yuan (6,2 Millionen US-Dollar).
Befürchtungen, dass mongolische Waren nach dem Beitritt Chinas zur
Welthandelsorganisation (World Trade Organisation - WTO) weiter ins
Hintertreffen geraten könnten, trat Enkhbayar mit dem Argument entgegen, die
mongolischen Produzenten müssten mehr weltmarktfähige Produkte liefern.
Die Mitglieder der mongolischen Regierungsdelegation besuchten die
Wirtschaftssonderzonen um Khukh Khot (Hauptstadt des Autonomen Gebietes Innere
Mongolei) sowie Hongkong. Hier führten beide Seiten Verhandlungen über eine
direkte Flugverbindung zwischen Ulaanbaatar und Hongkong.
Zum Abschluss der Pressekonferenz betonte Enkhbayar zum wiederholten Male die
außerordentliche Bedeutung guter politischer und wirtschaftlicher Beziehungen
zum südlichen Nachbarstaat der Mongolei.
Enkhbayar-Pressekonferenz am 12. Januar 2002
Uvgunkhuu (MRVP) siegt bei Nachwahl in Bulgan
Bei der Nachwahl für den freigewordenen
Parlamentssitz des verstorbenen L. Enebish im 11. Wahlbezirk ( acht Sums im
Bulgan-Aimag und das Aimakzentrum) konnte sich der MRVP-Kandidat B. Uvgunkhuu
durchsetzen. Insgesamt sprachen sich 41,9 Prozent der Wähler für ihn aus.
Auf den Kandidaten der Demokratischen Partei, E. Bat-Uul, entfielen 23,1
Prozent, 24,4 Prozent erreichte B. Jargalsaikhan (Mongolische Republikanische
Partei und Generaldirektor von „Buyan", B. Uuganbayar von der „Neuen
Sozialistischen Partei" erreichte 10,2 und der unabhängige Kandidat A.
Gurragchaa 0,8 Prozent der Stimmen.
E. Bat-Uul siegte im Rashaant-Sum (41,9 Prozent), B. Jargalsaikhan im
Aimagzentrum (39,8 Prozent) und im Gurvanbulag-Sum (40,5 Prozent).
Besonders komfortabel fiel der Vorsprung des Gesamtsiegers in den Sums
Khishig-Undur und Bayannuur aus.
12 682 der 15 106 Wahlberechtigten haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.
Ikh Khural pausiert
Seit dem Beginn der Herbstsitzungen des
Großen Staatskhurals am 10. Oktober 2001 haben 2 500 Bürger die Debatten der
Abgeordneten im Sitzungssaal direkt verfolgt.
An 29 Sitzungstagen der Parlamentarier und an 99 Zusammenkünften der Ständigen
und Zeitweiligen Kommissionen wurden 137 Gesetze, Änderungen, Ergänzungen,
Entwürfe und Entscheidungen verabschiedet.
Die letzte Amtshandlung der 76 Volksvertreter vor Beginn der Frühjahrssitzungen
bestand in der Würdigung der vierten Verfassung, die am 12. Januar vor zehn
Jahren in Kraft trat.
Zehn Jahre demokratische Verfassung
Mit Kranzniederlegungen am
Sukhbaatardenkmal am 12., einer wissenschaftlichen Konferenz „Grundgedanken,
Verwirklichung und weitere Gestaltung des Grundgesetzes" und einer
Festveranstaltung im Kulturpalast am 13. Januar 2002 begingen die Mongolen den
10. Jahrestag ihrer ersten demokratischen Verfassung.
In ihren Reden würdigten Präsident, Parlamentsvorsitzender und
Ministerpräsident den Weg der Mongolei in Richtung Pluralismus und freie
Wirtschaft. Das neue Grundgesetz hätte wesentlich dazu beigetragen, die
internationale Anerkennung der Mongolei auf ein höheres Niveau zu heben.
Gleichzeitig appellierten sie an alle Bürger, ihr Recht auf freie
Meinungsäußerung aktiv wahrzunehmen, das Grundgesetz könne nur durch die
Mitwirkung möglichst vieler Bürger mit Leben erfüllt werden.
76 Mütter während der Entbindung gestorben
Auf einer der letzten Parlamentssitzungen
informierte Gesundheitsminister P. Nyamdavaa die Abgeordneten über Probleme und
Fortschritte im Gesundheitswesen.
Entsprechend dem Regierungsprogramm zur Verbesserung des Gesundheitswesens in
der Mongolei wurden 238 Familienkrankenhäuser (-kliniken) für 1,1 Millionen
Menschen in den sechs Stadtbezirken Ulaanbaatars und zwölf Aimags errichtet.
Dafür wurden zwischen 2000 und 2001 702 Millionen Tugrik ausgegeben. Mit
finanzieller Unterstützung der Asiatischen Entwicklungsbank wurden Vereinigte
Krankenhäuser in 16 Aimags und zwei Stadtbezirken Ulaanbaatars mit
medizinischem Gerät (Beatmungsgeräte, biochemische und immunologische
Analysegeräte etc.) im Wert von 871,2 Millionen Tugrik ausgestattet.
Im Jahre 2001 wurden mit Hilfe der Regierung 102 Krankenwagen und 160
Motorräder für städtische bzw. ländliche Gesundheitseinrichtungen
angeschafft.
Im gleichen Jahr stieg die Zahl der Infektionsfälle um 45,4 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr an. Auf 10 000 Menschen kommen 185,2 Infektionskranke. 34
Prozent der Infektionskrankheiten sind Geschlechtskrankheiten.
Bezüglich der Häufigkeit einzelner Krankheiten gibt es regionale Unterschiede:
Im Dornod-Aimag treten besonders viele Tuberkulosefälle auf, in den westlichen
Aimags sind Magen- und Halskrankheiten häufiger als in anderen Regionen, in
Bayan-Ulgii sind Hepatitis-Erkrankungen seltener.
76 Frauen sind im vergangenen Jahr bei der Entbindung gestorben. In sechs
Fällen lag die Schuld bei den Ärzten, in fünf Fällen wurde eine sichere
Entbindung auf Grund der schwierigen Zudbedingungen (gesperrte Wege, kein
schneller Transport der Schwangeren möglich etc.) verhindert.
Die Schadstoffbelastung der Luft in Ulaanbaatar nimmt zeitweise dramatische
Ausmaße an.
Ärzte raten Verkehrspolizisten und Straßenreinigungskräften, frühmorgens
Schutzmasken zu tragen.
Als Hauptursache für die schlechte Luft benennt der Gesundheitsminister die 40
000 Jurten in und um die Hauptstadt, die mit Kohle minderer Qualität geheizt
würden. Außerdem würden von Jahr zu Jahr mehr illegale Siedler vom Land die
Situation weiter verschärfen.
Gedenkveranstaltung am 14.01.02. 4.v.l. Batzorigs Bruder
Ts.-Batzorig-Fotowettbewerb
Am 14. Januar jährte sich zum ersten Mal
der Tag des tragischen Hubschrauberunglücks, bei dem im Malchin-Sum des
Uvs-Aimags neun Menschen den Tod fanden.
Zum Gedenken an die Opfer trafen sich am 14. Januar 2002 im Pressezentrum von
Ulaanbaatar Verwandte, Freunde, Kollegen und Medienvertreter.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung wurden die Sieger in einem
Fotowettbewerb gekürt, der zur Erinnerung an den Fotografen Ts. Batzorig, der
bei dem Hubschrauberabsturz am 14 Januar vor einem Jahr sein Leben verlor,
initiiert wurde und in Zukunft jährlich ausgetragen werden soll.
In diesem Jahr ging der Fotoreporter von „Unuudur", S. Enkjargal, als
Sieger aus dem Wettstreit hervor.
Mongolische Fleischexporte nach Russland
Nach einer Vereinbarung zwischen Russland
und der Mongolei kann ab sofort Fleisch in nicht limitierter Menge aus den
Aimags Uvs, Khovd und Bayan-Ulgii nach Russland exportiert werden.
Eine Delegation des Veterinärmedizinischen Dienstes Russlands überzeugte sich
in den entsprechenden Betrieben vom Zustand der Technik, den
Verarbeitungsmethoden, dem Gesundheitszustand der Tiere.
Neun Betrieben wurde das Recht zuerkannt, Pferde- und Rindfleisch zu
exportieren.
Eine Frist für die Vertagsdauer wurde nicht festgelegt. Wichtig sei nur, dass
es nicht zum Ausbruch der Maul- und Klauenseuche komme.
Minister als Präsidenten
Laut Verfassung ist es den
Parlamentsabgeordneten und Regierungsmitgliedern untersagt, einer
wirtschaftlichen Tätigkeit nachzugehen. Nichts steht in der Verfassung über
Ehrenämter.
Der Finanzminister Ch. Ulaan ist Präsident des Wassersportvereins und
Vorstandsmitglied der Volleyballverbandes.
Industrie- und Handelsminister Ch. Ganzorig ist Präsident des Tennisverbandes,
Natur- und Umweltminister U. Barsbold Präsident des Basketballverbandes,
Verteidigungsminister J. Gurragchaa Präsident der mongolischen Bogenschützen.
Auf dem Sukhbaatarplatz. 13.01.02
Wärmeeinbruch in weiten Teilen der Mongolei
Am letzten Tag des Jahres 2001 stiegen die
Temperaturen in der Hauptstadt und in mehreren Aimags unerwartet an. In einigen
geschützten Tälern der Aimags Süd- und Mittelgobi sowie Arkhangai erreichten
die Temperaturen plus sieben Grad. Der Schnee begann vielerorts zu tauen, was
allerdings ebenfalls zu Problemen, nicht nur bei der Viehfütterung, führte.
Denn in der Nacht fror alles wieder zu und die Zahl der Autounfälle, vor allem
in den frühen Morgenstunden, stieg sprunghaft an.
Zur Erinnerung: Im vergangenen Januar hatten Menschen und Tiere mit Temperaturen
um die minus 40 Grad (am Tag!) zu kämpfen.
Am Wochenende begann es zudem zu schneien. Ulaanbaatar lag unter einer selten
dichten Schneedecke.
Seit Wochenbeginn sinken die Temperaturen wieder: minus 22 Grad in Ulaanbaatar,
zwischen minus 20 und 30 Grad im Süden, Norden und Westen der Mongolei.
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Last Update: 02. Januar 2023