Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 8. - 14. Juli 2002

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar


Pressekonferenz Gebertreffen, 2.v.l. I. Porter, 3. Ch. Ulaan

333 Millionen US-Dollar für die Mongolei
Auf dem 9. Treffen der Geberländer und –organisationen vom 08. bis 10. Juli 2002 in Ulaanbaatar wurden der Mongolei für das kommende Jahr 333 Millionen US-Dollar zugesagt. Die Kredite und Zuwendungen, einschließlich Projekte, technische und finanzielle Hilfen, sind vorgesehen für die Verwirklichung des Regierungsprogramms zur Reduzierung der Armut sowie zur Erhöhung des Wirtschaftswachstums.
Im Unterschied zu den vergangenen acht Treffen war diesmal auch die Privatwirtschaft geladen.
Regierungs- und Gebervertreter waren sich einig darüber, dass die Fortschritte bei den Reformen des Finanzsystems, der Privatisierung, der Bodengesetzgebung, des Antikorruptionsprogrammes sowie bei den öffentlichen Dienstleistungen Anerkennung verdienen. Trotzdem sei eine Verbesserung der Quantität und Qualität der Dienstleistungen seitens der Regierung sowie des Investitionsklimas geboten.
Priorität für die Umsetzung des anspruchsvollen Programms zur Armutsreduzierung hätten die Sektoren Energie, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie die Ausarbeitung einer langfristigen Strategie für die ländliche Entwicklung unter Einbeziehung örtlicher Initiativen.
Der Einladung an 60 Länder und Organisationen waren Delegierte aus 20 Ländern und von 18 Organisationen gefolgt, darunter Japan, China, Ägypten, Ungarn, die Niederlande, Großbritannien und die USA, UNDP, Soros, die Europäische Kommission und der Internationale Währungsfonds.
Die Bundesrepublik Deutschland wurde vertreten von Delegationsleiterin Julia Wegner, Mongoleireferentin im Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Claudia Spahl, 1. Sekretär der deutschen Botschaft, Dr. Josef Stadlbauer, Kreditanstalt für Wiederaufbau und Dr. Hans-Henning Sawitzki, Leiter des GTZ-Büros Ulaanbaatar.
Nach Japan, der Asiatischen Entwicklungsbank (AEB) und der Weltbank ist Deutschland der viertgrößte „Geber" für die Mongolei.
Ian Porter, Mongoleiverantwortlicher der Weltbank, und Chultemiin Ulaan, Minister für Finanzen und Wirtschaft, leiteten gemeinsam die Konferenz und stellten sich zum Abschluss der dreitägigen Beratungen den Fragen der nationalen und internationalen Medien.
Das nächste Treffen der internationalen Gebergemeinschaft wird in der zweiten Hälfte 2003 in Tokio stattfinden.


Kranzniederlegung am 10.07.02

Ein neuer „Löwe"
Ulsyn Zaan („Staats"-Elefant) G. Usukhbayar heißt der Sieger der diesjährigen Naadamringwettkämpfe.
512 Ringer kämpften in neun Runden um den Sieg. (Die Rundenanzahl ändert sich entsprechend der Gesamtzahl der teilnehmenden Ringer.)
Usukhbayar gewann zum ersten Mal ein Naadamringen. Dieser Sieg brachte ihm den Titel „Arslan" (Löwe) ein. Der neue „Löwe" stammt aus dem Arkhangai-Aimag. Zweiter wurde „Ulsyn Zaan" B. Gantogtokh.
Der gegenwärtig höchste Titelträger, „Darkhan Avarga" (Unverletzlicher, Unbesiegbarer Riese, Meister) B. Bat-Erdene, der bei den Mongolen beliebteste und am meisten geachtete Ringer, schied in der sechsten Runde aus. Er hat bereits über zehnmal das Naadamringen gewonnen.
Der erste Naadamsieg bringt den Titel „Arslan", der zweite Sieg den Titel „Avarga". Ein Sieg in der fünften Runde beim Naadam wird mit dem Titel „Nachin" (Falke), ein Sieg in der siebenten Runde mit dem Titel „Zaan" gewürdigt. In diesem Jahr gab es keine neuen Falken und Elefanten.
Nachdem Präsident N. Bagabandi am frühen Abend des 12. Juli den neuen Titelträger im Ringen ausgezeichnet hatte, erklärte er die diesjährigen offiziellen Naadamfeierlichkeiten für beendet. Zuvor waren ebenfalls die Sieger im Bogenschießen und in den Pferderennen geehrt worden.
Begonnen hatte das Naadamfest mit Kranzniederlegungen vor dem Sukhbaatardenkmal am 10. Juli. Ein Festkonzert im zentralen Kulturpalast, die „Drei Spiele der Männer", Estradenprogramme, der traditionelle Staatsempfang des Präsidenten in Ikh Tengeriin Am und ein großes Volksfest mit abschließendem Feuerwerk auf dem Sukhbaatarplatz gehörten zu den Höhepunkten der Feiertage.
Das Wetter war Organisatoren und Teilnehmern gewogen: Kein Regen und nicht zu heiß.
„Nach dem Naadam beginnt der Herbst" sagen die Mongolen und umsichtige Viehhalter fangen bereits jetzt mit den Vorbereitungen auf die „kalte" Jahreszeit an.


Tsamtänzer auf der Stadionrunde

„Tag der Weltbevölkerung"
Der 11. Juli wurde von der UNO zum „Tag der Weltbevölkerung" erklärt. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto: „Armutsbekämpfung und Verbesserung der Reproduktiven Gesundheit".
Der Minister für soziale Sicherheit und Arbeit, Sh. Batbayar, kam nicht umhin zu bestätigen, dass 36 Prozent der Mongolen an oder unter der Armutsgrenze leben müssen. Weltweit seien es 1,3 Milliarden.
In der Mongolei hätten zwischen 1995 und 2000 95 435 Menschen ihre Heimatregionen verlassen, um sich hauptsächlich in Ulaanbaatar anzusiedeln. Schätzungsweise 50 000 von ihnen leben hier ohne Registrierung. Damit seien ihnen der Zugang zu Bildung und Gesundheitsfürsorge, öffentlichen Dienstleistungen und modernen Kommunikationsmöglichkeiten nahezu verschlossen.
Die Immigration zu stoppen bzw. in geordnete Bahnen zu lenken, sei ebenfalls ein Anliegen im Rahmen des Regierungsprogramms zur Armutsreduzierung.

Privatisierung der Landwirtschaftsbank
Auf der Regierungssitzung am 08. Juli wurde beschlossen, die Landwirtschaftsbank zur Privatisierung auszuschreiben.
Noch befindet sie sich zu 100 Prozent in Staatsbesitz. Der Mindestpreis wurde mit 3 280 000 US-Dollar festgelegt.
Nach eigenen Angaben verfügt die Bank über ein Grundkapital von 36 Millionen US-Dollar.
Bis zum 31. Mai 2002 hätte sie Kredite in Höhe von 13,5 Millionen US-Dollar ausgereicht.

Enkhbayar empfängt Delegation aus Hessen
Unter Leitung des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, B. Denzin, weilte eine dreiköpfige Delegation aus dem Bundesland in der Mongolei. In einem Gespräch mit Ministerpräsident N. Enkhbayar bekräftigten sie die Absicht, die wirtschaftlichen Kontakte zwischen Hessen und der Mongolei zu vertiefen. Dem soll u.a. eine Unternehmerreise in die Mongolei im nächsten Jahr dienen.
Unterstützung sagten die Hessen auch bei der Weiterführung des Projektes: "Aufbau eines Katasteramtes" sowie bei der Vorbereitung mongolischer Sportler auf die Olympischen Spiele im Jahr 2012 zu.

Letzte Frühjahrssitzung des Großen Staatskhurals
Am 10. Juli versammelten sich die Abgeordneten zu ihrer letzten Sitzung vor der Großen Pause. Debattiert wurde die „Privatisierung sozialer Einrichtungen".


MIAT Mongolian Airlines erhielt erste Boeing 737-800

„Khubilai-Khaan" heißt das neue Flugzeug der MIAT
Am 09. Juli landete die Boing 737-800, aus Seattle kommend, auf dem Flugplatz „Buyant Ukhaa" in Ulaanbaatar. Die mongolische Fluggesellschaft hat das Flugzeug, das über 162 Plätze, davon 12 in der Business Class, verfügt, von Boing geleast. Es ist mit modernster Technik ausgestattet. Sechs Flugzeugbesatzungen und 30 Ingenieure wurden in den USA in der Führung und Wartung des neuen Flugzeuges geschult.

Burte-Denkmal im Dornod-Aimag
Auf Initiative des Mongolischen Frauenverbandes soll in Choibalsan, der Hauptstadt des Dornod-Aimags, ein Denkmal zu Ehren der ersten und Hauptfrau Chinggis-Khaans, Burte-Khatan, errichtet werden.

DJ Bobo in der Mongolei
Vom 17. bis 19.Juli wird DJ Bobo mit 16 Begleitern, einschließlich Ehefrau, Kindern und Bodyguards, in die Mongolei reisen, um ein Konzert zu geben.
Gesponsert wird die Veranstaltung vom Generaldirektor des größten privaten Kaschmirunternehmens „Buyan", Jargalsaikhan.


   

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Last Update: 01. Januar 2017