Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 25. bis 31. August 2003

von Dr. Renate Bormann Ulaanbaatar

Politbarometer
Untersuchungen der renommierten „Sant-Maral-Stiftung" zufolge verlor die regierende Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) sowohl auf dem Land als auch in den Städten seit Juni dramatisch an Zustimmung.
Eine der Ursachen sehen die Demoskopen im Agieren und Verhalten des Justizministers.
Im Vergleich zum Mai verlor die MRVP in den städtischen Siedlungen sechs Prozent, im Gegenzug gewann die Mutterland-Demokratie-Koalition Stimmen hinzu, auf dem Lande verlor die MRVP sogar neun Prozent.
Sollten sich die drei Oppositionsparteien – zur Koalition aus Mutterland - und Demokratischer Partei käme dann noch die Bürgermut-Republikanische Partei hinzu – vor den Wahlen in einem Bündnis zusammenschließen, könnten sie mit 46 Prozent der Stimmen in den urbanen Zentren und mit 40 Prozent auf dem Lande rechnen. Die MRVP käme lediglich auf 31 bzw. 33 Prozent.

Präsident Bagabandi kritisiert Minister Nyamdorj
Im Namen des mongolischen Staatspräsidenten, N. Bagabandi forderte die Presseabteilung des Präsidialamtes Ts. Nyamdorj, Minister für Justiz und Innere Angelegenheiten, dazu auf, die fortgesetzten Rufschädigungen von Parlamentsmitgliedern und des Staatsoberhauptes zu unterlassen.
Nyamdorj hatte in mehreren Presse- und Fernsehinterviews suggeriert, Bagabandi hätte im Jahr 2000 Order gegeben, ihn, Nyamdorj, auszuspionieren. Gleichzeitig kritisierte Nyamdorj Bagabandis Wunsch, über die Umstände der Verhaftung des Abgeordneten Gundalai informiert zu werden.
„Der Präsident wünscht, dass Parlament (Ulsyn Ikh Khural) und Regierung dafür Sorge tragen, das Ansehen des Staates und einzelner Persönlichkeiten vor ungerechtfertigten Angriffen zu schützen.

Ex-Ministerpräsident kehrt in die Heimat zurück
Ts. Elbegdorj, einer der ehemaligen Ministerpräsidenten der Demokratischen Koalition aus Sozial- und Nationaldemokraten, ist am 31. August in die Mongolei zurückgekehrt.
Nach dem Wahldebakel der Demokraten im Sommer 2000 begann Elbegdorj ein vierjähriges Studium in den USA.
Ein Grund für seine Rückkehr dürfte auch darin zu suchen sein, dass er seine Position innerhalb der Demokratischen Partei und im politischen Machtgefüge der Mongolei nicht ganz verlieren will. Im nächsten Jahr sind Parlamentswahlen. Elbegdorj will als Kandidat aufgestellt werden.
Bisher hat er zehn Millionen Tugrug für die Parteikasse gespendet.

Neue amerikanische Botschafterin in der Mongolei
Pamela-Jo Howel-Slutz heißt die erste weibliche Botschafterin der USA in der Mongolei.
Sie wurde 1949 in Chicago geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 1981 arbeitet sie im diplomatischen Dienst.
Außer ihrer Muttersprache spricht sie Chinesisch, Französisch und Indonesisch.

Mongolen im Irak
Nachdem am 20. August die erste Gruppe der mongolischen Armeeangehörigen zu ihrem humanitären Einsatz in den Irak abgeflogen ist, folgte zehn Tage später die Hauptgruppe, bestehend aus 110 Ingenieuren, Medizinern und Baufachleuten.


Im Verkaufsraum der Firma Wolf in UB

Junger Bayer eröffnet Firma in Ulaanbaatar
Am 28. August wurde im Sukhbaatardistrikt von Ulaanbaatar die „FLH-Wolf Co., Ltd." – Trockenbau, Fliesenverkauf und Verlegung – offiziell eröffnet.
Christian Wolf (24) aus Pleinfeld bei Nürnberg ist der Direktor des neuen Handwerksbetriebes, der Fliesen und sonstige Baumaterialien von der „Fliesen Wolf" GmbH aus Pleinfeld bezieht. Der junge Mann hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und konnte im Betrieb seines Vaters ausgiebig Berufserfahrungen sammeln.
Die Firma in der Mongolei arbeitet ausschließlich mit deutschem Investitionskapital und bietet ihre Dienste nicht nur in der Hauptstadt, sondern landesweit an. Geschäftskontakte bestehen nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach China. Ebenso streben Wolf und seine Mitarbeiter eine enge Kooperation mit mongolischen Betrieben an.
Acht Mitarbeiter beschäftigt der junge Unternehmer, davon zwei Fliesenlegergesellen aus Deutschland, die gleichzeitig drei mongolische Kollegen zu Fliesenlegern ausbilden, eine Dolmetscherin und eine Verkäuferin.
Wolf, der seine Liebe zur Mongolei entdeckte, als er für eine mongolische Firma in der Nähe Ulaanbaatars arbeitete, äußert sich sehr zufrieden, was den bisherigen Erfolg seiner Arbeit und seine Lebensqualität in dem zentralasiatischen Land betrifft. Als zu umständlich empfand er allerdings das Procedere bei der Firmenanmeldung. Trotz der viel beschworenen Erleichterungen für ausländische Direktinvestoren waren die bürokratischen Wege langwierig und mühsam, ehe er endlich alle Dokumente beisammen hatte.
Die Auftragsbücher füllen sich allmählich, unter anderem ist „FLH-Wolf" an der Errichtung einer Boxhalle und eines dazu gehörenden Hotels in Ulaanbaatar beteiligt.
Auf dem Foto, das im Verkaufs- und Ausstellungsraum des Betriebes aufgenommen wurde, sind zu sehen: Ch. Zulaa (Dolmetscherin), B. Ganaa (Verkäuferin), U. Byaraa, I. Dorjsuren, St. Kleeberger und Henry Gattermann (Fliesenleger) sowie Ch. Wolf.

650 000 US-Dollar für die Mongolei
Die Asiatische Entwicklungsbank (Asian Development Bank – ADB) gewährt der Mongolei technische Hilfe im Wert von 650 000 US-Dollar, die für mehr Effektivität im Gesundheitssystem sorgen und vor allem bei der Verbesserung der Öffentlichen Gesundheit eingesetzt werden sollen.
Der Japanische Sonderfonds der ADB (finanziert von der japanischen Regierung) stellt die Mittel zur Verfügung, verantwortlich für die Projektplanung und –durchführung sind die Ministerien für Gesundheit, Wirtschaft und Finanzen sowie für Arbeit und Soziale Sicherheit.
B. Hitchcock, der Repräsentant der ADB in der Mongolei, äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich der möglichen Verbesserungen bei den Gesundheitsstandards, der medizinischen Versorgung und Dienstleistungen, vor allem in den armen ländlichen Regionen der Mongolei.

Skelettfund in Bayankhongor
Im Bayankhongor-Aimag wurde in einem Hügelgrab (Kurgan) das Skelett eines jungen Mannes gefunden.
Die Archäologen des mongolisch-italienischen Forschungsprojekts: „Geoarchäologie der Gobi" versuchen nun das genaue Alter und die Herkunft des Mannes zu bestimmen.
Träger des Projekts sind das Archäologische Institut der Akademie der Wissenschaften der Mongolei sowie der Nationale Wissenschaftsrat Italiens.

AIDA sorgt für Badeanstalt
Dank einer Spende der Australischen Internationalen Entwicklungsagentur konnte im Jurtenviertel Denjiin 1000 im Chingeltei-Duureg ein Dienstleistungszentrum errichtet werden, das den Jurtenbewohnern zehn Bäder, eine Sauna, einen Frisier- und Kosmetiksalon, eine Drogerie, sowie eine Computertrainings- und Spielehalle bietet.
In Denjiin 1000 leben 15 000 Menschen.

210 Wildpferde in der Mongolei
N. Bandi, der Direktor des Internationalen Takhi-Forschungszentrums und Chef des Khustain-Nationalparks, informierte darüber, dass die Zahl der wiederangesiedelten Wildpferde (Takhi, Prszewalskipferd) mittlerweile auf 210 gestiegen sei. Das erste Fohlen in diesem Jahr wurde im April, das letzte im August geboren. Insgesamt leben jetzt 18 Fohlen im Khustain-Nuruu. Im letzten Winter erfuhr der Fohlenbestand eine dramatische Reduzierung: Wölfe rissen elf Fohlen. (Der Naturpark ist die Heimat von 40 bis 50 Wölfen, die nicht geschossen werden dürfen).
Mit 210 Takhis, davon 70 im Gobi-Altai-Aimag, verfügt die Mongolei über der Welt größte Wildpferdpopulation.


V.l. D. Ernst, St. Toman, Oyunsuren, Dr. Vorwerk, C. Spahl

„Mongolische Ufer" in der deutschen Botschaft
Am 25. August eröffnete der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Mongolei, Dr. Michael Vorwerk, die deutsch-tschechische Fotoausstellung „Mongolische Ufer".
Zu den Mitorganisatoren gehört neben den Botschaften Deutschlands und der Tschechischen Republik die „Enkh Sanaa" Co.Ltd.
Die Fotos, entstanden in den Jahren 1966, 1967 und 1999, stammen von dem tschechischen Architekten Stanislav Toman und dem deutschen Mathe- und Physiklehrer Detlef Ernst.
„Mit unseren Fotos wollen wir den unendlichen Raum, die unberührte Natur und das Leben der Menschen dokumentieren". Stanislav Toman, geboren 1943, und Detlef Ernst, geboren 1959, beschreiben so unisono Ziel und Sinn ihrer Arbeiten.
Beide verbindet das Abenteuer einer Kajakfahrt auf einem mongolischen Fluss: Toman fuhr im Juli 1967 sechs Tage lang die Tuul hinunter, Ernst befährt im Sommer 1999 den Orkhon.
Beide sind allein unterwegs, beide erleben sie „Tage und Nächte unter dem unendlich weiten Himmel der Steppe", bestaunt von am Ufer entlang reitenden Nomaden, beäugt von Kamel-, Rinder- und Pferdeaugen.
Glück und die Gastfreundschaft der Uferbewohner halfen dem Tschechen und dem Deutschen, alle Unwirtlichkeiten – Unwetter, Unfälle, den Verlust von Zelt und Schlafsack – zu überstehen.
Die Ausstellung im Gebäude der deutschen Botschaft in Ulaanbaatar ist noch bis zum 20. September zu sehen.

Silbermedaille für mongolischen Tänzer
D. Altankhuyag, Tänzer am Opern- und Ballett-Theater Ulaanbaatar, hat beim 9. Kinder- und Jugendwettbewerb der Balletttänzer in Tokio eine Silbermedaille gewonnen.
176 Tänzer und Tänzerinnen aus acht Ländern, darunter sechs aus der Mongolei, nahmen in diesem Jahr an dem Wettbewerb teil. Keinen der Teilnehmer hielt die Jury für würdig, den Grand Prix mit nach Hause zu nehmen.
Altankhuyag tourt zurzeit mit der Asami-Maki-Tanzgruppe durch Frankreich. Erst im Herbst wird er in die Mongolei zurückkehren.

50 Kinder starben bei Unfällen
Am 24.08. starb ein dreijähriger Junge, nachdem er in einen dreieinhalb Meter tiefen Brunnen auf dem Nachbargrundstück seiner Eltern gefallen war.
Insgesamt verloren im August 50 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren ihr Leben durch Unfälle.
Die Polizei warnt die Eltern, ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt zu lassen und gefährliche Plätze wie Brunnen, Schächte u. Ä. zu sichern.

Mongolin startet für Deutschland
Seit März 2002 ist die Meisterschützin, D. Munkhbayar, im Besitz eines deutschen Passes und bei internationalen Sportereignissen für ihre Wahlheimat startberechtigt.
Seit acht Jahren lebt Munkbayar in der Bundesrepublik, ihre Tochter spricht nur Deutsch, ein Umzug kommt so für die gebürtige Mongolin so schnell nicht in Frage.
Im Jahr 2002 gewann M. bei den Schießweltmeisterschaften eine Goldmedaille und bereitet sich gegenwärtig darauf vor, diesen Erfolg bei den Olympischen Spielen in Athen im nächsten Jahr zu wiederholen.


Katholische Kirche in Ulaanbaatar

Katholische Kirche in Ulaanbaatar eingeweiht
Am 30. August wurde die katholische Kirche „Peter und Paul" im Osten von Ulaanbaatar feierlich ihrer Bestimmung übergeben.
Einen Tag zuvor erhielt Msg. W. Padilla, Apostolischer Präfekt in Ulaanbaatar, die Weihen zum Bischof.


   

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Last Update: 01. Januar 2017