Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 8. bis 14. Dezember 2003

von Dr. Renate Bormann Ulaanbaatar


Goyol 2004

Ehrendoktorwürde für Präsident Bagabandi
Während seines offiziellen Staatsbesuchs in Japan vom 03.-08.12. wurden Präsident N. Bagabandi und die Damen und Herren seiner Begleitung nicht nur von Kaiser Akihito, sondern auch von Premierminister J. Koizumi und Bankpräsident K. Shinozawa empfangen.
Am 05. Dezember überreichte der Rektor der Landwirtschaftsuniversität in Tokio dem mongolischen Staatsoberhaupt die Ehrendoktorurkunde.
Bagabandi besuchte Tourismusunternehmen und Betriebe der Nahrungsgüterwirtschaft in einem der bedeutendsten japanischen Tourismuszentren, in Tochigi.
Beide Seiten hoben wiederholt die Erfolge in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit hervor und betonten, in Zukunft die kulturellen und sportlichen Kontakte sowie die bei Aus- und Weiterbildung vertiefen zu wollen.
Die Außenminister beider Staaten, L. Erdenechuluun und Yo. Kavaguchi, unterzeichneten ein Regierungsabkommen über die weitere technische Zusammenarbeit zwischen der Mongolei und Japan.
Japan sagte zu, die Zahl der mongolischen Studenten in Japan auf 500 zu erhöhen.
Auf der Rückreise in die Mongolei legten Bagabandi und seine Begleiter einen Zwischenstopp in Peking ein.

S. Tumur-Ochir in Europa
Der Vorsitzende des Großen Staatskhurals, S. Tumur-Ochir, hat auf dem Weg von Italien in die Schweiz auch Deutschland einen Besuch abgestattet. Er traf mit der Vizepräsidentin des Bundestages, Antje Vollmer, zusammen und besuchte ein mongolisch-deutsches Ausbildungszentrum am Müggelsee.
In Genf nahm Tumur-Ochir am Weltgipfel „Die Informationsgesellschaft" teil.

Zweiteilung der Bürgermut-Republikanischen Partei
Die Bürgermut-Republikanische Partei hat sich in zwei unabhängige Parteien geteilt.
Erst im Februar hatten sich die Bürgermut-Partei und die Republikanische Partei in einer vereinigt. „Buyan"-Chef und Parteivorsitzender der Republikaner, B. Jargalsaikhan, hatte sich nie wirklich mit der Führungsrolle S. Oyuns abfinden können. Den Überlegungen, angesichts der bevorstehenden Wahlen mit der DP ein Bündnis einzugehen, stand er von vornherein ablehnend gegenüber.
S. Oyun, die Vorsitzende der ehemaligen Bürgermut- und der neuen Bürgermut-Republikanischen Partei, wäre auch mit der Rückkehr zum alten Parteinamen „Bürgermut-Partei" (Irgenii Zorig Nam) einverstanden. Andere aus dem Führungszirkel der Partei lehnen dies ab. Sie beharren darauf, Jargalsaikhan müsste einer Partei einen neuen Namen geben.
Der MRVP kommt der Streit innerhalb der Oppositionsparteien durchaus gelegen. Ihre Chancen, die kommenden Wahlen erneut zu gewinnen, werden dadurch nicht unbedingt geschmälert.

Sechs Prozent Wirtschaftswachstum in der Mongolei
Der Minister für Wirtschaft und Finanzen, Ch. Ulaan, rechnet für 2004 mit einem Wirtschaftswachstum von sechs Prozent und einer Inflationsrate von fünf Prozent.
Das Pro-Kopf-Einkommen soll von 425 auf 600 US-Dollar steigen.

Viehzählung 2003
Am 07. Dezember begannen landesweit die jährlichen Viehzählungen.
Innerhalb von zehn Tagen sollen die endgültigen Ergebnisse vorgelegt werden.
Seit 1999 ist die Viehzahl von 33,5 Millionen auf gegenwärtig 23,8 Millionen Stück zurückgegangen.
In diesem Jahr werden die Viehzahlen jeder Familie durch mehrere hundert Mitglieder einer speziellen Kommission und nicht durch die Angaben der Viehhalter selbst ermittelt.

Mongolische Soldaten im Irak
Im Anschluss an eine Inspektionsreise von Mitgliedern des Generalstabes der mongolischen Streitkräfte bei „ihren" Soldaten im Irak informierte Generalmajor Ts. Togoo über die bisherigen Ergebnisse der Friedensmission.
173 mongolische Soldaten sind 105 Kilometer südlich von Bagdad stationiert, um beim Wiederaufbau der Region, bei Verteidigungs-, Sicherungsmaßnahmen und Reparaturarbeiten der Militärbasis zu helfen. Die Kommandogewalt in dem Abschnitt liegt bei den Friedenstruppen aus Polen.
Togoo berichtete, die mongolischen Soldaten seien in guter Verfassung, sehr diszipliniert und erfüllten ihre Aufgaben hervorragend.
Sie sind in einer verhältnismäßig friedlichen Region stationiert und müssten nur gelegentlich zur Waffe greifen oder sich vor Explosionen in Sicherheit bringen.
Kritik daran, dass die Mongolei Soldaten in den Irak entsandt habe, wies Togoo mit dem Argument zurück, die Mongolen führten keinen Krieg im Irak, „wir beteiligen uns am Kampf gegen den Menschheitsfeind, den Terrorismus".
Pro Tag bekommen die Friedenskämpfer einen Zusatzsold von 10 000 Tugrug, die USA sorgen für Verpflegung, Uniform, für die medizinische Betreuung, für die Kommunikationstechnik und für die Versorgung mit Kraftstoff.


Tsermaa überwacht die Arkhi-Etikettierung bei APU

„APU" strebt auf die internationalen Märkte
Nach Auskunft der Pressesprecherin des größten mongolischen Getränkeherstellers APU gehört das Unternehmen mit einer Million US-Dollar monatlich zu den größten Steuerzahlern des Landes.
Auf einer Presseveranstaltung der Firmenleitung wurde nicht nur das neueste APU-Produkt „Yerool", ein Wodka, vorgestellt, die Vertreter der internationalen Medien und des diplomatischen Corps bekamen Gelegenheit, die neuen Produktionsanlagen für die Bier- und Schnapsherstellung und –abfüllung zu besichtigen. Deutsche, russische und koreanische Technologie sowie deutsche Brauereispezialisten sorgen mit dafür, dass die Qualität der Produkte gleich bleibend gut ist und vielleicht doch der Sprung auf die internationalen Märkte glückt: Japan, Australien, Amerika, Russland haben ihr Interesse bekundet.

Tod im Khuvsgul-See
Der schwere Autounfall am 26. November im Khuvsgul-Aimag, der sieben Menschen das Leben kostete, wurde offenbar durch den Leichtsinn des Fahrers verursacht.
Der Fahrer des Krankenwagens, ein russischer Jeep UAZ-469, sollte eine Kranke vom Khankh-Sum nach Murun in das zentrale Aimagkrankenhaus transportieren. Dabei nahm er eine Abkürzung über das Eis des Khuvsgul-Sees. Der See war noch nicht komplett gefroren, das Eis war lediglich 40 bis 50 Zentimeter dick. Der Wagen brach ein und versank.
Erst nach fünf Tagen, erkundigte sich der Ehemann der Patientin, wo seine Frau abgeblieben sei. (Er war mit seiner Herde unterwegs).
Der ausgesandte Suchtrupp fand das versunkene Fahrzeug ca. 300 Meter vom Ufer entfernt in einer Tiefe von knapp zehn Metern.
40 Retter arbeiteten zwei Tage lang an der Bergung des Fahrzeugs.
Unterschiedliche Angaben gibt es über die Fundorte der Leichen. Fünf sollen im Fahrzeug, zwei unweit der Unglücksstelle gefunden worden sein. Nach anderen Aussagen sei das Fahrzeug leer gewesen.
Normalerweise wird der Khuvsgul erst ab Februar als sicherer Transportweg für Landfahrzeuge genutzt.
Der örtliche Wetterdienst habe davor gewarnt, den See zu befahren, außerdem hätten langjährige Erfahrungswerte ebenfalls gegen ein Befahren des Eises zu einem so frühen Zeitpunkt sprechen sollen.

Wann wird „Tsagaan Sar" gefeiert?
Der Streit zwischen den Astrologen, wann das Mondneujahrsfest „Tsagaan Sar" denn nun eigentlich gefeiert wird, ist noch nicht entscheiden.
Die Planungen an Universitäten, Schulen und in den Behörden gehen davon aus, Tsagaan Sar am 21. Februar zu feiern. Trotzdem ist die Unsicherheit groß, wie letztlich die Entscheidung ausfallen wird. Auch ein Termin Ende Januar ist im Gespräch.
Ein Berater des Präsidenten hat sich offiziell an die Akademie der Wissenschaften mit dem Vorschlag gewandt, eine Arbeitsgruppe zu berufen, die den korrekten Termin ermitteln soll, um in Zukunft ähnliche Konfusionen auszuschalten.
Der Arbeitsgruppe sollten Laien, Wissenschaftler, Religionstheologen und Lamas angehören.


Super Show im UB-Palace. 11.12.03.

Zehn Jahre „Super Sonin"
Mit einer „Super-Show" in der Laserland-Disco im UB-Palace feierten die Mitarbeiter und Leser der „Super Sonin" (Superzeitung) am 11. Dezember ihr zehnjähriges Bestehen.
Keiner der 1 100 Plätze in der Laserland-Disco blieb frei, als das Super-Sonin-Team die Glückwünsche der Leser und Offiziellen entgegen nahm und ein buntes Showprogramm mit traditionellen und modernen Tänzen, mit Darbietungen der berühmten mongolischen Schlangenmädchen und den Auftritten bekannter und beliebter Solisten und Bands das Publikum erfreute. Die drei Mitglieder von "Freezone" bewiesen eindrucksvoll, wie schmeichelnd, ja geradezu zärtlich die mongolische Sprache sein kann.
Chefredakteur D. Batjargal hat nach dem Abschluss seines Literatur- und Mongolistikstudiums in Ulaanbaatar am Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der Mongolischen Akademie der Wissenschaften gearbeitet, ehe er sich nach der politischen Wende einem neuen Betätigungsfeld zuwandte. Die sozialistischen Pionier- und Jugendzeitungen verloren über Nacht ihre Leser oder wurden gleich eingestellt. Unter dem Motto: „Schwimmen oder Untergehen" versuchte er die Lücke, die die untergegangen Zeitungen hinterlassen haben, auszufüllen. Mit Freunden und mit Unterstützung ehemaliger Jugendverbandsmitarbeiter gründete er die „Super-Zuun (Super-Jahrhundert)-GmbH, die neben der Super Sonin, noch die „Eruul Mend" herausgibt, einen Gesundheitsratgeber, nicht nur für junge Leute.
Die Super Sonin, in etwa zu vergleichen mit der deutschen „Bravo", erscheint einmal im Monat. Die Palette ihres Angebots reicht von Mode, Kosmetik, mongolischer und internationaler Rock- und Popmusik, von Interviews mit deren Stars, Übersetzungen englischsprachiger Schlagertexte, einer mongolisch-koreanischen Sprachlektion bis hin zu einer kurzen Informationsrubrik und der Vorstellung internationaler Filme.
Batjargal ist stolz darauf, dass er und seine Mitstreiter Pioniere waren bei der Einführung eines neuen Fragestils, der auch Privates oder Kritisches nicht aussparte oder bei der Veröffentlichung von „sexy Fotos" mongolischer Popstars wie
In der Zeitung erscheinen ausführliche Berichte über Modenschauen, Musik- und Literaturwettbewerbe.
Die Tatsache, dass Batjargal als Auslandskorrespondent seiner Zeitung in Berlin arbeitet und hier eng mit der „taz" kooperiert, bringt es mit sich, dass in der „Super Sonin" deutsch-mongolische Themen eine besondere Rolle spielen: Mongolische Models und ihr Leben in Berlin, deutsche Fans mongolischer Popmusik und Folklore. Die Boygroup „Nomin Talst" und die Popkönigin Sarantuya gehören z. B. zu den Lieblingssängern des Musikredakteurs der „taz", Rudi Wagner aus Ingolstadt schwärmt für „Khukh Mongol".
Wünschen wir der Zeitung mindestens zehn weitere erfolgreiche Jahre.

Goyol 2004
Am 10. und 11. Dezember fand zum 15. Mal der Modewettbewerb um die besten Designer, das beste Mannequin, den besten Dressman, den besten Fotografen und – zum ersten Mal in diesem Jahr – das beste Fotomodel statt. Austragungsort in diesem Jahr: Der Große Konzertsaal im Ulaanbaatar-Palace.
Mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde Khishigtogtokh, der Chefdesigner von „Gobi", dem größten Kaschmirunternehmen in der Mongolei.
Bester Dressman wurde D. Batkhishig, bestes Mannequin Ch. Sodtuya und bestes Fotomodell D. Purevsuren.
Am Wettbewerb nahmen außer den mongolischen Modeschöpfer und Models aus Moskau, Ulan-Ude und aus Paris teil.
Die angekündigten Gäste aus Korea und China hatten kurzfristig ihre Teilnahme abgesagt.

mongolei.de wünscht allen Lesern erholsame Weihnachtstage und einen gelungenen Start ins Jahr 2004. Renate Bormann


   

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Last Update: 01. Januar 2017