Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 30. Juni bis 7. Juli 2003

von Dr. Renate Bormann Ulaanbaatar

Bagabandi in Österreich
Am 03. Juli wurden Präsident N. Bagabandi, seine Frau und die Delegationsmitglieder von Bundespräsident Klestil und in der Wiener Hofburg begrüßt.
Neben Verhandlungen über die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, nahm Präsident Bagabandi an der Eröffnung der mongolischen Botschaft in Wien teil.


S. Tumur-Ochir und S. Menon

APPAN-Konferenz in Ulaanbaatar
Vom 30. Juni bis zum 02. Juli trafen sich in Ulaanbaatar die Vertreter des Asiatischen Parlamentarisch-Politischen Analysenetzwerks (APPAN) zu einer Beratung über die Welthandelsorganisation (WTO).
Teilnehmer aus Indien, Indonesien, Malaysia, der Mongolei, Pakistan, China, Sri Lanka, Thailand und Laos diskutierten über Handel und menschliche Entwicklung, über Landwirtschaft, gesunde Nahrungsmittel und ländliche Entwicklung.
An der von UNDP organisierten Veranstaltung im Regierungspalast nahmen die UN-Repräsentantin in der Mongolei, Saraswathi Menon, und der Vorsitzende des Großen Staatskhurals, S. Tumur-Ochir, teil.
Zu den Ergebnissen der Beratung gehört die baldmögliche Einrichtung einer APPAN-Website und die Organisierung von Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT)-Workshops im Juli in Hanoi (Vietnam) und in Colombo (Sri Lanka).
Die nächste APPAN-Konferenz ist für Januar oder Februar 2004 in einem südasiatischen Land geplant.

Mongolei und Russland einig
Die Ministerpräsidenten Russlands und der Mongolei, N. Enkhbayar und M. M. Kasjanov, erreichten Einigkeit darüber, die Fragen der mongolischen Altschuldenrückzahlung (zehn Milliarden Transferrubel) ohne äußere Beeinflussung und unter Berücksichtigung der besonderen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu regeln. Enkhbayar und Kasjanov unterzeichneten ein Memorandum über eine einvernehmliche Lösung der Altschuldenfrage.
Während des offiziellen Staatsbesuches des mongolischen Ministerpräsidenten in Russland wurden mehrere Verträge und Vereinbarungen unterzeichnet, u.a. über eine Zusammenarbeit zwischen der Mongolbank und der russischen Zentralbank, im Tourismus, im Bildungswesen (gegenseitige Anerkennung von akademischen Graden und Titeln, Erhöhung der Zahl mongolischer Studenten an russischen Hochschulen und Universitäten), zwischen den beiden Nachrichtendiensten. Desweiteren wurde ein Plan über Handelskooperation in den Jahren 2003 und 2004 beschlossen.
Auf einer Pressekonferenz in Moskau verhehlte Kasjanov nicht, dass nicht alle Probleme geklärt werden konnten.
Fortschritte wurden jedoch bei zwei weiteren Streitfragen erzielt: Neun ehemals von russischen Staatsbürgern bewohnte Gebäude werden kostenlos an den mongolischen Staat übergeben.
Die Kredite, die die damalige UdSSR der Mongolei für die Errichtung der Bergbauunternehmen „Erdenet" und „Mongolrostsvetmet" (heute Joint-Venture) einräumte, gelten als getilgt. Für die restlichen Altschulden gibt es mehrere Möglichkeiten: Die russischen Anteile von jeweils 49 Prozent an den gemeinsamen Unternehmen werden erhöht, es werden neue Gemeinschaftsunternehmen errichtet. Kasjanov versicherte, Russland sei nicht dran interessiert, die mongolische Wirtschaft unter Druck zu setzen - im Gegenteil, es läge auch in russischem Interesse, ein Anwachsen der mongolischen Wirtschaft zu fördern.
Beide Ministerpräsidenten äußerten sich zuversichtlich, das Schuldenproblem bald endgültig klären zu können, dann wäre der Weg frei für eine neue Etappe in den mongolisch-russischen Beziehungen.
Enkhbayar wurde in Moskau von Präsident V. V. Putin, vom Vorsitzenden des Föderationsrates, S. M. Mironov und vom Chef der Staatsduma empfangen.
Am 02.07. verlieh der Präsident der Wirtschaftsakademie „G. V. Plechanov", V. I. Vidyalin, dem mongolischen Ministerpräsidente die Ehrendoktorwürde.
Am 04.07., 8.40 Uhr, landete der Ministerpräsident, diesmal in einer MIAT-Maschine, wohlbehalten in Buyant-Ukhaa.

Bundestagsvizepräsidentin besucht die Mongolei
Am 07.07. wird Antje Vollmer, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, auf Einladung des Großen Staatskhurals zu einem offiziellen Besuch in der Mongolei erwartet.
Es ist ihre zweite Reise in das zentralasiatische Land.
Neben Gesprächen mit S. Tumur-Ochir, Ministerpräsident N. Enkhbayar, Parlamentariern und Ministern, wird die Vizepräsidentin in Begleitung des tuwinisch-mongolischen Schriftstellers, Chinagiin Galsan, eine Reise in den äußersten Westen der Mongolei unternehmen.

Wo ist der General?
In der „Zuuny Medee" vom 01.07. wird die Vermutung geäußert, General J. Baatar, Exchef des Geheimdienstes, hielte sich womöglich in der deutschen Botschaft in Ulaanbaatar versteckt.
Der General, der in die Affäre um die verschwundenen und in den Händen des DP-Abgeordneten L. Gundalai wieder aufgetauchten Geheimpapiere verwickelt sein soll, war nach seiner überraschenden Verhaftung und eben so überraschenden Freilassung untergetaucht. „Ich fühle mich bedroht", diese Nachricht hinterließ er auf einem Zettel für seine Frau. Ein Geheimdienstgeneral wurde degradiert, weil es nicht gelungen war, Baatar aufzustöbern. Nun wird vermutet, eine ausländische Vertretung hätte ihn aufgenommen, die „Zuuny Medee" beschuldigt ganz offen die deutsche Botschaft, da einerseits der ehemalige Konsul Scherer gute Beziehungen zur Familie des Generals unterhielt, zudem über ein Privatflugzeug verfüge, andererseits seien Gundalais Beziehungen zu Deutschland ebenfalls nicht gerade schlecht.
Gundalai bestreitet jede nähere Bekanntschaft mit dem General, Th. Scherer hat die Mongolei bereits verlassen. Sein Flugzeug holt er jedoch erst später, vielleicht schmuggelt er den General dann in der zweisitzigen Maschine außer Landes? Man darf gespannt sein.


Waldgebiete

Kampf den Forstschädlingen
Acht Prozent des mongolischen Territoriums sind waldbedeckt.
Das sind drei Prozent weniger als noch vor 15 Jahren.
Illegaler Holzschlag, Missmanagement, Großbrände und Schädlingsbefall bedrohen die Wälder.
Gegenwärtig haben verschiedene Schädlinge (Borkenkäfer, Träg- und Kiefernspinner, Raupen bestimmter Schmetterlingsarten) 30 000 Hektar Wald befallen, bedroht sind 10,3 Millionen Hektar, etwa 80 Prozent des gesamten Waldbestandes.
Im Staatshaushaltsplan 2003 sind 248 Millionen Tugrug für den Kampf gegen Kiefernspinner und Konsorten vorgesehen.
In diesem Kampf werden die Mongolen von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) unterstützt, die nicht nur erfahrene Forstspezialisten, sondern auch 100 Millionen Tugrug zur Abwendung der Gefahren für die mongolischen Wälder zur Verfügung gestellt hat.

Die ersten Fahrradkuriere in Ulaanbaatar
Verwunderlich ist nur, dass angesichts des chaotischen Verkehrs auf den Straßen Ulaanbaatars nicht schon längst jemand auf die Idee kam, für Besorgungen und Botengänge innerhalb des Stadtgebiets nach schnelleren Fortbewegungsmöglichkeiten als im Auto zu suchen.
K. Munchjin heißt die Chefin des ersten Fahrradkurierdienstes in der Mongolei. „Das ist der schnellste, billigste und umweltfreundlichste Weg, Dokumente, Päckchen und Pakete durch die Stadt zu transportieren".
Die Idee wurde im „Projekt zur Stärkung von Müttern und Kindern", eins von vier Projekten, das die Norwegische Lutherische Mission in der Mongolei fördert, entwickelt.
Die Kuriere wurden aus den „Projektfamilien" ausgewählt und sind alle über 18 Jahre alt. Die Fahrräder, Kleidung, Helme etc. werden vom Projekt gestellt.
Bleibt die Frage, ob der Fahrradkurierdienst auch der sicherste Weg ist?

900 Hektar für die Freihandelszone Zamyn Uud
Eins der 90 Gesetze, die vom Staatskhural während seiner Frühjahrssitzungen bestätigt wurden, war das „Gesetz über die Freihandelszone Zamyn Uud".
900 Hektar wurden für die Freihandelszone zur Verfügung gestellt. Die Unternehmen werden für drei Jahre von allen Grundstückssteuern befreit, in den folgenden drei Jahren müssen sie nur 50 Prozent der Steuern entrichten. Firmen, die am Aufbau der Infrastruktur beteiligt sind, werden für fünf Jahre von Grundstückssteuern befreit und erhalten für die folgenden drei Jahre eine 30-prozentige Ermäßigung.
Nach dem Gesetz ist der Betrieb eines Spielcasinos erlaubt. Besucher dürfen allerdings nur Touristen und andere Ausländer sein.
Das Gesetz ist bereits in Kraft getreten und die ersten Investoren haben ihr Interesse angemeldet.

Einbürgerungsgebühr ungesetzlich
Aufgrund von Protesten der Nationalen Menschenrechtskommission, die sich mit ihrer Klage auch an das Gericht gewandt hatte, wurde die Regelung, wonach Erwachsene 50 000 und Kinder 25 000 Tugrug für die Einbürgerung in Ulaanbaatar zu zahlen haben, vom Obersten Gericht für ungültig erklärt.


Sukhbaatarplatz im Juli 2003

Naadam 2003
Ringen und kein Ende. Den Besuch Enkhbayars in Russland konnte das bevorstehende Naadamringen zwar nicht vom ersten Platz in der Berichterstattung der mongolischen Medien verdrängen, aber danach scheint nichts wichtiger.
Politiker, Künstler und andere Prominente geben ihre Tipps für den Sieger ab: Ulsyn Arslan G. Usukhbayar (ein Sieg in der neunten Runde, einer in der achten, drei in der siebten) und Ulsyn Avarga A. Sukhbat (zwei Siege) werden am häufigsten genannt. Der Liebling der Mongolen ist aber nach wie vor Altmeister Darkhan Arvarga (unbesiegbarer Titan – diesen Titel erringt, wer dreimal hintereinander das Naadamringen gewonnen hat) B. Bat-Erdene (12 Naadamsiege, einmal Zweiter).
Die Siege beziehen sich immer auf das zentrale Naadamringen in Ulaanbaatar.
In diesem Jahr treten 512 Kämpfer an, ihren Sieger zu küren. Titel werden bereits ab der fünften Runde vergeben.
Das Festkonzert und die Disko anlässlich des Nationalfeiertages finden in diesem Jahr auf dem „Platz der Freiheit" statt, da der Sukhbaatarplatz zur Zeit noch eine Baustelle ist.

Kubanische Boxer in der Mongolei
Einem Vertrag zwischen den Boxverbänden der Mongolei und Kubas zufolge, werden kubanische Trainer und Sportler in Vorbereitung auf die olympischen Spiele 2004 und 2008 Trainingskurse für die mongolische Nationalmannschaft abhalten.
Bereits seit zwei Monaten weilen der kubanische Boxtrainer S. Fuentes und drei seiner Schützlinge, G. Rigonda, M. Kindelan und L. Aragon, in Ulaanbaatar. Sie halfen mit, die fünf mongolischen Boxer, die an den Weltmeisterschaften vom 06.-13. Juli in Bangkok (Thailand) teilnehmen werden, auf die Wettkämpfe vorzubereiten.

Kinder-Sportfestspiele
Am 30. Juni gingen auf dem Gelände des internationalen Ferienlagers „Nairamdal" die Kindersportfestspiele zu Ende. Fünfhundert Teilnehmer aus allen Teilen der Mongolei kämpften um die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen im Schach, Basket- und Volleyball, im Tischtennis, im Schießen und im Fußball.
Als Beste in der Summe der Wettkämpfe erwiesen sich die Sportler aus dem Orkhon-Aimag.


   

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Last Update: 01. Januar 2017