Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 16. bis 22. Juni 2003

von Dr. Renate Bormann Ulaanbaatar

Bagabandi reist nach Lettland, Litauen, Estland und Österreich
Vom 27.06. – 06.07. wird Präsident Bagabandi zu offiziellen Staatsbesuchen nach Lettland, Litauen, Estland und Österreich reisen.

Termin für Moskaureise Enkhbayars steht fest
Vom 26. Juni bis zum 03. Juli wird Ministerpräsident N. Enkhbayar seine wiederholt verschobene Dienstreise nach Moskau antreten.
Damit folgt er einer Einladung des Ministerpräsidenten der Russischen Föderation, M. M. Kasjanov.

Außenminister Erdenechuluun in Kambodscha
Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten, L. Erdenechuluun, nimmt in Phnom Penh (Kambodscha) an einer Beratung der ASEAN-Staaten zu Fragen des Schutzes vor dem internationalen Terrorismus, den Auswirkungen der Lungenkrankheit „SARS" auf die Wirtschaft der Region und über das nordkoreanische Atomprogramm teil.
Außer den Außenministern der zehn Mitgliedsländer nehmen an dem Treffen u.a. Vertreter der USA, Russlands, der EU und Japans teil.


Goldverzierung aus einem hunnischen Königsgrab

Französische Regierungsdelegation in der Mongolei
Vom 17.-19. 06. weilte eine französische Regierungsdelegation zu einem offiziellen Besuch in der Mongolei.
Delegationsleiter Renaud Muselier, Staatssekretär im französischen Außenministerium und Mitglied der Regierung, unterstrich das Interesse des französischen Volkes und seines Präsidenten Jaques Chirac am Ausbau der kulturellen, diplomatischen, politischen und ökonomischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.
1965 nahmen Frankreich und die damalige Mongolische Volksrepublik diplomatische Beziehungen auf, im Oktober 1996 eröffnete Frankreich in der Mongolei eine eigene Vertretung. Seit Mai dieses Jahres wird die Französische Republik durch einen ständig in der Mongolei residierenden außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter vertreten.
Gleichzeitig erhöhte der französische Staat das Budget für seine Botschaft in der Mongolei um das Doppelte.
In den Gesprächen mit mongolischen Regierungsvertretern ging es u.a. um das Nordkoreaproblem, die Demokratisierung des Irak und es wurden Vorgespräche über Abkommen im Tourismusbereich, in der Landwirtschaft und im Bereich Kunst und Kultur geführt.
Gemeinsam mit Präsident N. Bagabandi nahm der Staatssekretär am 17.06. an der Eröffnung einer Ausstellung im Zanabazar-Museum über die Ergebnisse der gemeinsamen mongolisch - französischen archäologischen Expedition teil. „Von den Hunnen bis zum Reich Chinggis-Khaans" heißt die Schau, die noch bis September von Interessenten aus dem In- und Ausland besichtigt werden kann und dem mongolischen Archäologen, Ts. Dorjsuren (1923 – 1993), gewidmet ist.
Gezeigt werden Funde, die in den Jahren 1993 bis 2003 aus Hunnengräbern am Egiin-Gol und in Gol Mod (Arkhangai-Aimag) geborgen werden konnten: Bronzegefäße, Gold- und Silberschmuck, Eisen- und Kupfergegenstände, Wagenteile. In Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften der Mongolei und dem „Nationalmuseum für asiatische Kunst" in Paris werden die Funde untersucht und katalogisiert.
Die Franzosen äußerten sich zuversichtlich, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Erforschung der alten Geschichte und Kultur der Mongolen in Zukunft zu vertiefen.
Seit 2002 wird die mongolisch - französische Expedition durch die Regierung des Fürstentums Monaco unterstützt.
M. Muselier besuchte nicht nur die Ausgrabungsplätze in Gol Mod. Auf seinem Besuchsprogramm standen auch das erste lamaistische Kloster in der Nordmongolei „Erdene Zuu" und die noch unter einer Grasdecke verborgene Ausgrabungsstätte „Kharkhorin". Im Juli werden Mongolen und Deutsche hier ihre Grabungen und Forschungen wieder aufnehmen.


Mongolen im Irak. 50 kg Gepäck sind erlaubt

200 Mongolen leisten humanitäre Hilfe im Irak
Auf einer Pressekonferenz informierte der stellvertretende Chef des Generalstabs der Streitkräfte, General G. Ragchaa, über die Vorbereitungen der Armeeangehörigen, die für einen Einsatz im Irak ausgewählt wurden.
100 bis 150 Mot-Schützen, 40 bis 50 Bauspezialisten und Ingenieure sowie zehn Ärzte werden voraussichtlich im Juli in den Irak fliegen, um humanitäre Hilfe zu leisten. Für den Einsatz wurden nur Freiwillige mit einer stabilen körperlichen und psychischen Gesundheit ausgewählt. Außer für das medizinische Personal gilt eine Altersbegrenzung bis 40 Jahre.
Die Armeeangehörigen absolvierten Arabisch- und Englischsprachkurse, wurden mit den geographischen Bedingungen des Einsatzlandes vertraut gemacht und erhielten Unterweisungen über Sitten und Bräuche der unterschiedlichen Ethnien und religiösen Gruppen im Irak.
Vier bis sechs Monate werden die Mongolen im Irak zubringen.
Wie lange der Einsatz mongolischer Armeeangehöriger im Irak insgesamt dauern wird, hängt von der politischen Entwicklung im Land ab, so Ragchaa abschließend.

Parteienzusammenarbeit
Der Vorsitzende der Mongolischen Revolutionären Volkspartei (MRVP), Ministerpräsident N. Enkhbayar, sowie der Vorsitzende der Vereinigten Mongolischen Traditionspartei, U. Khurelbaatar, haben am 17. Juni eine „Deklaration über Zusammenarbeit" unterzeichnet.
Nach den Worten von MRVP-Generalsekretär D. Idevkhten bedeutet die Deklaration noch kein Wahlbündnis. Die Vereinbarung gilt vorerst bis Ende 2004.

Demokratiekonferenz
Delegierte aus 57 Ländern haben bisher ihre Teilnahme an der „V. Konferenz der neuen demokratischen Staaten" vom 10. bis zum 13. September in Ulaanbaatar zugesagt, teilte die Pressestelle des Großen Staatskhurals mit.

Gesetz über die Koordination der Auslandshilfen
Die Abgeordneten des Großen Staatskhurals haben das erste „Gesetz über die Koordination der Auslandshilfen" bestätigt. Im Dezember des vergangenen Jahres hatte die Regierung den entsprechenden Gesetzesentwurf eingebracht. „Mit der Annahme des Gesetzes wurde ein gesetzlicher Rahmen für die effektivere Nutzung der ausländischen Hilfen und Kredite, der für mehr Transparenz sorgt und die Kontrolle durch den Staat sichert, geschaffen", sagte Ch. Ulaan, Minister für Wirtschaft und Finanzen, auf einer Pressekonferenz Ende vergangener Woche in Ulaanbaatar.

Abgeordnete beraten über Naadam – Gesetzesvorschlag
Der von Präsident Bagabandi initiierte Gesetzesvorschlag zu den „Drei Spielen der Männer" (Naadam), dem mongolischen Nationalfeiertag, soll möglichst noch vor der Sommerpause des Parlaments abschließend beraten werden.
Es geht u.a. um Regeländerungen bei den traditionellen Ringwettkämpfen, beim Pferderennen und beim Bogenschießen. So sollen die Sieger ab der fünften Runde im Ringen den Titel „Falke", ab der sechsten Runde den Titel „Habicht", ab der 7. Runde den Titel „Landeselefant" etc. verliehen bekommen. Die Teilnehmer an den Pferderennen (Kinder ab sechs Jahren) müssen ein Gesundheitsattest vorlegen und versichert sein.

Festival „Neue Musik" beendet
Am 21. Juni ging mit einem Festkonzert im Kulturzentrum des Gewerkschaftsverbandes das Musikfestival „Dröhnende Hufe" zu Ende. Seit 1999 zieht das Festival, das traditionelle mongolische mit „neuer Musik" aus verschiedenen Ländern vereint, immer mehr Zuhörer, Mongolen und Ausländer, an.
„Sehr müde bin ich, aber glücklich. Das Erlebnis, die Musik meiner Kollegen und meine eigene im Wüstensand der Gobi, in der Weite der mongolischen Steppe und sogar vor der beeindruckenden Kulisse eines Gletschers gehört zu haben, war alle Anstrengungen wert."
Prof. Albrecht Gürsching aus Hamburg gehörte zu den Teilnehmern aus 14 Ländern, die die weite Reise nach Zentralasien nicht scheuten, um am Musikereignis des Jahres in der Mongolei teilnehmen zu können.
Seine Komposition „Bagatellen", vorgetragen vom „Stockholmer Saxofonquartett", erlebte am 20. Juni in der Gobi seine Uraufführung und gehörte auch zum Programm des Abschlusskonzertes. „Grandios", der Komponist war sichtlich angetan von der Leistung der Musiker aus Schweden.
Begeistert gefeiert wurden vom Publikum im Großen Saal des Gewerkschaftshauses erwartungsgemäß die mongolischen Khuumiisänger. Die Kunst der Obertonsänger ruft immer wieder Erstaunen und Bewunderung, nicht nur bei Laien, auch bei Musikprofis, hervor.
Insgesamt nahmen am Festival Musiker, Komponisten und Artisten aus der Mongolei, Armenien, Aserbaidshan, Kasachstan, Kirgistan, der Türkei, Finnland, Deutschland, Schweden, der Schweiz, England, Kanada, den USA und den Niederlanden teil.
Begonnen hatte das Festival am 17. Juni im Choijin-Lam-Klostermuseum von Ulaanbaatar, einen Tag später reisten die Musiker per Bus in den Südgobiaimag, nach Bayantsag und Yolyn Am, ehe sie am 21. nach Ulaanbaatar zurückkehrten.

„Nie wieder!"
Der Khamba-Lama des Gandantegchinlen-Klosters, Choijamts, erinnerte in seiner Rede vor Medienvertretern in Khamba-Ovoo, in der Nähe des Klosters, an die 30 000 Intellektuellen, Aristokraten, Angehörigen des lamaistischen Klerus und Dissidenten, die von 1930 bis 1937 den Säuberungsaktionen der Mongolischen Revolutionären Volkspartei (MRVP) zum Opfer fielen.
Betroffen gewesen sei jede mongolische Familie. Nie wieder dürfen Mongolen solch eine Politik dulden. Niemals dürften die Opfer dieser „dunklen Periode der mongolischen Geschichte" vergessen werden.
In Khambyn-Ovoo wurde im Jahr 2000 bei Ausschachtungsarbeiten ein Massengrab entdeckt.
Seit April 2003 untersuchen Mönche die Überreste und kamen zu dem Schluss, dass 90 Prozent der im Grab verscharrten Opfer Lamas gewesen sein müssen. Bisher wurden 348 Schädel gefunden, die Forscher gehen von mindestens 575 Opfern aus, von denen die meisten durch Genickschuss ermordet wurden.

Wieder klarer Himmel über der Mongolei
Seit dem 17. Juni haben sich die „dunklen Wolken" am Himmel über der Mongolei verzogen.
14 Tage lang war in weiten Teilen des Landes die Sonne kaum zu sehen, es war trübe und bedeckt, das Atmen fiel schwer. Inlandflüge fielen aus oder starteten erst mit stundenlangen Verspätungen.
Mehr als 500 Großbrände in den Regionen Irkutsk, Tschita und in Burjatien, von denen die meisten noch nicht unter Kontrolle sind, sorgten für diese unerquickliche Erscheinung.
Aber auch in der Mongolei brechen immer wieder Wald- und Steppenbrände, meistens verursacht durch den Leichtsinn von Ausflüglern, Holz- und Früchtesammlern, aus.

„Himmlische Mongolei"
Im Foyer des Opern- und Balletttheaters Ulaanbaatar wurde am 19. Juni eine Ausstellung „Tengerlig Mongol - Himmlische Mongolei" mit Fotos von Thomas Scherer eröffnet.
Thomas Scherer, Konsul an der deutschen Botschaft und Hobbyfotograf, hat die Gebirgs-, Fluss-, Steppen- und Wüstenlandschaften, die Porträts ihrer Bewohner, bekannte und weniger bekannte Kulturdenkmäler, Industrie- und Wohnviertel in den vergangenen drei Jahren in allen Teilen der Mongolei, zu allen Jahres- und Tageszeiten aufgenommen. Besonders bestaunt wurden die Luftaufnahmen: Scherer ist nicht nur im Auto und zu Fuß, sondern auch im selbstgebauten Kleinflugzeug unterwegs gewesen.
P. Puuveibaatar, Chef einer Werbeagentur: „Beim Betrachten der Fotos ist mir wieder bewusst geworden, wie wunderbar meine Heimat ist. Dafür bin ich Thomas Scherer sehr dankbar".
Scherer selbst, dessen Dienstzeit in der Mongolei Ende Juni zu Ende geht, wertet die Ausstellung als einen Beitrag zum Jahr des Tourismus – „Visit Mongolia 2003".
Die Fotoausstellung ist noch bis zum 26. Juni geöffnet.


A. Fahrni in der Swiss Library in Darkhan

Bücher für die Mongolei
Anita Fahrni, Kantonsabgeordnete aus Thurgau in der Schweiz, sammelt seit 1998 deutsch- und englischsprachige Bücher von Privatpersonen, von Bildungseinrichtungen und Buchhandlungen in der Schweiz, die sie per Post und Container in die Mongolei schickt. Mittlerweile konnten durch ihre Initiative, ihr Engagement und das ihrer mongolischen Helfer, sechs Bibliotheken („Swiss libraries") eingerichtet werden: In Ulaanbaatar, in Erdenet, in Darkhan, in Choibalsan und in Khovd.
Ihren diesjährigen Aufenthalt in der Mongolei nutzte Anita Fahrni nicht nur, um an der Eröffnung der Bibliothek in Khovd am 12. Juni teilzunehmen. Sie flog nach Choibalsan und Darkhan, Wünsche und Bestellungen entgegennehmend sowie mongolischsprachiges Anschauungsmaterial aus der Hauptstadt für Schulen in die abgelegeneren Regionen des Landes zu bringen.
Über 60 000 Bände – neue und sehr gut erhaltene Kinder- und Jugendbücher, Belletristik, Geschichts- und Kunstbücher, naturwissenschaftliche u.a. Fachliteratur – stehen den Jugendlichen und erwachsenen Lesern kostenlos zur Verfügung. Allerdings fehlen ausgebildete Bibliothekare, trotzdem werden die Bibliotheken, nicht nur von den Mongolen, eifrig genutzt.

Mongolin gewinnt Gesangswettbewerb
Die mongolische Popsängerin, S. Serchmaa, hat einen internationalen Wettbewerb von Pop- und Rocksängern in Astana, der kasachischen Hauptstadt, gewonnen.
Der Wettbewerb fand anlässlich des 5. Gründungsjubiläums von Astana und unter der Schirmherrschaft von Präsident Nasarbaev statt.
Die Teilnehmer kamen aus 12 Ländern, darunter Italien und Singapur.

„Joghurttäterin" werden 20 Straftaten zur Last gelegt
Eine junge, attraktive Frau, S. Altantuul, wird verdächtigt, mindestens 20 Männern im Alter zwischen 30 und 40 Jahren Früchtejoghurt und Bier angeboten bzw. verkauft zu haben, denen eine bisher nicht identifizierte Droge beigemischt war. Nachdem die Männer das Bewusstsein verloren hatten, wurden sie ausgeraubt. Die Männer mussten mit schweren Vergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Einige werden noch immer behandelt.
A., die vermutlich zu einer Bande von Dieben und Zuhältern gehört, werden zudem illegale Geldgeschäfte, weitere Diebstähle und die Verführung minderjähriger Mädchen zur Prostitution vorgeworfen.


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Last Update: 01. Januar 2017