Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 23. bis 29. Juni 2003

von Dr. Renate Bormann Ulaanbaatar


3. v. l. Botschafter Terbishdagva auf dem neuen Botschaftsgrundstück

Neues Botschaftsgebäude in Berlin
Am 07. Juli wird das neue Botschaftsgebäude der Mongolei in der Dietzgenstraße 31 in Berlin-Pankow feierlich eingeweiht.
Vor zwei Jahren war die Botschaft von Bonn nach Berlin-Pankow in die Gotlandstraße umgezogen. Das Gebäude erwies sich jedoch bald als unzureichend.
Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten, L. Erdenechuluun, beabsichtigt, an dem Ereignis, das lange auf sich warten ließ, teilzunehmen.

Sommerpause des Großen Staatskhurals
Am Nachmittag des 25.06. kamen die Abgeordneten des Großen Staatskhurals zu ihrer letzten ordentlichen Sitzung der Frühjahrssitzungsperiode (khavryn chuulgan) zusammen.
Die Herbstsession wird am 01. Oktober 2003 eröffnet.


Dieser Sieg zählt nicht mehr

Naadam-Gesetz bestätigt
Die Abgeordneten des Großen Staatskhurals haben für das „Gesetz über den Nationalfeiertag Naadam" gestimmt.
Es trat am Tag seiner Annahme im Parlament in Kraft.
In Ulaanbaatar finden am 11. und 12. Juli die zentralen Naadam-Veranstaltungen statt, die Aimags und Sums organisieren ihre Feiern für die nämlichen Tage.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den Pferderennen müssen mindestens sieben Jahre alt sein, ein Höchstalter wurde nicht festgelegt.
Die Regeländerungen bei den „Drei Spielen der Männer", dem Herzstück des Festes, sorgen jedoch für Unmut bei einigen der Betroffenen. Besonders gilt das für das traditionelle mongolische Ringen.
Mehrere Titelträger kritisierten auf einer Pressekonferenz die Tatsache, dass keiner der Vorschläge und Hinweise aus den Reihen der aktiven Ringer Aufnahme in das Regelwerk gefunden hätte. Mit dem neuen Gesetz würden die Unregelmäßigkeiten und Verstöße der Vergangenheit sanktioniert, außerdem sei die Verleihung der neu eingeführten Titel „Habicht" (khartsaga) für den Sieger in der 6. Runde und „Garuda-Sonnenvogel" (garid) für den Sieger in der 8. Runde ein Fehler.
Die Titel: „Falke" (nachin) für den Sieger der 5. Runde, „Elefant" (Zaan) – 6. Runde, „Löwe"(arslan) - 9. Runde und höher.
„Wir werden kämpfen", ob nur gegen das Gesetz oder auch bei den diesjährigen Ringwettkämpfen, ließ Darkhan Avarga Kh. Batmunkh offen.
Die Befürworter der Regeländerungen halten entgegen, dass die Traditionen der beiden „neuen" Titel bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichten, dass sehr wohl die Meinungen von Ringern, Reitern und Bogenschützen Berücksichtigung gefunden hätten.
Außerdem erschwerte die Titelverleihung in jeder Runde ab der fünften die Vorabsprache bei Kämpfen.
Der Chef des Vorbereitungskomitees für die diesjährigen Naadamfeiern ist Gesundheitsminister P. Nyamdavaa, der Etat beträgt 271,2 Millionen Tugrug. Das sind mehr als im vergangenen Jahr, weil durch die Verlegung der Pferderennen nach Khui Doloon Mod (Zentralaimag) höhere Kosten (Wasserversorgung, Transport) entstehen.


v. l. Tsogtbaatar, Ganibal, Udval

Mongolei an Zusammenarbeit mit europäischen Ländern interessiert
Auf einer Pressekonferenz in Vorbereitung der Europareise von Präsident Bagabandi betonte R. Tsogtbaatar, der außenpolitische Berater des Präsidenten, wie wichtig der Erfahrungsaustausch mit den europäischen Transformationsländern sei und dass der Zugang zu den europäischen Märkten nach wie vor erklärtes Ziel der mongolischen Wirtschaftspolitik sei.
Zwischen Litauen, Lettland, Estland und der Mongolei bestehen seit 1991 diplomatische Beziehungen. Die Geschäfte werden vom mongolischen Botschafter in Warschau wahrgenommen.
Wenige private mongolische Firmen unterhalten bisher Geschäftsbeziehungen zu Partnern in den baltischen Staaten. Vor der politischen Wende bezog die Mongolei aus dem Baltikum Haushaltsgegenstände, Zucker, Mikroautobusse und Kraftfahrzeugersatzteile. Lange Zeit nutzte nahezu jeder Viehhalterhaushalt das Transistorradio „WEF" aus Lettland.
Im Jahre 2002 war eine mongolische Parlamentsdelegation zu Gast im Seimas in Vilnius, im Saeimas in Riga und in der Staatsversammlung in Tallin.
Zur Republik Österreich unterhält die Mongolei seit dem 01.07. 1963 diplomatische Beziehungen. Im Mai 2003 kamen die Mitglieder der gemeinsamen mongolisch-österreichischen Wirtschaftskommission in Ulaanbaatar zu ihrer ersten Sitzung zusammen.
Beide Länder arbeiten im Tourismus, im Bildungswesen und im Gesundheitswesen zusammen. Wirtschaftsbeziehungen gibt es in der Lebensmittel- und Textilindustrie (Fleisch- und Wurstverarbeitung, Kaschmir) sowie zu den Teppichfabriken in Ulaanbaatar, Dornod und Erdenet.
Präsident Bagabandi und seine Begleitung, darunter Außenminister L. Erdenechuluun und der designierte Botschafter in Österreich und Noch-Vizeminister, L. Enkhtaivan, werden vom
27.06. 01.07. in den drei baltischen Staaten, vom 02.-06.07. in Österreich weilen.
An der Pressekonferenz nahmen der Abteilungsleiter „Europa, arabische Länder und Afrika", L. Udval und der Chef der Presse- und Informationsabteilung im Außenministerium, J. Ganibal, teil.

Enkhbayar-Reise nach Russland
Altschuldenrückzahlung und „Erdenet", damit sind die beiden Hauptprobleme der mongolisch-russischen Zusammenarbeit genannt.
Ministerpräsident N. Enkhbayar begann seine Russlandreise am 26.06. in Tschita, setzt sie fort in Irkutsk und Kemerov, bevor er in Moskau zu Verhandlungen mit Ministerpräsident M. M. Kasjanov eintrifft.
Am 03.07. wird Enkhbayar in die Heimat zurückkehren.

Mongolisch-bulgarische Zusammenarbeit
In der vergangenen Woche tagten in Ulaanbaatar die Mitglieder der gemeinsamen bulgarisch-mongolischen Regierungskommission.
Bulgarien und die Mongolei wollen ihre traditionell gute Zusammenarbeit in der Textil- und Lederindustrie weiter ausbauen. Auch in der Landwirtschaft wollen beide Länder ihre Zusammenarbeit verstärken.
Vor allem hofft die Mongolei, von den Erfahrungen Bulgariens im Tourismus, der hier ein hochentwickelter, gewinnträchtiger Wirtschaftszweig ist, zu profitieren.

Mongolisch-indonesisches Gipfeltreffen
Die indonesische Regierung wird den Wunsch der Mongolei, Mitglied der APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit) und des Asiatisch-Europäischen Forums zu werden, unterstützen. Das versicherte die Präsidentin der Republik Indonesien, Megavati Sukarnoputri, die vom 20. bis zum 22. Juni zu einem offiziellen Staatsbesuch in der Mongolei weilte, ihren mongolischen Gesprächspartnern.
Außer mit Präsident N. Bagabandi traf sie mit dem Vorsitzenden des Großen Staatskhurals, S. Tumur-Ochir, und Ministerpräsident N. Enkhbayar, zusammen.
Beide Länder sind an einer engeren wirtschaftlichen (Handel, Landwirtschaft, Erdölförderung) und kulturellen Zusammenarbeit interessiert.
Die indonesische Delegation besuchte den größten Kaschmirbetrieb der Mongolei, „Gobi" und sah sich im Touristencamp „Chinggis-Khuree" Schaukämpfe im traditionellen mongolischen Ringen, Bogenschießen und im Reiten an.
Der stellvertretende Außenminister S. Batbold und der Abteilungsleiter für die Region Ostasien und Pazifik im indonesischen Außenministerium, P. A. Julianto, setzten ihre Unterschrift unter eine Note über eine mongolisch-indonesische Regierungskommission.
Auf der Demokratiekonferenz im September in Ulaanbaatar wird Indonesien mit einer hochrangigen Delegation vertreten sein.
Präsident Bagabandi nahm eine Einladung Frau Sukarnoputris zu einem offiziellen Indonesienbesuch mit Dank entgegen.

Bald Ankara-Straße in Ulaanbaatar
Vom 10. bis zum 23. Juni besuchte eine Delegation unter Leitung des Oberbürgermeisters von Ulaanbaatar, M. Enkhbold, Budapest, Istanbul, Ankara und Berlin, um Gespräche über wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zu führen.
In Ankara traf Enkhbold mit seinem Moskauer Kollegen, Ju. M. Lushkov, zusammen. Dieser wird in naher Zukunft nach Ulaanbaatar reisen, um an der Einweihung des Kulturzentrums „Ulaanbaatar-Moskau" teilzunehmen.
Am 26. und 27. Juni fand im Chinggis-Khaan-Hotel das „Gebertreffen zur Entwicklung Ulaanbaatars" statt, auf dem 36 Finanz- und Zusammenarbeitsorganisationen sowie die Partnerstädte Moskau, Ankara, Bangkok und Seoul vertreten waren.
Demnächst soll eine Straße in Ulaanbaatar nach der türkischen Hauptstadt benannt werden.

Die Hanns-Seidel-Stiftung lädt ein
Auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung weilen Mitarbeiter des mongolischen Justizapparates zum Erfahrungsaustausch und zu Studienzwecken nach Berlin und Bayern.
Vom 22.-29.06. werden die Mitglieder der Delegation, darunter der Minister für Justiz und Inneres, Ts. Nyamdorj, die Repräsentantin der HSS in der Mongolei und Mitglied des Verfassungsgerichts, Ts. Sarantuya, die Dekanin der rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Mongolischen Staatsuniversität, B. Chimid u.a. Gespräche in Ministerien und Forschungseinrichtungen führen.
Hauptsächlich geht es um die Festlegung der Richtlinien für die weitere Zusammenarbeit im Rechtswesen in den Jahren 2004 bis 2006.
Zu einem Vortragsabend in München: „Die Mongolei und der Transformationsprozess" werden 100 mongolische und deutsche Interessenten erwartet.

Menschenrechtsverletzungen in der Mongolei
Im Bericht über Freiheit und Menschenrechte, vorgelegt von der Nationalen Menschenrechtskommission wird der Regierung vorgeworfen, nicht genügend für die Rechte der Kinder, Armen und Behinderten getan zu haben, vorbeugende Maßnahmen zur Unterbindung von Folter seien ebenfalls nicht getroffen worden.
Die Zahlung von 50 000 bzw. 25 000 Tugrug für die Zuzugsgenehmigung nach Ulaanbaatar verletzte das Verfassungsrecht auf freie Wohnortwahl.
Die Regierung habe überdies den alle vier Jahre fälligen Bericht über die Beseitigung aller Formen der Diskriminierung von Frauen nicht vorgelegt.

Tödliche Autounfälle
Eine Studentin und eine Schülerin starben bei einem Autounfall im Bulgan-Aimag.
Anstatt mit einem Bus wurden die Studenten und Lehrer der Staatsuniversität mit einem Lastwagen transportiert. Die Studenten waren auf dem Weg zu einem Praktikum.
Drei Insassen eines PKW wurden verletzt, eine Frau starb noch am Unfallort, als ihr Fahrzeug im Dadal-Sum des Khentii-Aimags verunglückte.
Die Unfallopfer, Angestellte der Landwirtschaftsbank, waren auf dem Weg zu einem Seminar im Sumzentrum.
Die Verletzten wurden per Flugzeug nach Ulaanbaatar zur Behandlung transportiert. Die Kosten dafür übernahm die Bank.

Tod durch Blitzschlag
Ein 14-jähriges Mädchen aus dem Uvs-Aimag starb durch einen Blitzschlag während sie die Herde ihrer Familie hütete.
Schwere Regenfälle mit Gewittern richteten am vergangenen Freitag, vor allem im Zentralaimag Schäden in bisher unbekannter Höhe an. Eine vom Blitzschlag getroffene Jurte brannte völlig nieder.


Klosterruine Manzushir in einem Tal des Bogd-Uul

Wandern für die Gesundheit und zur Förderung des Tourismus
Ministerpräsident Enkhbayar, seine Frau und Kinder, der stellvertretende Parlamentsvorsitzende, Mitglieder des NOK, Abgeordnete und Minister wanderten vom Regierungsstädtchen Ikh Tengeriin Am (Tal des Großen Himmels) zum Bogd-Khaan-Observatorium und weiter bis zur Spitze des höchsten Berges Tsetsee-Gun (2 257 Meter) im Bogd-Khaan-Gebirge.
Die Familie Enkhbayars und der Abgeordnete Shagdarsuren schafften die zweitägige Tour ohne größere Schwierigkeiten, während Byambadorj und Umweltminister Barsbold deutliche Ermüdungserscheinungen zeigten.
Auf dem Berggipfel hielt der Lama und Direktor der Buddhistischen Kunsthochschule beim Gandantegchinlen-Kloster in Ulaanbaatar, G. Purevbat, eine Gebetszeremonie zu Ehren der Natur und des Berges ab.
Die Wanderung stand unter dem Motto: „Bewegung und Gesundheit", sollte dazu dienen, neue Pfade durch den Bogd-Uul zu entdecken und gleichzeitig ein Beitrag zum Jahr des Tourismus sein.

Mongolischer Eisstockspieler in Tokio festgenommen
E. Battulga, der nach den asiatischen Winterspielen in Japan nicht in die Heimat zurückgekehrt war, wurde jetzt auf einer Metrostation in Tokio festgenommen.
Er wollte sich das Geld für eine Eigentumswohnung in Ulaanbaatar erarbeiten, nannte der Eisstockspieler als Grund für seinen illegalen Aufenthalt in Japan.


   

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Last Update: 01. Januar 2017