Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 13. bis 19. Oktober 2003

von Dr. Renate Bormann Ulaanbaatar


Mongolische Gesichter

Präsidentenveto
Präsident Bagabandi hat gegen den Beschluss des Großen Staatskhurals „Über einige Maßnahmen bei der Umsetzung der Steuergesetzgebung" Widerspruch eingelegt.
Die Bestimmungen zur Aufdeckung und Verfolgung von Steuervergehen verletzten die Bürgerrechte und seien teilweise gegen die Verfassung gerichtet.

Auslandsdienstreise des Ministerpräsidenten
Ministerpräsident N. Enkhbayar wird auf Einladung des schwedischen Ministerpräsidenten, Göran Persson, vom 19.-22., auf Einladung von Tony Blair, Premierminister im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland, vom 22.-25. Oktober offizielle Staatsbesuche in Schweden und England absolvieren.

Richtlinien für die Regionalentwicklung
Natur- und Umweltminister, U. Barsbold, informierte am 12. Oktober die Abgeordneten des Großen Staatskhurals über die Hauptrichtlinien der Regierungspolitik bei der Regionalentwicklung.
Schwerpunkte sind die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes, die Vorbeugung gegen die weitere Verwüstung auf Grund globaler Klimaveränderungen, Müll- und Abfallvermeidung bzw. –beseitigung.
In diesem Jahr sei zum ersten Mal in der Geschichte der Mongolei eine systematische Überprüfung der Wasserreserven- und -qualität vorgenommen worden. Die Ergebnisse lägen in Kürze vor.
In den Städten werde die Luftverschmutzung zu einem immer größeren Problem. Energieunternehmen, produzierendes Gewerbe, Politiker und Wissenschaftler müssten gemeinsam an einer Lösung dieses Problems mitwirken.
Nachdem Gespräche mit deutschen Investoren über eine Müll- und Abfallbeseitigungsanlage in Ulaanbaatar geführt wurden, hat man sich jetzt an Japan mit der Bitte um Hilfe gewandt.
Einem Beschluss des Abgeordnetenhauses aus dem Jahre 1998 zufolge sollten nicht weniger als 30 Prozent des Landesterritoriums als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden.
Gegenwärtig gibt es 54 Sonderschutzgebiete, die 20,9 Millionen Hektar Fläche einnehmen.


Leben am Strassenrand

31 Entwicklungsprojekte mit Hilfe der AEB
S. Tumur-Ochir, der Vorsitzende des Großen Staatskhurals, traf in Ulaanbaatar mit einer Delegation des Direktionsrates der Asiatischen Entwicklungsbank (AEB) zu Gesprächen über die weitere finanzielle und technische Unterstützung der AEB für die Mongolei zusammen. Seit 1991 hat die AEB 500 Millionen US-Dollar für 31 Entwicklungsprojekte (Landwirtschaft, Verwaltung, Bankwesen u.a.) in der Mongolei ausgegeben. Hinzu kommen noch einmal 50 Millionen Dollar an technischer Hilfe.

Goldbergbau in Boroo
Im Dezember dieses Jahres wird in Boroo, im Bayangol-Sum des Selenge-Aimags, der Goldbergbau wieder aufgenommen.
Die Goldgewinnungsanlage in Boroo nimmt eine Fläche von 2,5 mal 1,5 Kilometern ein.
Jährlich können bis zu 5,5 Tonnen Goldbarren produziert werden. Dies bedeutete eine Erhöhung der mongolischen Goldproduktion um 45 Prozent.
Die Betreiberin des Bergbauunternehmens, die „Boroo-Gold", beschäftigt gegenwärtig 300 Arbeitskräfte, die Monatsgehälter zwischen 150 000 und 300 000 Tugrug beziehen.
Zehn Prozent des Personals stammen aus dem Ausland, die anderen hauptsächlich aus dem Selenge-Aimag.
Der Direktor des Unternehmens, I. A. Kovarskii, versprach den Anwohnern, alle Naturschutzauflagen sorgfältig zu beachten.
Ein Prozent der Ertragssteuern werden direkt an den Bayangol-Sum abgeführt, freut sich der Sumgouverneur, Kh. Davaakhuu.

„Harrod’s –Eigentümer besucht die Mongolei
Der Milliardär Mohammed Al-Fayed, Eigentümer des britischen Nobelkaufhauses „Harrod’s" und Fastschwiegervater der tödlich verunglückten Prinzessin Diana, hat zum zweiten Mal die Mongolei besucht. Er folgte einer Einladung von Staatspräsident N. Bagabandi.
1998 besuchte Fayed zum ersten Mal die Mongolei und investierte anschließend im Bergbau und für geologische Erkundungsarbeiten neun Millionen US-Dollar.
Der jetzige Besuch soll der Erweiterung des wirtschaftlichen Engagements Fayeds in der Mongolei dienen: Investitionen und Beratung in Bergbau und geologischer Erkundung, bei der Verarbeitung von Kamelwolle, Unterstützung für die Platzierung mongolischer Produkte (Kaschmir, Alkohol) auf den internationalen Märkten.
Außer mit Präsident Bagabandi traf der Großunternehmer mit mehreren Ministern und Unternehmern („APU", „Gobi", „Buyan", „Mongol Amical" (Kamelwolleverarbeitung) zusammen.
Fayed unterstützt zudem mehrere Waisenhäuser und rief die vermögenden Mongolen dazu auf, sich stärker für die Verbesserung der Lebensbedingungen und Betreuungsmöglichkeiten von Waisen- und armen Kindern einzusetzen.

„Tag der Landfrauen"
Seit 1994 wird der 15. Oktober weltweit als „Tag der Landfrauen" begangen.
Die Veranstaltungen zu Ehren der Landfrauen werden in der Mongolei traditionsgemäß von der „Stiftung zur Unterstützung der Landfrauen" organisiert.
Im Fernsehen und Rundfunk wurden Sondersendungen übertragen, Festbankette und Auszeichnungen für besonders verdiente Landfrauen ergänzten die Seminare und Vorlesungen, die den Frauen helfen sollen, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern, wo sie über ihre Erfahrungen und Meinungen sprechen und diskutieren konnten.
In diesem Jahr standen die Aimags Khovd, Darkhan-Uul, Zavkhan und die Hauptstadt im Zentrum der Feiern anlässlich dieses Tages.

Erster Bankraub in der Geschichte der Mongolei
Am 11. Oktober gegen 23.00 Uhr wurde die Filiale Nr. 11 der Anod-Bank im Stadtbezirk Bayangol von Ulaanbaatar überfallen.
Der maskierte, mit einer Pistole der Marke „Makarov" bewaffnete Täter schoss den Wachmann und eine der drei Bankangestellten nieder, raubte 90 000 US-Dollar und 70 Millionen Tugrug und flüchtete unerkannt.
Nach Zeugenaussagen soll es sich bei dem Räuber um einen 25- bis 28-jährigen Mann handeln. Hinweise, wonach es sich um zwei Täter, einen Mann und eine Frau, gehandelt habe, konnten bisher nicht bestätigt werden.
Die Polizei hat eine Sonderkommission mit der Aufklärung des Verbrechens betraut.
Die Anod-Bank wurde 1999 gegründet, verfügt über 13 Filialen, von denen drei im 24-Stunden-Betrieb arbeiten.
Die beiden Verletzten, ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma „Chono" (Wolf) sowie eine Bankangestellte, sind mittlerweile außer Lebensgefahr.

Prozessverschiebung
Vor dem Gericht im Stadtbezirk Sukhbaatar wird gegenwärtig der Fall der jungen Frauen behandelt, die im Frühjahr und Sommer mehrere ältere Männer zwischen 40 und 50 Jahren mit Hilfe von Drogen bewusstlos gemacht und anschließend ausgeraubt haben.
Wegen ausbleibender Honorarzahlungen beantragte der Verteidiger der zwei Hauptangeklagten eine Prozessverschiebung.

Gala zum Abschluss des Opern- und Ballettfestivals
Die Plätze im Opern- und Balletttheater von Ulaanbaatar sind häufig ausverkauft, trotzdem sie schließlich nicht alle besetzt sind. Nicht so am vergangenen Samstag. Sogar einen Stehplatz zu bekommen, stellte sich als schwierig heraus und vor dem Theater warteten immer noch Menschen, die Einlass begehrten. Das Interesse war groß, die mongolischen und internationalen Künstler, die während der Festwoche anlässlich des 40-jährigen Gründungsjubiläums des Opernhauses auftraten, noch einmal zu erleben.
Die Darsteller von Nanzalmaa und Yunden, die Helden der mongolischen Nationaloper „Uchirtai gurvan tolgoi", wurden genauso enthusiastisch gefeiert wie die der Violetta in „La Traviata" oder der Odette in „Schwanensee".
Gesungen wurde in Italienisch, Russisch und Mongolisch.
„Turandot", die einzige Oper mit Mongoleibezug (Prinz Kalaf, der schließlich Prinzessin Turandot zur Frau bekommt, ist mongolischer Abstammung), wurde erstmals in mongolischer Sprache aufgeführt.
Vier Stunden dauerte die Opern- und Ballettgala, zu deren Gästen neben Diplomaten, Entwicklungshelfern, in- und ausländischen Geschäftsleuten, Schülern der Kunsthochschule Präsident Bagabandi und der Vorsitzende des Großen Staatskhurals nebst ihren Frauen gehörten.

Österreichische Bibliothek in Ulaanbaatar eröffnet
Dr. Ingrid Gell war begeistert: Ein chinesischer Alfredo, eine russische „Traviata", „wunderbar dieses Erlebnis". Die emeritierte Germanistin aus Österreich weilte für fünf Wochen in der Mongolei, um an verschiedenen Lehreinrichtungen Vorlesungen über Literatur und Sprachtheorie zu halten und nutzte die Gelegenheit, die Vorstellungen im Opernhaus anlässlich der Ballett- und Operntage zu besuchen.
Daneben richtete sie in einem Raum der der Staatsuniversität angeschlossenen „School of Foreign Services" eine Bibliothek ein.
Außer den Bibliotheken aus der Schweiz und Deutschland können die an der deutschen Sprache Interessierten nun auch eine österreichische nutzen.
Die ca. 3 000 Bände (Belletristik, Kunst, Geschichte, Politik, Soziologie, Fotos, Sach-, Fach- und Lehrbücher – nicht nur von österreichischen Autoren) sind ein Geschenk der österreichischen Regierung für die Mongolische Staatsuniversität. Auch für die benötigten Stellage tragen die Österreicher Sorge, eine Russischlehrerin mit einer Zusatzausbildung als Bibliothekarin betreut die Bibliothek.
Gefördert wird das Bibliotheksprojekt von „EURASIA-PACIFIC-UNINET sowie den Bundesministerien für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie Auswärtige Angelegenheiten und den Österreichischen Rundfunk. EPU fördert darüber hinaus ein Vulkanforschungsprojekt in der Zentralmongolei und ein Projekt „Ökologische Waldwirtschaft und Holzbau".

Andrang im Hochzeitspalast
Den 17. Tag des mittleren Herbstmonats (12. Oktober) wählten allein in Ulaanbaatar 113 Paare als ihren Hochzeitstag. Baljinnyam und Dashnyam fielen zusammen und jeder für sich gilt schon als Glücksversprechen.
Bereits in der Nacht um 02.40 Uhr tauschte das erste Paar die Ringe.
Alle Heiratswilligen sollten in den Genuss einer Trauung an diesem Glück verheißenden Tag kommen.

Verschönerungsarbeiten am Sukhbaatarplatz
Zunächst bis zum 11. Juli, dann bis Mitte September sollten die Verschönerungsarbeiten am Sukhbaatarplatz in Ulaanbaatar abgeschlossen sein.
Doch den beauftragten Firmen ging entweder das Geld aus oder die bevorzugten Fußbodenplatten wurden nicht rechtzeitig geliefert oder es schneite und stürmte heftig.
Nun sollen die neuen Bodenfliesen in fünf verschiedenen Farben endgültig bis zum 29. November verlegt sein, damit sich der Platz am „Tag der Hauptstadt" (30. November) in seiner neuen Schönheit präsentieren kann.


   

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Last Update: 01. Januar 2017