Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 8. bis 14. August 2005

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar

Präsident informiert sich über Ergebnisse archäologischer Expeditionen
„Auf den Spuren der alten Geschichte" – unter diesem Motto steht die Dienstreise von Präsident N. Enkhbayar in die Aimags Khuvsgul, Arkhangai und Uvurkhangai, bei der er von Akademiepräsident B. Chadraa, den Historikern und Archäologen Ch. Dalai, D. Tseveendorj und D. Bayar sowie dem Komponisten N. Jantsrannorov begleitet wird.
Der Präsident will sich mit den Ergebnissen und Fortschritten der gemeinsamen mongolisch-französischen, mongolisch-türkischen, mongolisch-japanischen und mongolisch-deutschen archäologischen Expeditionen vertraut machen.

Bat-Uul zweifelt Rechtmäßigkeit der DP-Fraktionsgründung an
Der DP-Abgeordnete, E. Bat-Uul, hat angekündigt, sich beim Verfassungsgericht nach der Rechtmäßigkeit der Bildung einer DP-Fraktion im Großen Staatskhural zu erkundigen.
Von seiner Funktion als stellvertretender Fraktionsvorsitzender ist er wieder zurückgetreten.
Die DP ist in die „Polarsterne" um Parteichef R. Gonchigdorj und die Anhänger des Exparteivorsitzenden und Exfraktionsvorsitzenden der ehemaligen Demokratiekoalition, M. Enkhsaikhan, gespalten. Zur „Enkhsaikhangruppe" zählen u. a. Bat-Uul und L. Gundalai.

Außenministerium warnt
Die Konsularabteilung des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten warnt vor der illegalen Arbeitsaufnahme in der Türkei.
Die Türkei nimmt keine ausländischen Arbeitskräfte auf, da die Arbeitslosigkeit im Land sehr hoch ist.
Vor allem Frauen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken versuchen ihr Glück in der Türkei, aber auch einige Mongolen weilen ohne gesetzliche Grundlage im Land und sind so Gewalt und Erpressung ausgesetzt.


Botschafter Galbaatar, Präsident Enkhbayar

Feierliche Übergabe der Beglaubigungsschreiben
Am Montag, dem 08. August empfing Präsident N. Enkhbayar den Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Mongolei in der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. T. Galbaatar. Im Kleinen Soyombo-Saal des Regierungspalastes überreichte der Präsident dem Botschafter das Beglaubigungsschreiben für die Übergabe an Bundespräsident H. Köhler.
Im Gespräch mit Galbaatar gab Enkhbayar seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich die mongolisch-deutschen Beziehungen weiter gut entwickeln und sich der Vertreter der Mongolei in Deutschland erfolgreich für mehr deutsche Direktinvestitionen und für die Erhöhung der Zahl der mongolischen Studenten an deutschen Hochschulen einsetzen kann.


Grabstätte J. Sambuus

Sambuu-Sohn gegen Verlegung der Grabstätte seines Vaters
Der jüngste Sohn von J. Sambuu, S. Surenjav, hat Zeitungsberichten widersprochen, wonach er seine Zustimmung für die Verlegung der Grabstätte seines Vaters gegeben haben soll.
Einem Beschluss des Großen Staatskhurals zufolge, wird die Grabstätte des namhaften Politikers wegen der Errichtung des „Siegeldenkmals" im Park an der Nordseite des Regierungspalastes auf den Friedhof „Altan Ulgii" verlegt.
Den Angehörigen Sambuus war versprochen worden, ein Museum zum Andenken an den Politiker und Viehwirtschaftsexperten Sambuu zu bauen. Davon sei jetzt keine Rede mehr.
Er, Surenjav, werde sich an die Gerichte wenden.
Am 22. September wird anlässlich des 110. Geburtstages von J. Sambuu in seinem Geburtsort im Buren-Sum des Zentralaimags in der Schule, die seinen Namen trägt, ein Computerkabinett eröffnet. Außerdem finden Pferderennen der zweijährigen Fohlen (daaga) und der Vierjährigen (soyolon) statt.
Höhepunkt der Ehrungen wird eine wissenschaftliche Konferenz im Forschungsinstitut für Land- und Viehwirtschaft sein.

Internationaler Mongolistenkongress in Khukh Khot
Vom 19. – 23. 08. findet in Khukh Khot, der Hauptstadt der Inneren Mongolei (VR China), der Internationale Mongolistenkongress statt. In vier Arbeitskreisen (Sprache und Literatur, Geschichte, Verhalten sowie Nomadenkultur) diskutieren die Wissenschaftler über ihre Forschungen. Gemeldet haben Wissenschaftler aus Asien, Europa, Amerika und Afrika.
Die mongolische Delegation wird angeführt vom stellvertretenden Akademiepräsidenten, B. Enkhtuvshin. Zur den 20 Delegationsmitgliedern gehören ferner die Akademiemitglieder P. Khorloo, D. Tserensodnom und Kh. Sampildendev.

Wo wurde Chinggis-Khaan (1162-1227) geboren?
Lange Zeit wurde der Geburtsplatz von Temujin, des späteren Chinggis-Khaans, auf dem Deluun-Boldog-Hügel im Dadal-Sum vermutet, seit neuestem schmückt sich der Binder-Sum, auch im Khentii-Aimag gelegen, damit, Geburtsort des ersten Großkhans zu sein. Es handele sich um die Insel Deluun-Boldog im Mittleren See in Binder.
Die Geographen Prof. D. Bazargur und D. Enkhbayar haben kürzlich ihre Forschungsergebnisse zum Geburts- und Begräbnisplatz Chinggis-Khaans vorgelegt. Danach liegt die Grabstätte an der Nordseite des Binder-Berges, der sich südlich der Uglugchiin-Mauer (Mauer des Wohltäters) erhebt.
Die Arbeit der beiden Geographen wurde von M. Ganchimeg ins Deutsche übersetzt und von Prof. J. Janzen redaktionell bearbeitet und herausgegeben.
Dambyn Bazargur, Enkhbayar, Dambyn, Geburtsort und Begräbnisplatz von Čingis Chaan. Historisch-Geographische Forschungen. Research Papers 3, Ulaanbaatar 2005. 29 S.

240 Jahre Danbardarjailin Khiid
Das Kloster Danbardarjailin (Dambadarjaalin) im Norden der mongolischen Hauptstadt gehörte zu den ersten drei lamaistischen Klöstern in der Mongolei.
Errichtet wurde es zwischen 1761 und 1765 zu Ehren des II. Bogd Gegeen.
In den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts zerstört, wurde es nach 1990 neu aufgebaut und spielt heute wieder eine bedeutende Rolle für die Gläubigen des betreffenden Duuregs.
Präsident Enkhbayar sandte anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten am 09.08. eine Grußadresse.
An der die Solidarität beschwörenden Tunabashi-Zeremonie nahmen neben mongolischen Politikern auch japanische Gäste teil. (In Dambadarjaa befindet sich der größte Friedhof japanischer Kriegsgefangener in der Mongolei).
Die zweite Zeremonie „Das Gebet der 1 000 Lamas" konnte nicht wie vorgesehen stattfinden, von den eingeladenen Lamas aus den 14 Klöstern der Hauptstadt versammelten sich nur 20. Da fehlte es wohl an Solidarität.

Leichenfund in Khamba Ovoo
Die Leiche der seit Dezember 2004 verschwundenen M. aus dem Songinokhairkhan-Duureg in Ulaanbaatar wurde am 11. August gefunden.
Die Frau ist erdrosselt worden. Ihr Leichnam war auf dem Khamba-Hügel in der Nähe des Gandan-Klosters vergraben.
Der von der Polizei des Distrikts im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Frau festgenommene B. brachte die Beamten auf die Spur des Grabes.

Vogelgrippe breitet sich aus
Schlechte Nachrichten aus dem Gesundheitsministerium und der Staatlichen Tierklinik.
In den Fernsehnachrichten am vergangenen Sonntag und auf einer Pressekonferenz im Gesundheitsministerium am Montag, dem 08. August wurde über die vorläufigen Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Todesursache der toten Wasservögel im Khuvsgul-Aimag informiert.
Danach waren 13 der Vögel mit dem Vogelgrippevirus A infiziert. P. Dash musste seine Aussagen vom Freitag der vergangenen Woche revidieren.
Die toten Vögel in einigen Stadtbezirken von Ulaanbaatar sind hingegen nicht an der Seuche, sondern wahrscheinlich durch Blitzschlag gestorben.
Bis jetzt sind über 150 Wasservögel im Erkhel-See im Khuvsgul-Aimag, in Seen des Bulgan-Aimags und sogar in der trockenen Gobi (Khurmen-Sum im Südgobiaimag) wurden tote Vögel gefunden.
Am 05. August wurden aus dem Schwanensee im Bulgan-Aimag neun tote Vögel geborgen.
Die ersten beiden toten Hühner entdeckten die Behörden am 10. August im Aimagzentrum von Khuvsgul. Drei Kilometer im Umkreis der betroffenen Geflügelfarm wurden alle Hühner geschlachtet.
Der Import von Eiern und Hühnerfleisch wurde verboten.
Noch nicht abgeschätzt werden kann der Schaden, der durch den Ausbruch der Seuche für die Mongolei entsteht.
Die Region um den Khuvsgul-See gehört zu den Anziehungspunkten für ausländische Touristen.


B. Munguntuul mit ihrem Vater im Regierungspalast

Munguntuul zur „Imagebotschafterin der Mongolei" ernannt
Die einzige Schachgroßmeisterin der Mongolei und Silbermedaillengewinnerin bei den Jugendweltmeisterschaften in Frankreich, die 17-jährige B. Munguntuul, wurde am 08. August gemeinsam mit ihrem Vater und Trainer Batkhuyag vom stellvertretenden Vorsitzenden des Großen Staatskhurals, D. Lundeejantsen, empfangen.
Am 11. ernannte sie der Präsident der Industrie- und Handelskammer der Mongolei, S. Demberel, zur „Imagebotschafterin der Mongolei". Neben den Sumoringern um Dagvadorj hätte sie der Geschichte ihres Heimatlandes Mongolei ein weiteres sportliches Ruhmeskapitel hinzugefügt.
Für die Asienmeisterschaften in Kuala Lumpur (Malaysia) im September wünschte er ihr viel Erfolg und damit die Startberechtigung für die Weltmeisterschaften im nächsten Jahr.

Mongolische Angelmeisterschaften
1997 wurde der Anglerverband der Mongolei gegründet, seitdem küren mongolische Sportangler ihre Meister – in diesem Jahr zum achten Mal.
Die achten Landesmeisterschaften wurden am Ufer des Yamaat-Sees im Bulgan-Aimag ausgetragen. 56 Angler in 19 Mannschaften wetteiferten um den Sieg.
Der Wettkampf begann mit „Weitangeln". Sieger war, wer mit einer 2,7 Meter langen Angelrute und 7,5 Gramm schweren Fliegen in drei Kategorien am weitesten „werfen" konnte. Gesamtsieger war wie im vorigen Jahr M. Purevsuren von der Mannschaft „Zukunft" aus dem Bergbauunternehmen „Erdenet".
Der zweite Tag war dem Lebendfischangeln gewidmet. Dafür zogen die Angler um zum Egiin Gol, der auch die „Wiege des Lachses" genannt wird.
B. Purevdorj von „Sansar" angelte zwar die meisten Fische, aber den größten zog D. Ganbat vom Sportclub „Khangard", ebenfalls von „Erdenet", aus dem Wasser: Sein Fisch war 80 cm lang und 3,2 Kilogramm schwer.
Das Wettangeln dauerte zwei Stunden. Lachse wurden nicht geangelt, aber Hechte und verschiedene Forellenarten.
Der jüngste Teilnehmer war zehn Jahre, der älteste 70 Jahre alt.
Bei den Frauen siegte B. Sarnai.

Unwetter
Wolkenbruchartige Regenfälle in den Aimags Khovd, Uvs, Uvurkhangai, Gov’-Altai und Bayan-Ulgii haben mehrere Menschenleben gefordert und Sachschaden in Millionenhöhe verursacht.
In Bayan-Ulgii regnete es vier Tage hintereinander, mehrere Gebäude hielten den Wasserfluten nicht stand. In Uvurkhangai starb ein junger Viehhirt, als er seine Herde retten wollte.
Im Tarialan-Sum des Uvs-Aimags starben eine Frau und ihre drei Kinder beim Einstürzen ihrer Jurte. Erst nach Tagen fanden die Rettungskräfte die Leichen.
Im Mankhan-Sum (Khovd-Aimag) knickten drei Strommasten um - 280 Haushalte, Verwaltungsgebäude und das Krankenhaus waren ohne Strom.
7,5 Hektar Kartoffeln und Gemüse, 46 Hektar Heufläche versanken im Wasser.


   

MongoleiOnline

MongoleiOnline
Postfach 130 154, D-53061 Bonn, Germany
Copyright © 1997-2005 Frank Voßen
Last Update: 10. September 2006