Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 11. bis 17. Juli 2005

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar


Ulaanbaatar im Juli 2005

Statistik Juni 2005
Nach Angaben des Nationalen Amtes für Statistik sank die Industrieproduktion im ersten Halbjahr um 11,8 Milliarden Tugrug oder um 3 Prozent und erreichte einen Wert von 629,9 Milliarden Tugrug.
Die Inflationsrate beträgt 13, 6 Prozent.
Offiziell sind 36 500 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 2,7 Prozent oder 945 Personen mehr als Ende 2004.
Es wurden 22 400 Kinder geboren, 141 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Das Außenhandelsvolumen erreicht 896 700 Millionen US-Dollar, davon entfallen auf den Export 396 600 Millionen.
Die Zahl der Straftaten sank um 1 200 oder 11,7 Prozent.
In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden infolge von Fremdeinwirkung 3 000 Menschen verletzt, 1 000 starben, das sind 31,5 bzw. 7,9 Prozent weniger als bis Juni 2004.
Am wärmsten war es im Juni im Jinst-Sum des Bayankhongor-Aimags mit 41 Grad.


Naadamfestkonzert im Opernhaus

Usukhbayar gewinnt das Naadamringen
Die Ringerwettkämpfe anlässlich des Nationalfeiertages, des 799. Jahrestages der Gründung des ersten mongolischen Einheitsstaates und des 84. Jahrestages der Volksrevolution gingen mit dem Sieg G. Usukhbayars zu Ende. 512 Landes-, Aimag- und Armeetitelträger, darunter die Darkhan Avargas D. Tserentogtokh und B. Bat-Erdene, der Dalai Avarga A. Sukhbat, fünf Ulsyn Avargas, darunter G. Usukhbayar, drei Ulsyn (Landes) Arslan, drei Landesgarudas, 16 Landeselefanten, 15 Landeskhartsaga (Habicht), 71 Landesfalken, 69 Aimag- und Armeelöwen etc. beteiligten sich an den Wettkämpfen.
Überraschend war, dass bereits in den ersten beiden Runden 37 Landestitelträger ausscheiden mussten.
Am Ende der Wettkämpfe gab es sechs neue Ulsyn Nachin (Landesfalken), einen neuen Landeshabicht, zwei neue Landeselefanten und einen neuen Dalai Avarga. G. Usukhbayar, der zum dritten Mal Naadamsieger wurde, konnte sich mit dem neuen Titel, dem zweithöchsten, schmücken. Zweiter wurde Landesgaruda D. Sumyabazar.
Bei den Junioren gewann D. Natsagdorj, Schüler der siebten Klasse aus dem Battsengel- Sum im Arkhangai-Aimag.
Beim „Khalkh"-Bogenschießen beteiligten sich 150 Sportler. In diesem Jahr konnten Frauen und Männer gleich viele Pfeile (Sum) - 40 - abschießen.
Bei den Frauen gewann Kh. Davaajargal aus dem Dornod-Aimag mit 33 Punkten. Da auf ihr Konto mittlerweile fünf Naadamsiege kommen, wurde sie mit dem Titel „Dayar Mergen" ausgezeichnet. Bei den Männern gewann A. Khongor aus dem Bayan-Ulgii-Aimag. Von 40 Pfeilen trafen 31. Dafür wurde er mit dem Titel „Ulsyn Mergen" geehrt.
Bei den Junioren (der jüngste war 8 Jahre alt) gewann Ch. Altanzaya aus dem Khentii-Aimag (Jungen) und Ts. Bolorchuluun aus Ulaanbaatar (Mädchen).
Die erst Ende Juni erlassenen Richtlinien über Pflichtversicherungen und Schutzkleidung für die jungen Reiter führten dazu, dass einige auf ihre Teilnahme verzichten mussten. Es gab Tränen und Unverständnis. Viele Monate Vorbereitung waren umsonst. Sicherheit sollte trotzdem vorgehen.
Das Hengstrennen, das Pferderennen, das für die Mongolen die größte Anziehungskraft besitzt, wurde von „Asgat", einem grauen Hengst der „Max – Gruppe", trainiert von D. Tserenjigmed, gewonnen. Das Siegerpferd „Asgat" stammt aus einer Zucht im Asgat-Sum des Sukhbaataraimags. Die anderen Siegertrainer heißen G. Batkhuu, Ts. Tserenjee, Ts. Dulamsuren, D. Ganbaatar und D. Onon.
Der Nationale Rundfunk musste seine Übertragung von den Wettkämpfen am 12. zwischen 16:20 und 17:50 unterbrechen, da das Unwetter zu technischen Pannen führte.
Das Nationale Fernsehen hat seit 37 Jahren zum ersten Mal nicht von den Rennen der Daaga (zweijährige Fohlen) und Shudlen (dreijähriges Pferd) berichtet.
Angeblich seien die Übertragungsrechte durch Unterschrift des Vorsitzenden des Nationalen Vorbereitungskomitees, Shadar Said Ulaan, an TV-5 und TV-9 vergeben worden. Die beiden Sender können nur in Ulaanbaatar empfangen werden. Ulaan dementierte, dass die Erteilung der Sendegenehmigung für die beiden Sender das Nationale Mongolische Fernsehen von der Übertragung ausgeschlossen habe. Der Fehler liege offensichtlich bei der Rennkommission.

„Chinggis-Khaan-Orden" für Ochirbat
Präsident N. Enkhbayar hat am ersten Tag des Naadamfestes dem ersten Präsidenten der Mongolei, Punsalmaagiin Ochirbat, den Orden „Chinggis-Khaan" überreicht.
Den entsprechenden Erlass hatte noch Präsident Bagabandi unterzeichnet.
Ochirbat ist der erste Träger dieses neu geschaffenen Ordens. Die dazugehörige Urkunde trägt die Nummer 01.

Kein Ende der Frühjahrssitzungen
Eigentlich sollte der 15. Juli der letzte Tag der Frühjahrssitzungen des Großen Staatskhurals sein.
Doch wegen der immer noch ungeklärten Frage bezüglich des Wahlkreises 24 blieben die Abgeordneten der Exkoalition (DP, Mutterlandpartei, Bürgermut-Republikanische Partei) der Sitzung fern. Die verbliebenen Abgeordneten der MRVP-Fraktion waren nicht beschlussfähig.
Die abschließenden Diskussionen um das Bauprogramm für 40 000 Wohnungen wurden auf die Herbstsitzungsperiode verschoben. Auch über die endgültige Zusammensetzung des Nationalen Rundfunk- und Fernsehrates konnte noch keine Einigung erzielt werden.
Die Ernennung eines neuen Justizministers soll aber noch vor der Pause erfolgen, für die kein Termin festgelegt wurde.

Türkischer Ministerpräsident besucht die Mongolei
Auf Einladung von Ministerpräsident Elbegdorj wird sein türkischer Amtskollege der Mongolei am 19. und 20. Juli einen offiziellen Staatsbesuch abstatten.
Während des Besuchs werden Vereinbarungen über die weitere Zusammenarbeit in Bildung, Kultur und Wissenschaft unterzeichnet werden.
Der türkische Gast plant einen Besuch der Kultegin - Grabstätte aus der Epoche der „Blauen Türken" (6.-8. Jh.) im Khashaat-Sum des Arkhangai-Aimags, am Tsaidam-See. Außerdem soll der Grundstein für die Straße zwischen Tsaidam und Kharkhorin, gemeint ist das Sumzentrum, nicht die unweit davon gelegene Ausgrabungsstätte, gelegt werden.
Die Türkei übernimmt die Finanzierung der Straßenbauarbeiten.


Junge Artistinnen aus der deutsch-mongolischen Schule in Ulaanbaatar

370. Geburtstag von Undur Gegeen
Naadam ist vorbei, aber die Feierlichkeiten nehmen kein Ende.
Am 29. und 30. Juli begehen die Mongolen den 370. Geburtstag des ersten Dshabsundamba Khutagts, Undur Gegeen Zanabazar.
Zanabazar war nicht nur das erste Oberhaupt der mongolischen lamaistischen Kirche, er war auch der erste namentlich bekannte Künstler der Mongolei.
Seine Skulpturen finden sich in allen Museen und Klöstern des Landes.
Die zentralen Feierlichkeiten finden in Kharkhorin und Erdene Zuu, dem ersten lamaistischen Kloster der Mongolei, statt.
Neben den „Drei Spielen der Männer" (Naadam) veranstalten insgesamt 1 000 Lamas mehrere Zeremonien zu Ehren des ersten Bogd Gegeen: Lesung von Gebetstexten, Errichtung von acht Stupas. Außerdem wird der Grundstein für die „Modellstadt Kharkhorin" (Karakorum) gelegt werden. Der entsprechende Parlamentsbeschluss datiert vom 04. Mai.
D. Lundeejantsen, der stellvertretende Vorsitzende des Großen Staatskhurals, leitet die eingesetzte Arbeitsgruppe.

Unwetter forderte Todesopfer
Das am 12. Juli plötzlich einsetzende Unwetter über Ulaanbaatar, den Aimags Selenge, Darkhan-Uul und Dundgov’ hat Sachschäden in Millionenhöhe angerichtet.
Leider sind auch Menschenleben zu beklagen.
Ein 17-jähriger Schüler starb durch Blitzschlag. Er war mit seiner Klasse und einer Lehrerin auf einem Ausflug am Ufer der Tuul in Ulaanbaatar. Ebenfalls vom Blitz getroffen, wurde ein 28 Jahre alter Mann im Sant-Sum im Selenge-Aimag. Ein 28-Jähriger aus dem Khuld-Sum im Dundgobiaimag starb durch einen Stromschlag.
Bei einem ähnlichen Gewitter mit Hagelschlag und starken Windböen am 13. Juli kamen vier Kinder einer Familie im Guchin-Us-Sum im Uvurkhangai-Aimag ums Leben.
Außerdem wurde eine 300 Tiere zählende Herde durch Hagelschlag vernichtet.
Die Siegerehrungen im Zentralstadion von Ulaanbaatar und die Pferderennen mussten unterbrochen werden. Gers stürzten zusammen, Dächer wurden abgedeckt, Stromleitungen zerrissen, -masten fielen um.

Drogenhandel nimmt zu
Die Polizei des Bayanzurkh-Duureg nahm zwei 20-Jährige aus dem Orkhon-Aimag fest, die neben dem „Sansar" - Dienstleistungszentrum 68 10-Gramm-Beutel mit Marihuana verkauften. Die Festgenommenen waren bereits vorher aufgefallen, als sie in Nachtbars Marihuanapäckchen für 30 bis 50 000 Tugrug pro Stück verkauften.
Die Polizei warnt vor der Gefährlichkeit der illegalen Drogen und befürchtet eine weitere Zunahme des Handels mit Drogen in der Mongolei.
Bereits jetzt sei es nicht schwer, in angesagten Discos und einschlägigen Nachtlokalen an Drogen zu kommen.

Todesstrafe bestätigt
Das Oberste Gericht der Mongolei hat die Todesstrafe für L. Ganzorig bestätigt.
Ganzorig hatte in der Nacht vom 14. zum 15. Oktober 2003 seine Frau mit insgesamt 56 Messer- und Scherenstichen getötet.
Die zwölfjährige Tochter des Paares war Zeugin des Verbrechens.
Monate zuvor hatte er versucht, die auf den Namen der Frau eingetragene Wohnung zu verkaufen.


Feiertagsstimmung

Wetter
Seit Tagen herrschen in Ulaanbaatar und weiten Teilen des Landes extrem hohe Temperaturen über 40 Grad. Die Trockenheit nimmt zu, die Ernteerträge werden niedriger als erwartet, ausfallen.
Die Unwetter am 12. und 13. haben nur für kurze Zeit Abkühlung gebracht.


   

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Last Update: 10. September 2006