Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
24. bis 30. Juli 2006

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar


Sommer in der Mongolei. Juli 2006

Viehverluste weiter gesunken
P. Gankhuyg, Abteilungsleiter Viehwirtschaft im Landwirtschaftsministerium, informierte über die aktuelle Situation in der mongolischen Viehwirtschaft. Danach haben in diesem Jahr 168 300 Viehhalterhaushalte die Frühjahrs- und Sommerlager bezogen und weiden insgesamt 30 Millionen Stück Vieh.
Das sind 20 500 Haushalte und 2,1 Millionen Tiere mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Viehverluste belaufen sich im ersten halben Jahr auf 210 000 Stück, 312 000 Tiere weniger als bis Juli 2005.
Von den Viehverlusten am meisten betroffen sind die Aimags Dornogov’ (50 100) und Dundgov’ (35 000). Hauptgründe für die Verluste lägen in ungünstigen Wetter- und Weideverhältnissen.
Von 12,8 Millionen erwarteten Jungtieren seien landesweit 10,5 Millionen tatsächlich geboren worden, von denen wiederum 98,5% erfolgreich aufgezogen würden.
In der Gobiregion (Dornogov’, Dundgov’, Umnugov’ und Gov’sumber) sieht die Lage allerdings nicht so positiv aus. Von 1,7 Millionen erwarteten Jungtieren seien lediglich 675 400 geboren worden, von denen nur etwa 360 000 aufgezogen werden könnten.
Ministerium und örtliche Verwaltungen haben eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, um nach Wegen zu suchen, die Lage in den Gobiaimags dauerhaft verbessern zu können.
Wichtig sei eine ausreichende Winterfutterbevorratung, ohne günstige Sommerweideverhältnisse sei das jedoch schwierig.
Während in weiten Teilen der Mongolei ergiebige Regenfälle niedergingen, leiden einige Sums der Gobiregion unter Trockenheit, in einigen Sums der Aimags Dornogov’, Umnugov’, Sukhbaatar und Bayankhongor finden die Viehhalter mäßig gute Sommerweiden vor.

Besuch des russischen Ministerpräsidenten war ein Erfolg
Das mongolische Außenministerium trat Berichten entgegen, wonach der Besuch des russischen Ministerpräsidenten, M. Fradkov, anlässlich der 800-Jahr-Feiern und des 85. Jahrestages der Volksrevolution, in russischen und mongolischen Medien als wenig erfolgreich bewertet worden sei.
Die Mitglieder beider Delegationen hätten den Besuch als nützlichen Schritt auf dem Wege zum weiteren Ausbau der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern gelobt.
Der Termin für den offiziellen Staatsbesuch des mongolischen Staatspräsidenten, N. Enkhbayar, in Russland, sei für Dezember 2006 festgelegt worden.

Rechnungshof entdeckt Manko von 1,6 Milliarden Tugrug
Allein im ersten Halbjahr 2006 deckte der Nationale Rechnungshof bei Überprüfungen in Ämtern und Behörden ein Rechnungsmanko von 1,6 Milliarden Tugrug auf.
Chefrevisor, L. Javzmaa, erklärte, dass mindestens ein Fall der Polizei und den Gerichten übergeben wurde. Dabei handelt es sich um einen Verlust von 70 Millionen Tugrug, die möglicherweise der Staatssekretär im Industrie- und Handelsministerium, O. Surenkhor, zu verantworten hat.
Javzmaa wiederholte den Vorschlag seiner Behörde, die Anzahl der Ministerien zu verringern. Ein Land wie Schweden mit zehn Millionen Einwohnern leiste sich zehn Ministerien, die Mongolei mit 2,5 Millionen Bürgern hingegen 18.
Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des stellvertretenden Ministerpräsidenten, Shadar Said Enkhsaikhan, arbeite bereits an diesem Problem.
Bis September will der Rechnungshof die Prüfergebnisse zur Finanzierung des Chinggis-Khaan-Komplexes, der „Ulaanbaatar Eisenbahn" sowie einiger von der Asiatischen Entwicklungsbank und der Weltbank finanzierten Projekte vorlegen.


Ger Khoroolol in Ulaanbaatar

10 300 Haushalte sollen ans Stromnetz angeschlossen werden
Der Minister für Energie und Brennstoffe, B. Erdenebat, und der Oberbürgermeister und Gouverneur von Ulaanbaatar, Ts. Batbayar, haben mit Fachleuten über die Sicherung der Strom- und Energieversorgung der Hauptstadt, die Verbesserung der Beleuchtung öffentlicher Plätze und Straßen sowie über die Reduzierung der Luftverschmutzung beraten.
Die Zahl der „Ger Khoroolol" (Jurtensiedlungen) um Ulaanbaatar steigt, deren Stromversorgung ist nicht gesichert. Der Bau eines 5. Wärmekraftwerkes soll dazu beitragen, 10 314 Familien in den Ger Khoroolols kontinuierlich mit Strom zu versorgen.

Drei Milliarden Tugrug Verlust für „MIAT"
Darüber berichtet die Tageszeitung „Zuuny Medee" in ihrer Ausgabe vom 27.07.
„MIAT", die staatliche Fluggesellschaft der Mongolei, über deren Privatisierung seit Jahren spekuliert wird, kommt nicht aus den Schlagzeilen. Noch unter dem Vorgänger des jetzigen Generaldirektors, B. Erdenebileg, B. Tsogoo, wurde ein Leihvertrag über eine Boeing 767 – 300 mit der italienischen Fluggesellschaft „Blue Panorama Airlines" abgeschlossen. Der Vertrag dauert vom 18.06. bis zum 25. September 2006.
Die Maschine bietet 12 Plätze in der Business und 262 Plätze in der Economy Class und ist für Langstreckenflüge geeignet. Sie fliegt Non Stop von Ulaanbaatar nach Berlin, dann weiter nach Mailand, von dort geht es über Berlin wieder zurück nach Ulaanbaatar. Die „MIAT" versprach sich vom Einsatz der Boeing ein gutes Geschäft in der Haupttouristensaison, zumal aufgrund der 800-Jahr-Feiern mehr Touristen als üblich erwartet wurden.
Die Auslastung erfüllte jedoch in keine Richtung die Erwartungen. Im Gegenteil, die Buchungen von Moskau nach Berlin fielen naturgemäß aus.
Hinzu kommen Klagen der Passagiere über das italienische Servicepersonal, die Sauberkeit an Bord sowie über die Versorgung.
Die „MIAT" muss an die „Blue Panorama Airlines" unabhängig von der Auslastung 2,65 Millionen Dollar zahlen.
Am Ende wird mit einem Defizit von über drei Milliarden Tugrug gerechnet, zumal der „MIAT" eigene Airbus ebenfalls Verluste „eingeflogen" haben soll.

Goldgräber widersprechen Berichten
Auf einer Pressekonferenz in Ulaanbaatar widersprach das Mitglied des Provisorischen Rates der Goldgräber, J. Gerelkhuu, Medienberichten, wonach mehrere Hundert von ihnen das Gelände von „Monpolimet" in Zaamar (Zentralaimag) gestürmt, Gold und Wertgegenstände gestohlen sowie Waffen eingesetzt hätten.
Gerelkhuu räumte zwar ein, selbst nicht am Ort des Geschehens gewesen zu sein, doch Augenzeugen hätten berichtet, die Sicherheitsdienste des Unternehmens hätten zuerst die Waffen gegen die etwa 200 Ninjas erhoben, einen getötet und zwei schwer verletzt.
Auf die Frage, warum die Wachleute so gehandelt hätten, meinte Gerelkhuu, vielleicht bekamen sie Angst vor den als gefährlich verteufelten Ninjas.
Jedenfalls sei die Situation in Zaamar jetzt angespannt. Die Unternehmensleitung hätte begonnen, die in der Nähe siedelnden Goldgräberfamilien zu vertreiben, sie in ihre Heimataimags umzusiedeln. Warum sollten Mongolen in ihrem Land nicht da leben können, wo sie wollen?, fragte Gerelkhuu. Die Goldbergbauunternehmen könnten nie alles Gold bergen, die Ninjas müssten das Recht haben, nach den Resten zu graben, um für sich und ihre Familien den Lebensunterhalt bestreiten zu können.


Asiatischer Kulturpreis für Prof. Bira

Asiatischer Kulturpreis 2006 für mongolischen Wissenschaftler
Akademiemitglied und „Held der Arbeit", Shagdaryn Bira, wurde in diesem Jahr mit dem „Asiatischen Kulturpreis der Stadt Fukuoka" in der Kategorie Wissenschaft ausgezeichnet.
Die Preise – Großer Preis, Akademiepreis, Preis für Kunst und Kultur - werden seit 1990 für herausragende wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten an Einzelpersonen oder Gruppen, die die Einzigartigkeit und Vielfalt der asiatischen Kulturen bewahren und immer wieder neu erschaffen, verliehen. Initiatoren und Organisatoren sind die Yokatopia Stiftung und die Stadt Fukuoka auf der japanischen Insel Kyushu.
Einerseits soll die Preisvergabe das Bewusstsein für den Wert der asiatischen Kulturen wecken und erhöhen, andererseits einen Rahmen für den Gedanken- und Erfahrungsaustausch der Völker Asiens schaffen.
Weltweit werden 4 000 Experten für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Kunst- und Kultur sowie der Medien befragt, ehe die Kandidaten für die Preise nominiert werden.
In diesem Jahr vergab das Preiskomitee den Großen Preis an Herrn Mo Yan aus China, den Wissenschaftspreis einmal an den Japaner Prof. Hamashita Takeshi und einmal an Prof. Bira aus der Mongolei, den Preis für Kunst und Kultur an Dr. Uxi Mufti aus Pakistan.
Prof. Shagdaryn Bira nahm die Auszeichnung am 25. Juli in Ulaanbaatar aus der Hand des Generalsekretärs des Asiatischen Kulturpreiskomitees Fukuoka, Yamaguchi Yoshinori, entgegen. An der Festveranstaltung im Außenministerium nahmen die Minister für Auswärtige Angelegenheiten, N. Enkhbold, für Bildung, Kultur und Wissenschaft, U. Enkhtuvshin, der Präsident der Akademie der Wissenschaften, Prof. B. Chadraa und der Botschafter Japans in der Mongolei, teil.
Die Redner würdigten Prof. Bira als einen Wissenschaftler, der nicht nur national, sondern auch international große Reputation genießt, der nicht nur Geschichte, Kultur, Religion und Sprache der Mongolen, sondern auch die Indiens und Tibets tiefgründig erforscht und beschrieben hat.
Shagdaryn Bira ist der zweite Mongole, dem der Asiatische Kulturpreis zuerkannt wurde.
Der erste war 1993 der Verdiente Künstler der Mongolei, Langliedsänger N. Norovbanzad.

Harte Strafen für Zollfahnder
Die Disziplinarkommission der Mongolischen Zollverwaltung hat gegen elf Zollmitarbeiter wegen Amtsvergehen ermittelt. Drei von ihnen wurden entlassen, fünf Mitarbeitern wurde für drei bis sechs Monate das Recht aberkannt als Zollfahnder in Staatsdiensten tätig zu werden, gegen drei wurden Verweise ausgesprochen.

16-jährige Bandenchefin
Die Polizei des Songinokhairkhan-Distrikts nahm eine 16-Jährige fest, die in der Nacht zum 26. Juli mit anderen einen Mann ausgeraubt hatte. Bei den Vernehmungen stellte sich heraus, dass die junge Frau bereits mehrere ähnliche Delikte als Anführerin einer Diebesbande zu verantworten hat.

Munkhzul erfüllt Olympianorm
Bei den Weltmeisterschaften im Schießen in Zagreb (Kroatien) hat Ts. Munkhzul, Siegerin bei den Ostasiatischen Meisterschaften, mit einem 7. Platz und 98,7 Punkten im Zehnmeter-Gaspistolenschießen doch noch die Norm für Olympia 2008 erfüllt.
O. Gundegmaa wurde 10., G. Kherlentsetseg 82.
Gundegmaa ist für Olympia bereits nominiert.

Präsident und Shadar Said zu „Meistern des Sports" gekürt
Am Nachmittag des 26. Juli erreichten die beiden Mannschaften von Präsident Enkhbayar und Shadar Said Enkhsaikhan den Gipfel des Khuiten im Mongolischen Altai.
Der Vorsitzende des Staatlichen Sportausschusses, Ch. Naranbaatar, begründete die Entscheidung mit den bemerkenswerten sportlichen Leistungen der beiden Politiker.
Enkhbayar hätte in seiner Jugend erfolgreich Basketball, Volleyball und Fußball gespielt, an nationalen Meisterschaften teilgenommen und sich in seinen Funktionen stets für die Belange des mongolischen Sports eingesetzt. Die Besteigung des Khuiten hätte Kraft und Kondition vorausgesetzt, es mussten Schneefelder und Gletscher überwunden werden.
Enkhsaikhan hätte sogar schon mehrere Gipfel in der Mongolei bezwungen und wäre ebenfalls zu Recht mit dem Titel geehrt worden.

Mongolische Meisterschaften im Triathlon
Am 22. Juli fanden im Nairamdal- Naherholungszentrum bei Ulaanbaatar die zweiten nationalen Meisterschaften im Triathlon statt.
20 Sportler nahmen die 500-Meter-Schwimmstrecke, die Zehnkilometer-Fahrradstrecke und die 1,5 Kilometer-Laufstrecke in Angriff. Bei den Frauen gewann A. Oyungerel, bei den Männern Ch. Gansukh, beide Mitglieder hauptstädtischer Sportclubs. Die beiden Erstplazierten erwarben das Recht, an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen.
Bei den Jugendlichen, hier gingen 22 Sportler an den Start, gewannen Kh. Odgerel und B. Zorigt.
Der mongolische Triathlonverband wurde 2004 gegründet.

Neuerscheinung


Super Nomad

Mongolisch-Deutsche Zeitschrift "Super Nomad"
Zum 800-jährigen Jubiläum des mongolischen Staates ist die erste
deutschsprachige Zeitschrift der Mongolei "Super-Nomad" mit aktuellen
Informationen über Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und
Gesellschaft sowie Tourismus und Natur in der Mongolei erschienen. Die mongolische
"Super-Zeitung" und PCA-International sind die Herausgeber.
Die ab September 2006 zweimonatlich erscheinende Zeitschrift wendet
sich zum einen an die Mongolen im deutschsprachigen Raum, zum anderen
aber auch an die wachsende Zahl der an der Mongolei interessierten
Deutschen. Das Ziel ist es, Ihnen mit der Zeitschrift einen regelmäßigen
Service zu bieten und damit natürlich auch über landesspezifische
aktuelle Nachrichten zu berichten. Ferner soll die Zeitschrift eine
Medienbrücke zwischen den beiden Ländern und den Bevölkerungen
Deutschlands und der Mongolei bilden. Sie ist momentan 16-seitig und
vierfarbig. Ihr Umfang wird sich ab September auf 24 und später auf 32
Seiten ausdehnen.
Sie haben die Möglichkeit, die neu erscheinende
mongolisch-deutsche Zeitschrift für den Juli 2006 per E-Mail oder
telefonisch (als Einzelheft oder im Jahresabonnement) zu bestellen.
Ab dem 11. Juli ist sie in Berlin;

- taz-cafe, Kochstraße 18, UbH, Kochstraße
- Pressestelle, U-Bahn  2, Spittelmarkt
- Internationaler Zeitungskiosk  Rochstraße 9,
                                     (in der Nähe Hackescher Markt)
-"Chinggis" Restaurant  Bornholmer Str. 10  zu erhalten.
Außerdem ist die "Super Nomad" ab dem 25.Juli 2006 auch an Kiosken
mit internationaler Presse sowie in einigen Hotels in Ulaanbaatar
erhältlich.

D. Batjargal


   

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Last Update: 01. Januar 2017