Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
 15. bis 21. Mai 2006

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar


Sonntagsfreuden

Beratung zum Bergbau
Auf Initiative von Präsident N. Enkhbayar findet am 24. und 25. Mai in Ulaanbaatar eine Nationale Beratung zum Thema: „Bergbau, rechtliche Grundlagen und Umwelt" statt.
Zunächst wird am 24. in Nukht (Naherholungsgebiet bei Ulaanbaatar) in fünf Arbeitsgruppen getagt:

  • Bergbau und Umwelt
  • Bergbau und stabile Entwicklung
  • Entwicklung im Kleinbergbau
  • Bergbau, Gesundheit und Arbeit
  • Bergbau und Menschenrechte
  • Am 25. Mai wird die Beratung im Regierungspalast fortgesetzt.
    Es geht um den Beitrag des Bergbaus für die wirtschaftliche Entwicklung der Mongolei, die rechtlichen Regelungen im Bergbau und eventuell notwendige Reformen, den Naturschutz und die Rekultivierung, die Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem Land, die Armutsbekämpfung, die Verbesserung des Arbeitsschutzes im Bergbau, vor allem in den Minigruben, einen besseren Schutz für Kinder und Frauen.

    Offener Brief an die Abgeordneten des Großen Staatskhurals
    102 mongolische und in der Mongolei tätige ausländische Unternehmer haben einen Offenen Brief „An die Werten Abgeordneten des Großen Staatskhurals" unterzeichnet, in dem sie fordern, das Gesetz über die Erhöhung der Steuern bei unerwartet steigenden Weltmarktpreisen „für bestimmte Produkte" (hauptsächlich geht es um Kupfer und Gold) zurückzunehmen. Es stelle ein ernstes Hemmnis für das Wirtschaftswachstum der Mongolei dar, schüre Unsicherheit bei Unternehmern und Investoren im In- und Ausland und schade dem Ansehen der Mongolei in der Welt.
    Bei der Verabschiedung des umstrittenen Gesetzes haben 35 von 45 anwesenden Abgeordneten zugestimmt. Insgesamt gehören dem Staatskhural 76 Abgeordnete an.

    1. Parteitag der Neuen Nationalpartei
    Am 19. Mai versammelten sich die Mitglieder der Neuen Nationalpartei im „Chinggis-Hotel" zu ihrem ersten Parteitag.
    Gründer und Vorsitzender ist der Abgeordnete und Shadar Said Mendsaikhany Enkhsaikhan, Exministerpräsident und Exvorsitzender der DP.
    Die neue Partei will getreu der Lehren und des Vermächtnisses von Chinggis-Khaan für die wirtschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung der Mongolei eintreten.
    Dem Führungsrat gehören vier Mitglieder, darunter Enkhsaikhan und J. Narantsatsralt, Abgeordneter, Exministerpräsident und Ex-DP-Mitglied, an.


    V. l. Gansukh, Dorj.18.05.06

    Malaiischer Außenminister besucht die Mongolei
    Auf einer Pressekonferenz am 18. Mai informierten der Leiter der Presse- und Informationsabteilung des Außenministeriums, D. Dorj und der stellvertretende Direktor der Abteilung für internationale Beziehungen, P. Gansukh, über den Besuch des Außenministers Malaysias, Said Hamid Albar, am 20. und 21. Mai in der Mongolei. In den Gesprächen mit Präsident Enkhbayar, Ministerpräsident M. Enkhbold und Mitgliedern des Kabinetts ging es um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern.
    Am 23. und 24. Mai wird der mongolische Außenminister, N. Enkhbold, am Forum der Länder der Asien-Pazifik-Region in Doha (Katar) teilnehmen.
    Das Treffen dient dem weiteren Ausbau der Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, der Vorbereitung eines Gipfeltreffens und der Erweiterung der Mitgliedschaft der Organisation.

    Vereinigung der Bürgerbewegungen geplant
    Am 25. Mai soll in Ulaanbaatar eine Vereinigungsversammlung der verschiedenen Bürgerbewegungen, die seit dem 5. April gemeinsam gegen die Regierungspolitik, Korruption und den Ausverkauf mongolischen Bodens protestiert hatten, stattfinden.

    Stromausfall
    Am Abend des 16. Mai fiel in ganz Ulaanbaatar und einigen Aimags der Strom aus, auch Banken und öffentliche Gebäude versanken in Dunkelheit, in den großen Krankenhäusern wurden die Notstromaggregate in Betrieb genommen.
    Die Ursache lag nach Angaben eines Sprechers des Ministeriums für Brennstoffe und Energie in einer Havarie im Wärmekraftwerk Nr. 4. In einem Umspannwerk war es zu einer Explosion gekommen. Das Werk sollte mit Hilfe der Schweden im nächsten Jahr rekonstruiert werden.
    Gerüchte, wonach die Havarie vorsätzlich herbeigeführt wurde, wollte der Ministeriumssprecher nicht bestätigen, der Sicherheitsdienst und andere Spezialisten würden aber auch in diese Richtung ermitteln. Ab 23:00 Uhr wurde Ulaanbaatar aus Russland mit Strom versorgt, gegen 23:50 war der Schaden vorerst behoben.
    Die Polizeiposten hatten ohne Ausnahme Verstärkung angefordert, die Zahl der Verkehrsunfälle schnellte in die Höhe. Die Zahl der Straftaten erhöhte sich jedoch nicht nennenswert.

    Demonstrationen gegen die Zusammensetzung der zentralen Wahlkommission
    Die Mitglieder des „Wahlzentrums" legten am 17. Mai den Eid auf die Verfassung ab.
    Der Vorsitzende des Großen Staatskhurals, der den Mitgliedern ihre Ernennungsurkunden überreichte, meinte, das Zentrum habe zwei Leiter: Das Gesetz und den Willen des Volkes.
    Vor dem Regierungspalast demonstrierten Mitglieder der Bürgermutpartei und der „Bürgerbewegung für eine Gesunde Gesellschaft". Ihr Protest richtet sich gegen die Übermacht der MRVP - Mitglieder im Gremium.
    Die Parteimitgliedschaft muss laut Gesetz während der Wahlperiode ruhen.

    21. HIV-Infektion
    Am 17. Mai bestätigte Gesundheitsminister L. Gundalai den 21. Fall einer HIV-Infektion. Es handelt sich um einen 20-Jährigen vom Land, der in Ulaanbaatar studiert. Nach eigenen Angaben habe er sich wahrscheinlich bei Prostituierten angesteckt.
    Er nannte sieben seiner Kontaktpersonen, vier davon wurden bereits untersucht, drei konnten noch nicht ausfindig gemacht werden. Die endgültigen Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor.
    Der Mann, bei dem die 20. HIV-Infektion festgestellt worden war, ist am 17. Mai gestorben.
    Damit sind bisher vier Menschen in der Mongolei an AIDS gestorben.


    Baustelle Chinggis-Komplex

    Ulaanbaatar umbenennen in Chinggis - Stadt und alles wird gut
    Davon träumt zumindest D. Enkhtaivan, ehemaliges Parlamentsmitglied und Chef der NGO „Chinggis-Khaan-Management". Er schlug vor kurzem vor, Ulaanbaatar in Chinggis - Stadt umzubenennen. Die Mongolen seien dabei, ihren Wohlstand an die Ausländer zu verlieren, die Frauen würden zu Prostituierten, Armut und Alkoholismus nähmen zu.
    Viel Geld werde für Nutzloses ausgegeben, die Mongolen benennen nach der Milleniumspersönlichkeit Chinggis Biere und Wodkasorten.
    Die Umbenennung der Hauptstadt kostete nichts und würde der Mongolei und den Mongolen „weltweit Respekt verschaffen".

    Usukhbayar zum zweiten Mal auf dem Gipfel des Mount Everest
    Während es den mongolischen Bergsteigerinnen nicht gelang, den Gipfel des höchsten Berges der Welt zu erklimmen, sie mussten wegen Krankheiten und körperlichen Schwächeanfällen aufgeben, eine nur 300 Meter vom Gipfel entfernt, wurde die Meldung bestätigt, dass G. Usukhbayar, Verdienter Sportler der Mongolei, seit dem 15. Mai zu den wenigen Menschen in der Welt gehört, denen die Besteigung des Berges zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres gelungen ist.

    „Atga Nuj" im Schauspielhaus
    Am 19. Mai hatte das Drama „Atga Nuj" (Eine Handvoll Blut" im Schauspielhaus von Ulaanbaatar Premiere. Es ist dem 800-jährigen Gründungsjubiläum des mongolischen Einheitsstaates gewidmet und schildert auf der Basis von realen Begebenheiten und Legenden das Leben des Staatsgründers und Weltenherrschers Chinggis-Khaan.
    200 Künstler wirken in dem Stück mit, das bis zum 26. Mai jeden Abend im Schauspielhaus aufgeführt wird.

    Grundstein für „Ethnographisches Museum der Mongolei" gelegt
    Im Dadal-Sum (Khentii-Aimag), der Geburtsstätte Chinggis-Khaans (1162-1227) – in den mongolischen Medien wird in jüngster Zeit der 840. Geburtstag des 1. mongolischen Großkhans annonciert - wurde in der vergangenen Woche der Grundstein für ein Ethnographisches Museum der Mongolei gelegt. Ausgestellt werden Gebrauchs- und Kultgegenstände, Kleidung und Zeugnisse der Religion und Kultur der Mongolen im 13. bis 14. Jahrhundert.
    Der Bau wird in Form einer Jurte errichtet, aber mit moderner Technologie ausgestattet sein. Die Kosten belaufen sich auf 260 Millionen Tugrug.

    Größte Pferdekopfgeige der Mongolei
    Ch. Enkh-Otgon aus Erdenet hat eine 3,30 Meter hohe Pferdekopfgeige gebaut. Er widmete sein Werk dem 800. Jubiläum der Staatsgründung und dem 844. Geburtstag Chinggis-Khaans.
    Ursprünglich hatte er vor, eine sieben Meter hohe Geige zu bauen, aber die konnte nicht zum Klingen gebracht werden.
    Die Pferdekopfgeige hat nicht nur einen, sondern drei Pferdeköpfe und ist außerdem mit einem Garuda und einem Drachen sowie den 12 Tierkreiszeichen geschmückt. Auf der Vorderseite des Resonanzkörpers sind Alungua und ihre fünf Kinder sowie die neun engsten Gefährten des Großkhans dargestellt. Drei Personen werden benötigt, um die Geige zu spielen.
    Pferdeschweifhaare als Saiten konnte Enkh-Otgon allerdings nicht verwenden, sie wären zu kurz gewesen.

    Zweijähriges Kamel bekommt Junges
    Im Frühlingslager des Viehhalters, U. Ochir, in Khukh Tolgoi (Jinst-Sum im Bayankhongor-Aimag) warf eine zweijährige Kamelstute (Torom) ein Junges (Botgo). Normalerweise werden Kamelstuten erst im Alter von vier Jahren trächtig. Ein derartiges Ereignis ist im Bayankhongor-Aimag noch nie vorgekommen und landesweit auch nur sehr selten. Im Aimag wird die frühe Geburt als gutes Omen für das Anwachsen der Kamelherden gedeutet.
    Die junge Kamelstute bekommt anstatt eines hölzernen Pflocks, einen silbernen durch die Nüstern gezogen.

    Hakuho gewinnt Maiturnier der Sumoringer
    Ein Mongole und ein Japaner lagen bis zum Sonntag gemeinsam an der Spitze des Maiturniers der Sumoringer in Tokio.
    Der anfangs führende Chiyotaikai unterlag einmal Miabiyama und einmal Asasekiryuu Dashnyam, so dass Hakuho Davaajargal und Miabiyama mit jeweils 14:1 das Feld der Sumoringer nach den regulären Sonntagskämpfen anführten.
    Im Entscheidungskampf zwischen Hakuho und Miabiyama behielt der junge Mongole die Oberhand und gewann das Turnier.

    Fünf Jahre für Totschläger
    Das Oberste Gericht bestätigte gestern das Strafmaß für Ya. Battugs. Der Mann war beschuldigt worden, seine Freundin E. Bolorchuluun im Mai 2002 erschlagen zu haben. B. wurde am 17. Mai 2002 ins Aimagkrankenhaus von Darkhan-Uul eingeliefert. Wenig später erlag sie ihren schweren Verletzungen, hervorgerufen durch Schläge gegen Bauch, Kopf und Rücken.
    Drei Monate zuvor war in der Zeitung „Ug" ein Artikel erschienen, in dem dem späteren Opfer unterstellt wurde, mit dem HIV-Virus infiziert zu sein.
    Obwohl sich der Vorwurf als falsch herausstellte, verschlechterten sich die Lebensumstände der Frau dramatisch. Sie beklagte sich wiederholt über Gewalt und Diskriminierung, auch bei der Polizei des Aimags.
    Battugs leugnete die Tat und legte gegen das Urteil der ersten Instanz Berufung ein.
    Das Oberste Gericht sah keine Gründe für eine Aufhebung des Urteils.
    B. muss seine fünfjährige Gefängnisstrafe antreten.

    Berichtigung
    Die Mutterland-Partei hat bzw. hatte acht Parlamentssitze. Mindestens zwei Abgeordnete haben ihr Parteibuch bereits zurückgegeben, um in die MRVP bzw. in die DP einzutreten, zwei andere sind gerade dabei, die Partei zu wechseln. R.B.


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