Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
13. bis 19. November 2006

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar


Kraftwerk Nr.4 in Ulaanbaatar

Auslandsreisen von Präsident und Ministerpräsident
Als Termin für den offiziellen Staatsbesuch von Präsident N. Enkhbayar in Russland, wurde jetzt der 04. Dezember festgelegt. Unmittelbar nach seiner Russlandreise wird N. Enkhbayar in die Vereinigten Arabischen Emirate weiterreisen.
Ministerpräsident M. Enkhbold wird ab dem 22. November der Volksrepublik China einen offiziellen Besuch abstatten.


Marktstand in Zuunmod. 17.11.06

Einigung über Kindergeld
Ab Januar 2007 werden für jedes mongolische Kind wie bisher 3 000 Tugrug monatlich aus dem Staatshaushalt gezahlt, hinzu kommt eine jährliche Zahlung von 100 000 Tugrug für jedes Kind aus dem Entwicklungsfonds. Darauf einigten sich die Abgeordneten des Großen Staatskhurals auf ihrer Sitzung am 15. November.
Wie die Zahlung der 100 000 Tugrug aufgeteilt wird, soll im Verlaufe der Haushaltsdebatte geklärt werden. Ein Vorschlag lautet: 50 000,- zum Kindertag und 50 000,- zum Schuljahresbeginn am 01. September.
Die Demokratische Partei unterbreitete den Vorschlag, den Mindestlohn, der gegenwärtig 53 000 Tugrug beträgt, ab dem Jahr 2007 auf mindestens 106 000 Tugrug anzuheben.

Kuwait schenkt den Mongolen ein Parlamentsgebäude
Anlässlich des 800. Gründungsjubiläums des mongolischen Einheitsstaates hat Kuwait der Mongolei eine Zuwendung in Höhe von 12 Millionen Dollar für den Bau eines Parlamentsgebäudes zugesagt.
Die Frage ist nur, wohin soll es gebaut werden? Vorschläge reichen von Ikh Tengeriin Am bis zum Park am Nordeingang des Regierungspalastes. Allmählich wird der Bauplatz knapp in Ulaanbaatar.
Baubeginn soll im April 2007 sein. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2009 geplant.

„Bayan-Ulgii ist ein Aimag der Mongolei"
Beim Besuch des kasachischen Außenministers K. J. K. Tokaev in der Mongolei zu Wochenbeginn, wurde sein mongolischer Amtskollege, N. Enkhbold, von einem kasachischen Journalisten gefragt, welche Meinung er zur Autonomie Bayan-Ulgiis – westlichster Aimag der Mongolei mit überwiegend kasachischstämmiger Bevölkerung - (R. B.) vertrete. Enkhbold: Die Frage ist falsch gestellt. Bayan-Ulgii ist kein autonomer Staat, sondern ein Aimag (Provinz) der Mongolei. In den Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten über die Vorschläge zur Entwicklung der Region habe die ökonomische Entwicklung Bayan-Ulgiis selbstverständlich eine Rolle gespielt.

Aus der Regierungssitzung
Die Kabinettsmitglieder beschlossen einen Gesetzentwurf, der die Finanzierung wichtiger kultureller Einrichtungen besser gewährleisten soll. 126 Millionen Tugrug aus dem Staatshaushalt sind dafür bereit zu stellen. In das Programm einbezogen sind das Bogd-Khaan- Museum, das Religionsmuseum Erdene Zuu, die Nationalbibliothek sowie die 21 Aimagmuseen.


Retten, Verteidigen, Helfen

„Wir retten, verteidigen und helfen"
Am 18. und 19. November stellte sich auf dem Sukhbaatarplatz der Katastrophenschutzdienst der Mongolei vor.
Unter dem Motto „Wir retten, verteidigen und helfen" gestalteten sie ihren „Tag der Offenen Tür".

Rekrutierung 2006
Am 01. November wurden die im vergangenen November eingezogenen Soldaten feierlich aus der Armee entlassen.
In allen Aimags, Sums und in den sechs Innenstadt- und drei Außenstadtbezirken von Ulaanbaatar - Bayanzurkh, Songinokhairkhan, Sukhbaatar, Chingeltei, Khan-Uul, Bayangol, Nalaikh, Baganuur und Bagakhangai - erfolgte die Rekrutierung für das kommende Wehrdienstjahr am 03., 04. und 05. November. (Gegen Zahlung einer festgelegten Gebühr kann mann sich vom Wehrdienst befreien lassen).
Die medizinischen Untersuchungskommissionen stellten ernste gesundheitliche Probleme bei den Wehrdienstpflichtigen fest In Songinokhairkhan betraf das 80 Prozent. Besonders verbreitet: Hals-Nasen-Ohren- und Augenkrankheiten. Außerdem erreicht das Körpergewicht der meisten nicht die Norm, sie sind untergewichtig. Im Bayangol-Duureg waren es 60 Prozent der jungen Männer, deren Gesundheitszustand zu wünschen übrig ließ.
Hautkrankheiten traten im Vergleich zum Vorjahr jedoch weniger auf.


Letzter Herbstmonat 2006

Videokonferenz zur Wintervorbereitung
Der Minister für Nahrungsgüter- und Landwirtschaft, D. Terbishdagva, konferierte mit den Vorsitzenden der Aimags Bayan-Ulgii, Bayankhongor, Ost-, Mittel- und Südgobi, Khovd, Tuv’, Arkhangai, Sukhbaatar, Khentii und Gov’sumber über drängende Fragen der Wintervorbereitung 2006/07.
Laut Regierungsbeschluss sind landesweit 982 800 Tonnen Heu und 44 400 Tonnen Kraftfutter bereitzustellen. Bisher ist diese Aufgabe nach Angaben der Aimagverwaltungen, der Pflanzenproduktionsbetriebe und der Viehhalter zu über 96 Prozent erfüllt worden.
5 900 Tonnen an zusätzlichen Futterarten wie Mais, Silage, Hafer, Raps und Grünfutter wurden ebenfalls erfolgreich angebaut und geerntet.
Insgesamt ziehen 204 800 Haushalte mit 33,3 Millionen Stück Vieh auf die Winterweiden und anschließend auf die Frühjahrsweiden.
Davon können 4 100 Haushalte mit 1,2 Millionen Tieren nicht in ihrem Heimataimag überwintern, 7 500 Familien mit 2 Millionen Tieren können zwar in ihren Heimataimags überwintern, müssen jedoch in andere Sums ausweichen.

Mongolische Botschaft in Warschau warnt
Im Zusammenhang mit dem Beitritt Polens zum Schengener Abkommen sind polnische Transitvisa ab dem 01. August 2006 nicht mehr gültig. Ausländische Bürger mit einem Schengener oder einem Visum der Tschechischen Republik müssen nach fünf Tagen Polen wieder verlassen haben.
In letzter Zeit wurden mehrere mongolische Bürger an den Grenzen Polens zurückgewiesen, da sie nur gefälschte tschechische Visa vorzeigen konnten.
Am 25. Oktober wurden mehrere Mongolen an der Eisenbahngrenzstation zwischen Polen und Weißrussland festgenommen und nach Weißrussland zurückgeschickt.
Einigen der Mongolen war offenbar nicht klar, dass sie Fälschern aufgesessen waren.

Vorübergehende Schließung der Zweiten Entbindungsklinik
Am 13. November wurde die Entbindungsklinik Nr. 2 von Ulaanbaatar vorübergehend geschlossen. Anfang November waren in der Klinik die ersten Fälle von Säuglingssepsis registriert worden. Die erkrankten Säuglinge wurden sofort auf die Intensivstation des Mutter-Kind-Forschungszentrums gebracht.
Der genaue Erreger der Infektion konnte noch nicht festgestellt werden.
Bisher sind sechs Neugeborene erkrankt, eines der Babys, ein Frühchen, ist am 15. November gestorben.
Seit 1959 wurden an der 2. Entbindungsklinik keine Renovierungsarbeiten durchgeführt. Die Bausubstanz ist marode, in den Entbindungsräumen, in den Ärzte- und Wartezimmern, in der Kantine wachsen vom Boden her Schimmelbeläge.
In der letzten Zeit nahm die Zahl der Geburten wieder zu, eine zusätzliche Belastung für das Personal.
Die Krankenhausdirektorin hofft, dass der Krankenhausbetrieb in 21 Tagen, nach dem Abschluss der jetzt in Angriff genommenen Reparatur- und Renovierungsarbeiten wieder aufgenommen werden kann.

Grausames Ende einer Beziehung
Shaariibuugiin Altantuya ist tot. Ermordet wahrscheinlich im Auftrag ihres Liebhabers, Abdul R. A. Baginda, den eine Strafe wegen Anstiftung zur Entführung und zum Mord erwartet.
Die DNA-Analyse bestätigte, bei der im Bundesstaat Selangor in Malaysia gefundenen Frauenleiche handelt es sich um die vermisste junge Mongolin. Nicht bestätigt wurde jedoch, dass es sich bei dem 16 Monate alten Jungen um den Sohn Bagindas handelt.
Der Fall der ermordeten Mongolin beschäftigt nach wie vor die Presse in der Mongolei und in Malaysia.
Drei Polizisten, darunter eine Frau, wurden wegen dringenden Mordverdachts festgenommen. Die Frau ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.
A. Baginda wurde in Handschellen abgeführt. Der Prozess soll am 14. Dezember beginnen.
Seine Ehefrau, eine Juristin: „Mein Mann ist einer solchen Tat nicht fähig", und die Tochter hielten sich während der Ereignisse in London auf.
Der Vater der Ermordeten wird am Sonntag in Ulaanbaatar zurück erwartet. Die sterblichen Überreste seiner Tochter sollen in der Mongolei beigesetzt werden.
Das mongolische Außenministerium weist jede Stellungnahme zurück. „Wir haben aus Malaysia noch keine offizielle Information bekommen". „Wieso kann eine DNA-Analyse in so kurzer Zeit erfolgen?"Der Honorarkonsul der Mongolei, ein Malaysier, sei wohl unter Druck geraten und arbeite nicht.
Jedenfalls ist der mongolische Botschafter aus Bangkok nach Kuala Lumpur gereist und hat sich mit den dort lebenden Mongolen getroffen.

Direktor von „Zuuchlakh Tovchoo" gestorben
Am Montag (13.11.) wurden die Mongolen gleich von zwei Todesnachrichten überrascht:
Der Siegelamtsleiter des Komitees für Staatliches Eigentum, O. Batmunkh, geb. 1954 in Kharkhorin, war am Samstagabend bei einem Autounfall auf dem Weg nach Nalaikh, noch am Unfallort gestorben. Der Chef der Arbeitsvermittlungsagentur „Zuuchlakh Tovchoo", D. Sukhbaatar, geb. 1958 im Uvurkhangai-Aimag, erlitt in der Nacht vom 11. zum 12. November einen tödlichen Herzinfarkt.
Batmunkh, ehemaliger Abgeordneter und Vorsitzender des Uvurkhangai-Aimags, war gemeinsam mit dem stellvertretenden Minister für Brennstoffe und dem Referenten im Siegelamt des Präsidenten und ehemaligem Vorsitzenden des Chingeltei-Duuregs, M. Amarsaikhan, unterwegs. Amarsaikhan, geb. 1964 im Uvurkhangai-Aimag, wurde bei dem Unfall schwer verletzt und in die Unfallklinik nach Ulaanbaatar transportiert. Die Ärzte konnten sein Leben nicht mehr retten. Am 16. November ist auch er gestorben.
Batmunkh und Amarsaikhan fuhren gemeinsam in einem Fahrzeug, Vizeminister Enkhtaivan saß in einem anderen Auto.
Als Unfallursache wird das Auffahren auf einen unbeleuchteten, schwer beladenen Lastwagen angenommen.
Für den Tod von Dolgoryn Sukhbaatar machen Verwandte, Freunde und Mitarbeiter den Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit, L. Odonchimed, zumindest mit verantwortlich.
Am 01. November wurden ohne Vorankündigung die Büroräume der Agentur durchsucht, Computer und andere Materialien beschlagnahmt, am 07. gegen Sukhbaatar ein Haftbefehl erlassen: Vorwurf: Veruntreuung staatlichen Eigentums, Amtsanmaßung, Steuerhinterziehung. Das Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit erhob staatliche Eigentumsansprüche auf 51 Prozent der Agentur. Sukhbaatar hatte sich mit einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit gewandt und alle Vorwürfe zurückgewiesen.
Nach der Durchsuchung seiner Büroräume begab er sich in ärztliche Behandlung, wegen seiner Herzprobleme hatte er sich bereits vorher verschiedentlich im Ausland behandeln lassen.
Odonchimed und den Polizeibehörden wird vorgeworfen, Sukhbaatar sogar an seinem Todestag verfolgt zu haben. Zur Zeit, als bereits der von Verwandten geholte Lama seine Gebete am Bett des Schwerkranken las, hätten vier Polizisten die Wohnung durchsucht. (Sukhbaatar war wenige Tage vor seinem Tod in seine Wohnung in Sansar zurückgekehrt).
Auf Anfrage erklärte ein Polizeisprecher, es sei nicht um eine Durchsuchung, sondern um eine Tatortbesichtigung gegangen.
Die Geschäftsführung von „Zuuchlakh Tovchoo" hat inzwischen der bisherige Stellvertreter, D. Jantsen, übernommen. Am 13. sind 50 Mongolen nach Korea geflogen, um ihre vermittelten Arbeitsstellen anzutreten. Bis zum Jahresende sollen noch 500 weitere folgen.

Zwei Naadamringer gedopt
Erfolgreichen Naadamringern kann der Präsident einen Titel verleihen, er kann ihn auch wieder aberkennen.
Am 14. November informierte das Nationale Naadamorganisationskomitee über die endgültigen Untersuchungsergebnisse der diesjährigen Dopingproben.
Auch die B-Probe von D. Ragchaa, der aufgrund seines Sieges in der 7. Runde beim Naadamringen 2006 mit dem Titel „Ulsyn Zaan" (Landeselefant) ausgezeichnet worden war, ergab einen positiven Befund. Ragchaa und der neue „Ulsyn Nachin" (Staatsfalke), G. Erkhembayar, der auf die Untersuchung einer B-Probe verzichtet hatte, müssen mit der Aberkennung ihrer Titel rechnen. A. Sukhbat, der unter großem Wehklagen die „Ringerkleidung an den Nagel gehängt hatte" und „Khartsaga" (Falke), G. Elbeg, hatten seinerzeit eine Dopingprobe verweigert. Ihnen werden wahrscheinlich die schmückenden Beinamen aberkannt werden Die entsprechenden Beschlüsse wurden Präsident N. Enkhbayar übermittelt.
Das letzte Wort haben jedoch die Gerichte, die in der Vergangenheit stets zugunsten der Sportler entschieden haben.

Winterturnier der Sumoprofis
Kyokushyuzan D. Batbayar legt die Sumokleidung ab. Diese Nachricht, unmittelbar nach Beginn des Winterturniers in Fukuoka verbreitet, interessierte zunächst mehr, als die Tatsache, dass Großmeister Dagvadorj erneut von Sieg zu Sieg eilt.
Batbayar war 1992 der erste Mongole in der Welt der Profisumoringer.
Seitdem hat er seine Popularität und seine finanziellen Erfolge auch zugunsten seines Heimatlandes eingesetzt, er gründete eine Stiftung, arbeitet mit japanischen Entwicklungshilfeorganisationen zusammen, hat in Uvs und anderen Aimags u.a. den Bau von Brunnen finanziert.
Mit jeweils 6:0 führen Asashyoryu Dagvadorj und zwei andere Sumokämpfer das Feld beim Winterturnier in Fukuoka an.


   

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Last Update: 01. Januar 2017