Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
4. bis 10. September 2006

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar

MRVP-Kandidat gewinnt Nachwahl im Khuvsgul-Aimag
Am 03. September waren 15 551 Wahlberechtigte im Wahlkreis 46 im Khuvsgul-Aimag aufgerufen, einen Nachfolger für den verstorbenen O. Enkhsaikhan zu wählen. 12 393 (79,6 Prozent) machten schließlich von ihrem Wahlrecht Gebrauch.
6 929 oder 56,75 Prozent entschieden sich für den Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaften, Ulziisaikhany Enkhtuvshin von der MRVP. Er ist 48 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern
40,65 Prozent der Stimmen entfielen auf O. Otgonsaikhan (Bruder O. Enkhsaikhans) von der Demokratischen Partei (DP), 0,94 auf P. Delgerjav (Mutterlandpartei), 0,71 Prozent auf L. Delgerdalai (Bruder von Gesundheitsminister L. Gundalai) (Volkspartei), 0,66 Prozent auf Ch. Bazar (Bürgermutpartei), 0,21 Prozent auf Kh. Temuujin (Republikanische Partei) und 0,04 Prozent auf S. Bayanmanlai (Vereinigte Konservative Partei).
Der MRVP-Kandidat hätte den Wahlkreis auch gewonnen, wenn sich die konkurrierenden Parteien auf einen gemeinsamen Kandidaten hätten einigen können.
Die MRVP-Fraktion im Großen Staatskhural verfügt jetzt über 39 Sitze und damit eine hauchdünne Mehrheit.
Die Führungsgremien der Partei lehnen bisher eine Antwort auf die Frage nach einer Regierungsneubildung ab. Beobachter gehen davon aus, dass die Fraktion noch die Debatte über den Haushalt 2007 abwartet und dann eine MRVP-Alleinregierung anstrebt.
Die Herbstsitzungsperiode des Großen Staatskhurals beginnt in der ersten Oktoberwoche.

Investorentreffen 2006
Am 14. und 15. September findet in Ulaanbaatar das „Investorentreffen 2006" statt.
Organisiert wird es im Auftrag der mongolischen Regierung vom Amt für Ausländische Investitionen und Auslandshandel (FIFTA), der Mongolbank und von Euromoney Conferences. Themenschwerpunkte sind in diesem Jahr der Banken- und Finanzsektor, die Landwirtschaft, Infrastruktur und der Tourismus.

Friedensbrücke wieder freigegeben
Obwohl die Renovierungsarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen sind, wurde die Friedensbrücke in Ulaanbaatar am 04. September für Fußgänger und den Autoverkehr wieder freigegeben.
Die ersten neuen Schäden werden bereits sichtbar.
Experten rechnen nicht vor Oktober mit der endgültigen Fertigstellung der Brücke.


V.l. M. Marschke, Th. Labahn, Oyunsuren, Ts. Nyamdorj, R. Imöhl

Feierliche Verabschiedung von GTZ-Büroleiter Labahn
Reinhard Imöhl, Regionalleiter Süd- und Ostasien/Pazifik der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat es sich nicht nehmen lassen, den bisherigen Landesdirektor der GTZ in der Mongolei, Dr. Thomas Labahn, persönlich zu verabschieden.
Auf einem Empfang im Opern- und Balletttheater von Ulaanbaatar würdigte er die dreijährige erfolgreiche Tätigkeit von Dr. Labahn in der Mongolei und wünschte ihm und seiner Frau Anne für die Zukunft Glück und Erfolg. Labahn wird „aus der mongolischen Steppe in die Bergwelt des Himalaya, nach Nepal", wechseln und hier ebenfalls als GTZ-Landesdirektor arbeiten. Als neuen GTZ-Landesdirektor Mongolei stellte R. Imöhl Martin Marschke vor.
Auch der Vorsitzende des Großen Staatskhurals, Tsendiin Nyamdorj und der Erste Sekretär der deutschen Botschaft in Ulaanbaatar, Matthias Schumacher, dankten dem scheidenden GTZ-Repräsentanten für die vertrauensvolle und ergiebige Zusammenarbeit.
Nyamdorj verwies auf das besonders erfolgreiche Projekt der deutsch-mongolischen Entwicklungszusammenarbeit bei der Reform des Rechtssystems in der Mongolei, das er noch in seiner Eigenschaft als Justizminister begleitete, Schumacher u.a. auf die enge Verbundenheit Thomas Labahns mit der Mongolei, ihren Menschen und deren Kultur, wovon die Wahl des Versammlungsortes beredt Zeugnis ablegte.
Außer den Mitarbeitern deutscher und internationaler Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und der deutschen Botschaft nahmen an der Veranstaltung Abgeordnete des Großen Staatskhurals und Mitglieder der mongolischen Regierung, darunter Bauminister J. Narantsatsralt und Gesundheitsminister L. Gundalai, teil.

Gespräche von Deutschland in die Mongolei werden teurer
Die vier in der Mongolei tätigen Telefongesellschaften (Mongolische Telekom, Mobikom, Skytel und Newtel) haben erreicht, dass die Regierung ihren Plänen zur Erhöhung der Tarife für Telefongespräche aus dem Ausland zugestimmt hat.
Je nach Vorwahl konnte bisher ein Telefongespräch vom deutschen Festnetz ins mongolische Fest- oder Mobilfunknetz für 3,6 Cent pro Minute geführt werden.
Ab 08. September erheben die mongolischen Anbieter eine Einwahlgebühr, so dass ein Gespräch aus Deutschland in die Mongolei jetzt mindestens 17,5 Cent pro Minute kostet.


26.Poetenweltkongress in Ulaanbaatar

XXVI. Weltkongress der Dichter
„Lasst uns mit Hilfe der magischen und sensiblen Energie der Poesie mehr Licht über die Schattenseiten der menschlichen Seele bringen". Unter diesem Motto stand der „XXVI. Poeten-Weltkongress" vom 03. bis zum 09. September 2006 in Ulaanbaatar.
300 Teilnehmer, Dichter, Übersetzer, Verleger, aus 40 Ländern, darunter aus Belgien, Ungarn, Indien, Israel, Japan, Korea, China, den USA und Mexiko versammelten sich am 04. 09. im Großen Saal des Regierungspalastes von Ulaanbaatar, um zunächst den Grußworten Präsident Enkhbayars, des Präsidenten der Weltakademie der Künste und Kultur, Jattis S. Mohan sowie dem Hauptreferat von S. Dulam: „Zu einigen Besonderheiten der Entwicklung der mongolischen Poesie".
Akademiepräsident Mohan überreichte Präsident Enkhbayar die Goldmedaille „Für hervorragende Dichtkunst" , die höchste Auszeichnung der Weltakademie für Künste und Kultur. Der stellvertretende Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft, S. Tumur-Ochir und Kongresspräsident, G. Mend-Ooyoo, wurden mit Ehrenschals der Akademie ausgezeichnet.
Bereits am 03. September war im Gebäude des Künstlerverbandes eine Ausstellung mit Werken der internationalen Dichtkunst eröffnet worden.
Im Verlaufe des Kongresses haben die Teilnehmer theoretische und praktische Probleme ihrer Arbeit diskutiert und aus ihren Werken an historisch und kulturell bedeutsamen Orten der Mongolei vorgetragen.

Prozess gegen ehemaligen Zollchef hat begonnen
Am 04. September hat vor dem Stadtbezirksgericht Sukhbaatar der Prozess gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Zollverwaltung der Mongolei, Kh. Baatar, und zehn Mitangeklagte, begonnen.
Sie werden der Korruption und Vorteilsnahme beschuldigt.
Baatar (der MRVP nahestehend) weist die Vorwürfe zurück und beklagt die Tatsache, dass der ehemalige Vizechef der Zollverwaltung, Enkhbat, (der DP nahestehend) unbehelligt blieb, obwohl der zumindest den Fall der „81 Millionen Tugrug" (Bestechungsgelder) zu verantworten habe.
Seiner 80-jährigen Mutter wäre es verwehrt worden, ihn zu besuchen, das sei unmenschlich, so Baatar am zweiten Verhandlungstag.

Polizei warnt vor Taschendieben und Betrügern
Im Zusammenhang mit dem Ende der Ferien- und Urlaubszeit warnt die Polizei von Ulaanbaatar vor Taschendieben und Betrügern.
Opfer seien nicht nur Ausländer, sondern auch Mongolen, vor allem vom Lande.
Ihr Unwesen trieben die Kriminellen in Schulen, an Universitäten, in öffentlichen Verkehrsmitteln. Vor allem Studenten vom Land, die oft ihr Bargeld für Unterbringung und Unigebühren mit sich führten, gehörten zu den Opfern.
Ratsam ist es auch, vor jedem Kauf oder der Inanspruchnahme einer Dienstleistung nach dem Preis zu fragen, sonst könnte leicht das Zehnfache gefordert werden.

Ostasiatische Judomeisterschaften
Bei den Ostasiatischen Judomeisterschaften, die am vergangenen Wochenende in Ulaanbaatar stattfanden, gewann Ts. Tsagaanbaatar die Goldmedaille in der Klasse bis 66 Kilogramm bei den Männern.
In der Mannschaftswertung siegte Japan bei den Männern, China bei den Frauen. Die mongolischen Frauen wurden Vizeweltmeister, die Männer errangen die Bronzemedaille.
Vier Verdiente Sportler der Mongolei legten erfolgreich die Prüfungen als Kampfrichter ab.

Herbstturnier der Sumoringer
Am 10. September beginnt in Tokio das Herbstturnier der Profisumoringer.
Großmeister Asashoryou Dagvadorj strebt seinen 17. Turniersieg in Folge an, Hakuho Davaajargal will zum ersten Mal Großmeister werden., dafür muss er mindestens 13 von 15 Kämpfen gewinnen.


Winterbeginn

Erster Schneefall in Ulaanbaatar
Beim Aufwachen am 07. September erwartete die Hauptstädter eine weiße Winterlandschaft, die Temperaturen waren auf Werte um die Nullgrad gesunken.
In Arkhangai war der erste Schnee bereits am 05. gefallen.
In der Hauptstadt des Bulgan-Aimags erreichte die Schneedecke am 07. sieben Zentimeter.
Am kältesten war es mit minus zehn Grad in der Nacht zum 07.09. im Tsetsen-Uul-Sum im Zavkhan-Aimag.
Doch schon für das Wochenende wurden steigende Temperaturen angekündigt: 25 Grad in den Gobiregionen und zehn bis 15 Grad in den Khangai- und Khuvsgulbergregionen.
Am Sonntag konnte in Ulaanbaatar die Winterkleidung wieder beiseite gelegt werden, die Sonne schien von einem azurblauen Himmel, die Temperaturen erreichten 25 Grad plus.


   

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Last Update: 01. Januar 2017