Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
9. bis 15. Juli 2007

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar

Elbegdorj bei Autounfall schwer verletzt
Der Vorsitzende der Demokratischen Partei und ehemalige Ministerpräsident, Tsakhiagiin Elbegdorj, ist am 10. Juli zwischen 22.00 und 23.00 Uhr im Uvurkhangai-Aimag auf dem Weg vom Kharkhorin-Sum (Karakorum) bei einem Autounfall schwer verletzt worden.
Der Fahrer des Wagens ist kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus von Kharkhorin gestorben.
Elbegdorj wurde am 11. Juli mit dem Flugzeug nach Ulaanbaatar auf die Intensivstation des Unfallkrankenhauses gebracht. Er hat Verletzungen an Kopf und Rückenmark.
Es gab Überlegungen, ihn, sobald er transportfähig ist, im Ausland weiter behandeln zu lassen.
Der behandelnde Arzt erklärte am Abend des 13. Juli, der Zustand des Verletzten hätte sich gebessert, sein Denkvermögen sei nicht beeinträchtigt.
Der Generalsekretär der DP, Dorligjav, kündigte an, dass sich Elbegdorj eventuell am Montag übers Fernsehen kurz an die Öffentlichkeit wenden wird.
Der genaue Unfallhergang ist noch nicht bekannt.
Ein unbeleuchtetes Motorrad soll plötzlich vor dem Land Cruiser aufgetaucht sein.
Der Motorradfahrer wurde bisher nicht gefunden.

Acht Bergleute gerettet
Die am vergangenen Samstag in einer Kohlegrube von „Otgontenger Uul" in Nalaikh verunglückten acht Bergleute konnten nach 24-stündigem unermüdlichen Rettungseinsatz am Sonntagnachmittag lebend geborgen werden.
Die Eingänge waren verschüttet, eine Verbindung zu den Eingeschlossenen bestand nicht.
Das Vordringen zu den acht Bergleuten stellte die Rettungskräfte vor Herausforderungen, die sie mit ihrem Fachwissen und großem Mut schließlich meisterten.
Am Sonntagvormittag (08.07.) war der Durchbruch geschafft: Luft konnte in die Tiefe des Schachtes gelangen. Gegen Mittag stand fest: Die acht leben. Aus 110 Meter Tiefe konnten sie geborgen werden. Krankenwagen standen bereit und brachten die Geretteten im Alter zwischen 20 und 50 Jahren ins Krankenhaus. Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut.
Der Vorarbeiter der verunglückten Bergleute, Ingenieur Ganbaatar: „Wir sind glücklich und sehr dankbar. Nun können wir doch noch Naadam feiern."


Euch allen ein schönes Fest

Starke Ringer, schnelle Pferde, zielsichere Pfeile…
Die Adlertänze sind getanzt, der Airag verspritzt, die Lobgesänge verklungen. Die Sieger sind gekürt.
Naadam 2007 ist Geschichte.
Für eine knappe Woche waren die politischen Turbulenzen um Regierungsrücktritt und Investitionsvereinbarungen, die wirtschaftliche Schieflage, die Personalstreitigkeiten in der Nationalen Rundfunk- und Fernsehanstalt und die Diskussionen um die Zukunftsfähigkeit der nationalen Sportarten vergessen.
Am 11. Juli strömten einheimische und ausländische Gäste ins Zentralstadion, wo Präsident Enkhbayar, gekleidet in einen hell-kupferfarbenen Deel, pünktlich 11.10 Uhr, die diesjährigen Naadamfeierlichkeiten eröffnete. Zuvor hatten berittene Ehrengardisten im Stadionrund die neunschwänzige Ehrenstaatsstandarte (Chinggisstandarte) aufgepflanzt.
Im Anschluss an das traditionell vielfältige und farbenprächtige Eröffnungsprogramm begannen die Wettkämpfe im Ringen, im Bogenschießen und Reiten wurden sie fortgesetzt.
Auch die Reiter in Doloon Khui Khudag, die Bogenschützen und Knöchelwerfer konnten sich über einen Mangel an Zuschauerinteresse nicht beklagen.
Zu den Höhepunkten des Festes - gleichzeitig mit ihrem Nationalfeiertag begingen die Mongolen den 801. Jahrestag ihrer Staatsgründung und den 86. Jahrestag der Volksrevolution - gehörte wie in jedem Jahr das große Volksfest mit abschließendem Feuerwerk auf dem Sukhbaatarplatz.


L. Boldkhuyag und W. Momper in Ikh Tengeriin Am. 11.07.07

Der Einladung von Präsident Enkhbayar und seiner Frau Onongiin Tsolmon zum Staatsbankett anlässlich des Nationalfeiertages am Abend des 11. Juli, war auch eine Delegation des Berliner Abgeordnetenhauses mit Walter Momper an der Spitze, gefolgt.
Am 12. Juli, kurz nach 20.00 Uhr, stand der Sieger im Naadamringen fest: Landeselefant Kh. Munkhbaatar aus dem Khuvsgul-Aimag. Außer über Preisgeld und Geschenke konnte er sich über den Titel „Landeslöwe" freuen, der ihm auf Anordnung von Präsident Enkhbayar verliehen wurde. Der Zweite, Landeselefant I. Dorjsambuu aus dem Bulgan-Aimag, stieg zum Landesgaruda auf.
Die „Unbesiegbaren" Bat-Erdene und Usukhbayar waren bereits in der fünften Runde ausgeschieden. 512 Ringer hatten den Kampf um den Naadamsieg 2007 aufgenommen.
Nach der Abschlussrede des Präsidenten führten neun Ehrengardisten auf neun Schimmeln die neunschwänzige Staatsstandarte vom Zentralstadion zurück in den Regierungspalast.
Die Aimagnaadamfeiern fanden in diesem Jahr wieder gleichzeitig mit den zentralen Feiern in Ulaanbaatar statt.


Kranzniederlegung am Sukhbaatardenkmal. 10.07.07

Japanischer Thronfolger in der Mongolei
Am 10. Juli landete das Sonderflugzeug mit dem japanischen Thronfolger* an Bord auf dem internationalen Flughafen „Chinggis-Khaan" in Ulaanbaatar.
Auf Einladung von Präsident Nambaryn Enkhbayar weilt Kronprinz Naruhito bis zum 17. Juli zu einem offiziellen Besuch in der Mongolei.
Es ist der zweite Besuch eines Mitglieds der kaiserlichen Familie von Japan. Vor fünf Jahren waren Prinz Akishino und dessen Frau Kawashima zu Gast in der Mongolei.
Anlass ist der 35. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Japan und der Mongolei. 2007 ist zum „Japanischen Jahr" in der Mongolei deklariert worden.
Nach der Kranzniederlegung am Sukhbaatardenkmal und einem Gang zum Chinggis-Denkmal vor dem Regierungspalast am Sukhbaatarplatz wurde der Kronprinz von Präsident Enkhbayar empfangen. Am 11. nahmen der Prinz und seine Begleitung an den Naadamfestivitäten teil, bereits zuvor hatten sie auf dem Ehrenfriedhof für die japanischen Gefallenen des 2. Weltkrieges und der Schlacht am Khalkhyn Gol Blumenkränze niedergelegt.
Nach einem Treffen mit Lehrern und Studenten an der Mongolischen Staatsuniversität und einem Besuch im Museum für Naturgeschichte begaben sich die japanischen Gäste auf die Reise nach Erdene Zuu und Kharkhorin. Hier können sie sich nicht nur ein Bild über die kulturhistorischen Schätze der Mongolei verschaffen, sondern auch über das Leben der mongolischen Viehhalter in der Gegenwart.
Bevor der Kronprinz am 17. die Rückreise nach Japan antritt, steht noch ein Besuch im mongolisch-japanischen Kulturzentrum und ein Treffen mit jungen Freiwilligen der Japanischen Agentur für Internationale Zusammenarbeit (JICA) auf dem Programm.

*Naruhito wurde 1960 als ältester Sohn von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko in Tokio geboren, er ist Ehrenmitglied und Förderer verschiedener internationaler Organisationen und Kommissionen (World Commission on Water for the 21st century, Global Water Partnership, Weltbank, UNO).
Seine Geschwister sind der 1965 geborene Prinz Akishino und Prinzessin Sayako, geb. 1969.
Seit 1993 ist der Kronprinz mit Masako Ovada (geb. 1963) verheiratet. Ihre Tochter, Prinzessin Aiko, wurde 2001 geboren.

Forderungen an Ministerpräsident und MRVP-Chef Enkhbold
Die Stadtbezirksvorsitzenden von Bayanzurkh, Bayangol, Songinokhairkhan und Sukhbaatar haben in einem Schreiben an M. Enkhbold erklärt, dass sie die Forderungen der 13 namhaften MRVP-Abgeordneten (darunter der Vorsitzende des Rechtsauschusses Munkh-Orgil und Landwirtschaftsminister Terbishdagva) unterstützen, wonach den Gruppen, die die Politik und ihre Funktionen zur Wahrnehmung persönlicher Interessen missbrauchen, jeglicher Einfluss entzogen werden soll. Missstände sollten so schnell wie möglich behoben werden.

Kaufpreis für „Gobi" überwiesen
Die Gewinner der Ausschreibung für die Privatisierung des Kaschmirunternehmens „Gobi", ein japanisches Gemeinschaftsunternehmen, haben gerade noch fristgerecht begonnen, den Kaufpreis auf das Konto des Komitees für Staatseigentum zu überweisen.
Wir gehen davon aus, dass es bei „Gobi" keine Unregelmäßigkeiten, keine Fehlbeträge geben wird. Allerdings würde das Komitee für Staatseigentum dafür auch keine Verantwortung tragen. Wir haben den Bewerbern sämtliche Unterlagen zur Prüfung übermittelt.
Beim Verkauf der Sparbank lag die Sache etwas anders. Da standen wir in der Pflicht. Das sagte Ts. Nanzaddorj, Abteilungsleiter im Eigentumskomitee, auf die Frage nach möglichen Parallelen zum Sparbankfall.

Studenten befreien „Königin Tuul" von Unrat, Dreck und Müll
„Wer, wenn nicht wir". U. Odonchimeg, Studentin im 3. Semester am Institut für Ökologie an der Landwirtschaftsuniversität, erklärt, warum sie und ihre Kommilitonen nicht länger auf Entscheidungen über eine gründliche Reinigung der Tuulufer „von oben" warten wollen. In der Öffentlichkeit, in den Medien werde schon lange über die zunehmende Verschmutzung der Umgebung des Flusses diskutiert. Bisher geschah nur wenig.
Vom 23. Juni bis zum 06. Juli sammelten 50 Studenten und zwei ihrer Lehrer zwischen Gachuurt und Ulaanbaatar auf einer Strecke von 45 Kilometern insgesamt 2 800 Säcke mit Müll.
Die Studenten wünschen sich nur eins: Werft bitte Euren Abfall nicht ins Wasser oder lasst ihn nicht am Ufer liegen. Nur eine saubere Umwelt ist eine gesunde Umwelt und bietet echte Erholung.

Unvergleichliche Kunstwerke im Ringerpalast ausgestellt
Am 09. Juli stellte der Lamaismusforscher und Direktor der Buddhistischen Kunsthochschule beim Gandankloster, G. Purevbat, im Ringerpalast von Ulaanbaatar die 100 Meter großen Applikationsthankas der Weißen Tara und des Bodhisattva Ochirvaani (Vajrapani) vor.
Die Kunstwerke entstanden vor 100 Jahren und werden normalerweise im Zanabazar-Museum verwahrt.
Präsident N. Enkhbayar und der Abt des Gandanklosters, D. Choijamts, nahmen als Ehrengäste an der Veranstaltung teil.
Ochirvaani gilt für viele Mongolen als Schutzgottheit der Mongolei schlechthin, sein „Land" vermuten sie auf dem Otgontenger, dem höchsten Berg im Khangai-Gebirge. (Sh. auch N. a. d. M. vom 20.05.07).
Die Taras gehören zu den bedeutendsten weiblichen Gottheiten im Lamaismus. Sie werden in 21 Gestalten verehrt. Die Grüne Tara – Nogoon Dari Ekh - (Dulmaa) gilt als Beschützerin aller Lebewesen, als Erste Göttin, die Weiße Tara - Tsagaan Dari Ekh - (Dolgor) wird in der Mongolei meistens als „Siebenäugige Tara" dargestellt.

Miss Mongolia 2007
Die schönste Frau der Mongolei 2007 heißt G. Gantuya und ist Studentin im vierten Semester an der Universität für Wissenschaft und Technologie in Ulaanbaatar.
Gantuya setzte sich gegen 19 Mitbewerberinnen durch, die es in die letzte Runde des Wettbewerbs geschafft hatten. Ihr Lohn: Ein PKW im Wert von 28 000 USD.
Die Studentin B. Ganbolor wurde zweite, für das Publikum war sie jedoch die Schönste. „Du bist die Miss des Volkes." Zum Trost konnte sie sich mit dem eigens für sie kreierten Zusatztitel „Miss Talent" schmücken.
Insgesamt wurden elf Titel vergeben, Miss Perle, Miss Türkis, Miss Koralle, Miss Lächeln, Miss Foto, Miss Klugheit…
Die ersten fünf erwarben gleichzeitig das Recht, an internationalen Schönheitswettbewerben teilzunehmen.
Die Jury bestand aus neun Mitgliedern, darunter der Maler G. Enkhjin, der Sänger von „Nomin Talst", Khayanaa und die Siegerin von 2004, A. Sarnai.
Organisiert hatte die Veranstaltung die Vereinigung "Khatan Erdene".


   

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Last Update: 01. Januar 2017