Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
17. bis 23. September 2007

von Dr. Renate Bormann, Ulaanbaatar


Präsident Enkhbayar empfängt seinen laotischen Amtskollegen

Laotischer Staatspräsident zu Gast in der Mongolei
Auf Einladung von Präsident N. Enkhbayar stattete der Präsident der Demokratischen Volksrepublik Laos, Ch. Sayason, vom 17.-19. September der Mongolei einen offiziellen Staatsbesuch ab. Begleitet wurde er von seiner Frau, Mitgliedern der Regierung und Wirtschaftsfunktionären.
Beide Seiten unterzeichneten Verträge und Vereinbarungen über eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Kultur und Wissenschaft, Außenpolitik sowie zwischen den beiden Präsidialämtern und ein Memorandum über die Zusammenarbeit zwischen den Industrie- und Handelskammern.
Außerdem wurde vereinbart, Mongolen und Laoten benötigen für eine Aufenthaltsdauer bis zu 30 Tagen im jeweils anderen Land keine Visa. Die Bestimmung tritt am 14. Oktober in Kraft.
Diplomatische Beziehungen zwischen der Mongolei und Laos bestehen seit 1962.
1983 haben zwei Mongolen in Laos ein Studium der laotischen Sprache und Literatur abgeschlossen, seit 2006 studieren erneut zwei Mongolen in Vientiane.

Mongolisches Konsulat in Urumtschi?
Am 19. und 20. September tagte zum ersten Mal die gemeinsame Arbeitsgruppe des Autonomen Gebietes Sinkiang in der VR China und der Mongolei.
Themen der Gespräche: Intensivierung der direkten Kooperation zwischen Sinkiang und den westlichen Aimags der Mongolei, Studentenaustausch, Gründung eines chinesischen Sprachlernzentrums und die Eröffnung eines Konsulats der Mongolei in Urumtschi, der Hauptstadt des Autonomen Gebietes Sinkiang (Uiguren, Ostturkestan. R. B.).
Weitere Diskussionsschwerpunkte waren die Einrichtung einer Freihandelszone, gemeinsame Beteiligung beim Bau eines Autobahn- und Schienennetzes in der Region.
Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe wird in Ulaanbaatar stattfinden.
Leiter der mongolischen Delegation war der Staatssekretär im Außenministerium, Kh. Bekhbat, der Delegation gehörten u. a. Vertreter der Aimags Gobialtai, Khovd und Bayan-Ulgii an.

Neuer Aimaggouverneur ernannt
Ministerpräsident M. Enkhbold hat Sakei Khabal als neuen Aimaggouverneur von Bayan-Ulgii bestätigt.
Khabal wurde 1959 geboren, er ist Automechaniker und Ingenieur und seit 2005 Aimag-MRVP-Vorsitzender.

Beschwerdebrief an US-Präsident Bush
N. Demberel, der ehemalige Leiter der Presse- und Informationsabteilung der Regierung, hat sich in einem Brief an Präsident Bush über den Mangel an Demokratie in der Mongolei, in der die Menschenrechte nicht genügend beachtet würden, beklagt.
Demberel wurde vor wenigen Tagen vom Stadtbezirksgericht Sukhbaatar wegen „Beleidigung und Verleumdung" des Präsidenten und des ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten und Abgeordneten Ch. Ulaan zu vier Monaten Haft verurteilt.

Delegiertenwahl in der MRVP
Am 21. September begannen in den Grundorganisationen der MRVP die Delegiertenwahlen für den XXV. Parteitag (22.-24.10.07).
Die Flügel und Bewegungen innerhalb der Partei haben angekündigt, dafür Sorge tragen zu wollen, unter den 678 Delegierten ausreichend vertreten zu sein.
Auch die Diskussionen um die Kandidatenaufstellung für die Parlamentswahlen im nächsten Jahr haben längst begonnen.
Bisher stehen 193 Namen auf der Liste, davon 34 Frauen. Im vergangenen Jahr waren es noch 234. Verletzungen der Ethikvereinbarung hätten die unverzügliche Streichung von der Liste zur Folge, so der Sekretär der Partei, Yo. Otgonbayar.
Die MRVP bewirbt sich in allen 76 Wahlkreisen um einen Sitz im Großen Staatskhural.
Nach dem veränderten Wahlgesetz sollen im nächsten Jahr auch im Ausland lebende Mongolen die Möglichkeit erhalten, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen.


V.l. L. Boldkhuyag, M. Schuhmacher, A. Otgonbold, B. Klausch

110 Sums ohne ärztliche Versorgung
Thema des Wirtschaftsstammtisches am 18. September in der Deutschen Botschaft war das Gesundheitswesen der Mongolei. Als Referenten konnten L. Bold, Vorsitzender des Businesscouncils, und M. Schuhmacher von der Deutschen Botschaft den stellvertretenden Gesundheitsminister Dr. A. Otgonbold gewinnen.
Otgonbold, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, studierte in Halle und Rostock, gehörte zu den Vertrauensärzten der Deutschen Botschaft in Ulaanbaatar und hat eine private Frauenklinik aufgebaut.
Minister L. Gundalai hatte ihn zu seinem Stellvertreter berufen, in dieser Funktion arbeitet er auch unter dessen Nachfolgerin, Dr. D. Tuya.
Begleitet wurde Otgonbold von seinem langjährigen Mentor, Prof. Dr. B. Klausch, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe i. R., der für ein paar Tage als Berater im Gesundheitsministerium in die Mongolei gekommen war.
Zu Beginn seiner Ausführungen hob der Minister hervor, dass in den letzten Jahren nicht nur drei Gesundheitsminister und ein Vizeminister ihre medizinische Aus- bzw. Weiterbildung in Deutschland erhalten haben, sondern insgesamt 62 Angehörige des medizinischen Personals.
33 000 Mitarbeiter sind im Gesundheitswesen beschäftigt, davon 8 500 Ärzte und Ärztinnen.
Die Investitionen im Gesundheitswesen seien von zwei Millionen USD im Jahr 2005 auf 13 Millionen im Jahr 2007 gestiegen und sollen 2008 40 Millionen erreichen.
Der von der Regierung 2005 verabschiedete Masterplan bis 2015 sieht vor, die medizinische Versorgungsstruktur „vom Kopf auf die Füße" zu stellen. „Bei uns werden die fachspezifischen Einrichtungen im Vergleich zu den Sum- und Aimagkrankenhäusern überdurchschnittlich in Anspruch genommen. Das hängt natürlich auch mit der Ausstattung der Einrichtungen und der Qualifikation des Personals zusammen. In 110 von 340 Sums fehlen ärztliche Betreuungsmöglichkeiten."
Die Gehälter der Ärzte, Schwestern und Pfleger seien viel zu niedrig. Eine Krankenschwester verdiene im Durchschnitt 80 Euro, ein Arzt oder eine Ärztin 110 Euro im Monat. Auf 400 000 Tugrug mindestens sollte die Entlohnung in nicht allzuferner Zukunft steigen.
Die diesmal hauptsächlich deutschen Gäste interessierten Fragen nach dem Versicherungsschutz(Pflicht), dem HIV-Risiko (bisher 38 Infizierte, davon 70 Prozent Männer, von denen wiederum 70 Prozent Homosexuelle seien). Ein Unternehmer sprach den Mangel an Kondomen an und dass dem leicht abzuhelfen wäre.
Prof. Klausch wies auf die unzureichende Dauer der Facharztausbildung hin: Eineinhalb Jahre seien einfach zu wenig.
Korruption im Gesundheitswesen und die Versorgung z. B. mit Prothesen waren ebenfalls Themen der Diskussion.
Die unvermeidliche Frage nach der Situation in Khongor kam allerdings vom mongolischen Gastgeber L. Bold. Otgonbold: „Ja, es gibt gesundheitliche Beeinträchtigungen (Hautausschläge und Darmerkrankungen). Von 150 Einwohnern seien Blutproben in Labors nach Seoul und Khukh Khot geschickt worden. Ergebnisse erwarten wir am 23.09." Bisher stehe nicht fest, ob das im April aus einer illegalen Goldwaschanlage in den Boden und ins Wasser einiger Brunnen gelangte Natriumcyanid und Quecksilber verantwortlich für die Krankheitsbilder sind.

Umweltkatastrophe in Khongor oder Politshow?
Die Mongolische Grüne Partei, die Bürgerbewegung „Radikale Reformen" und die „Front Ehrlicher Bürger" haben am 20. September auf dem Sukhbaatarplatz gemeinsam mit Bürgern aus dem Khongor-Sum im Darkhan-Uul-Aimag für eine schnelle Evakuierung der 2 000 Einwohner des „vergifteten" Bags und Entschädigungszahlungen in Höhe von einer Million Tugrug pro Person demonstriert.
Sie werfen den Behörden eine Vertuschung des wahren Ausmaßes der Katastrophe vor und fragen: Wie viele Khongor gibt es in der Mongolei? Wohin ist der Sumgouverneur verschwunden, warum wird nicht nach ihm gefahndet? Warum erkranken die behandelten Patienten immer wieder aufs neue?
Eine Lehrerin aus Khongor erklärt, bei 64 von 114 untersuchten Schülern seien Durchfallerkrankungen festgestellt worden, die Körper der Übrigen seien teilweise von Pusteln übersät.
Verwaltungsbeamte in Ulaanbaatar haben festgestellt, Gemüse aus Khongor sei bedenkenlos für den Verzehr geeignet, aus Darkhan-Uul heißt es, lieber Vorsicht walten zu lassen.
Tierärzte erklärten, bei den verendeten Kühen, ihren Früh- und Fehlgeburten handelte es sich um Brucellose, nicht um Natriumcyanid- oder Quecksilbervergiftungen.
Sh. Purevsuren, Vorsitzender der Grünen Partei und B. Unenbat, Mitglied der Mongolischen Menschenrechtskommission, wiesen in einem Pressegespräch mit der „Zuuny Medee" auf die Tatsache hin, dass der Khongor Sum ein Zentrum des Getreideanbaus sei. Im Sum lebten 6 000 Einwohner, im betroffenen Bag 2 000.

Blutproben ohne Auffälligkeiten
Ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums erklärte am 21. September, die Ergebnisse der nach Seoul geschickten Blut- und Urinproben von 147 Einwohnern Khongors hätten keine überhöhten Quecksilberwerte enthalten.
Auf Natriumcyanid seien sie nicht untersucht worden, da das nur kurze Zeit im Blut nachweisbar sei.
Die Ergebnisse der 147 nach Khukh Khot (Hauptstadt des Autonomen Gebietes Innere Mongolei in der VR China. R. B.) geschickten Proben würden am 27. September erwartet.

12 Familien erhielten versprochene Wohnungen
Am 21. September wurden den ersten 12 Familien, deren Angehörige beim Hubschrauberunglück im Selenge-Aimag ihr Leben verloren oder verletzt worden waren, die versprochenen Wohnungen zugesprochen.
Es handelt sich um Einraumwohnungen im Zentrum Ulaanbaatars im Wert von je 19,5 Millionen Tugrug.

„Grüner Herbst"
Ministerpräsident M. Enkhbold und Landwirtschaftsminister D. Terbishdagva eröffneten am 21. September im Misheel Expo-Zentrum die Verkaufsausstellung „Grüne Herbsttage" oder „Grüner Herbst".
Es ist die zweite Leistungsschau der Gemüse-, Obst- und Getreidebauern, der Viehhalter und Imker, die im vergangenen Jahr Premiere hatte.
Nicht nur preisgekrönte Rasserinder oder edle Pferde konnten bewundert werden, sondern auch Rassehunde, der teuerste, ein Deutscher Schäferhund, kostete 5 000 USD, der teuerste Welpe war für 500 USD zu haben.
Aus dem Selenge-Aimag stammte der größte und schwerste Schafbock, aus dem Mittelgobi-Aimag die schönste und größte Kaschmirziege.

Weitere 6,5 Millionen USD für Mongolei
Finanzminister N. Bayartsaikhan und US-Botschafter Mark Minton unterzeichneten am 21.09. in Ulaanbaatar zwei Vereinbarungen über eine finanzielle Zuwendung von 6,5 Millionen USD insgesamt.
4,7 Millionen davon sind für die Projekte „Gute Regierungsführung", die Ausweitung der Handelsmöglichkeiten, Investorenwerbung und eine effektive Wirtschaftspolitik bestimmt, 1,8 Millionen für die Verbesserung der Gerichtsbarkeit und den Kampf gegen Korruption.


Tsag Tur

„Zeitläufte"
Seit September bereichert eine neue 64 Seiten umfassende politische Wochenzeitschrift „Tsag Tur" (Die Zeit; Zeitläufte; Zeit und Macht; Zeit und Staat) die mongolische Medienlandschaft.
Die Initiatoren wollen eine Zeitschrift „auf hohem fachlichen Niveau anbieten und die Überzeugung vermitteln, wir sind selbst die Herren unseres Lebens, nicht der Staat und nicht die Parteien."
„Wir wollen einen mongolischen ‚Spiegel’ etablieren." An mangelndem Selbstbewusstsein sollte nicht leiden, wer in Ulaanbaatar eine ernstzunehmende politische Zeitschrift etablieren will.
Aber warum nicht einfach eine gute, an den Bedürfnissen und Interessen der mongolischen Gesellschaft, des gebildeten Mittelstandes orientierte Zeitschrift vorlegen wollen?
Die Themen der zweiten Ausgabe reichen von Hintergrundartikeln über die Mongolische Revolutionäre Volkspartei, über Ivanhoe Mines Inc. und Oyu Tolgoi bis hin zu einem Bericht über eine Operation zur Augenlidkorrektur.
Das Titelthema beschäftigt sich mit der Familie, dem Verhältnis von Eltern zu ihren Söhnen und Töchtern.
„Solche und ähnliche Themen spielen bisher eine viel zu geringe Rolle. Auch Ängste, Sorgen, Unsicherheiten werden von den Mongolen ungern in der Öffentlichkeit oder mit Freunden diskutiert." R. Enkhbat, Chef des ADMON- Verlages, in dem die Zeitschrift erscheint, meint, das müsste sich ändern. Probleme, die angesprochen werden, könnten eher bewältigt werden. Das gelte nicht nur für die Privatsphäre, sondern auch für die große Politik.
Sport und Pop, Interviews mit Autoren und Künstlern sind weitere inhaltliche Facetten des neuen Politmagazins.
Möge es viele dankbare, aufmerksame, meinungsfreudige und kritische Leser gewinnen.

Beauftragtenstelle des Goethe - Instituts in Ulaanbaatar
Der stellvertretende Leiter des Goethe - Instituts China, Dr. Clemens Treter, hat bei seinem Besuch in der Mongolei angekündigt, dass bis Anfang 2008 in Ulaanbaatar eine Beauftragtenstelle des Instituts eingerichtet werden soll.
Neben Gesprächen im Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft sowie im Außenministerium und dem Besuch der Deutschen Informationsbibliothek im Kinderbuchpalast, nutzte der Gast aus Peking die Gelegenheit zu einem Erfahrungstausch mit deutschen und mongolischen Mitarbeitern an Bildungs- und Kultureinrichtungen der Mongolei.
Wichtig sei zunächst, geeignete Räumlichkeiten zu finden und den Umfang der Aufgaben festzulegen.
Das geplante Goethesprachlernzentrum sollte sich mittelfristig finanziell selbst tragen, betonte Treter, Abendkurse und Fortbildungslehrgänge genau auf die Zielgruppen abgestimmt werden (Lehren und Forschen an Hochschulen, Deutsch lernen zu einem bestimmten Zweck: Aupair, Studium etc.). Wichtig sei auch eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, das Werben für die kulturellen, die Lern- und Übungsangebote. „Klappern gehört zum Handwerk."
Gantai, Absolvent der Heidelberger Uni und Sohn des in Europa wohl bekanntesten mongolischen Dichters und Schriftstellers, Chinagiin Galsan, hat ein Radioprojekt konzipiert. Hier könnten sich deutsche Institutionen auf Mongolisch oder Deutsch präsentieren. Lesungen, Informationssendungen und Sendungen speziell für Kinder gehörten ebenfalls zum Programm.
„Die stetig wachsende Blechlawine auf unseren Straßen ist furchtbar, aber im Auto wird viel Radio gehört und wenn alle im Stau stecken…"
Michael Roßbach, der Zweite Sekretär der Botschaft, zeigte sich erfreut darüber, dass nur knapp ein Jahr nach dem Besuch des Generalssekretärs des Goethe-Instituts in der Mongolei dessen Idee einer offiziellen Kontaktstelle umgesetzt wird. Die Botschaft plane zudem, eine Kulturwebsite einzurichten.
Zum Abschluss der Gesprächsrunde bedankte er sich einmal mehr bei den Vertretern des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Zentralstelle für Auslandsschulwesen, der „Brücke", dem mongolischen Deutschlehrerverband, der Goetheschule, der 38. Schule und der Informationsbibliothek für „Euer Engagement bei der Pflege der deutsch-mongolischen kulturellen Zusammenarbeit im Allgemeinen und der Vermittlung und Förderung der deutschen Sprache im Besonderen."


Erevger Jirevger. Foto H. Menk

Gold, Silber, Kupfer, Kohle, seltene Pflanzen und Tiere
Die Mongolei ist nicht nur reich an Schätzen, die unter der Erde liegen, sondern auch reich an seltenen Tieren und Pflanzen. Noch.
Im Osten des Landes, am Khalkhyn Gol, gedeiht eine Pflanze aus der Familie der Apiaceae, deren Wurzeln einen Wirkstoff enthalten, der in der traditionellen chinesischen Medizin sehr begehrt ist. Ihr etwas sperriger mongolischer Name: Erevger Jirevger.
Seit Jahren kaufen chinesische Händler die Wurzeln von den Ortsansässigen für fast nichts: 1 000 bis 1 200 Tugrug pro Kilo.
Helene Menk, eine Schweizerin, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Pflanze vor dem Aussterben zu retten und gleichzeitig beizutragen, den Bewohnern eine ständige Einnahmequelle zu verschaffen. Sie gründete das Projekt: Erhaltung der biologischen Vielfalt. Kultivierung von Heilpflanzen und Gemüse im Khalkhyn Gol-Sum und arbeitet dabei mit dem WWF und dem mongolischen Umweltministerium zusammen.
Finanziert wird das Projekt von einer Schweizer Stiftung und Regionalverwaltungen und aus Spenden.
Gemeinsam mit einem mongolischen Gärtner und ehemaligen Viehhaltern im Yalalt-Bag im Khalkhyn Gol-Sum des Dornod-Aimags begannen sie seit 2003 die Pflanze zu kultivieren und dabei auf den Einsatz von Herbiciden und Pestiziden zu verzichten, Fruchtwechsel zu befolgen und zu kompostieren. Der erste große Erfolg bestand darin, dass die Aimagverwaltung ein zwei Hektar großes Stück Land zur Verfügung stellte.
Helene Menk kommt mindestens einmal im Jahr für mehrere Wochen nach Yalalt.
Die Lebensbedingungen am Khalkhyn Gol haben eher weniger mit denen in der aufgeräumten Schweiz zu tun: Es gibt keine Straßen, keine öffentlichen Transportmöglichkeiten, keinen Strom, kein Telefon, kein fließendes Wasser. Gartenutensilien, Saatgut (für Gemüsepflanzen), Kompostvlies u.ä. wurde aus der Schweiz in den fernen Osten der Mongolei transportiert, Wasserpumpen, Windgeneratoren und Schubkarren in China gekauft.
„Ich bin sehr enttäuscht." Im Herbst 2007 hat Frau Menk ihren Enthusiasmus der Anfangsjahre nicht etwa eingebüßt, aber er ist Ernüchterung gewichen.
Von den 15 Familien, die ursprünglich am Projekt beteiligt waren, ist eine übriggeblieben.
Der Umgang mit den Pflanzen zeugte weder von Sorgfalt, noch von großen Kenntnissen.
Doch 50 Prozent der letztjährigen Pflanzen sind erntereif.
Ihre Hoffnungen richtet Helene Menk jetzt auf Volunteers, Gärtner, Biologen, die regelmäßig den Anbau kontrollieren.
Die Inbetriebnahme einer Bewässerungsanlage und der Bau einer Produktionsstätte für die Rohdroge sind die nächsten Schritte. Das heißt Einsammeln der Wurzeln, Säubern, Schnipseln.
Nicht nur in China gibt es einen Markt für derartige Heilpflanzen. Das Interesse europäischer Pharmazieunternehmen und Apotheken, die sich auf traditionelle chinesische Heilverfahren spezialisiert haben, wächst ebenfalls.
Der Handel mit der Heilpflanze böte den Menschen im abgelegenen Osten der Mongolei eine sichere Existenzgrundlage. Voraussetzung wäre allerdings ein entschiedeneres Vorgehen des Staates gegen das illegale Ernten und den Verkauf der Wildpflanze.
Neben ihrem Einsatz für den Schutz der reichen mongolischen Landschaft unterstützt H. Menk auch die Bürgerbewegung „Undurkhaan-Choibalsan", die fordert, die Millenniumsstraße nicht 80 km an Choibalsan, dem Zentrum des Dornod-Aimags, vorbeizuführen, sondern Undurkhaan (Khentii-Aimagzentrum) mit Choibalsan zu verbinden. Kritiker befürchten, dass die geplante Streckenführung in erster Linie die Interessen der chinesischen Bergbauunternehmer in der Region bedienen soll.

Mauer um den Regierungspalast
Wollen sich Abgeordnete und Regierungsmitglieder vor ihrem Volk mit einer Mauer schützen?
Am Montag haben Bauarbeiter an der Nordwestseite des Regierungspalastes mit der Errichtung einer solchen begonnen.

Spätsommer statt Herbst
Nur an einem Tag in der vergangenen Woche war es wirklich kalt geworden in der Mongolei.
Bereits am nächsten Tag erreichten die Temperaturen fast wieder sommerliche Werte.
In einigen Gebirgsregionen ist allerdings der erste Schnee gefallen.


Sportfest auf dem Kleinen Ring. 22.09.07

Autofreier Samstag
Am 22. September waren bis 19.00 Uhr einige Straßen im Zentrum für den Autoverkehr gesperrt.
Die Schulen im Sukhbaatar-Duureg nutzten das für ihr Sportfest, da sie selten über einen Sportplatz oder eine –halle verfügen..

Silbermedaille für mongolischen Ringer
Bei den Weltmeisterschaften im klassischen Freistilringen in Baku (Aserbaidschan) gewann B. Naranbaatar in der Gewichtsklasse bis 55 Kilo die Silbermedaille.

Sumo
Beim Aki Bashyo, dem Septemberturnier der Profisumoringer, liegt nach 13 Kämpfen Großmeister Hakuho Davaajargal mit 12:1 allein an der Spitze.


   

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Last Update: 01. Januar 2017