Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
30. November bis 6. Dezember 2009

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)

Neue Ausschussvorsitzende bestätigt
Auf ihrer Sitzung am 03. Dezember bestätigten die Abgeordneten die neuen Vorsitzenden der Ständigen Ausschüsse.

Während die DP ihre Vorsitzenden nicht austauschte, gab es bei der MRVP drei Neuberufungen.
Neu in ihrer Funktion sind Frau D. Arvin, die sich gegen D. Oyunkhorol und D. Ochirbat durchsetzte sowie die Herren B. Bat-Erdene (gegen Kh. Jekei) und Ts. Davaasuren (gegen Ch. Ulaan).

D. Dondog neuer Vizechef der MRVP-Fraktion
Am 01. Dezember wählten die Mitglieder der MRVP-Fraktion in der Großen Staatsversammlung D. Dondog zu ihrem neuen stellvertretenden Vorsitzenden. Der Posten war nach der Ernennung G. Zandanshatars zum Außenminister vakant geworden. Mit ihrer Entscheidung für Dondog düpierten die Abgeordneten den Vorschlag des Parteivorstands und des Generalsekretärs. Die hatten J. Enkhbayar für den Posten vorgesehen. Meldungen der „UB Post" zufolge habe Generalsekretär U. Khurelsukh aus Wut über die Entscheidung einen der widerspenstigen Abgeordneten in seinem Büro zusammengeschlagen. Das Opfer werde in einem privaten Krankenhaus behandelt.

Deutsch-mongolische Zusammenarbeit
Der Staatssekretär im Gesundheitsministerium N. Khurelbaatar hat den amtierenden deutschen Botschafter Dr. M. Freudenberg sowie die Referentin in der Abteilung für Internationale Beziehung des Bundesministeriums für Gesundheit Monika Rimmele zu Gesprächen und zum Meinungsaustausch über eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern im Gesundheitswesen empfangen.
Mongolische Ärzte sollen verstärkt zur Fortbildung an deutsche Krankenhäuser und Gesundheitszentren delegiert werden. Im Zentrum der Fortbildung und Qualifizierung stehen die Früherkennung von Schäden am Herzen und der Aorta sowie deren Behandlung. Weitere Schwerpunkte sind die Behandlung von Infektionskrankheiten bei Kindern und die Gelbsuchtbehandlung.

Volkszählung verschoben
Die ab 01. Januar 2010 vorgesehene Volkszählung in der Mongolei wurde auf Beschluss der Großen Staatsversammlung um zehn Monate verschoben. Als Gründe werden die Auswirkungen der Neuen Grippe und die erforderlichen Schutzimpfungen für 30 000 Mitarbeiter der Zählung sowie die große Kälte angeführt. Einige Abgeordnete wandten ein, auch im kommenden Oktober oder November werde es sicher nicht frühlingshaft mild sein, außerdem könnten die Zählungen über das Internet oder Mobiltelefone erfolgen. Letztendlich stimmten 38 der anwesenden Abgeordneten für die Terminverschiebung.
Außerdem beauftragte das Parlament die staatseigene „Erdenes MGL Company", ihre Produktionskapazitäten auszubauen und 12 Milliarden Tugrug dem Staatshaushalt zuzuführen.
Überschüsse aus dem Kupferexport sollen dem Risikofonds zugeführt werden.


In der Golomt-Bank

„Beste Bank der Mongolei"
Am 03. Dezember fand in London die Auszeichnungszeremonie für die besten Banken der Welt statt.
Die Finanzzeitschrift „The Banker" organisiert diese Veranstaltung, bei der die besten Banken aus 150 Ländern gekürt werden.
Für die Mongolei gewann zum zweiten Mal nach 2008 die „Golomt-Bank", die 2010 ihr 15jähriges Bestehen feiert.
Die Golomt-Bank verbindet enge Kontakte zu „Kredit Suisse", „American Express" und zur Landwirtschaftsbank der VR China.


Rekrutierung in Zuun Mod

Warum mussten drei Grenzsoldaten sterben?
Am 22. November töteten vier Grenzsoldaten zunächst einen Kollegen und später zwei weitere.
Der Fall bewegt nach wie vor die Gemüter.
Die Untersuchungen werden nicht von der Kriminalpolizei, sondern von der Grenzschutzbehörde und einer Arbeitsgruppe für besonders schwere Verbrechen geleitet.
Brigadegeneral M. Zayabaatar erklärte auf einer Pressekonferenz, nach wie vor sei nicht klar, warum es zu diesen Tötungsverbrechen kam.
Der zuerst getötete Feldwebel M. Enkhtur befand sich auf einem Kontrollgang und bescheinigte den vier Tätern eine unzureichende Vorbereitung auf ihren Patrouillengang. Grenzsicherung. Wahr sei auch, dass dem Haupttäter, E. Oyunbold, ein Treffen mit seiner aus Ulaanbaatar angereisten Freundin verwehrt worden sei. Grund war die „Besondere Bereitschaft" wegen der Grippe.
Dem verletzten Ts. Sod-Erdene gehe es besser, aber wegen der laufenden Ermittlungen sei er zum Schweigen gegenüber der Öffentlichkeit verpflichtet worden.
Zayabaatar räumte ein, bei der Auswahl der Soldaten für die Grenzsicherung sollte mehr Sorgfalt aufgewandt werden.
Seit 1996 hat die Grenzsicherungseinheit 0129 im Ostgobiaimag 17 Tote zu beklagen. Drei starben durch eigene Hand, einer infolge eines Verkehrsunfalls, einer durch einen Querschläger und andere Unfälle.

A/H1N1 Bis zum 03. Dezember wurden landesweit 1 167 Fälle einer Infektion mit dem sogenannten Schweinegrippenvirus registriert, 795 in Ulaanbaatar und 372 auf dem Land.
24 Menschen sind infolge der Infektion gestorben, 12 in Ulaanbaatar, fünf in Uvurkhangai, jeweils zwei im Ostgobi- und im Südgobiaimag, je einen Todesfall gab es in Bulgan, Sukhbaatar und Arkhangai.

Aufhebung der „Erhöhten Bereitschaft"
Am 02. 12. hob die Regierung die „Erhöhte Bereitschaft" und die im Zusammenhang mit der Verbreitung der „Neuen Grippe" getroffenen Quarantänemaßnahmen auf.
General J. Boldbaatar, Stabschef der Hauptstadtstreitkräfte, kündigte die Fortsetzung der Rekrutierung der Wehrpflichtigen für den 11.-13. Dezember an.

„Friedrich-Schiller-Tage" in Ulaanbaatar
Anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Schiller organisieren die deutsche Botschaft und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus in Ulaanbaatar „Friedrich-Schiller-Tage".
Am 12. öffnet im Museum des Schauspielhauses eine Ausstellung mit Fotos, Bühnenzeichnungen und Dokumenten zu den Aufführungen der Schiller-Werke „Kabale und Liebe" sowie „Die Räuber" in mongolischen Theatern.
Einen Tag zuvor treffen im Schauspielhaus deutsche Künstler und Kulturwissenschaftler mit mongolischen Studenten und zum Meinungsaustausch über Schillers Werke und ihre Bedeutung heute zusammen.
„Kabale und Liebe" feierte seine Mongoleipremiere 1963.
Übersetzt hatte das Werk die Volkskünstlerin E. Oyun (Tochter des 1937 im sowjetischen Gulag ermordeten Ministers für Volksaufklärung E. Batkhan).
Die von Staatspreisträger Ch. Chimid besorgte Originalübersetzung von „Die Räuber" konnte bedauerlicherweise bis heute nicht wiedergefunden werden.


80 Jahre S. Erdene

Ehrung für Sengiin Erdene (1929-2000)
Der „Schriftsteller des Volkes" S. Erdene wäre am 07. Dezember 80 Jahre alt geworden.
Aus diesem Anlass veranstalten der Schriftstellerverband der Mongolei und die Zentralbibliothek eine wissenschaftliche Konferenz unter dem Thema: S. Erdene – Mann des Wortes.
Sein Sohn, der Abgeordnete, E. Bat-Uul, bedankte sich im Namen seiner Mutter und der Schüler des Volksdichters für die Ehrung, er sei seinem Vater noch heute dankbar dafür, dass er in ihm die Liebe zur Literatur geweckt, ihn zum sorgfältigen Umgang mit der Muttersprache erzogen habe. Wegen der Grippequarantäne konnten leider die im Heimatsum des Schriftstellers vorgesehenen Aktivitäten nicht wie geplant über die Bühne gehen.
S. Erdene wurde im Binder-Sum des Khentii-Aimags als Sohn eines burjatischen Viehhalters geboren. Nach dem Abschluss der Mittelschule besuchte er die Offiziershochschule in Ulaanbaatar, ehe er ein Medizinstudium an der Mongolischen Staatsuniversität aufnahm.
Von 1955 bis 1959 arbeitete er als Arzt für Neurologie und Psychiatrie, danach als Sekretär der Sektion Prosa im Schriftstellerverband.
Er war lange Jahre Chefredakteur der mongolischen Literaturzeitschrift „Utga Zokhiol Urlag" (Kunst und Literatur).
Zunächst verfasste er Gedichte, ehe er sich auf das Verfassen von Kurzprosa verlegte.
1959 erschien sein Erzählband „Als der Frühling kam", 1972 „Sonnenkraniche", der in der deutschen Übersetzung von Dr. R. Bauwe 1979 im Berliner Verlag Volk und Welt veröffentlicht wurde.

Goyol 2009
Am 05. Dezember wurden zum 21. Mal die besten Designer und Models der Mongolei gekürt.
50 Modeschöpfer und 70 Models präsentierten 500 Kleider, Kostüme, Hosen, Blusen und mehr.
Die Abwesenheit der Topmodels E. Odgerel, D. Bolormaa und D. Tsolmon konnten ihre jungen Nachfolgerinnen mehr als wettmachen, auch sie verbreiteten Glanz und Schönheit.
„Top Model 2009" wurde O. Uyanga, die bereits erfolgreich an den Wettbewerben Welt-Top-Model und Miss Global City teilgenommen hat.
E. Selenge wurde zum „Besten Model" gewählt und „Shilmel Zagvar" errang zum wiederholten Mal den Titel als beste Designer-Agentur.

„Goyo – Modenschau 2009"
Unter dem Motto, die Welt mithilfe mongolischer Kaschmirwolle zu verschönern, organisierten die Unternehmen „Goyo" und „Svarovski" am 03. Dezember im Theater für Oper und Ballett in Ulaanbaatar die "Goyo – Fashion Show ‚09"
Vorgestellt wurde nicht nur die neuesten Kaschmirkollektionen mongolischer und ausländischer junger Designer, sondern auch Festkleider wie „Ballerina" und „Nymphen" für die bevorstehenden Neujahrsfeiern sowie neueste Produktionstechnologien zur Verarbeitung der Wolle.

Mehr Betrunkene
Während die Zahl der in Ausnüchterungszellen verbrachten Bürger in der Zeit der Quarantäne in Ulaanbaatar die 200 nicht überschritt, erreichte sie allein am 04. Dezember 386.
30 Prozent von ihnen Frauen, die meisten im Alter zwischen 25 und 30 Jahren.
Von den 52 am Freitag registrierten Straftaten sind zehn Körperverletzungen auf übermäßigen Alkoholgenuss zurückzuführen, 22 betrafen Diebstähle.

27. Scharfrichterbeil für Ulan & Bator
Am 03. Dezember wurde zum 27. Mal seit 1983 in Passau der wichtigste bayerische Kleinkunstpreis für den Nachwuchs vergeben.
Unter 90 Bewerbern setzte sich das Duo Ulan & Bator, das erst zum dritten Mal überhaupt an einem Wettbewerb teilnahm, zumindest bei der Jury durch.
Beim Publikum wäre das Duo auf den zweiten Platz gekommen.
„Irrwitzig, zwerchfellerschütternd, brillant" lauteten die Kommentare in den Medien.
Sebastian Rüger stammt aus Köln, Frank Smilgies aus Berlin.
In der Siegerliste des Scharfrichterbeil-Wettbewerbs stehen so illustre Namen wie Hape Kerkeling(1983) und Urban Priol (1986).

Zwei Goldmedaillen für mongolische Judokas
Mongolische Judokas gewannen beim Weltpokal (Kra Cup Korea Open) in Suwon zwei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille.
M. Bundmaa gewann in der Gewichtsklasse bis 52 kg bei den Frauen und D. Tumurkhuleg (bis 62 kg) bei den Männern Gold. Silber holten Ch. Boldbaatar (60 kg) und B. Temuulen (100 kg) bei den Männern sowie Ts. Munkhzayaa (63 kg) bei den Frauen. P. Lkhamdegd (78 kg, Frauen) konnte sich über eine Bronzemedaille freuen.
Seriensieger Kh. Tsagaanbaatar ging diesmal leer aus. Er wurde im ersten Kampf disqualifiziert.

Lesen Sie am nächsten Sonntag ein Interview mit Botschafter B. Davaadorj und einen Bericht über die „Hippologica 2009", deren Gastland die Mongolei ist. R. B.


   

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Last Update: 01. Januar 2017