Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Mongoleinachrichten Juni 2009

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)

Präsidentschaftswahlen 2009
Am 28. Mai hat der Vorsitzende der ZWK, N. Luvsanjav, dem Vorsitzende der Großen Staatsversammlung, D. Demberel, das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2009 übermittelt. Demnach hat der Kandidat der DP, Tsakhiagiin Elbegdorj, 51,21 Prozent der Wähler für sich gewinnen können, sein Kontrahent, Amtsinhaber N. Enkhbayar, kam auf 47,41 Prozent.
Von den 1 097 000 abgegebenen Stimmen entfielen 562 459 auf Elbegdorj, 520 850 auf Enkhbayar.
Die Zahl der ungültigen Stimmen überstieg die bei vorangegangenen Wahlen.
Am 18. Juni wird Tsakhiagiin Elbegdorj den Amtseid als Staatspräsident der Mongolei ablegen.

T. Bilegt abgelöst
Im Zusammenhang mit der unerwartet klaren Niederlage des MRVP-Kandidaten in Ulaanbaatar haben die Mitglieder der Hauptstadt-MRVP ihren Vorsitzenden, T. Bilegt, seines Postens enthoben.
Zu seinem Nachfolger wählten sie den stellvertretenden Bürgermeister Ulaanbaatars, Munkhbaatar.
In der Zwischenzeit wurden erste Stimmen laut, die auch den Rücktritt von Ministerpräsident S. Bayar als Parteivorsitzenden fordern.


v.l.n.r.: Stephan Loge, Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald; L. Amgalan, Bürgermeisterin vom Bayangol, und Janshindulam Dashzeweg Foto: briti bay fotodesign


Ch. Tumur, Student aus Münster beim Deutsch-Mongolischen Volksfest

6. Deutsch-Mongolisches Volksfest in Waßmannsdorf


Dr. R. Bauwe

„Alle Bücher verkauft". Ein wenig fassungslos blickte sie auf die leere Stelle des Verkaufstisches vor ihr. Frau Dr. Renate Bauwe, Mongolistin und Literaturübersetzerin, konnte sich über mangelndes Interesse der deutschen und mongolischen Volksfestbesucher an Sengiin Erdenes (1929-2000) Erzählungen: „Die Frau des Jägers" und „Das Ende des Seruun-Tempels" nicht beklagen
Die ehemalige Universitätsdozentin und exzellente Mongoleikennerin hat nicht nur die Übersetzung und Redaktion der Texte besorgt. Der Band erscheint im Eigenverlag, außerdem kümmert sie sich um Werbung und Verkauf.


Zwei mongolische Erzählungen

Die wunderschönen Zeichnungen stammen von Ershuugiin Otgonbayar, einem jungen mongolischen Maler, der mit seiner Frau und Tochter in Berlin lebt und arbeitet.
Das 6. Deutsch-Mongolische Volksfest in Waßmannsdorf (Gemeinde Schönefeld bei Berlin) lockte wie immer zahlreiche Gäste an: Einheimische, Menschen, die vor längerer oder kürzerer Zeit in der Mongolei gearbeitet haben, die das Land als Touristen bereisten oder einfach nur neugierig waren auf das, was in den drei Gers, auf der Bühne und auf dem Festplatz geboten wurde.


H. Splisteser

Neben Frau Bauwe boten Helmut Splisteser sein Buch „25 Jahre als Tierarzt in der Mongolei" und Joachim Stübner „Auf Goldsuche in der Mongolei", das Werk eines Autorenkollektivs, an.


Mongolisches Ringen in Waßmannsdorf. 06.06.09


Ringer Foto: briti bay fotodesign


Ringer Foto: briti bay fotodesign

Zwischen den Darbietungen der „Steppenmädchen" aus Ulaanbaatar und den Schaukämpfen im traditionellen mongolischen Ringen, vorgeführt von mongolischen Studenten, labten sich die Gäste an Niislel Salat, dem typisch mongolischen Kartoffelsalat und an Khuushuur (gebratene, mit Fleisch gefüllte Teigfladen), auch die Thüringer Rostbratwürste gingen weg „wie warme Semmeln".


Darbietung „Steppenmädchen“ Foto: briti bay fotodesign


Darbietung „Steppenmädchen“ Foto: briti bay fotodesign

Der Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge und der Bürgermeister der Gemeinde Schönefeld, Dr. Udo Haase, begrüßten neben dem mongolischen Botschafter in Deutschland, Dr. Tuvdendorjiin Galbaatar, eine Delegation aus dem Ulaanbaatarstadtbezirk Bayangol, mit dem Schönefeld eine langjährige Partnerschaftsbeziehung verbindet.
Frau Luvsandashiin Amgalan, die neue Bürgermeisterin von Bayangol stand an der Spitze der achtköpfigen Delegation.


L. Amgalan, Bürgermeisterin von Bayangol, und Pettra Engeländer von der Kassai Reiterbogenschule Foto: briti bay fotodesign

Am 04. Juni in Schönefeld angekommen, fliegen die mongolischen Gäste am 11. zurück in die Heimat. In der kurzen Zeit „haben wir eine Menge gesehen, uns mit den Verwaltungsstrukturen der Gemeinde vertraut gemacht, Erfahrungen ausgetauscht. Fasziniert hat uns das Baugeschehen im Zusammenhang mit dem Flughafen Berlin-Brandenburg". Frau Amgalan und ihre Begleiter staunten über den liebevoll gestalteten „Mongoleiraum" im Gemeinderathaus in Waltersdorf. Sehr oft passiert es Mongolen auch nicht, dass sie im Ausland vom Gastgeber im perfekten Mongolisch begrüßt werden.


Botschafter Galbaatar, Bürgermeister Haase, Grafen v. Rothkirch und v. Strachwitz

Zum zweiten Mal nach 2007 besuchten Nachfahren von Rittern, die in der Schlacht bei Liegnitz 1241 gegen ein mongolisches Reiterheer unter Bat Khan gekämpft hatten, das deutsch-mongolische Volksfest in Waßmannsdorf.
Die „Vettern von Wahlstatt" - eine Vereinigung von sechs Adelsfamilien (Zedlitz, Seydlitz, Nostitz, Prittwitz, Strachwitz und Rothkirch), die nach der verheerenden Niederlage des deutsch-polnisches Ritterheeres bei Legnica (Liegnitz) geschworen haben, auf ewig zusammenzuhalten und den letzten männlichen Nachkommen derer von Rothkirch, ein Baby, die Vormundschaft zu übernehmen. Regelmäßig treffen sich „Vettern" mit den Nachfahren ihrer polnischen Waffengefährten. 1991 nahmen auf Einladung der Polen nicht nur die Deutschen, sondern auch Ungarn, Russen und Nachkommen der damaligen mongolischen Sieger an den Feiern zum Gedenken an die Schlacht bei Liegnitz teil,


V.l. von Zedlitz, von Strachwitz, von Rothkirch am 06. Juni in Waßmannsdorf

Am 09. April 2006 versammelten sich in Wahlstatt (Legnickie Pole, wenige Kilometer von Liegnitz entfernt gelegen) mehr als 200 Gäste beim traditionellen Treffen der Ritternachkommen.
In Waßmannsdorf 2009 ließen sich die Ringer auch durch Regen, Wind und Kühle nicht abschrecken, tapfer kämpften sie um den Sieg. Die Reiter und Bogenschützen mussten leider passen. Dafür spielten die Berlin Rock’n Rollers zur Freude der älteren und jüngeren Fans ihre Hits. Die letzten Gäste verließen das Fest erst nach Mitternacht.

„Die Stimme des Adlers"
Am 18. Juni startet der Film von René Bo Hansen „Die Stimme des Adlers" in den deutschen Kinos. Der Film über eine ungewöhnliche Freundschaft spielt im Grenzland zwischen Kasachstan und der Mongolei.


   

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Last Update: 01. Januar 2017