Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
18. bis 24. Januar 2010

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


In Erdenet am 15.01.10. Foto Presseabteilung des AM

Diplomaten in Erdenet
Am 15. Januar informierten sich die Vertreter der diplomatischen Missionen und internationalen Organisationen in der Mongolei, darunter Botschaftsrat Dr. M. Freudenberg, in Erdenet über das gleichnamige Bergbauunternehmen.
Die Diplomaten waren einer Einladung von Außenminister G. Zandanshatar gefolgt.
Nach dem Vortrag des Aimaggouverneurs von Orkhon D. Oyunbat besichtigten die Gäste eine Fotoausstellung und besuchten ein Galakonzert im "Kulturpalast der Bergarbeiter".
Am zweiten Tag der Informationsreise traten ausländische (Mannschaft "Elch" – Bote) und mongolische Diplomaten (Mannschaft "Altan Gerege" – Goldener Vertrag) in einem Handballspiel gegeneinander an. Über das Ergebnis wurde nichts bekannt, aber es soll in einer freundschaftlichen aufgelockerten Atmosphäre stattgefunden haben.
Darüber hinaus nutzten einige der Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten auf Schlittschuhen, Skiern oder auf dem Schlitten unter Beweis zu stellen.


Zud 2000

Bitte um Hilfe
In einem eindringlichen Appell bat Außenminister G. Zandanshatar die ausländischen Botschaften und internationalen Organisationen in der Mongolei am 18. Janauar bei einem Treffen im Außenministerium um Unterstützung bei der Abwendung bzw. Überwindung einer drohenden Zudkatastrophe.
In den Wintern 1999 bis 2002 seien elf Millionen Stück Vieh verendet, eine ähnliche Gefahr drohe jetzt wieder.
Der Winter sei im Vergleich zu den vergangenen Jahren überdurchschnittlich kalt, 90 Prozent des Landes seien bis zu 50 Zentimeter mit Schnee bedeckt, viele Wege, Pisten und Straßen nicht mehr passierbar. Die Meteorologen sagten für die kommenden Wochen weiterhin starken Frost und ergiebige Schneefälle voraus.
Außerdem seien 70 Prozent des Territoriums der Mongolei im vergangenen Sommer von Trockenheit und Dürre betroffen gewesen.
Die Viehhalter und ihre Familien benötigten warme Kleidung, haltbare Lebensmittel, Medikamente ...


18. Parlamentariertreffen in Singapur. Foto Pressestelle des AM der Mongolei

18. Parlamentarierforum in Singapur
Eine mongolische Delegation unter Leitung von D. Zagdjav, dem Vorsitzenden der Mongolisch-Asien-Pazifik-Parlamentariergruppe der Großen Staatsversammlung, hat am 18. Parlamentariertreffen der Länder der Asien-Pazifik-Region vom 17.-22.01. in Singapur teilgenommen.
Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise und ihre Überwindung, das Weltklima sowie die Entwicklung in der Region.

Ablösung der Mongolbank-Vizepräsidenten
Auf der Parlamentssitzung am 25. Januar wollen die Fraktionen von MRVP und DP über die Rücktrittsanträge der Vizepräsidenten der Mongolbank B. Enkhkhuyag und D. Enkhjargal sowie über deren Nachfolger beraten.
Bisher konnte innerhalb der Parteien keine Einigung erzielt werden.
Die DP schlägt Kh. Zoljargal, die MRVP B. Javkhlan vor.
Die drei Mongolbankchefs werden von der Großen Staatsversammlung ernannt.
Einige Parlamentarier fordern der Rücktritt von Mongolbankpräsident Purevdorj.

Muss Gesundheitsminister Lambaa seinen Posten räumen?
Die Ministerin für Arbeit und Soziale Sicherheit T. Gandi hat Medienberichte dementiert, Gesundheitsminister S. Lambaa würde in Kürze seines Postens enthoben.
Der Minister befinde sich auf Dienstreise im Ausland, sein möglicher Rücktritt sei auf der außerordentlichen Regierungssitzung am 22. kein Thema gewesen.
12 Abgeordnete der MRVP haben den Rücktritt des DP-Ministers gefordert. Als Gründe geben sie die sich verschlechternde Situation im Gesundheitswesen an. Als Beispiele für das Versagen des Ministers führen sie die Todesfälle im Zusammenhang mit der H1N1-Infektion und die gestiegene Säuglingssterblichkeit an.
Der Direktor der Entbindungsklinik Nr. 1 wurde bereits entlassen.
In der Klinik sind allein im Januar vier Säuglinge an Infektionskrankheiten gestorben.

Deutsche Finanzhilfen
Das Vorhaben, einen 4,5 Millionen-Euro-Kredit der Bundesregierung für den Bau einer 7,45 Kilometer langen Straße zwischen Ulaanbaatar und Bornuur und einer 27 Kilometer langen Straße nach Jargalant zu verwenden, wurde am 20. Januar auf einer gemeinsamen Sitzung des Haushalts- und des Wirtschaftsausschusses diskutiert.
Das Projekt soll zu einer verbesserten Versorgung der Hauptstadt mit einheimischen Landwirtschaftsgütern beitragen.
Kritisiert wurde die Praxis, die zusätzlich zugesagten 0,8 Millionen Euro an finanziellen Zuwendungen für die Dienste von Consultingfirmen auszugeben. Die Ausgaben für diese Leistungen seien zu hoch.
Die Regierung wurde beauftragt, in Zukunft die Höhe der für die Consultingfirmen vorgesehenen Mittel konkret festzulegen und zu begrenzen.
Der Abgeordnete D. Terbishdagva befürwortete den Bau einer Straße nach Batsumber und Jargalant (ehemals Staatsgut „Partisan"). Das würde dem Ziel, die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt zu sichern, eher gerecht werden als die Verbindung nach Bornuur, da Gemüse und Milch für die Hauptstadt hauptsächlich aus diesen beiden Sums geliefert würden.
Der Kreditvertrag ließe jedoch entsprechende Änderungen nicht zu.

Landwirtschaft trägt 18 Prozent zum BIP bei
193 000 Viehhalter- und Ackerbaufamilien (andere Quellen sprechen von 173 000) leben in der Mongolei. Sie tragen 18 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. 86 Prozent davon stammen aus der Viehwirtschaft, die zudem zehn Prozent des mongolischen Exports ausmacht.
Landwirtschaftsexperten warnen vor einer stetig zunehmenden Überweidung. Gegenwärtig würden die Weiden zu 132 Prozent genutzt.


Vizeministerpräsident M. Enkhbold

Winterlager 2009/10
Auf einem Meeting der nationalen Katastrophenschutzbehörde am 18. Januar informierte deren Vorsitzender und stellvertretende Ministerpräsident M. Enkhbold über die dramatische Winterweidesituation in 19 der 21 Aimags.
An dem Meeting nahmen auch die drei Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates, Präsident Elbegdorj, der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung Demberel und Ministerpräsident Batbold, teil.
Die Lage für die 193 000 Viehhalterfamilien, die 43,6 Millionen Stück Vieh weideten, würde immer schwieriger, die härtesten Monate stünden noch bevor.
Der Präsident forderte den Einsatz der Staatsreserven und Maßnahmen zur Bereitstellung der nötigen Mittel für Viehfutter und Brennstoffe.
Das in den Silos lagernde Getreide auch privater Eigentümer müsste genutzt werden. Das würde gleichzeitig den mongolischen Farmern eine Einnahmequelle eröffnen.
Nach Einschätzung von Ministerpräsident Batbold würden fünf bis acht Milliarden Tugrug benötigt, um ausreichend Heu und Futtermittel für die nächsten drei Monate von Russland, China und einheimischen Händlern kaufen zu können.
Für 3,2 Milliarden aus dem Nationalen Viehwirtschaftsprogramm könnten 8 000 Tonnen Heu aus Russland und China gekauft werden.
547 Millionen Tugrug seien bereits für Veterinärmedizin eingeplant.
Am 20. Januar informierten M. Enkhbold und der Chef der Staatskanzlei Ch. Khurelbaatar über die aktuelle Situation.
Bis zum 19.Januar seien bereits 1 071 121 Stück Vieh verendet.
In 198 Sums in 19 Aimags sei die Lage schwierig, in 94 Sums von acht Aimags katastrophal.
In Arkhangai, Bayankhongor, Bayan-Ulgii, Gov’ - Altai, Dundgov’, Umnugov’, Zavkhan, Uvurkhangai, Uvs, Tuv, Khovd und Khuvsgul befänden sich 7 303 Familien mit 21 560 Menschen, davon 7 620 Kinder, 2 778 Alte und 831 Schwangere auf entfernten Weideplätzen.
Für 8 880 sei die medizinische Versorgung gesichert, doch insgesamt gestalte sich die Versorgung mit Lebensmitteln, Brennstoffen und Viehfutter schwierig.
In 26 Sums fehlten Krankenwagen.


Trügerische Idylle

„Referans" entschuldigt sich
Jale Özgentürk, Nachrichtenkoordinatorin der türkischen Wirtschaftszeitung „Referans" hat sich bei den Mongolen für eine Meldung vom 21. Januar entschuldigt, derzufolge die Mongolei um den „Import" von 20 000 türkischen Männern bitte. Damit solle dem Frauenüberschuss im Land abgeholfen werden. Auf einen Mann kämen sechs Frauen, zudem seien viele Männer Alkoholiker.
Eine hochrangige mongolische Regierungsdelegation werde bei ihrem Aufenthalt in Ankara die bereits laufenden Verhandlungen fortführen.
Die mongolische Botschaft in Ankara hat auf Anfrage dieses Gerücht umgehend dementiert, die türkische Botschaft in Ulaanbaatar bedauerte in einem Schreiben an das mongolische Außenministerium die Falschmeldung.
Jale Özgentürk beschwor in einem Beitrag vom 22. Januar die traditionell guten mongolisch-türkischen Beziehungen, „wir wollten die Mongolen nicht beleidigen und bitten alle Mongolen um Entschuldigung".
Am 24. Januar wurde bekannt, dass die Türkeireise von Umweltminister L. Gansukh bis auf Weiteres verschoben wurde.
Die Mongolei fordere eine offizielle Stellungnahme der türkischen Regierung im Zusammenhang mit dem Referansartikel „20 000 Türken für die Töchter Chinggis-Khaans".
Die Gansukh-Delegation wollte ursprünglich am 23. in die Türkei reisen, um finanzielle Fragen bei der Umsetzung des türkisch-mongolischen Projekts „Orkhon Gobi" zur Bewässerung der Gobiregion zu klären. Es geht um 3,5 Millionen US-Dollar, die die türkische Regierung und TICA (nationale Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) zur Verfügung stellen wollen.

Nordkoreanische Arbeitskräfte in der Mongolei
In der Mongolei arbeiten 19 134 ausländische Arbeitskräfte aus 87 Ländern, die meisten kommen aus China, mit großem Abstand folgen Russen, Südkoreaner, US-Bürger und Kanadier.
Ein Regierungsabkommen zwischen der Mongolei und Nordkorea erlaubte 300 Nordkoreanern einen Arbeitseinsatz in der Mongolei, doch nur 60 hätten im vergangenen Jahr von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.
Sie arbeiteten hauptsächlich im Bauwesen und im Gesundheitswesen.

Microsoft fügt das uigurische Alphabet in Windows 7.0 ein
Für die neueste Version seines Betriebssystems (Windows 7.0) hat Microsoft das altmongolische (uigurische) Alphabet übernommen.
Im Juni 2010 wird Microsoft „Windows 7.0" offiziell in der Mongolei vorstellen.
Die Integrierung der mongolischen Fonts biete nun noch mehr Möglichkeiten, das historische und kulturelle Erbe der mongolischen Nationalitäten zu wahren und international bekannt zu machen.
Die Regierung werde dafür Sorge tragen, dass das neue Betriebssystem an den Bildungseinrichtungen genutzt werden könne.

Musikschau der Nationen
Auf dem größten Blasmusikfestival Europas vom 28. bis zum 31. Januar in Bremen treten 46 Musiker des Blasmusikorchesters der Mongolei auf.
Insgesamt wollen 800 Musiker, Tänzer und Sänger aus neun Ländern das Publikum in der Bremen-Arena zu Beifallsstürmen hinreißen.

Multimediashow Mongolei
Am 23. Januar präsentierte der Fotograf Frank Riedinger in Spaichingen seine Multimediashow Mongolei.
Ab dem 08. Februar ist der Fotokünstler erneut mit seinem Fotoapparat in der Mongolei unterwegs.
Die Ergebnisse seiner dreimonatigen Reise durch das Land können Sie sicher ebenfalls bald begutachten.

Vier Mongolen bei den Olympischen Winterspielen
Die Skilangläufer E. Ochirsuren und Kh. Khash-Erdene werden die Mongolei bei den 21. Olympischen Winterspielen vom 12. – 28. Februar in Vancouver vertreten. Gemeinsam mit ihrem Trainer L. Dorj und drei Sportfunktionären werden sie am 06. Februar ihre Reise nach Kanada antreten.
E. Zorig und N. Sukhbaatar starten über 1,5 bzw. 10 Kilometer im LW6 und LW8-Skilauf bei den Winter-Paralympics. Sie hatten sich bereits vorfristig qualifiziert.

Tsagaan Sar –Termin festgelegt
Auf ihrer Sitzung am 20.01. bestätigte die Regierung in Übereinstimmung mit den mongolischen Astrologen den 14. Februar als ersten Tag des ersten Frühlingsmonats im Tigerjahr.
Bituun oder Silvester wird demzufolge am Samstag, den 13. Februar, gefeiert.
Die Tage vom 14. bis zum 16. Februar sind offizielle Feiertage und arbeitsfrei.


Yokozuna Asashoryu Dagvadorj

Sumo
Großmeister Asashoryu Dagvadorj hat das Januarturnier (Hatsu Basho) der Sumoprofis in Tokio mit 13 Siegen und zwei Niederlagen gewonnen.
Trotz einer Niederlage gegen Hakuho Davaajargal am heutigen letzten Wettkampftag (24. Januar) konnte er seinen 25. Titelgewinn in der Makuuchi-Division Division feiern.
Auf den Plätzen folgten Hakuho und Baruto mit jeweils 12:3.
Das Märzturnier (Haru Basho) beginnt am 14. März und endet am 28.

Nara – Frühjahrs- und Sommerkollektion 2010
Am 30. Januar präsentiert Nara Sengueler ihre neue Frühjahrs- und Sommerkollektion im Viethaus in der Leipziger Straße 54 in Berlin-Mitte.
Die Veranstaltung beginnt um 20.00 Uhr.
Nach der Modenschau lädt sie zur After Show Party.
Die Eintrittskarten werden an Ort und Stelle vor Beginn der Veranstaltung verkauft.


   

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Last Update: 01. Januar 2017