Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
26. Juli bis 1. August 2010

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Chingunjav-Denkmal. Foto PA d. Reg.

„Khotgoid Khurd 2"
Am 28. Juli jährte sich der Geburtstag von Khotgoidyn Shadar Van Chingunjav1, Freiheitskämpfer und Nationalheld, zum 300. Mal.
Aus diesem Anlass und anlässlich des 89. Jahrestages der Volksrevolution, des 99. Jahrestages der nationalen Befreiungsrevolution sowie des 804. Gründungsjubiläums des mongolischen Staates feierten die Bewohner der Khangai-Region zum zweiten Mal ein Extranaadam „Khotgoid Khurd".
An der Eröffnung der Festlichkeiten nahmen Präsident Ts. Elbegdorj, Ministerpräsident S. Batbold, Parlamentsabgeordnete aus der Region und nationale sowie lokale Behördenvertreter teil.
In seiner Begrüßungsrede erinnerte der Präsident an den mutigen Kampf des wahren Patrioten für die Freiheit und Unabhängigkeit der Mongolen von der mandschurischen Fremdherrschaft.
Leider sei sein Aufruf an die khalkhmongolischen Fürsten, sich gemeinsam gegen die Mandschuherrschaft zu wehren, auf ungenügende Resonanz gestoßen.
Mit der blutigen Niederschlagung des Aufstandes in der Westmongolei (Dsungarei) durch mandschurisch-chinesische Truppen im Jahr 1755/56 war nach den südmongolischen Fürstentümern (Innere Mongolei) 1634, der Khalkh-Mongolei (Nordmongolei, Äußere Mongolei) 1691 die gesamte Mongolei unter die Herrschaft der mandschurischen Qing-Dynastie (1644-1911) geraten.
Erst 1911 gelang es, dieses Joch in der nationalen Befreiungsrevolution abzuschütteln.
Präsident Elbegdorj ließ es sich nicht nehmen, die Sieger der Pferderennen persönlich zu beglückwünschen und auszuzeichnen.
Auf Initiative des Mitglieds der Großen Staatsversammlung, Exministerpräsident S. Bayar und Gründer der Chingunjav-Stiftung, gab die Mongolische Post eine Sonderbriefmarke „Khotgoidyn Chingunjav" heraus. Das erste Exemplar der Marke wird im Khuvsgul-Aimag-Museum ausbewahrt werden.
Ebenfalls am 28. Juli wurde in Murun, dem Aimagzentrum, eine Chingunjav-Ausstellung eröffnet.

1 B. Chingunjav wurde 1710 als Sohn des regierenden Fürsten des Erdene Duuregch Vangiin Khoshuu im Zasagt Khan-Aimag (heute: Burentogtokh-Sum im Khuvsgul-Aimag) geboren. 1738 folgte er seinem Vater als regierender Khoshuufürst.
Gemeinsam mit dem Westmongolen Amarsana und dem Südmongolen Sevdenbaljir bemühte er sich, den gesamtmongolischen Widerstand gegen die mandschurisch-chinesische Fremdherrschaft zu organisieren. Vergeblich.
Sie wurden von Angehörigen der eigenen Klasse verraten. Außerdem betrieben die Mandschuren eine erfolgreiche Taktik , die aufständischen Truppen aus der Khalkh-Mongolei, der Dsungarei und der Südmongolei am gemeinsamen Handeln zu hindern.
Amarsana starb 1755, Chingunjav und die meisten Mitglieder seiner Familie wurden 1756 in Peking hingerichtet.
1758 war auch der Widerstand der Dsungaren endgültig zusammengebrochen.

Beileidstelegramm an China
Ministerpräsident S. Batbold hat am 20. Juli im Namen der mongolischen Regierung und des mongolischen Volkes in einem Beileidsschreiben an Ministerpräsident Wen Jiabao der Regierung der VR China und dem chinesischen Volk sein tiefempfundenes Beileid anlässlich der Unwetterkatastrophe in Südchina, bei der fast 200 Menschen ihr Leben verloren und tausende obdachlos wurden, ausgedrückt.


AM Zandanshatar mit dem ASEAN-Generalsekretär in Hanoi. Foto PA des AA

Außenminister G. Zandanshatar in Hanoi
Außenminister G. Zandanshatar hat am 17. ASEAN-Regionalforum in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi am 22. und 23. Juli teilgenommen.
Er traf zu Gesprächen über die Lage in der Region und die jeweiligen bilateralen Beziehungen mit Amtskollegen u.a aus Vietnam, Korea und den USA zusammen.
US-Außenministerin Hillary nahm die Einladung zu einem Mongoleibesuch anlässlich des 100. Jahrestages der nationalen Befreiungsrevolution und des 90. Jahrestages der Volksrevolution im nächsten Jahr an.
Überschattet wurde das Forum von den gewachsenen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und der Lage in Burma.
Die Mongolei tritt seit Jahren als Vermittler zwischen Nordkorea und Südkorea auf.


US-Außenministerin H. Clinton und AM Zandanshatar

Sitzung des Kabinetts in der Gobi
Angesichts der globalen Klimaveränderungen und der dramatischen Auswirkungen auf die Mongolei beschlossen die Regierungsmitglieder, ihre Sitzung am 27. August in der Gobi abzuhalten. In welchem Aimag und in welchem Sum stehe noch nicht fest.
Die mongolische Regierung messe dem Klimaschutz große Bedeutung bei und weiß sich dabei im Einklang mit Präsident Elbegdorj, der auf der 64. UNO-Vollversammlung im vergangenen Jahr über die Verwüstung großer Flächen in der Mongolei und die Auswirkungen auf die nomadischen Viehhalter referierte.


MP Batbold im Khuvsgul-Aimag. Foto PA der Reg.

Wintervorbereitung 2010/11
Ministerpräsident S. Batbold hat bei seiner Dienstreise in die westlichen Aimags die Aimag- und Sumgouverneure über den Regierungsbeschluss zur Vorbereitung auf den kommenden Winter informiert. Laut Beschluss hätten die Futterbevorratungsarbeiten und notwendige technische Reparaturen bis zum 20. Juli abgeschlossen sein müssen.
Nicht nur im Galt-Sum im Khuvsgul-Aimag reichte die Futtermittelmenge nicht aus, da die Technik Mängel aufwiese. Die Verantwortlichen baten die Regierung um Unterstützung.
Batbold sagte dem Tumurbulag-Sum finanzielle Mittel für die Renovierung des Kulturzentrums zu, allerdings könnten die Mittel erst in den Haushalt 2011 eingestellt werden.
Der Khuvsgul-Aimag müsste 1 500 Tonnen Heu und 750 Tonnen, jeder Sum 200 Tonnen Heu und 120 Tonnen Futtermittel, bevorraten. Das sei bisher nicht geschehen.
Den vergangenen Winter hätten die Viehhalter im Aimag verhältnismäßig gut überstanden, trotzdem hätten 800 Haushalte ihre gesamten Viehbestände verloren.
50 Prozent der zudgeschädigten Viehhalter landesweit würden in diesem Jahr mit neuem Vieh, finanziert aus dem Staatshaushalt, versorgt. Insgesamt stellte die Regierung dafür drei Milliarden Tugrug zur Verfügung, 296 für den Khuvsgul-Aimag.


Im Khuvsgul-Aimag. Foto PA der Reg.

Reformiertes Einwohnermelderegister
Ab dem nächsten Jahr müssen auch die Auslandsmongolen ihre Geburts- und Meldeunterlagen für die neue Einwohnerregistrierung einreichen.
Die Chefin des Einwohnermeldeamtes D. Enkhtsetseg hat dazu in den Medien zahlreiche Fragen beantwortet.
Unbedingt nötig seien jedenfalls die Nachweise über Geburtsort, -jahr, -monat und –tag, die Namen und Vatersnamen der Mutter und des Vaters.
Das Amt gebe die dafür notwendigen Formulare aus, die vollständig auszufüllen seien.

Internationale Physikolympiade
Bei der 41. Internationalen Physikolympiade vom 17. bis zum 25. Juli in Zagreb (Kroatien) gewannen mongolische Schüler zwei Bronzemedaillen.
D. Bold und B. Batkhuyag, Schüler der zehnten Klasse der Schule Nr. 1 in Ulaanbaatar sind die Gewinner.
Insgesamt nahmen 400 Lehrer und Schüler aus 82 Ländern, darunter zwei Lehrer und fünf Schüler aus der Mongolei, an der Olympiade teil.
Jetzt bereiten sich die erfolgreichen mongolischen Physikschüler auf die Asienphysikolympiade vor.
Nach Aussagen der beiden Medaillengewinner kämen die schärfsten Konkurrenten aus China. „Trotzdem wollen wir das nächste Mal Gold holen".

Goldmedaille für mongolische Schachspielerin
Altan-Ulziigiin Erdentuul hat bei den Schulschachweltmeisterschaften vom 21. bis zum 30. Juli in Kayseri (Türkei) die Goldmedaille in der Kategorie Mädchen U 17 gewonnen.
Ragchaabazaryn Khaliun-Erdene vervollständigte die kleine mongolische Delegation. Sie spielt in der Kategorie U9 um eine gute Platzierung.
Erdenetuul war bereits 2006 eine von drei mongolischen Mädchen, die bei den Schulschachweltmeisterschaften eine Mannschaftsgoldmedaille gewonnen hatten.
Im Glückwunschtelegramm von Präsident Ts. Elbegdorj heißt es u. a. Erdenetuul habe einen wertvollen Beitrag für die internationale Wertschätzung der Mongolei geleistet.
Ausdruck dieser Wertschätzung sei auch die erstmalige Vergabe des FIDE-Weltpokals der Damen in die Mongolei.


Heubevorratung im Binder-Sum (Khentii-Aimag)


   

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Last Update: 01. Januar 2017