Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
16. bis 22. August 2010

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Minister Niebel und PM S. Batbold. Foto PA d. Reg.

Drei Millionen mehr für die Mongolei
An der Spitze einer 28-köpfigen Delegation, darunter die Bundestagsabgeordneten Dr. Christel Happach-Kasan, Holger Haibach und Ute Kumpf, hat der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Dirk Niebel, vom 18. bis zum 23. August der Mongolei einen Besuch abgestattet. Er folgte damit einer Einladung der mongolischen Regierung.
Neben Gesprächen mit Ministerpräsident S. Batbold, Außenminister G. Zandanshatar, Finanzminister S. Bayartsogt und Bergbauminister D. Zorigt standen Besuche von Projekten der deutsch-mongolischen Entwicklungszusammenarbeit in Darkhan und Ulaanbaatar sowie eine Reise ins Kloster Amarbayasgalant auf dem Programm.
Außerdem besichtigten er und Mitglieder seiner Delegation die Kohlelagerstätte Tavantolgoi im Südgobi-Aimag und ließen sich über die zukünftige Nutzung informieren.
Bevor die deutschen Gäste am Montag die Heimreise antreten, wird der Minister im Mutter-und-Kind-Gesundheitszentrum von Ulaanbaatar dringend benötigte medizinische Ausrüstungsgegenstände übergeben.
Bereits zum Auftakt seines Besuchs hatte Niebel angekündigt, Deutschland werde seine finanzielle Unterstützung für die Mongolei von 20 auf 23 Millionen Euro aufstocken. Die zusätzlichen Millionen seien für die Förderung von Projekten zur Weiterverarbeitung und Veredlung von Rohstoffen vorgesehen.
„Wir beglückwünschen die Mongolei zum erfolgreichen Wechsel von der Einparteienherrschaft zur Demokratie, von der Plan- zur Marktwirtschaft."
Dem Moratorium zur Aussetzung der Todesstrafe sollte so schnell wie möglich deren Abschaffung folgen, forderte der Minister seine Gastgeber auf.
Das BMZ werde die Mongolei auch in Zukunft bei der Bekämpfung der Korruption und der nachhaltigen Armutsreduzierung unterstützen.
Zwischen 1991 und 2010 hat Deutschland die Mongolei mit 290 Millionen Euro an Entwicklungshilfegeldern unterstützt. Deutschland steht damit unter den Geberländern nach Japan an zweiter Stelle.


Deutsch-mongolische Konsultationen in Ulaanbaatar. Foto PA d. Außenministeriums

Ministerpräsident Batbold empfängt US-General
Beim Treffen zwischen Ministerpräsident S. Batbold und dem Abteilungsleiter für Asien und Pazifik im amerikanischen Verteidigungsministerium, General Wallace C. Gregson, in Ulaanbaatar ging es um die sich stetig entwickelnde Zusammenarbeit zwischen den USA und der Mongolei im Rahmen der bilateralen umfassenden Partnerschaft in den Bereichen Demokratie, Handel, Wirtschaft, Bildung und Verteidigung sowie im humanitären Bereich.
Gregson lobte das Engagemnet der Mongolen bei internationalen friedenssichernden Maßnahmen und gab der Hoffnung ausdruck, die Zusammenarbeit, auch auf militärischem Gebiet werde sich weiter erfolgreich entwickeln.

Deutsch-mongolische außenpolitische Konsultationen 
Am 20. August trafen sich der Staatssekretär im Ministerium für Außenbeziehungen D. Tsogtbaatar und der Asienbeauftragte im Auswärtigen Amt Dr. Cyrill Nunn in Ulaanbaatar zu den regulären außenpolitischen Konsultationen zwischen beiden Ländern.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die weitere Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, Möglichkeiten für die Erhöhung der deutschen Direktinvestitionen, vor allem im Bergbau.
Tsogtbaatar betonte, Deutschland sei der wichtigste Partner der Mongolei innerhalb der EU und die umfassenden partnerschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern schlössen eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit in Wirtschaft, Politik, Kultur, Bildung und Verteidigung sowie in der Entwicklungszusammenarbeit ein.

Nationale Statistikberatung
Etwa 100 Mitarbeiter von zentralen und örtlichen Statistikämtern oder –behörden versammelten sich am 19. August im Regierungspalast, um über die Anwendung internationaler Standards und die Verwendung moderner Technologien sowie über mehr Öffentlichkeit und die effektivere Nutzung der Statististik zu beraten.
Ziel der Beratung "Statistik 2010" war die bessere Befähigung der Statistikfachleute zur Nutzung einschlägiger Informationsquellen und deren Auswertung, zur Anwendung der adäquaten Befragungs- und Zählungstechniken und der Austausch von Erfahrungen.

Der Präsident ist arbeitsfähig
Ein Arzt im koreanischen Klinikum "Songdo" in Ulaanbaatar bestätigte, dass Präsident Ts. Elbegdorj wegen einer Erkrankung behandelt worden sei.
In mongolischen Medien war verbreitet worden, der Präsident hätte sich nach dem Verzehr von "Khorkhog" (mittels erhitzten Steinen in einer großen Kanne oder einem Kessel gegartes Fleisch) während seines Urlaubs im Khuvsgul-Aimag einer Magenoperation unterziehen müssen.
Richtig sei, dass nach einer Routineuntersuchung eine vorbeugende Operation am Dickdarm erfolgte. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen, der Präsident widmete sich bereits wieder seinen Arbeitsaufgaben.
Auf die Frage, warum der Präsident nicht in einem der mongolischen Krankenhäuser behandelt worden sei, erwiderte der mongolische Arzt, "Songdo" sei international führend bei der Behandlung von Magen- und Darmerkrankungen. Die Ärzte des 2. Krankenhauses seien ständig zu Konsultationen herangezogen worden.

Fleischexporte in den Iran
Auch in diesem Jahr wird der Iran Hammelfleisch aus der Mongolei importieren.
Der Exporteur ist das Fleischgroßunternehmen „Makh Impex", das seine Ware von den örtlichen Viehhaltern bezieht, mit denen es entsprechende vertragliche Vereinbarungen abgeschlossen hat. Mit Transportflugzeugen aus dem Iran wird das Fleisch in den Nahen Osten gebracht.

Ernte 2010
Der Minister für Leichtindustrie, Land- und Nahrungsgüterwirtschaft T. Badamjunai hat auf einer Sitzung der Staatlichen Erntekommission am 20. August über die zu erwartenden Erträge informiert.
Demnach werden von 317 000 Hektar Anbaufläche 338 800 Tonnen Getreide und Gemüse eingebracht werden.


Naturschönheit

Naturkunst und Politik
Wie das Deutsche Radio UB (DRUB) mitteilt, wurde mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) erstmals in der Mongolei eine Ausstellung mit Werken der Natur- und Landschaftskunst organisiert.
Die Werke sind vom 08. bis zum 25. August in einen Umkreis von 300 km von Ulaanbaatar zu besichtigen.
Vom 19. bis zum 26. August steht interessierten Besuchern eine Dokumentation zu den Werken in der Galerie für Moderne Kunst in Ulaanbaatar zur Verfügung.
Künstler aus elf Ländern, darunter Japan, China, Taiwan, Aserbaidschan, Kanada, Italien, Deutschland und den USA, beteiligen sich an der Schau.
Die KAS veranstaltet unter dem Motto "Kunst und Politik – eine Diskussion" vom 17. bis 19. August im Chinggis-Hotel eine Konferenz. Das Hauptreferat wird zum Thema "Naturkunst und Politik" gehalten.
Am 18. werden Vertreter der politischen Parteien und der Zivilgesellschaft ihre Standpunkte und Ziele darlegen.
Anliegen der Veranstaltungen sei es, die Menschen für den Natur- und Umweltschutz zu sensibilisieren, auf die Schönheiten, die Einzigartigkeit, aber auch auf die Fragilität der mongolischen Landschaften aufmerksam zu machen.

Gemäldegalerie – Mongolei-Kulturzentrum Berlin
Mit der neuen Ausstellung "Tuurain Tuvurguun" (Pferdegetrappel – im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Musikfestival auch als Dröhnende Hufe -Roaring Hooves - übersetzt) des mongolischen Malers E. Otgonbayar am 25. September in Berlin wird gleichzeitig das Mongolei-Kulturzentrum mit angeschlossener Gemäldegalerie eröffnet.
"Tuurain Tuvurguun" ist als Wanderausstellung konzipiert. Von November 2010 bis April 2011 wird sie in Köln, Frankfurt/Main und München gezeigt werden, danach wahrscheinlich mit einigen neuen Arbeiten auch in Schweden zu sehen sein.

Goldmedaille für mongolische Ringerin
Bei den ersten olympischen Spielen der Jugend in Singapur gewann Baatarzorigiin Battsetseg die Goldmedaille im Freistilringen der Mädchen in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm.


MP Batbold und Sumogroßmeister Dagvadorj in Ulaanbaatar am 17.08. Foto PA d. Reg.

Asashoryu lädt Batbold zur Abschiedszeremonie nach Tokio ein
Am 17. August übergab Sumogroßmeister Asashoryu D. Dagvadorj Ministerpräsident Batbold eine Einladung zur feierlichen Verabschiedung des ersten mongolischen Sumogroßmeisters vom aktiven Wettkampfsport am 03. Oktober in Tokio.


   

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Last Update: 01. Januar 2017