Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
5. bis 11. Juli 2010

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Nach dem Aufpflanzen der neunschwänzigen Staatsstandarte

Altmongolisch als Staatssprache
Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des 100-jährigen Jubiläums der Befreiungsrevolution vom Dezember 1911 erließ Präsident Ts. Elbegorj am 05. Juli ein Dekret, wonach das alte (klassische, uigurische) mongolische Alphabet wieder stärker auch im offiziellen Sprachgebrauch genutzt werden soll.
Schreiben des Präsidenten und der Regierung an ausländische Partner müssen in altmongolisch und der im jeweiligen Partnerland dominierenden Schrift abgefasst werden.
Urkunden, Auszeichnungen, Zeugnisse, Diplome etc. müssen in kyrillischer und in altmongolischer Schrift ausgestellt werden.
Das Dekret tritt am 11. Juli 2011 in Kraft.


Shadar Said Enkhbold in Doloon Khui Khudag. Foto PA der Regierung

Saikhan Naadaarai - Naadam 2010
Am 08. Juli überzeugten sich die Mitglieder des Vorbereitungskomitees für die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag, zum 804. Gründungsjubiläum des mongolischen Einheitsstaates und zum 89. Jahrestag der Volksrevolution über den Stand der Reparaturarbeiten im Zentralstadion und den anderen Wettkampfstätten, über die Präparierung der Pferderennstrecke, die Aufstellung der Sanitäreinrichtungen, die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen, die notwendigen Verkehrsleitlinien etc.
Der stellvertretende Ministerpräsident und Vorsitzende des Vorbereitungskomitees M. Enkhbold zeichnete acht erfolgreiche Pferdetrainer und junge Reiter aus. Die Kinder erhielten Geschenke, außerdem wurde ihnen der Titel „Vizemeister des Sports" verliehen.
Von Naadam 2010 berichten 800 mongolische Journalisten, die 71 Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender vertreten sowie 40 Medienvertreter aus Neuseeland, Frankreich, Japan, China und der Türkei.
Die Polizei warnt die Mongolen und ihre Gäste vor Dieben und Räubern und rät zu erhöhter Aufmerksamkeit und Wachsamkeit.
Nach seiner Eröffnungsrede im Zentralstadion am 11. Juli begab sich Präsident Elbegdorj mit seiner Frau Bolormaa zu den Bogenschützen und versuchte selbst das Ziel zu treffen, auch die Knöchelchenweitwerfer konnten ihr Staatsoberhaupt begrüßen.
Am Tag zuvor hatte Elbegdorj R. Gonchigdorj, langjähriges Parlamentsmitglied, für seinen Beitrag zur Entwicklung der Demokratie, einer freien, rechtsstaatlichen Ordnung und seine aktive Teilnahme an der Gestaltung des politischen und gesellschaftlichen Lebens in der Mongolei mit der höchsten Auszeichnung des Landes, dem Chinggis-Khaan-Orden, geehrt.

Demberel empfängt seinen türkischen Amtskollegen
Auf Einladung des Vorsitzenden der Großen Staatsversammlung D. Demberel und von Ministerpräsident S. Batbold stattete der Präsident der Großen Nationalversammlung der Türkei Mehmet Ali Sahin der Mongolei am 09. Juli einen offiziellen Besuch ab.
Beide Seiten betonten die gemeinsame Geschichte, die gemeinsame Genealogie, Gemeinsamkeiten in Sprache und Kultur, guten Voraussetzungen für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Gegenwart.
Während die Kooperation in Kultur und Wissenschaft von jeher gut und erfolgreich funktioniert, gäbe es für eine engere wirtschaftliche Kooperation noch Spielraum.
Ein großes Hindernis für mehr Handel stellten die Transportprobleme dar, deshalb unterstütze die Türkei die Mongolei bei der Suche nach Möglichkeiten dieses Problem, das alle Binnenstaaten betreffe, zu lösen.

88,7 Prozent für Inbetriebnahme Tavantolgois
Auf der Tagung der Großen Staatsversammlung am 07. Juli stimmten 88,7 Prozent der anwesenden Abgeordneten für eine baldige Inbetriebnahme der Kohlelagerstätte Tavantolgoi im Südgobiaimag.
Das Vorkommen wird auf 6,4 Milliarden Tonnen geschätzt, davon 20 Prozent wertvolle Kokskohle.
Die Lagerstätte befindet sich in Staatseigentum. Die Abgeordneten stimmten den Vorschlägen zu, dass zehn Prozent in Form von Aktien den mongolischen Bürgern, weitere zehn Prozent mongolischen Wirtschaftseinheiten übereignet werden sollen. 30 Prozent werden an der nationalen und an internationalen Börsen gehandelt, um die Kapitaldecke zu erhöhen.
Die Abgeordneten stimmten gleichfalls der Gründung der Tochterfirma von „Erdenes MGL." „Erdenes-Tavantolgoi MGL." zu.
Die Beschlussfassung über die Ausschreibungsrichtlinien für die Gewinnung der ausländischen Investoren wurde auf die Herbstsitzungen des Parlaments verschoben, bestätigte der Exekutivdirektor von Erdenes MGL. B. Enebish.


Naadam in der Provinz

500 000 Touristen
Die Zahl der Mongoleitouristen steigt von Jahr zu Jahr.
2009 besuchten 411 640 ausländische Touristen die Mongolei und bescherten dem Staatshaushalt Einnahmen von 200 Millionen USD. In diesem Jahr werden 500 000 erwartet, doch ob das mit einer entsprechenden Gewinnerhöhung verbunden ist, bezweifeln mongolische Tourismusexperten.
Außerdem beklagen sie und die Tourismusorganisationen und –behörden die unzureichenden Staatshilfen für die Branche.
Im Durchschnitt werden aus dem Staatshaushalt 150 bis 200 Millionen USD für die Entwicklung des Tourismus ausgegeben. Davon müssen sämtliche Werbekosten im In- und Ausland bezahlt werden: die Teilnahme an Tourismusmessen im Ausland, die Organisierung solcher Messen im Inland, die Herstellung und der Vertrieb von Reiseinformationsbroschüren, von DVDs, Dokufilmen sowie die Aus- und Weiterbildung von Tourismusexperten, von Fahrern und Fremdenführern.
Ein ernstes Hindernis für die Erhöhung der Zahl ausländischer Touristen seien die hohen Preise der nationalen Fluggesellschaft MIAT, räumt der Vizedirektor des nationalen Tourismuszentrums ein.

20 000 Tugrug Kindergeld
Der Ständige Ausschuss für Sozialpolitik, Bildung, Kultur und Wissenschaft hat den Beschlussentwurf der Großen Staatsversammlung, wonach ab 01. Juli für jedes Kind bis 18 Jahre monatlich 20 000 Tugrug Kindergeld zu zahlen seien, begrüßt.
Die Abschaffung der Kindergeldzahlung sei ein Fehler gewesen.


Dr. Brzezinski in der Mongolei. Foto PA der Regierung

Zbigniev Brzezinski zu Gast in der Mongolei
Der auf Einladung von Ministerpräsident S. Batbold in der Mongolei weilende namhafte amerikanische Politikwissenschaftler Dr. Zbigniev Brzezinski hielt am 09. Juli im Konferenzsaal des Außenministeriums in Ulaanbaatar eine Vorlesung zum Thema" Die Außenpolitik der USA und Eurasien".
Zu den interessierten Zuhörern gehörten mongolische Politiker, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler und Studenten.
Brzezinski wies auf veränderte Grundsätze amerikanischer Außenpolitik hin: „Wir entscheiden nicht mehr allein, sondern in Abstimmung mit unseren internationalen Partnern.
Die Mongolei spiele in Nordostasien eine wichtige Rolle für Sicherheit und Frieden.
Batbold und der amerikanische Gast führten Gespräche über die internationalen Beziehungen, die Außenpolitik beider Länder, globale und regionale Sicherheitsinteressen und Zusammenarbeit.

Dagvadorj wird sich nicht an den traditionellen mongolischen Ringerwettbewerben beteiligen   
Yokozuna Asashoryu Dagvadorj, der kürzlich zurückgetretene Sumogroßmeister, hat zusammen mit seiner Frau nach zehn Jahren Abwesenheit zum ersten Mal die Eröffnung der Naadamfeiern im Zentralstadion erlebt.
Auf die Frage, ob er an eine Fortsetzung seiner Karriere als Ringer denke, antwortete er mit einem klaren Nein. „Ich bin Großmeister im japanischen Sumo, mein Bruder ist Großmeister im mongolischen Ringen. Das reicht."


Die Naadamrennen sind vorbei. Khongor-Sum


   

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Last Update: 01. Januar 2017