Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
14. bis 20. Juni 2010

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Sommer in der Mongolei. An der Tuul bei Ulaanbaatar

"Korruption ist der größte Feind einer offenen Gesellschaft"
Am 11. Juni erschien in der „Neuen Zürcher Zeitung" ein Interview mit dem mongolischen Präsidenten Tsakhiagiin Elbegdorj, in dem er als eines seiner wichtigsten Ziele die Bekämpfung der Korruption in seinem Land nannte.
„Als Staatsoberhaupt gilt mein Augenmerk natürlich in erster Linie der nationalen Sicherheit." Gleich danach geht es mir um die Verwirklichung des Rechtsstaates, der bei uns noch einige Mängel aufweist. Ohne Rechtsstaatlichkeit gäbe es keine Freiheit und keine echte Demokratie. Einen dritten Schwerpunkt seiner Arbeit sähe er darin, mehr Macht dem Volk und den lokalen Behörden zu übertragen. Wir legen Wert auf die Entwicklung einer lebendigen Zivilgesellschaft mit einer aktiven Teilnahme der Bürger am politischen Prozess. Die dürfe sich nicht nur auf die Teilnahme an Wahlen beschränken.
Bezüglich der großen Bergbauprojekte seien Umweltfragen ein zentrales Problem, außerdem verstehe er sich als Mittler zwischen der Mongolei und der internationalen Gemeinschaft. „Ich möchte das Profil der Mongolei als demokratisches, freies, offenes Land, das sich seiner internationalen Verantwortung bewusst ist, schärfen.


Ministerpräsident S. Batbold. Foto Presseabteilung der Regierung

Investitionsvereinbarung Tavantolgoi
Mit einer Rede von Ministerpräsident S. Batbold begann am 10. Juni die Parlamentsdebatte zum Investitionsabkommen Tavantolgoi, wie Oyutolgoi im Südgobi-Aimag gelegen, eines der weltweit größten Kohlevorkommen.
Batbold warb für die Zustimmung zum Abkommen. Die Inbetriebnahme der Lagerstätte würde zu einem Entwicklungsschub, zu mehr Staatseinnahmen, zur nachhaltigen Verbesserung der landesweiten Infrastruktur, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und damit zur Erhöhung des allgemeinen Wohlstandes beitragen.


Zandanshatar empfängt. S. Müller. 17.06.10. Foto Presseabteilung des mongolischen Außenministeriums

Außenminister Zandanshatar empfängt neu ernannte GTZ-Büroleiterin
Am 17. Juni hat Außenminister Sh. Zandanshatar die Repräsentantin der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in der Mongolei, Sabine Müller, empfangen.
Beide Seiten besprachen u. a. Fragen eines verbesserten Berufsausbildungssystems sowie die Teilnahme der Mongolei an der Internationalen Tourismusbörse (ITB) 2011 als „Partnerland".

Investorentreffen
Auf Initiative der mongolischen Regierung lädt Außenminister Zandanshatar am 24. und 25. Juni zum „Khangai-Regionalinvestorenforum" nach Erdenet, dem Zentrum des Orkhon-Aimags, ein.
Die Region biete attraktive Investitionsmöglichkeiten im Bergbau (Kupfer, Phosphor), in der Landwirtschaft und im Tourismus (Erdene Zuu, Karakorum, Türkische und Uigurische Denkmäler).
Für weitere Informationen und Kontaktaufnahme sh.: regionalforums.investmongolia.com,
enkhbayar@investmongolia.com

Mongolisch-Deutsches Wirtschaftsforum
Vom 27.06. bis zum 03.07. organisiert die „Brücke Osteuropa e. V." in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ihr zweites Wirtschaftsforum in der Mongolei mit Veranstaltungen in Ulaanbaatar und Dalanzadgad. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Deutschen Botschaft Ulaanbaatar, dem mongolischen Arbeitgeberverband und den zuständigen mongolischen Ministerien.
Von deutscher Seite haben 19 Unternehmer und Behördenvertreter aus den Bereichen Landwirtschaft, Finanzdienstleistungen, Energie, Natur und Umwelt, Maschinenbau, Lebensmitteltechnologie, Aus- und Weiterbildung, Verkehr, Logistik, Wasserwirtschaft und Kosmetik ihre Teilnahme zugesagt.
Für weitere Informationen sh.
www.eastbridge.de/Ulaanbaatar-2010

Keine Visaerteilung in Ulaanbaatar
Im Zusammenhang mit den veränderten
Bestimmungen zur Visaerteilung für Länder der EU vom 05. April dieses Jahres werden vom Honorarkonsul Ungarns in der Mongolei keine Visaangelegenheiten mehr erledigt.
Mongolische Ungarnreisende müssen ihre Anträge direkt bei der ungarischen Botschaft in Peking einreichen.

Auszeichnung für deutsche Wissenschaftler und Künstler
Während des offiziellen Deutschlandbesuchs auf Einladung seines deutschen Amtskollegen G. Westerwelle vom 18. – 22. Mai, zeichnete der mongolische Außenminister G. Zandanshatar u. a. den Mongolisten Prof. K. Sagaster, den Archäologen Prof. H.-G. Hüttel und den Musikethnologen, Komponisten und Hochschullehrer Prof. B. Wulff für ihre Verdienste um die deutsch-mongolische Freundschaft und kulturelle Zusammenarbeit aus. Prof. Wulff wurde zum „Kulturbotschafter der Mongolei" ernannt.
Außerdem würdigte Zandanshatar anlässlich des 10. Gründungsjubiläums der Gesellschaft der Freunde zur Unterstützung der Oper Ulaanbaatars deren Engagement zur Verbesserung der Ausstattung der Oper und bei der Weiterbildung von Künstlern.

12. „Roaring Hooves"-Musikfestival
Das diesjährige Musikfestival „Roaring Hooves" vom 14. – 27. Juni wurde am Nachmittag des 14. Juni mit einem Konzert vor dem Nationalmuseum in Ulaanbaatar eröffnet.
An den Veranstaltungen beteiligen sich Künstler aus Deutschland, Großbritannien, Polen, den USA, der Schweiz, Vietnam, Belgien, Australien, Indonesien und der Mongolei.
Veranstaltungsorte sind neben Ulaanbaatar, Kharkhorin, Khentii und Elsentsarkhai.

Mongolei und Deutschland für engere Zusammenarbeit im Justizwesen
In einem Beratungsgespräch des am 14. Mai neu ernannten Generalstaatsanwalts D. Dorligjav1 (bisher Leiter der Präsidialkanzlei) mit dem Wirtschaftsreferenten der Deutschen Botschaft Dr. Michael Freudenberg, der GTZ-Büroleiterin, Sabine Müller, der Repräsentantin der Hanns-Seidel-Stiftung, Ts. Sarantuya, dem Programmleiter „Wirtschaftsrechtsreform", L. Zayaa sowie der Vertreterin des Goethe-Instituts, Svenja von Krenski, ging es um die Verbesserung der Aus- und Weiterbildung von Juristen. Dorligjav erklärte, sein Land hätte großes Interesse daran, von den Erfahrungen der hoch entwickelten Länder bei der Schaffung eines modernen Rechtssystems zu profitieren.

1Auf Vorschlag von Präsident Elbegdorj löste D. Dorligjav M. Altankhuyag als Generalstaatsanwalt ab.
Dorligjav gehörte zu den Mitbegründern der demokratischen Bewegung ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde 1959 im Ostgobi-Sum im Uvs-Aimag geboren. Er absolvierte die Landwirtschaftsuniversität in Khovd und das militärpolitische Institut in Moskau.
Er war Generalsekretär der DP und Chef des Präsidialamtes unter Elbegdorj.
Nachfolger Dorligjavs in dieser Funktion wurde D. Battulga (geb. 1961), Mitglied der Großen Staatsversammlung.

Ban Kii Moon lobt mongolische Soldaten
Bei einem Besuch des UN-Generalsekretärs in Sierra Leone lobte Ban Kii Moon die Leistungen der mongolischen Friedenssoldaten bei der Bewachung des Sondergerichtshofes. Die Mongolen seien diszipliniert, tolerant und anpassungsfähig.

Mongolisch-Koreanische Kulturtage
Anlässlich des 20. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Republik Korea und der Mongolei wurden am 09. Juni in Ulaanbaatar die Tage der koreanischen Kultur eröffnet. Bis zum 26. Juni können die Mongolen und ihre Gäste Taekwondoo-Schaukämpfe, ein Filmfest, Folklorekonzerte, Foto- und Gemäldeausstellungen besuchen.


Bakula Rinpoche 1999 in Ulaanbaatar

Bakula Rinpoche (1917 - 2003)
Am 19. Mai gedachten die Mongolen des Lamas und langjährigen Botschafters Indiens in der Mongolei, Kushok Bakula Rinpoche.
Der 19. Bakula Rinpoche vertrat von 1990 bis 1999 Indien als Botschafter in der Mongolei.
Die Gründung des Pethub-Klosters im Herzen der mongolischen Hauptstadt geht auf ihn zurück. Bis heute wird er in der Mongolei nicht nur von Anhängern des Buddhismus/Lamaismus verehrt.
Am 12. August soll die Inthronisierung der 20. Wiedergeburt des Bakula Rinpoche im Pethub-Kloster zelebriert werden.
Der Nachfolger des 2003 verstorbenen Kushok ist der 2006 in Ladakh (Indien) geborene Thupstan Ngawang Norbu. Der 14. Dalai-Lama Tenzin Gyatso hat ihn bereits anerkannt.

„Alexander von Humboldt-Schule"
Seit dem 03. Juni dieses Jahres trägt die 38. Schule in Ulaanbaatar den Ehrennamen „Alexander von Humboldt-Schule".
Fast drei Jahre lang hatten Schüler und Lehrer Ideen gesammelt und sie so erfolgreich umgesetzt, dass ihr Traum, bis 2010 zur Alexander von Humboldt-Schule zu werden, wahr werden konnte.
In Anwesenheit von Vertretern des DAAD, des deutschen Botschafters P. Fischers und des Kulturbeauftragten der Deutschen Botschaft M. Roßbach, erfolgte am 03. Juni die feierliche Umbenennung.

Public Viewing in Ulaanbaatar
In 68 Pavillons in Ulaanbaatar können die Spiele der FIFA-Weltmeisterschaft in Südafrika auf großen Leinwänden in Gesellschaft von Freunden, Bekannten und Gästen verfolgt werden.
Von Mitternacht bis morgens 06.00 Uhr ist der Ausschank von Alkohol verboten.
Der Fernsehsender C1 überträgt die Spiele ebenfalls live.


   

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Last Update: 01. Januar 2017