Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
8. bis 14. November 2010

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Volkszählung 2010. Foto E. Battulga

Zensus 2010
Am 11. November begann landesweit die Volks-, Berufs-, Wohnraum- und Gebäudezählung in der Mongolei.
Zu den ersten Familien, die befragt wurden, gehörten die von Präsident Ts. Elbegdorj, Parlamentschef D. Demberel und Ministerpräsident S. Batbold.
In seiner Residenz in Ikh Tengeriin Am wurde der Ministerpräsident am Morgen des 11. November von den Mitgliedern der Nationalen Zensuskommission, Mitarbeitern der Zählkommission des Khan-Uul-Duuregs und zahlreichen Journalisten aufgesucht.
Es ist die zehnte Volkszählung seit 1918. In jenem Jahr wurden 125 200 Familien und 647 500 Bürger gezählt, 2000 waren es bereits 2 373 500 Bürger in 541 100 Familien.
Auf der Basis von UNO-Kriterien sollen künftig alle zehn Jahre Volkszählungen stattfinden, um besser auf demografische und sozialökonomische Veränderungen reagieren zu können.
Die Volkszählung sei von großer Bedeutung für die Erarbeitung der Regierungspolitik und die entsprechenden Programme. Wo fehlen Schulen, Kultur- und medizinische Einrichtungen? erklärte Batbold, gleichzeitig auch Vorsitzender der Nationalen Zählkommission.
Die im Ausland lebenden Mongolen nehmen per Internet an der Zählung teil. (www.home.toollogo2010.mn) .
Bis heute gäbe es keine verlässlichen Zahlen und Dokumente über die Auslandsmongolen. Es ginge auch um deren Interessenvertretung und die Nutzung ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse für die Entwicklung des Heimatlandes.
Bis zum 17. soll die Volkszählung abgeschlossen sein.
In einer Online-Konferenz mit allen Aimags, die das Nationale
Amt für Statistik und die Informations- und Netzwerk Company organisiert hatten, wiesen die Aimaggouverneure von Zavkhan und Uvs auf Schwierigkeiten hin. Viehhalterfamilien, die auf entfernte Winterweiden gezogen seien, wären aufgrund starker Schneefälle kaum zu erreichen.


Mongolisch-Russische Verkehrsgespräche. Foto PA d. Reg

Mongolisch- russische Zusammenarbeit
Bei einem Treffen zwischen Ministerpräsident S. Batbold und dem russischen Verkehrsminister I. E. Lewitin am 12.11. in Ulaanbaatar besprachen beide Seiten die Fortschritte bezüglich der Verbesserung der Eisenbahninfrastruktur.
Außerdem ging es um die Erfüllung von gemeinsamen Wirtschaftsvorhaben, die die gemeinsame Regierungskommission vereinbart hatten.

Honararkonsulat in Ostjava eröffnet
Neben dem indonesischen Honorarkonsulat für die Mongolei in Djakarta (Jakarta) nahm am 01. November ein zweites Honararkonsulat in Surabya, der Hauptstadt der indonesischen Provinz Ostjava (Jawa Timor), seine Arbeit auf.
An der Eröffnungsveranstaltung nahmen der mongolische Botschafter in Indonesien L. Dashpurev, die für Asien, Pazifik und Afrika zuständige Abteilungsleiterin im indonesischen Außenministerium B. Basrul, der Gouverneur Ostjavas Dr. Sukarvo, Honorakonsul Ch. Gozali sowie örtliche Verwaltungsangestellte und Unternehmer teil.


Die neue Unen

"Unen" wird 90
Am10. November jährte sich zum 90. Mal der Gründungstag der "Mongolyn Unen" (Wahrheit), ehemals Zentralorgen der MRVP.
Mit der Rückkehr zum Ursprungsanamen der Partei ("Mongolische Volkspartei") wurde auch die "Unen" in "Mongolyn Unen" wie sie 1920 hieß, umbenannt.
Die Festredner im Opernhaus von Ulaanbaatar erinnerten an die Bedeutung des Presseorgans für die moderne Geschichte und Politik des Landes und lobten den "Überlebenswillen" des Blattes in politisch turbulenten Zeiten.


S. Batbold zeichnet eine junge Unen-Journalistin aus

MVP offiziell registriert
Nun ist es amtlich. Die MVP-Führung hat die Partei beim Obersten Gericht der Mongolei registrieren lassen. Die Richter erkannten alle Dokumente (neues Parteiprogramm, Satzung etc.) an.
Veränderungen erfuhren auch das Parteiemblem – die rote Rose hat jetzt die Form eines Pentagrams, in der Mitte befindet sich auf blauem Grund das Soyombo und die Fahne – rot, weiß, blau. Rot für Unabhängigkeit, Weiß für Recht, Einheit und Religion, Blau für den Ewigen Himmel, Staatlichkeit und Fortschritt.
Die Partei hat offiziell 161 300 Mitglieder.
Bei der Wahl zum Vorsitzenden hatte sich S. Batbold mit 85 Prozent gegen den letzten verbliebenen Herausforderer U. Enkhtuvshin durchgesetzt.

Maul- und Klauenseuche
Zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche, die in 18 Sums ausgebrochen ist, wurden 3,7 Millionen Stück Vieh in 42 Sums der Aimags Sukhbaatar, Khentii, Ostgobi und Dornod geimpft.
Zur Vorbeugung werden weitere 7,4 Millionen Tiere in Ostgobi, Gobisumber, Tuv, Mittelgobi Khentii und Ulaanbaatar geimpft werden.
Für die 4,2 Millionen Dosen Impfstoff, Arbeitsentgelt und Ausrüstung werden 2,2 Milliarden Tugrug benötigt, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Vorsitzende der Katastrophenschutzbehörde M. Enkhbold.
Bei einem Treffen mit dem stellvertretenden Leiter der UN-Lebensmittel- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) am 09.11. bat Enkhbold um Unterstützung.
Die Seuche war im April in Sukhbaatar und Dornod ausgebrochen

Japanische Hilfe
Bei einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Katastrophenschutzkommission M. Enkhbold am 10.11. sagte der japanische Botschafter in der Mongolei Kidokoro Takuo zu, Japan werde bei der Bekämpfung der Folgen der Maul- und Klauenseuche helfen.
Entsprechende Schreiben seien bereits nach Tokio unterwegs.

Winter 2010/11
Ca. 70 Prozent der Hauptstädter leben in den Gersiedlungen. In Anbetracht der kommenden kalten Jahreszeit sind sie jetzt auf der Suche nach Holz und Qualitätskohle.
Hauptverursacher für die "dicke" Luft in Ulaanbaatar mit Beginn der Heizperiode sind tatsächlich die Geröfen, die mit allem, was brennt, geheizt werden.
Gutes Brennmaterial können sich viele gar nicht leisten. Wird es sehr kalt, steigen die Preise, wird es weniger eisig, sinken die Preise nur minimal.
Zur Zeit kostet auf den Märkten "Khangai" und Tsaiz" eine Kohleladung aus Baganuur auf dem Zil 130 270 bis 290 000 Tugrug, auf dem "Porter" 100 bis 110 000 – 900 bis 1 000 Tugrug pro Sack. Kohle aus Nalaikh kostet 340 000 bzw. 120 000 oder 1 200 bis 1 500 pro Sack.
Die Holzpreise sind um sieben Prozent auf 900 bis 1 000 Tugrug pro Bündel gesunken.

Entlassungen bei Boroo Gold
Bis Dezember will Boroo Gold 250 Arbeiter und Angestellte entlassen. Der Betrieb in Boroo werde demnächst eingestellt und die Betriebsaufnahme in Gachuurt verzögert sich wegen der ungeklärten Entscheidung über das Wald- und Wasserschutzgesetz weiter.
Den Betroffenen würden Übergangsgelder gezahlt.
Die Leitung des kanadischen Unternehmens bedauerte die Entscheidung, aber sie hätte keine andere Wahl.

16. Asienspiele
Am 12. November wurden in Guangzhu, der Blumenstadt in China, die 16. Asienspiele eröffnet.
14 Tage lang wetteifern Teilnehmer aus 45 Ländern um die 476 Medaillen.
Die Mongolei ist mit einer Delegation von 244 Männern und Frauen vertreten.
Fahnenträger war der erste mongolische Olympiasieger, der Judoka N. Tuvshinbayar. Er trug einen prächtigen goldfarbenen Deel und eine dazu passende traditionelle Kopfbedeckung.

Wetter
Nach einem langen, sonnigen Herbst mit Plustemperaturen herrschen seit einigen Tagen überall im Land Minustemperaturen. In der Nacht zwischen minus 16 und minus 20 Grad, am Tag zwischen minus 5 und 10 Grad.
Die Wintervorbereitungen seien nahezu abgeschlossen, heißt es aus der Katastrophenschutzbehörde.


   

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Last Update: 01. Januar 2017