Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
4. bis 17. Oktober 2010

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)

13. Tagung der gemeinsamen Kommission der Mongolei und der EU
Am 11. und 12. Oktober fand im Ministerium für Internationale Beziehungen der Mongolei das 13. Treffen der gemeinsamen Kommission der Mongolei und der EU statt.
Die Delegationen wurden geleitet vom stellvertretenden Ministerpräsidenten M. Enkhbold und vom Mongoleireferenten in der Abteilung für Internationale Beziehungen der Europäischen Kommission F. Jessen.
Beide Seiten verständigten sich über den Stand der gegenwärtigen Beziehungen und gemeinsame Projekte, die die Einführung der EU-Standards in der Mongolei fördern.
Außerdem dienten die Gespräche der weiteren Vorbereitung eines Partnerschafts- und Kooperationsabkommens zwischen der Mongolei und der EU.
Parallel tagte die Unterkommission für Handel, Investitionen und Tourismus, die Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit im Handel und im Tourismus zu erörterte.


MP Batbold und Verkehrsminister P. Ramsauer. Foto PA d. Reg

Verkehrsminister Ramsauer in der Mongolei
Auf Einladung seines mongolischen Amtskollegen Kh. Battulga absolvierte Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung am 12. und 13. Oktober einen offiziellen Besuch in der Mongolei.
Deutschland müsse sich stärker als bisher um die Versorgung mit Rohstoffen kümmern. Die rohstoffreiche Mongolei, die gerade die Verteilung ihrer Rohstoffe plane, könne dabei eine wichtige Rolle spielen, erklärte der Minister auf einer Pressekonferenz.
Obwohl die Mongolei sehr am Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland interessiert sei, hätte sich das Interesse Deutschlands bisher in Grenzen gehalten. Das sollte sich ändern. Zum Beispiel könnten deutsche Unternehmen beim Ausbau des Eisenbahnnetzes, notwendig für den Rohstofftransport, mitwirken. Außerdem seien deutsche Verkehrs- und Bautechnologie und deutsches Fachwissen gefragt.
Zur Delegation in der Mongolei gehörte der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, der mit seinen Partnern über die ebenfalls geplante Intensivierung der deutsch-mongolischen Zusammenarbeit in der Landwirtschaft konferierte.
Minister Ramsauer und die Mitglieder seiner Delegation wurden am 12. Oktober von Präsident Ts. Elbegdorj empfangen, der wiederholt darauf hinwies, Deutschland sei der wichtigste Partner der Mongolei in Europa. Am 13. empfing Ministerpräsident S. Batbold die deutsche Delegation, die nach dem Abschluss der Gespräche einen Abstecher zur Kupfer- und Goldmine „Oyutolgoi" in den Südgobi-Aimag unternahm.


A.-M. Idrac und AM Zandanshatar. Foto Abt. f. ÖA des Ministeriums für Internationale Beziehungen

Mongolisch-französische Zusammenarbeit bei der Nutzung der Atomenergie
Am 13. und 14. Oktober weilte die französische Staatsministerin Anne-Marie Idrac zu einem Arbeitsbesuch in der Mongolei. Beide Seiten unterzeichneten ein Regierungsabkommen über eine enge Kooperation bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie.

Wintervorbereitung 2010/11
Ministerpräsident Batbold informierte die Abgeordneten ausführlich über den Stand der Wintervorbereitung in den Aimags, Sums und in den Stadtbezirken.
Besondere Aufmerksamkeit gelte der Versorgung mit Kraftstoffen und Energie sowie mit Futtermitteln.
164 000 Viehhalterfamilien mit 35,7 Millionen Stück Vieh bereiteten sich auf den Winterweidegang vor.
Auf Erlass der Regierung sollen 995 300 Tonnen Heu und 58 400 Tonnen Grünfutter eingelagert werden. Die lokalen Verwaltungen hätten dafür Sorge zu tragen, dass Futter für mindestens 30 Tage auf Vorrat liege. Zur Zeit seien 69 Prozent der Vorgaben erfüllt, bis zum November müssten 100 Prozent erreicht sein.
Der Verbesserung der Wasserversorgung auf den Weiden dienten mit finanzieller Unterstützung aus dem "Jahrtausendfonds" der USA sowie der Asiatischen Entwicklungsbank neugebohrte und wiederhergestellte Brunnen in Ulaanbaatar, Darkhan-Uul, Orkhon, Uvurkhangai und Dornod.
Mit Stand vom 11. Oktober waren 95 Prozent des Getreides oder 333 773 Tonnen und 95 Prozent der Kartoffeln und des Gemüses oder 162 078 bzw. 86 200 Tonnen eingebracht – 7 500 bzw. 3 800 Tonnen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Auch in den anderen Bereichen (Bildung, Verkehr, Gesundheitsversorgung) verliefen die Vorbereitungen auf den Winter planmäßig, notwendige Reparaturen an Schulgebäuden, Krankenhäusern, an Wärme- und Stromleitungen, an den Fahrzeugen des öffentlichen Fern- und Nahverkehrs weitgehend planmäßig.

Statistik September 2010
Nach Angaben aus dem Nationalen Amt für Statistik erblickten bis September 2010 50 083 Kinder das Licht der Welt, 2 114 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Das BIP belief sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf 2 646,5 Milliarden Tugrug, ein Plus von 136,6 Milliarden gegenüber dem Vorjahr.
Die Inflationsrate sank um 0,7 Prozent gegenüber August 2010 und ist um 8,3 Prozent im Vergleich zum Ende des Vorjahres gestiegen.
Die laufenden Staatseinnahmen erreichten in den ersten neun Monaten 2 019,6 Milliarden Tugrug, die laufenden Ausgaben beliefen sich auf 1 524,4 Milliarden. Der Staatshaushalt weist damit einen Überschuss von 495,2 Milliarden aus.


Sukhbaatardenkmal - warum bald in Bronze

Landet Sukhbaatar auf dem Müll?
Das Denkmal des Mitbegründers des mongolischen Staates von 1921 und der Mongolischen Volkspartei, der späteren Mongolischen Revolutionären Volkspartei auf dem nach ihm benannten Platz im Herzen der mongolischen Hauptstadt ist mittlerweile vollständig abgebaut worden und wurde in einem Hinterhof unter freiem Himmel abgelegt? zwischengelagert? entsorgt?
Am 14. bestellte Präsident Elbegdorj den Oberbürgermeister von Ulaanbaatar G. Munkhbayar und den Direktor des Nationalmuseums J. Saruulbuyan in den Regierungspalast, um über das Schicksal eines der wichtigen Wahrzeichen der modernen Mongolei zu sprechen.
Elbegdorj betonte den historischen und künstlerischen Wert des Denkmals und seine Bedeutung für die mongolische Geschichte. Eine notwendige Renovierung könne nur die Bewahrung des Originals zum Ziel haben, nicht nur, was die äußere Gestalt, sondern auch das Material betrifft.
Es müsste geprüft werden, ob das abgebaute Denkmal einen angemessenen Platz im Museum finden könne.
Auch in der Großen Staatsversammlung war Sukhbaatar am 15. ein Thema. MRVP-Vorsitzender und Ministerpräsident Batbold wurde entgegengehalten, Sukhbaatar sei eine wichtige historische Persönlichkeit für alle Mongolen und keineswegs Eigentum der MRVP. Dasselbe gelte auch für das von Staatspreisträger Choimbol 1946 geschaffene Kunstwerk.
Wolle die MRVP mit dem Namensteil „revolutionär" auch gleich einen der ersten Revolutionäre „abschaffen"?

Die interessantesten, seltensten, längsten Eigennamen in der Mongolei
Im Zuge der Reformen bei der Neuregistrierung der Bürger in den Meldeämtern, sammeln die Mitarbeiter die vielfältigsten statistischen Informationen.
Kürzlich veröffentlichte das Zentrale Einwohnermeldeamt eine Liste mit den 20 ungewöhnlichsten Eigennamen mongolischer Bürger.
Zu den merkwürdigsten Namen zählen Propusk, Magazin, Chikher, der längste Name lautet Luvsandenzenpiljinjigmed, der kürzeste Az, der seltenste Odontuyarakhgerel, der häufigste Bat-Erdene.

Ein Sum – ein Produkt
Anlässlich der Eröffnung der Verkaufsausstellung „Ein Sum – ein Produkt" in Zuun Mod, dem Zentrum des Tuv’-Aimags informierten sich Ministerpräsident S. Batbold und Shadar Said M. Enkhbold über die Ergebnisse des gleichnamigen Programms im Aimag.
Zum Aimag gehören 27 Sum, die sich alle mit ihren Produkten aus der Viehwirtschaft, dem Ackerbau, dem produzierenden Gewerbe und dem Handwerk an der Ausstellung beteiligten.
Mit finanzieller Unterstützung seitens der Regierung arbeiten mittlerweile 177 kleine und mittlere Betriebe im Aimag, in denen 1 000 Menschen Beschäftigung gefunden haben.
In den 70er- Jahren in Japan initiiert, wird das Programm „Eine Siedlung – ein Produkt" heute in 30 Ländern verwirklicht. In der Mongolei entstand die Bewegung 2002 in Bayankhongor, 2005 wurde das Programm von der mongolischen Regierung offiziell beschlossen.
Allein im Zentralaimag wurden in diesem Jahr ein Viertel der Getreideernte und ein Drittel der Kartoffelernte des Landes produziert.

Reste von Steinzeitsiedlungen entdeckt
Mitglieder einer internationalen archäologischen Expedition haben im Talbortal in der nördlichen Mongolei Lagerplätze von Steinzeitmenschen entdeckt.
Das teilte A. Popov, der Leiter des Museums für Archäologie und Ethnografie an der Fernöstlichen Universität, am 15. Oktober der Öffentlichkeit mit.
Nach bisherigen Schätzungen seien die Funde 12 000 bis 40 000 Jahre alt. Zu den freigelegten Artefakten gehörten Steinwaffen, Schmuckteile aus Knochen und Reste von Straußeneierschalen.
Die Arbeit an den Fundplätzen hätte eben erst begonnen, so Popow, wir hoffen, wir können sie in der kommenden Saison fortsetzen.
Zum Expeditionsteam gehören neben Wissenschaftlern aus Nowosibirsk und Wladiwostok, japanische und mongolische Forscher.

10 000 Kilometer unterwegs im Herzen Asiens
Dr. Siegfried Huneck aus Schmalkalden in Thüringen, Spezialist für Biochemie und Pflanzenchemie, legt mit diesem Buch „Expeditionsberichte aus der Mongolei" aus den Jahren 178, 1983 und 1988 vor, die dem Leser nicht nur die faszinierende Natur des zentralasiatischen Landes und seine gastfreundlichen Menschen nahe bringen sollen, sondern ihn auch teilhaben lassen an den Abenteuern, die Forschungsreisen auch noch im 20. Jahrhundert boten.
Nach dem informativen Vorwort erfolgt eine Kleine Landeskunde und Geschichte der Mongolei, bevor anschaulich die drei Expeditionen von Ulaanbaatar nach Karakorum, zum Khangai, durch Tarvagtai, zum Khuvsgul, durch die Gobi, nach Dalanzadgad und zum Gurvan Saikhan beschrieben werden. Ergänzt wird das Werk durch einen Rückblick, Biographische Notizen zu mongolischen und deutschen Expeditionsteilnehmern und ein ausführliches Literaturverzeichnis zur Mongolei allgemein, zur Botanik, Phytochemie und zum Naturschutz der Mongolei. Hinzu kommen elf Karten (Klima, Landschaftszonen, Expeditionsrouten) sowie zahlreiche Fotos und Abbildungen.
10 000 Kilometer unterwegs im Herzen Asiens. Expeditionsberichte aus der Mongolei. Von Siegfried Huneck (unter Mitwirkung von Hans Dieter Knapp). Weissdorn-Verlag Jena 2010
ISBN 978-3-936055-61-0
Das Buch kann direkt beim Weissdorn-Verlag Jena, Wöllnitzer Straße 53, 07749 Jena,  weissdorn-verlag@t-online.de oder über den Mongolei Shop bezogen werden.

Serdamba ist Studentenboxweltmeister
Bei den 4. Studentenweltmeisterschaften im Boxen vom 05. – 10.10. in Ulaanbaatar gewannen mongolische Boxer drei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen.
Gold holten der Weltmeister und Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Sommerspielen 2008 P. Serdamba (49 kg), N. Tugstsogt (52 kg) und B. Tuvshinbat (64 kg).
Nsgesamt waren 77 Sportler aus 15 Ländern am Start.
Die Mongolei war in allen zehn Gewichtsklassen vertreten.


   

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Last Update: 01. Januar 2017