Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
28. März bis 3. April 2011

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)

Außerordentliche Regierungssitzung
Auf einer außerordentlichen Regierungssitzung am 31. März beschlossen die Mitglieder, jedem Mongolen stünden Aktien der staatseigenen Kohlemine Tavantolgoi zur Verfügung.
„Jeder mongolische Staatsbürger ist Miteigentümer von Tavan Tolgoi".
Nach Angaben aus dem Nationalen Amt für Statistik und dem Zentralen Einwohnermelderegister gibt es 2 796 341 Staatsbürger der Mongolei. Zehn Prozent der Aktien von „Erdenes Tavantolgoi" entsprächen 1,5 Milliarden Stück, das bedeute, jedem Mongolen gehören 536 Aktien. Diese Aktien würden nicht verkauft, sondern jedem kostenlos übereignet.
Über das Procedere müsse noch weiter beraten werden. Das werde erst in Verbindung mit dem Börsengang, der Preisgestaltung etc. geklärt werden können.
Die zehn Prozent, die den mongolischen Wirtschaftseinheiten zustünden, würden jedoch ausnahmslos verkauft.

Tagung des Führungsrates der Kinderstiftung
Am 01. April 2011 kam der Führungsrat der Kinderstiftung zu seiner Jahrestagung zusammen.
Themen waren der Rechenschaftsbericht für das Jahr 2010 und die geplanten Projekte und Maßnahmen sowie deren Finanzierung für 2011.
Bis zum 01. Mai soll ein Finanzplan für die kommenden Projekte erarbeitet werden. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe unter Leitung von L. Tumurbaatar, Berater des stellvertretenden Ministerpräsidenten M. Enkhbold, gebildet.
Enkhbold, der Stiftungsleiter, erklärte in seinem Rechenschaftsbericht, 2010 seien für 220 816 400 Tugrug Programme und Projekte zum "Schutz und Entwicklung der Kinder im Interesse der Gesellschaft", "Unterstützung für das Recht der Kinder und Jugendlichen auf ausreichenden Zugang zu Kunst, Kultur und Information", "Vorbeugung gegen Drogenkonsum", "Verbesserung des Schutzes der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung" realisiert worden.

Demonstranten fordern 100 Prozent
Am 28. März demonstrierten Mitglieder und Anhänger des "Volkskontrollkomitees" auf dem Sukhbaatarplatz. Sie forderten die Überführung von "100 Prozent Oyutolgoi und Tavantolgoi in die Hände des Volkes".
Die Regierung hätte bei der Abfassung der Verträge die Interessen der Mongolei nicht ausreichend berücksichtigt und müsste für diesen Fehler die Verantwortung übernehmen.

Investorenforum "Entwicklungsregion – Dornogov’"
Organisiert von der Aimagverwaltung des Dornogov’-Aimags (Ostgobi), der Abteilung Investitionen im Außenministerium und unterstützt von der Weltbank, der Asiatischen Entwicklungsbank, dem Ministerium für Wege, Transport, Bau und Stadtentwicklung, dem Nationalkomitee für Entwicklung und Innovation, der Sparbank und der Verwaltung der Freihandelszone Zamyn Uud, findet am 15. April in Sainshand das Investitionsforum "Entwicklungsregion Ostgobi" statt.
Elf von den 26 Projekten des Nationalen Entwicklungsprogramms werden im ostgobi-aimag verwirklicht. Dazu gehören eine 400 km lange Eisenbahntrasse von Tavantolgoi nach Zuunbayan und die Einrichtung des Sainshand-Industriekomplexes.
An der Veranstaltung werden etwa 350 Personen teilnehmen, darunter Behördenvertreter, ausländische Botschafter, Unternehmer großer und mittlerer betriebe aus dem In- und Ausland.

Mandal-Sum zur besten Gemeinde der Mongolei gewählt
Beginnend mit diesem Jahr wird die Regierung alle zwei Jahre einen Sum zum beispielhaften Sum der Mongolei küren.
In diesem Jahr kamen in die engere Wahl der Selenge-Sum in Bulgan, der Umnudelger-Sum in Khentii, der Mandal-Sum in Selenge und der Darvi-Sum im Khovd-Aimag.
Jeder dieser Sums wurde mit 100 Millionen Tugrug bedacht.
Als Allerbesterbester oder Modellsum wurde der Mandal-Sum im Selenge-Aimag ausgewählt.
Die Preise überreichte am 02. April Staatsminister Ch. Khurelbaatar. Auf seiner Reise nach Mandal wurde er begleitet von Finanzminister S. Bayartsogt und dem Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft Yo. Otgonbayar.
Der heutige Mandal-Sum entstand 1994 durch die Zusammenlegung von Zuunkharaa, dem damaligen Mandal-Sum und der Siedlung Tunkhel.
Mit neun Bags (der kleinsten administrativen Einheit auf dem Land) und 25 175 Menschen in 6 652 Familien ist Mandal der größte Sum (Kreis) in der Mongolei.
Der Finanzminister lobte die erfolgreiche Arbeit der Bewohner, die auch in der Krise ihre Produktivität erweitern konnten und das ebenso erfolgreiche Verwaltungsmanagement des Sum-Vorsitzenden B. Tseepildorj.


Eröffnung der Arbeitsmesse

Frühjahrsmesse für Arbeit
„Die Zeit für Arbeiten im Heimatland und mehr Wohlstand ist gekommen".
Das Jahr 2011 wurde von der Regierung zum Jahr der Unterstützung für die Werktätigen proklamiert und in diesem Kontext eröffnete Ministerpräsident Batbold am 31. März die Frühjahrsmesse in Ulaanbaatar.
In diesem Jahr sollen 22 944 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Mit Hilfe des Staatshaushalts, in- und ausländischer Investoren und günstiger Kredite für entsprechende Projekte.
Die Registrierung der arbeitslosen Bürger in den Sums, Duuregs, Bags und Khoroos soll verbessert werden, um schneller auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren, um effektivere Bildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen in die Wege leiten zu können.
An der Arbeitsmesse beteiligen sich 60 Unternehmen sowie staatliche und nichtstaatliche Organisationen.
Für Interessenten hat die Regierung folgende Website eingerichtet:
www.labornet.mn

Staatshaushaltsgesetz
Am 02. April legte R. Rash, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die Veränderungen und Ergänzungen zum Gesetz über den Staatshaushalt erarbeiten sollte, den neuen Gesetzesentwurf vor.
Wichtigstes Anliegen war die Erhöhung der Kompetenzen der Aimagverwaltungen bei der Verwendung der finanziellen Mittel.


Mongolei - Investitionsführer

Mongolei – Investitionsführer
„Die Chancen für wirtschaftliches Engagement in der Mongolei sind groß. Kooperationspotenziale gerade auch für die deutsche Wirtschaft bestehen in vielfältiger Weise. Der Investitionsführer hilft, Informationslücken zu schließen und so den Einstieg in die Zusammenarbeit mit der Mongolei zu erleichtern. Er ist ein wichtiger Schritt auf dem Wege zu einer florierenden und nachhaltigen Wirtschaftspartnerschaft.", heißt es im Grußwort der Staatssekretäre in den Bundesministerien für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Wirtschaft und Technologie H.-J. Beerfeltz und Dr. B. Pfaffenbach sowie Peter Ammon, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes.
Im März 2011 hat die mongolische Botschaft in Deutschland einen Investitionsführer Mongolei herausgegeben, versehen mit einem Vorwort des Ministers für Außenbeziehungen und Handel G. Zandanshatar und des Ministers für Finanzen S. Bayartsogt.
In einem Interview für MongoleiOnline betonte Botschafter B. Davaadorj, der Mongolei sei es wie keinem anderen Land in Zentralasien gelungen, seine politischen und wirtschaftlichen Strukturen umzugestalten. Auf der Basis von Demokratie und Marktwirtschaft werde die Mongolei zum wichtigen Lieferanten von Kupfer, Gold, Kohle, Eisenerzen und Seltenen Erden. Doch nur zum Rohstofflieferanten zu werden, genügt uns nicht: Wir wollen im Land selbst eine Wertschöpfungskette schaffen.

Das vollständige Interview können Sie in den nächsten Tagen bei MongoleiOnline lesen. R. B.

Die Mongolei – vom Agrarland zum Rohstoffgiganten
Unter diesen oder ähnlichen Überschriften erscheinen in letzter Zeit in großen internationalen Wirtschaftsmedien Artikel, die sich mit dem Rohstoffreichtum der Mongolei und seiner Verwertung beschäftigen. Eine große Rolle spielt dabei auch das Geschehen an der mongolischen Börse.
Die erste Sendung des neuen Wirtschaftsmagazins „Makro" auf 3Sat widmete sich ebenfalls der Mongolei.
Am 11. März wurde die Wirtschafts-Dokumentation "Mission Mongolei" gezeigt.

James Palmer: Der blutige weiße Baron
Auf Interesse in den Feuilletons großer deutschsprachiger Zeitungen trifft die Darstellung der Geschichte des Baltendeutschen von Ungern-Sternberg „Der blutige weiße Baron" des englischen Reiseschriftstellers James Palmer.
Palmer begab sich bei seinen Recherchen zum Buch auf die Spuren Ungern-Sternbergs in der Mongolei, nutzte mongolische, russische, estnische und Archive der USA.
Entstanden ist ein Werk, das den Baron zeigt, wie er den Zeitgenossen in Erinnerung blieb: mörderisch grausam. Vgl. auch den Beitrag von D. Batjargal „Denken ist Feigheit" – Der Usurpator Baron Ungern von Sternberg" bei MongoleiOnline vom September 2006.
Sie heben sich ab von Versuchen, vor allem von Neonazis, Roman Nikolaus von Ungern-Sternberg als Befreier der Mongolen von Fremdherrschaft und Unterdrückung, als Retter des buddhistischen Glaubens in der Mongolei zu feiern.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den ebenfalls in Bezug auf Ungern-Sternberg gut recherchierten Roman von Vladimir Pozner „Der Weiße Baron", Berlin 1966 (Titel der französischen Originalausgabe Le Mors aux Dents).
Die Originalausgabe von J. Palmers Buch wurde 2008 unter dem Titel „The Bloody White Baron" bei Faber and Faber in London veröffentlicht. Die deutsche Ausgabe erschien 2010 im Eichborn-Verlag in Frankfurt.

Korruption im Sumosport
Der japanische Sumoverband hat kürzlich den Untersuchungsbericht über die „Rundenhandel"-Affäre vorgelegt.
Von den sechs betroffenen Sumokämpfern der obersten Liga (Makuuchi) sind vier Mongolen: Hakuba Unurjargal, Tokusegava B. Ganbold, Mokonami G. Bazarsad und Kooryu E. Munkh-Orgil. Hoshihikari D. Lkhgvaa gehört der untersten Liga an.
Alle fünf (insgesamt betroffen sind 21 aktive und bereits in den Ruhestand getretene Kämpfer) wurden auf Lebenszeit von allen Sumowettkämpfen ausgeschlossen bzw. aus den Annalen der Sumowelt gestrichen.


   

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Last Update: 01. Januar 2017